Sehen wir das Ganze doch einfach einmal so, als würde es sich bei der Bonsaigestaltung um eine Art Kunst handeln ... Kunst am lebenden Objekt Baum. Ein Baumkünstler ... Bonsaigestalter ... erkennt in einem alten, hoch individuellen, von der Natur an diesem Standort über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte vorgestalteten Baum eine Idee, eine Seele, etwas einzigartiges was sich für einen hochwertigen Bonsai verwenden oder aufbauen ließe, gräbt diesen Baum aus und schafft es, ihn vital zu halten, dann hätte er gemäß dem Prinzip Angebot und Nachfrage bereits schon einen gewaltigen Schritt getan. Das Angebot an solchen Exemplaren ist wahrlich begrenzt und die Nachfrage an solchen Rohexemplaren ist riesengroß.
Schafft er es in Laufe der Jahrzehnte sogar noch, bei diesem Baum über gärtnerische Fähigkeiten und gestalterisches Vermögen, diesen hoch individuellen Aspekt zu erhöhen, verstärt er dadurch den Anteil auf der Angebotsseite, weil er nur wenige Menschen schaffen aus solchen Exemplaren etwas so einzigartiges zu erschaffen oder heraus zu arbeiten.
Der Preis dafür steigt also dem markwirtschaftlichen Prinzip folgend ... ist das Angebot begrenzt ergibt sich der Preis oder der Wert über den Aspekt, was ein Käufer dafür zu zahlen bereit ist und hier spielt die Einzigartigkeit eine wesentliche Rolle. Diesen Baum, mit seiner Geschichte gibt es kein zweites Mal. Würde ein Besitzer eines solchen Baumes ihn veräußern, müsste man ihm viel dafür bieten, damit er sich von ihm trennen würde.
Suchen wir parallelen in der Malerei, den Skupturen , der bildenden Kunst können wir sehen, dass es sicher viele Künstler gibt, die einen Moore kopieren können, oder ein van Gogh oder oder ... aber der erste Akt, die Idee ist nicht mehr reproduzierbar. Die Erstbilder, Skulpturen etc. gibt es nur ein mal und das begrenzt vehement das Angebot.
Genauso sehe ich die Preisbildung für z.B. einen Wacholder. Handelt es sich um ein einzigartiges Stück, von hohem Alter, hohem Ausdruck, hoher Widerspiegelung bonsaitechnischer Maßnahmen die etwas ganz einzigartiges in dem Baum haben entstehen lassen
ohne das man erkennt, das ein Mensch daran gearbeitet hat etc., stiege entsprechend seine Einzigartigkeit und damit der Gegenwert der geliefert werden müsste, damit sich der Besitzer von diesem Baum trennen würde ... und die Besitzverhältnisse sich ändern

. De Preis wäre entsprechend sehr hoch.
Handelte es sich um einen Baum von niederem Alter, einer weniger vermittelten Geschichte und Story die er einem über die Betrachtung erzählt, wäre er schnell vergleichbar mit anderen Bäumen seiner Art etc., ergäbe sich entsprechend ein höheres Angebot mit einer geringeren Nachfrage und damit einem geringeren Wert ... sprich Preis.
Solche originalen Shimpaku-Wacholder aus Japan, die Ende des 19 Jahrhunderts bis Anfang des 20 Jahrhunderts in Japan über Bergsteiger und Yamadoriprofessionelle in den Bergen aus den Felsen gehauen wurden unter Einsatz ihres Lebens( viele sind dabei ums Leben gekommen) und vorrangig in dem Dorf "Shimpaku" verkauft wurden ( daher der Name), gibt es heute nicht mehr. Die Regionen sind abgeerntet und diese heute noch als Bonsai existierenden haben eine solche Einzigartigkeit, das ihr Wert weit über den 5 stelligen €-Bereich reichen.
Habe ich also irgendwie das Bedürfnis irgendeinen Baum mein Eigen nennen zu wollen, muss ich mit dem Besitzer in Verhandlungen treten und darüber verhandeln, wann denn bei ihm der Punkt erreicht ist, bei er sagen würde:" ok ... ich trenn mich jetzt für dein Angebot von diesem Baum".
Diesem Punkt muss ich mich nähern ...ob ich will oder nicht ... das ist das Prinzip. So war es vor vielen tausend Jahren schon und wird es wohl auch in vielen noch sein
saludos
avicenna