Philosophie Ausstellungen

Ausstellungen, Workshops, Arbeitskreise, Events u. -Organisationen, Reisen, Besuchen in Bonsai-Gärten und Töpferstuben.
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Norbert_S
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Norbert_S » 09.10.2018, 19:16

Jürg, genau auf diesen Einwand habe ich doch gewartet.
Was ist denn eine Diskussion ohne Widerspruch wert, lieber Jürg.

Wer schon häufiger in meinen Threads oder meine Posts gelesen hat, der weiß, dass ich sonst nicht von pflegender Begleitung schreibe sondern pflegender Gestaltung.
Hier wollte ich damit die Unterordnung des menschlichen Handelns unter die Kräfte der Natur zum Ausdruck bringen. Es gibt halt Dinge beim Bonsai, die sind normaler Weise nicht in einem Künstlerleben zu vollbringen. Bei Yamadori setzen wir ganz besonders auf diese Vorlieferung der Natur und bringen durch unseren Anteil des Schaffens diese Vorlieferung zu besonderm Glanz.

Dann ließe sich auch gut diskutieren, wann und wo die Gestaltung beginnt und wenn wir gestalten, sind wir qua Definition wohl Künstler, unabhängig von unserer Qualität.

Und trotzdem ist es an uns, bescheiden zu sein, denn wir können nur im Duett künstlern. Der Kerl in der Schale und eigentlich unsere gesamte Umwelt (siehe Heikes Nashi) müssen schon mitspielen.
Deshalb fällt mir die Zuordnung persönlich durchaus schwer, weil für mich der Begriff Künstler aus einer nicht zu mir passenden Ecke zu kommen scheint, kann auch nur Fremdheit für mich sein.

Also wann gestalten wir, wenn wir schneiden, drahten, biegen abspannen, wässern düngen etc.? Oder auch wenn wir all dieses bewusst nicht tun?

Und wenn das so ist, dass alles Tun oder Nichttun Kunst ist, gibt es in der Kunstwelt ein allgemeingültige Übereinkunft wie dieses dann zu publizieren, anzumerken und zu bezeichnen ist?
Wenn ja, stellt sich dann die Bonsaiwelt bewusst außerhalb der Kunst und wird damit zur Nichtkunst entgegen der Definition?

Wie es in einem bekannten Spiel heißt: "Gehen Sie nicht über Los und zieheh Sie keine 2000€ ein."
Ich bin noch nicht weiter als am Einstiegspost dieses Threads, habe aber einige interessante Anmerkungen bekommen, die gerne nachwirken dürfen.
Norbert

Was starke Wurzeln hat, muss den Sturm nicht fürchten!

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Odoridori
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Odoridori » 09.10.2018, 23:38

Nun diese Diskussion ist so alt wie die Bonsai Szene selbst in Deutschland und so lange es
Ausstellungen in Deutschland gibt.

Gottseidank ist es darum ruhig geworden, denn viele haben längst kapiert was Herbert hier treffend
geschrieben hat. Der beste und teuerste Import Bonsai sieht bei nicht Fachkundiger
Pflege und Gestaltung schon nach wenigen Monaten nicht mehr Ausstellungsreif aus und kann
nach 1 - 2 Jahren ruiniert bzw. Tod sein. Und da nutzt es auch nichts 2 x im Jahr den Baum von einem
Profi bearbeiten zu lassen. Ausschlaggebend für den Zustand sind eben die tägliche Pflege, die Bearbeitungstechniken
zum richtigen Zeitpunkt.
Herbert A
Ich besuche Ausstellungen um gute Bäume zu sehen. Dabei ist mir zunächst egal wer den Baum gestaltet hat.
Genau so mache ich es auch und ich freue mich über jeden interessanten und schönen Baum und mich interessiert
dabei weder wer Ihn gestaltet hat, noch wer Ihn besitzt, noch woher er kommt.
Es geht mir um den Baum und um die Präsentation.

Viele Grüße
Holger
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als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
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Andreas Ludwig
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Andreas Ludwig » 10.10.2018, 15:54

Norbert_S hat geschrieben:
09.10.2018, 19:16
Bei Yamadori setzen wir ganz besonders auf diese Vorlieferung der Natur und bringen durch unseren Anteil des Schaffens diese Vorlieferung zu besonderm Glanz.
Man kann in einer ganzen Reihe von dokumentierten Entwicklungen hier sehen, wie erheblich dieser Anteil des Schaffens dennoch ist – da hat es Bilder von Yamadori, wo der Laie erst mal gar nichts sieht als ein «Stück Unterholz». Wenn ich mir etwa Kimuras Schnitzarbeiten anschaue, sehe ich auch deutlich mehr bewusste Gestaltung als präsentierte Natur.

Ohne etwas vom Zaum reisen zu wollen, denke ich hin und wieder, dass diese Bescheidenheit einen massgeblichen Anteil daran hat, dass zu viel gepflegt und zu wenig gestaltet wird. Macht es dann einer, wie eben Kimura, murmeln alle ergriffen etwas von Genie. Was auch sein mag, aber vor allem hat er eine Skrupellosigkeit im positiven Sinne, er denkt keinen Moment daran, sich irgendwie zurückzunehmen. Ich bin nicht mal sicher, ob diese Bescheidenheit nicht falsch ist in dem Sinne, als man sich damit gut für Mut- und Ideenlosigkeit herausreden kann. Womit wir dann aber bei einem ganz anderen Thema sind, dem Anspruch, und da wird es bekanntlich problematisch, besonders, weil der bisweilen schwer von Arroganz zu unterscheiden ist, auch für den, der ihn stellt...

Ich will ja auch nicht Brandstifter sein, ich mag nette Bäume durchaus auch, aber ich schiele immer auf die Namen und bin froh, sie zu sehen. Mit der Zeit merkt man dann, das dies oder jenes ein Pall sein könnte, ein Stäheli, einer vom Heiner. Vielleicht ist das typisch für jemanden, der aus der Gestaltungswelt kommt, wo man von Anfang an lernt, vergleichend zu betrachten, Stile zu erkennen, nicht nur Erscheinungen aufzunehmen, sondern sie in eine nie endende Reihe zu stellen. Da kommt man dann um die Gestalter nicht herum, auch wenn es – wie viele sehr berühmte Künstler, da hat Zopf recht – «bloss» Werkstattleiter waren. Sie haben auch den Arbeiten des Lehrlings ihren Stempel aufgedrückt (sie waren ja besorgt um ihren Ruf) und das ist das Interessante.
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von zopf » 10.10.2018, 17:07

Hallo
Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen.
Pflege, in dem Sinne wie ich es verstehe,
beinhaltet den größten Teil dessen,
was allgemein unter Gestaltung verstanden wird.
Was hier meistens als "Gestaltung" bezeichnet wird,
sind oder besser sollten die Basics sein.
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Andreas Ludwig » 10.10.2018, 17:38

zopf hat geschrieben:
10.10.2018, 17:07
Was hier meistens als "Gestaltung" bezeichnet wird,
sind oder besser sollten die Basics sein.
Ehrlich?

https://www.bonsaiempire.de/inspiration ... sen-bonsai
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Lutz Marx » 10.10.2018, 19:57

Die Diskussion scheint überwiegend Anklang zu finden, das freut mich. Ich denke über die vielen Beitrage nach und versuche, meinen Standpunkt dabei neu in Frage zu stellen. Mehr Transparenz hinsichtlich der Gestaltenden oder Ausstellungen ohne Importbäume fände ich allerdings immer noch spannend...

LG, Lutz

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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von zopf » 10.10.2018, 20:35

Hier, meistens bezieht sich auf das BFF und einen grossen Teil des Wortgebrauchs.

Am selben Strang ziehen,
sollte auch mal dazu führen,
nicht immer an der anderen Seite des Seils zu ziehen.
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Andreas Ludwig » 10.10.2018, 20:38

Du meinst, man sollte mit den Wölfen heuen, weil es viele sind?
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Sebastian O
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Sebastian O » 11.10.2018, 14:11

Lutz Marx hat geschrieben:
10.10.2018, 19:57
[...] oder Ausstellungen ohne Importbäume fände ich allerdings immer noch spannend...
Nur zum Verständnis: Das Problem ist, dass Käufer von importierten Bäumen sich mitunter zu Unrecht als deren Gestalter ausgeben und die Lösung soll sein, keine importierten Bäume mehr auszustellen?
LG
Sebastian

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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Bonsai-Fips » 11.10.2018, 14:49

Hallo zusammen
Wenn es nur darum geht, die "Leistung" des Ausstellers/Besitzer des Baumes offen zu legen.. ein Foto des ausgestellten Baumes aus der ersten Zeit beim Aussteller/Besitzer würde m.M.n. vieles ins rechte Licht rücken. Entweder ist da z.B. ein Sämling oder z.B. ein Solitär zu sehen.
O.k., es kann wesentlich schwieriger sein, aus einem importierten Solitär einen Spitzenbaum zu "erschaffen" als aus einem Sämling einen halbwegs hübschen Bonsai.. :lol:
Bei Azaleen, die nicht zur Blütezeit ausgestellt wurden, habe ich auch schon auf Ausstellungen ein Foto mit Blütenpracht daneben gesehen. So kann man dann die Schalenwahl einfacher beurteilen.
Grüsse, Fips

P.S. Ich habe noch nie einen Baum ausgestellt.

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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Odoridori » 11.10.2018, 14:51

Sebastian O"
Nur zum Verständnis: Das Problem ist, dass Käufer von importierten Bäumen sich mitunter zu Unrecht als deren Gestalter ausgeben und die Lösung soll sein, keine importierten Bäume mehr auszustellen?
Es gibt heute so viele sehr gute Yamadori fertiggestaltet zu kaufen, man muss nur wissen wo,
also das kann ja wohl kein überzeugendes Argument mehr sein ...
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Sebastian O » 11.10.2018, 15:56

Odoridori hat geschrieben:
11.10.2018, 14:51
Sebastian O"
Nur zum Verständnis: Das Problem ist, dass Käufer von importierten Bäumen sich mitunter zu Unrecht als deren Gestalter ausgeben und die Lösung soll sein, keine importierten Bäume mehr auszustellen?
Es gibt heute so viele sehr gute Yamadori fertiggestaltet zu kaufen, man muss nur wissen wo,
also das kann ja wohl kein überzeugendes Argument mehr sein ...
Ja, die Begriffe "importierter Baum" und "fertiggestalteter Yamadori" sind in diesem Sinne letztlich austauschbar. Man könnte auch fragen:

Das Problem ist, dass Käufer von fertiggestalteten Yamadori sich mitunter zu Unrecht als deren Gestalter ausgeben und die Lösung soll sein, keine fertiggestalteten Yamadori mehr auszustellen?

Das führt Lutz' ursprünglichen Gedanken natürlich ein bisschen ad absurdum, sorry Lutz, am Ende will ich auf die Frage hinaus, was noch mal genau das Problem war? Lutz hat festgestellt, dass sich kaufkräftige Bonsaianer womöglich gerne mit fremden Federn schmücken (A) und dass (so wie ich Lutz verstehe, deswegen) einheimische Gestalter auf Ausstellungen zu kurz kommen (B). Ich kenne mich zu wenig mit den gängigen Reglements bei Ausstellungen aus, um beurteilen zu können, ob zwischen A und B ein direkter Zusammenhang besteht. Vielleicht geht es um Ausstellungen, bei denen nur einheimische Gestalter zugelassen sind und "Importbäume" sozusagen eingeschleust werden, indem sich der Käufer als Gestalter ausgibt und die Importbäume sind dann natürlich viel besser als die heimischen?
LG
Sebastian

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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Andreas Ludwig » 11.10.2018, 16:08

Sebastian O hat geschrieben:
11.10.2018, 15:56
Vielleicht geht es um Ausstellungen, bei denen nur einheimische Gestalter zugelassen sind und "Importbäume" sozusagen eingeschleust werden, indem sich der Käufer als Gestalter ausgibt und die Importbäume sind dann natürlich viel besser als die heimischen?
Ehm... wollen wir wirklich den Aspekt «einheimisch» da reinbringen? Das wird dann, mit Verlaub zu sagen, schlimmstenfalls zu einem BfD (Bonsai für Deutschland) und da wird mir (nicht nur als Schweizer) etwas unbehaglich. Nein, geostrategisch-politische Aspekte interessieren weniger, finde ich. Es gibt gute Bäume und schlechte Bäume, so grundsätzlich mal. Wenn man wie ich einheimische Arten präferiert, dann nicht, weil sie einheimisch sind, sondern weil es die Haltung doch sehr erleichtert. Weil man dann nicht Tropen oder Subtropen imitieren muss mit viel unzeitgemässem Aufwand. Das ist es dann aber. Ein hervorragender Baum aus Bali oder Japan ist hervorragend, soll gezeigt werden und ich bin der Erste, der das unterschreibt.

Bloss möchte ich es eben wissen. Mir, so für mich, geht es wirklich nur darum, dass Leistungen deklariert werden. Die grundlegende Gestaltung eines Baums – egal, von woher der jetzt kommt – ist für mich eine Leistung. Das Giessen und Pinzieren ist auch eine Leistung, aber ich buche das als «Unterhalt und Pflege». Ich möchte wissen, wer das Auge hatte, dieses Bild zu ahnen, das sich mir zeigt, nicht nur, wo der Baum jetzt gerade steht. Eigentlich möchte ich sowieso alles wissen, die ganze Geschichte des Baumes. Wer ihn geborgen hat, wer ihn grundgestaltet hat, wer ihn aufgebaut hat und wer sich jetzt darum kümmert. Ich möchte eine Werkgeschichte, abseits von Eitelkeit und Besitzstolz. Womit wir wieder beim Thema «Bescheidenheit» sind. Die kann auch darin bestehen, mal zu sagen: Ich pflege das Ding zwar seit zwölf Jahren, aber schau dir die Anlage an, die XY hingelegt hat!
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von abardo » 11.10.2018, 16:43

Andreas Ludwig hat geschrieben:
11.10.2018, 16:08
Eigentlich möchte ich sowieso alles wissen, die ganze Geschichte des Baumes.
Dann sind wir bei einem logistischen Problem der Ausstellungen.

Ich habe schon Ausstellung besucht und von welchen Bilder gesehen, bei denen manche Bäume z.B. im Foyer aufgestellt waren, einzeln auf Podesten und dahinter hing ein langes Plakat auf dem die Entwicklungsgeschichte mit Fotos dokumentiert war. So wie hier im BFF die so gern gelesenen Entwicklungsgeschichten. Informativ und es wurde allen Beteiligten Respekt gezollt. Wunderbar.

Auf einem üblichen, simplen Schildchen ist das natürlich nicht machbar.
(vielleicht etwas für einen Ausstellungskatalog, anstatt nur die üblichen Fotobücher ?)

Ich bezweifle aber weiter, dass wir (zumindest in Deutschland) soviele Importbäume zu sehen bekommen, die hier nur gepflegt werden. Auch wenn immer mal einige Rohlinge importiert sind, findet doch oft auch bei denen die Erstgestaltung hier und eben auch oft durch den aktuellen Besitzer statt.

Und selbst auf Ausstellungen auf europäischem Niveau finde ich nicht, dass diese Import-Pflege-Bäume die Mehrzahl bilden.
Zuletzt geändert von abardo am 11.10.2018, 22:02, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße, Frank
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Re: Philosophie Ausstellungen

Beitrag von Sebastian O » 11.10.2018, 16:45

Andreas Ludwig hat geschrieben:
11.10.2018, 16:08
Ehm... wollen wir wirklich den Aspekt «einheimisch» da reinbringen?
There you go... :wink: Mir fiele jetzt auch kein Grund ein, welchen Mehrwert die Angabe von Nationalität von Pflanze und/oder Gestalter mit sich bringt. Den einen oder anderen mag es interessieren und dafür braucht sich niemand zu schämen. Aber auf den Begriff "einheimisch", der, das sei mir erlaubt zu erwähnen, bereits seit der Einführung des Begriffs "Importbaum" in diesem Thread herumgeistert, können wir wegen mir gerne verzichten. Bleibt die Frage, ob (und wenn ja wie) der dicke Geldbeutel mit den fremden Federn den "ehrlichen" Gestaltern ohne dicken Geldbeutel die Butter vom Brot nimmt. Das scheint mir ein ganz anderes Thema zu sein als die Frage, wie man in Ausstellungen mit der Tatsache umgeht, dass ein Bonsai seine Qualität oft dem Zutun mehrerer Akteure zu verdanken hat, die dazu noch nicht einmal zwingend miteinander in Kontakt standen oder gar voneinander wussten. Letzteres ist meines Erachtens eines der herausstechendsten Merkmale des Bonsai-Handwerks und könnte ein möglicher Ansatz sein, um den Weg Richtung Kunst zu finden ( *undwech* ). Unter diesem Aspekt finde ich es erstaunlich, dass wir uns jetzt, nach all den Jahren, fragen, wen wir eigentlich als Gestalter auf das Schildchen schreiben sollen.
LG
Sebastian

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