Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

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Michael 86
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Michael 86 » 27.03.2018, 13:15

Ich denke auch, dass in den seltesten Fällen die Natur durch ein Ausgraben von einem einzelnen Baum nachhaltig geschädigt wird. Vielleicht istbei der richtien Erde ein kleines Wasserloch auch für ein Tier von nutzen. In Zeiten der trockengelegten Landschaften sind viele feuchtliebenden Tiere und Pflanzen sogar darauf angewiesen, wechselfeuchte Stellen zu finden.
Aber für mich nehme ich daraus mit - es ist ein EHREN-Kodex.
Man versucht wohl dadurch so gut es geht, von den "Feinden" der Yamadorisammler bis zum kleinsten uninteressierten Spaziergänger, ein gutes Bild von dem Thema zu erhalten.
Ich glaube darum geht es hauptsächlich. Plastikmüll halte ich für eine größere Umweltverschmutzung als einen ausgelaufenen Öltanker. Es bleibt eine nachhaltige Verschmutzung, die sich kaum zersetzt. Öl hingegen wird in vergleichbar kurzer Zeit abgebaut. Nur sieht der Mensch die Auswirkungen sofort, anders als bei der Plastikinsel im Meer. Demnach hat für mich solcher Müll weder im Wald noch sonst wo liegen zu bleiben. Das hat wiederum mit Yamadori nicht zu tun. Da geht es ums Prinzip und nachhaltige Erhaltung unserer Erde und allem was darauf lebt
Grüße Michael :)

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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Bonsai-Abbing » 27.03.2018, 14:24

HeikeV hat geschrieben:
27.03.2018, 09:53
Bonsai-Abbing hat geschrieben:
27.03.2018, 09:14
Dass heute schwere Maschinen genommen ist auch verständlich, die Zeit der Rückepferde ist längst vorbei.
Nicht überall und ich freue mich immer wenn ich sie im Wald antreffe. Ich cross-walke sehr gerne und Rückepferde stören weder die Ruhe im Wald noch wühlen sie den Boden so fürchterlich auf wie die gern benutzten Harvester.
Das auf jeden Fall, Heike. :)
Mit verständlich meine ich, dass auch im Forstbereich Erleicherungen anstelle von Handsäge und Axt für die früher schwer arbeitenden Leute Einlass gefunden haben, eben besagte Maschinen. Dass sollte auch mal toleriert werden, jeder Büroheini geht heute doch ohne höhenverstellbaren Schreibtisch und hydraulisch gefederten Luxussessel gleich in den Warnstreik. :lol:
Liebe Grüße
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von HeikeV » 27.03.2018, 15:57

Bonsai-Abbing hat geschrieben:
27.03.2018, 14:24

Mit verständlich meine ich, dass auch im Forstbereich Erleicherungen anstelle von Handsäge und Axt für die früher schwer arbeitenden Leute Einlass gefunden haben, eben besagte Maschinen.
Ich glaube nicht, dass hier irgend jemand den Forstarbeitern Arbeitsbedingungen wie im letzten Jahrtausend wünscht, aber ginge es vielleicht auch ohne das Hinterlassen von Mondlandschaften ?
Dass sollte auch mal toleriert werden, jeder Büroheini geht heute doch ohne höhenverstellbaren Schreibtisch und hydraulisch gefederten Luxussessel gleich in den Warnstreik. :lol:
Vorsicht, sehr, sehr dünnes Eis ! :twisted:
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Bonsai-Abbing » 27.03.2018, 17:27

8)
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von raga » 27.03.2018, 17:44

Michael 86 hat geschrieben:
27.03.2018, 13:15
Ich denke auch, dass in den seltesten Fällen die Natur durch ein Ausgraben von einem einzelnen Baum nachhaltig geschädigt wird.
Leute ihr biegt euch da gerade Ausreden zurecht.
Es geht dabei gar nicht um die Natur. Es geht um das, in dieser Gesellschaft so heilige, Privateigentum.
Wenn du von Land, dass dir nicht gehört etwas mitnimmst ohne den Besitzer zu fragen ist das Diebstahl. Dabei ist es egal ob es ein Birkensämling, ein Stein, etwas Tannengrün oder eine 200 Jahre alte Kiefer ist.

Wie du damit umgehst musst du für dich selbst entscheiden. Aber das Ganze schönzureden ist definitiv der falsche Weg.

Gruß Ralf
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Moya » 28.03.2018, 01:21

Moinsen zämme,

schon lustig dass der Wald, der eigentlich uns allen gehört Privateigentum sein soll.
Das ist makaber.

Ich gebe Dir aber insofern Recht, wenn ich wo was mitnehmen möchte, brauche ich Erlaubnis und muss dafür was geben.

Allerdings geht es ja in den letzten Beiträgen weniger darum als dass dem Yamadorisammler indirekt Umweltzerstörung vorgeworfen wird und da hat man zurecht entgegengehalten, dass die Zerstörung die die sog. (Wald)wirtschaft vollkommen emotionslos bloss wegen des Mammons anrichtet bei Weitem schlimmer ist als alles was die paar Yamadorisammler zusammen anrichten könnten.
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von raga » 28.03.2018, 16:36

Moya hat geschrieben:
28.03.2018, 01:21
Allerdings geht es ja in den letzten Beiträgen weniger darum als dass dem Yamadorisammler indirekt Umweltzerstörung vorgeworfen wird und da hat man zurecht entgegengehalten, dass die Zerstörung die die sog. (Wald)wirtschaft vollkommen emotionslos bloss wegen des Mammons anrichtet bei Weitem schlimmer ist als alles was die paar Yamadorisammler zusammen anrichten könnten.
Das streite ich ja garnicht ab. Nur habe die Forstarbeit für die "Zerstörung" nicht nur die Erlaubnis sondern sogar den Auftrag vom Besitzer. Umweltschutz interessiert an dieser Stelle niemanden. Der wird von den meisten Mensch (und da nehme ich mich nicht aus) eh nur so weit betrieben, wie für die Gewissensberuhigung notwendig.

Ich hatte den Eindruck das die Diskussion in eine Argumentationsfalle läuft (z.B. mal ganz plakativ und überzogen:"die gut Bonsaijaner dürfen, nein müssen gegen die bösen Landbesitzer aufbegehren und die armen Bäume vor den Harvestern retten") da wollte ich ein bisschen gegensteuern. Schließlich geht es in diesem Thread darum wie wir dafür sorgen können, dass wir auch in Zukunft Yamadoris bergen können ohne als Verbrecher und Umweltsünder hingestellt zu werden.

Gruß Ralf
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von bock » 28.03.2018, 17:18

Ich denke auch:
"was du nicht willst dass man dir tu' das füg auch keinem andren zu" (kategorischer Imperativ "light")
- ausserdem spielt für die vorausgegangenen Betrachtungen eine nicht unerhebliche Rolle, ob es sich bei den bezeichneten Flächen um Wald (Umwelt- und Naturschutz!) oder, wie in etwa 98% der Fläche um Wirtschaftsforst handelt - Harvestereinsatz quasi "normal". Schön ist, dass auch in den Forsten inzwischen sogenannte "Habitatbäume" wachsen dürfen, die dem Holzerzeuger nur wenig Nutzen bringen. Die Fichtenmonokulturen werden auch langsam weniger, so dass der "Erholungswert" und der Wert als Habitat auch im Wirtschaftsforst langsam steigt. Die Erzeugung von Stangenholz wird aber leider in absehbarer Zeit nicht von Galeriewäldern abgelöst werden...
liebe Grüße Andreas
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Sanne » 28.03.2018, 17:55

Habe zufällig diesen Zeitungsartikel gefunden: https://www.br.de/nachrichten/harvester ... d-100.html

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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Kyne » 28.03.2018, 21:58

bock hat geschrieben:
28.03.2018, 17:18
Ich denke auch:
"was du nicht willst dass man dir tu' das füg auch keinem andren zu" (kategorischer Imperativ "light")
Diesen Satz kennen die wenigsten heute und die allerwenigsten arbeiten oder handeln nach diesem Motto.
Europa ist weitgehend abgeholzt und neu befichtet.

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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von HeikeV » 29.03.2018, 09:50

raga hat geschrieben:
28.03.2018, 16:36
Ich hatte den Eindruck das die Diskussion in eine Argumentationsfalle läuft (z.B. mal ganz plakativ und überzogen:"die gut Bonsaijaner dürfen, nein müssen gegen die bösen Landbesitzer aufbegehren und die armen Bäume vor den Harvestern retten") .......
Nein, darum geht es mir auf keinen Fall. Eher um Verhältnismäßigkeit. Keiner der kleinen Bäume, an denen wir interessiert sind, taugen für die Forstwirtschaft. Hat man endlich den Förster erreicht, rollt der eigentlich nur noch mit den Augen, weil man ihm die Zeit mit einem merkwürdigen Anliegen stiehlt.

Können wir bitte die Kirche im Dorf lassen? Ich denke niemand von uns wird sich im Wald wie eine Wutz benehmen, wahllos Bäume in großen Mengen ausgraben und tiefe Löcher hinterlassen. Bonsaianer verbindet eine Liebe zu Bäumen.
Kyne hat geschrieben:
28.03.2018, 21:58
Diesen Satz kennen die wenigsten heute und die allerwenigsten arbeiten oder handeln nach diesem Motto.
Bekannt ist diese goldene ethische Regel schon, aber schwer zu leben in einer Zeit in der Geiz geil ist und jeder nur sich selbst der Nächste.

Liebe Grüße
Heike
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Anja M. » 29.03.2018, 10:25

HeikeV hat geschrieben:
29.03.2018, 09:50
Können wir bitte die Kirche im Dorf lassen? Ich denke niemand von uns wird sich im Wald wie eine Wutz benehmen, wahllos Bäume in großen Mengen ausgraben und tiefe Löcher hinterlassen. Bonsaianer verbindet eine Liebe zu Bäumen.
Genau dies war aber zu Beginn der Diskussionen um das Benehmen der Yamadorijäger der Fall gewesen. Es waren auch weniger forstwirtschaftlich genutzte Privatwälder im Visier, die aber immer noch fremder Leute Eigentum sind. Es ging über Naturschutzgebiete bis in Gebirgsregionen, wo jeglicher Bewuchs gebraucht wird und von professionellen Ausgräbern schon mal eine Kraterlandschaft hinterlassen wurde (und vielleicht immer noch hinterlassen wird).

Ich plädiere für einen weiteren Punkt im Ethos:
Wer einen Sämling in bewirtschafteten Kulturwald entwendet, schweigt stille und brüstet sich nicht noch damit. Die hätte man so ohnehin auch in irgendeinen Garten finden können. Reicht dann als Erklärung.
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von HeikeV » 29.03.2018, 11:01

Anja M. hat geschrieben:
29.03.2018, 10:25
Es ging über Naturschutzgebiete bis in Gebirgsregionen, wo jeglicher Bewuchs gebraucht wird und von professionellen Ausgräbern schon mal eine Kraterlandschaft hinterlassen wurde (und vielleicht immer noch hinterlassen wird).
Hier sollten wir dann wohl endlich mal sauber trennen, sonst dreht sich der Diskurs im Kreis. Einem professionellen Ausgräber kann man kein Ethos aufs Auge drücken, der lebt davon. Einem anderen kann man keine Verhaltensweisen anerziehen. Wir müssen allerdings auf unsere eigene achten. Dem professionellen Ausgräber kommt man nur bei, indem man seine Trophäen nicht kauft. Aber als Käufer kann man mir ja viel erzählen. Über die Provenienz eines alten Rohlings gibt es keine verlässlichen Angaben.
Ich plädiere für einen weiteren Punkt im Ethos:
Wer einen Sämling in bewirtschafteten Kulturwald entwendet, schweigt stille und brüstet sich nicht noch damit. Die hätte man so ohnehin auch in irgendeinen Garten finden können. Reicht dann als Erklärung.
Einen Sämling? Ich bitte dich! Die stehen doch auch auf den Waldwegen und werden jeden Herbst von den Harvestern bei der Durchfahrt planiert. Du hast insofern recht, dass sich viele Sämlinge im Garten ausbreiten. Allerdings eher von den Ziergehölzen aus der Nachbarschaft.

Entschuldige bitte, aber das ist mir jetzt wirklich zu viel Pathos.

Liebe Grüße
Heike
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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Moya » 29.03.2018, 12:30

Moinsen zämme,

ein Yamadorisammler (und da meine ich jetzt nicht die Professionellen wo es auch nur wieder ums Geld geht) wird wohl kaum nen Sämling,den er für 2.5€ in jedem Gartenmarkt oder fürn Nullinger ausm Garten bekommt, mitnehmen. Der schaut da schon nach älteren, reiferen Exemplaren.

Und eigentlich sollte man auch nicht über irgendwelche Kodexe reden müssen .... es sollte _selbstverständlich_ sein, dass man zuvor die Erlaubnis einholt, ggf. auch einen Obulus entrichtet und nach Möglichkeit der Natur für den entnommenen Baum einen passenden jungen Baum zurückgibt da wo man den Anderen ausgebuddelt hat.
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Ausarbeitung eines Yamadori-Ehrenkodex

Beitrag von Hanno » 29.03.2018, 16:10

Eigentlich kann man diese ganze Diskussion verkürzen auf dieses etwas unpopuläre Gebot:
"Du sollst nicht stehlen!" . . .

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