Gedanken zu Yamadori

Ausstellungen, Workshops, Arbeitskreise, Events u. -Organisationen, Reisen, Besuchen in Bonsai-Gärten und Töpferstuben.
Loke
Beiträge: 6
Registriert: 01.01.2017, 14:47

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Loke » 01.01.2017, 16:45

Super, jetzt habe ich nach stundenlanger Nutzung der Suchfunktion doch noch einen Thread gefunden, in den meine Frage halbwegs passt. Ich entschuldige mich, falls dies doch der falsche Ort für die Frage ist, und bin mir sicher, dass diese Frage bereits beantwortet wurde. Aber wie gesagt... Die 6000 Ergebnisse bei der Suche sind nicht schnell mal eben durchgeblaettert.

nun zu meiner eigentlichen Frage:
Wie stellt ihr das mit der Anfrage fuer die Genehmigung zB vom Forstamt an?
Ich beschaeftige mich nun mehrere Jahre mit Pflanzen, meine Bonsai Praxis geht nun in die 2. Vegetationszeit. Da gelang man früher oder später an die beschaffungsfrage und Yamadoris.

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen,dass das Forstamt eine Genehmigung erteilt. Warum sollte sie dem ausgraben einer Pflanze zustimmen?

Also wie stelle ich diesen Antrag? Bzw. Bietet ihr dann gleich an,neue Sämlinge auszusetzen?

Vielen Dank für euer Verständnis.
LG
Neuling Philipp

Benutzeravatar
Lindenbergi
Beiträge: 137
Registriert: 09.04.2012, 11:18
Wohnort: CH-5632 Buttwil
Kontaktdaten:

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Lindenbergi » 01.01.2017, 17:01

Meine letzten Yamadoris aus dem Wald stammen aus einem Bereich wo das Unterholz vom Förster Bodeneben abgesägt wurde. Habe vom Förster problemlos die Erlaubnis erhalten auszugraben was ich gerne haben möchte. Dann halte ich auch immer Ausschau nach geplanten Baustellen. Dann kann man sogar daneben stehen und die Bäume direkt von der Baggerschaufel nehmen.
Gruss Robert
Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, ist einer von ihnen überflüssig.
W. Churchill

Benutzeravatar
AlexDuerr
Beiträge: 626
Registriert: 11.04.2010, 21:09
Wohnort: Daheim

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von AlexDuerr » 01.01.2017, 19:40

Hallo,
bei uns (Bayern) ist es so, dass die Förster auf ihren Dienststellen sogar Sprechstunden anbieten. Einfachch mal googeln, und nachfragen.
Viele Grüße Alex

Benutzeravatar
espanna
Freundeskreis
Beiträge: 1417
Registriert: 26.09.2014, 14:03
Wohnort: Bremen

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von espanna » 01.01.2017, 20:15

Hallo Phillipp,

die meisten Wälder (zumindest bei uns) sind im Privatbesitz.
Da musst du den Besitzer ausfindig machen, das klappt über die Gemeinde / Rathaus recht gut.
Wenn du dann sagst daß du 2-3 kniehohe Rotbuchen ausgraben möchtest, die Löcher zubuddelst und evtl. einen kleinen Obolus (10-20 € )- was die meistens nicht annehmen - anbietest, klappt das zu 95% !
WP hat mal geschrieben daß es schlauer ist nicht zu erwähnen daß das Bonsai sein soll, sondern : ist für den Steingarten -> daran halte ich mich, das funktioniert super.
Der Tip mit den Baustellen ist toll, es gibt auch Vereine Parks.... viele Ecken wo man fragen kann: im schlimmsten Fall sagen die nein, aber meistens denken die du bist ein wenig "plemm-plemm", schmunzeln, winken dich ab und erlauben es!
Viel Erfolg beim Beschaffen des Erlaubnisses und beim Bergen!
Gruß!

László

Benutzeravatar
Bonsai-Abbing
Beiträge: 2609
Registriert: 30.12.2012, 14:31
Wohnort: Münsterland
Kontaktdaten:

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Bonsai-Abbing » 01.01.2017, 20:19

Sowas macht man schriftlich, nur so ist man auf der sicheren Seite. Einfach ein Schreiben aufsetzen und zum zuständigen Amt gehen und unterschreiben lassen. Hier eine meiner Genehmigungen einer Gemeinde:
Dateianhänge
IMG_20170101_32544.jpg
Liebe Grüße
Frank *up*

Meine Bonsai-Video's

Benutzeravatar
espanna
Freundeskreis
Beiträge: 1417
Registriert: 26.09.2014, 14:03
Wohnort: Bremen

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von espanna » 01.01.2017, 20:53

Stimmt, natürlich schriftlich (e-mail verkehr ausgedruckt finde ich auch ok.) und den "Wisch" am besten bei sich haben ;)
Gruß!

László

Andreas Ludwig
Freundeskreis
Beiträge: 5394
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Andreas Ludwig » 01.01.2017, 21:54

espanna hat geschrieben:die meisten Wälder (zumindest bei uns) sind im Privatbesitz.
Wichtig ist, dass JEDER Wald irgend jemandes Besitz ist. Es gibt keinen Quadratmeter «terra nullius» mehr. Wie immer man es schönredet, ohne Bewilligung ist und bleibt es «Waldfrevel». Während man ein Bäumchen mit Bewilligung meistens ohne Umstände umsonst bergen darf, kann man richtig in die Sch***** langen, wenn man ohne diesen Zettel erwischt wird.

Es geht (vor allem) um Anstand, nicht (sehr) um Ökologie. Wenn man also von jahrelangen Beziehungen zum geliebten Objekt redet, wird man wohl noch ein paar Tage warten oder einen zweiten Ausflug unternehmen können, um es «sauber» zu ernten.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)

Michael 86
Beiträge: 1764
Registriert: 08.10.2016, 09:00
Wohnort: Saarland

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Michael 86 » 02.01.2017, 04:36

Guten Morgen

Da ich häufig in den umliegenden Wäldern spazieren gehe, hab ich vor gleich alle zuständigen Förster zu fragen. Einen habe ich schon angerufen. Er war voll nett. Denen ist das egal. Es handelt sich für die um etwas, was es zu 1000den im Wald gibt. Ich hebe ihm erklärt, dass ich ganz besondere Exemplare suche und überhaupt froh bin, wenn ich einen finden kann. Er hat zugestimmt, es werden sich ja nicht um zig Bäume handeln. Von schriftlichen Belegen hatte ich den Eindruck, hielt er nichts, viel mehr denke ich haben die damit keine Lust da noch was zu schreiben.
Die Förster haben andere Probleme, Weihnachtsbaumjäger, Müllentsorger, Wildkompostierer
Grüße Michael :)

Michael 86
Beiträge: 1764
Registriert: 08.10.2016, 09:00
Wohnort: Saarland

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Michael 86 » 02.01.2017, 04:59

PS: Viel schwieriger finde ich, ist es, über die Pflege der Yamadori zu finden.
Grüße Michael :)

Benutzeravatar
de.da.
Beiträge: 180
Registriert: 08.08.2014, 23:02
Wohnort: Erzgebirgskreis

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von de.da. » 02.01.2017, 10:55

Hallo.
Die Erfahrung mit dem " nichts schriftliches geben" hab ich auch gemacht.
Habe eine Mail an den Besitzer- das Straßenbauamt -geschickt.
Habe dann per tefonischem Gespräch geklärt, dass ich ausgraben kann was ich will, wenn es keine hundert sind, ich alles ordentlich hinterlass und es kleine Bäume sind.
Eine schriftliche Erlaubnis hab ich nicht bekommen, aber ich soll, falls jemand dumm kommt, auf Frau " x" verweisen.
Es geht wirklich weniger um Ökologie oder sonst was.
Solche "verkrüppelten" kleinen Pflanzen wie wir meist suchen, sind denen total egal.
Die werden ggf. Im Vorbeigehen mit der Kettensäge weggeschnitten.
Aber es ist unheimlich beruhigend fürs Gewissen und einfach richtig, zu fragen.
Bisher hat nie jemand nein gesagt....
Liebe Grüße - Daniel

bonsaiwilly
Beiträge: 122
Registriert: 13.03.2016, 10:44
Wohnort: in der Nähe von Leipzig

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von bonsaiwilly » 02.01.2017, 12:44

Das mit der schriftlichen Bestätigung, kann ich bestätigen. Begründung von Seiten der Behörde ist der Arbeitsschutz. Wenn ich mir mit dem Spaten den Zeh abhacke, müsste die Stadt zahlen, wenn ich eine schriftliche Erlaubnis hätte. Also auch bei mir alles mündlich und der Verweis auf Frau X, wenn jemand Probleme macht.
LG Dieter


Die Schönheit eines Bonsai, liegt im Auge seines Schöpfers

Detlev
Beiträge: 252
Registriert: 13.05.2015, 18:51
Wohnort: Mitte von Niedersachsen

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Detlev » 02.01.2017, 17:19

Habe mich nach dem Besitzer erkundigt und ihn gefragt.
war sehr freundlich .

Habe ihn das Bäumchen beschrieben( Art ,Grösse und das er starken verbiss von Wild hatte.).
Hat super geklappt.

Loke
Beiträge: 6
Registriert: 01.01.2017, 14:47

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Loke » 02.01.2017, 18:54

ok super, danke für das Feedback. Habe mir nicht vorstellen können, dass in unserem bürokratischen Staat jemand zustimmt, aber da es scheinbar zumeist positive Rückmeldungen gab, scheine ich falsch gelegen zu haben. Das freut mich, dann kann ich ja getrost auf die Suche gehen und dann die ersten Anfragen verschicken :) Ich hoffe die Berliner sind auch so spendabel.

Benutzeravatar
Hendrik Weiher
Beiträge: 22
Registriert: 30.06.2017, 11:18

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von Hendrik Weiher » 10.07.2017, 16:10

Neben Bonsai beschäftige ich noch mit dem Angelsport. Dort wird schon seit Jahren eine ähnliche Diskussion geführt.
Können gefangene Fische Leid empfinden? Ist es ethisch vertretbar, überhaupt Fische "so zum Spaß" zu fangen?
Ist das Hältern in Setzkeschern Tierquälerei?
Angesichts der Bilder aus der Berufsfischerei, wo die Fische eher in den Netzen erdrückt und erstickt werden, als dass sie " waidgerecht"
betäubt und durch Herzstich getötet werden, ist die ganze Diskussion darum nichts als Heuchelei.
Angesichts der industriellen Waldbewirtschaftung, der Baumarkt-Sonderangebote und unserer Vergiftungslandwirtschaft incl. Gentechnik
läuft die Diskussion um Jamadori ja oder nein in die ähnliche Richtung.
Ich verurteile keinen, der ein Bäumchen heimlich mitnimmt. Wenn es gelingt, ist es gerettet. Wenn nicht, ist ein wenig Trauer angebracht.

Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 3437
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Gedanken zu Yamadori

Beitrag von bock » 11.07.2017, 07:59

Moment Hendrik!
Hendrik Weiher hat geschrieben:
10.07.2017, 16:10
... und unserer Vergiftungslandwirtschaft incl. Gentechnik
...
Das Sankt-Florians-Prinzip ("Herr, verschon' mein Haus, zünd andere an") will ich nicht gelten lassen. Und was die Produktion von Nahrungsmitteln in Deutschland (und der EU) angeht liegt das eine oder andere noch im Argen - wir haben aktuell mit zu hohen Stickstoffeinträgen ins Grundwasser zu kämpfen und die Anwendung von Glyphosat zur Abreifung von Getreide kurz vor der Ernte halte ich auch für bedenklich - ABER ich bin mir sicher, dass seit dem zweiten Weltkrieg noch nie so viel für den vorbeugenden Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz getan wurde wie heute. Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche und mancher Landwirt nimmt es mit den Vorschriften wahrscheinlich auch nicht so genau. Aber bei der Zulassung und Anwendungskontrolle von Pflanzenschutzmitteln und Tierarzneimitteln sind in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht worden. Bei nachgewiesenen Überschreitungen zulässiger Rückstandshöchstmengen drohen dem Anwender empfindliche Strafen, die Nachweisschwellen sind drastisch gesunken und die stichprobenartigen Kontrollen verlaufen in den allermeisten Fällen negativ.
Demzufolge vertraue ich der konventionellen einheimischen Nahrungsmittelproduktion und verzichte lieber auf importierte argentinische Steaks und thailändische Shrimps.
Die Frage ist doch, wie können wir die Qualität unserer Nahrungsmittel auf hohem Niveau halten bei ständig fallenden (realen) Erzeugerpreisen? Das kann auf Dauer nur auf Kosten der bäuerlichen Landwirtschaft funktionieren - der Verbraucher selektiert die industrielle Nahrungsmittelproduktion.
Mahlzeit!
Sorry, aber dieser Ausrutscher vom Thema weg musste jetzt sein.
*back*
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:

Antworten