Suiseki ?

Gestaltung & Präsentation
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Sanne
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Re: Suiseki ?

Beitrag von Sanne » 26.01.2019, 17:04

roro hat geschrieben:
26.01.2019, 13:43
...Scheint also doch die Kunst des Suiseki ganz nahe beim Bonsai zu liegen.. Natur mit Eingriffen zur Kunst zu erheben und dabei die Eingriffe möglichst natürlich wirken zu lassen?
Hallo Roro,

das hast Du schön formuliert.
migo hat geschrieben:
26.01.2019, 14:07
Ich finde mechanisch behandelte Steine sind des Sammelns nicht wert. Da kann ich mich gleich an einen Steinmetz wenden...
Hallo Michael,

hatte mir den Link von Holger auch angeschaut. Leider verstehe ich kein Italienisch. Daher weiß ich nicht genau, ob Carlo Maria Galli in dem Video die Steine nur gereinigt oder auch geschliffen / geschnitten hat.

In dem Buch von Willi Benz „Suiseki – Kunstwerke der Natur, präsentiert von Menschen“ wird auf Seite 98 gezeigt und beschrieben, >> dass in manchen Fällen das zuvor angegebene Hand-Reinigungsverfahren nicht ausreicht. Bei besonders hartnäckigen Verunreinigungen benutzt man rotierende Drahtbürsten (wie z.B. Stahl- oder Messingdrahtbürsten). Die Maschinenbürsten lassen sich in Ständerbohrmaschinen und in Handbohrmaschinen oder Handfräsemaschinen benutzen <<.

Hallo Holger,

gut zu wissen, dass Suiseki nicht geölt werden sollten. Danke für den Hinweis.

Das von Dir empfohlene Bildband „The 2nd Japan Suiseki Exhibition“ von der Nippon Suiseki Association habe ich inzwischen bekommen. Sehr schön! :-D

Viele Grüße, Sanne

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Re: Suiseki ?

Beitrag von migo » 26.01.2019, 21:32

Sanne hat geschrieben:
26.01.2019, 17:04
migo hat geschrieben:
26.01.2019, 14:07
Ich finde mechanisch behandelte Steine sind des Sammelns nicht wert. Da kann ich mich gleich an einen Steinmetz wenden...
Hallo Michael,

hatte mir den Link von Holger auch angeschaut. Leider verstehe ich kein Italienisch. Daher weiß ich nicht genau, ob Carlo Maria Galli in dem Video die Steine nur gereinigt oder auch geschliffen / geschnitten hat.
Hallo Sanne,

mein Posting bezog sich jetzt nur auf das, was ich in dem Link von Dir gesehen hatte. Da waren zB scharfkantige Sandsteine später total abgerundet oder bei anderen fast einheitlichen Steinen später tiefe Einkerbungen. Da muss man kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass es da nicht beim Reinigen allein geblieben ist.
Aber Bitte, das ist nur meine persönliche Meinung. Ich will da niemandem reinreden - Geschmäcker sind ja bekanntlich (zum Glück) verschieden.
Den Link von Holger muss ich mir noch anschauen.

Der Nagelstein gefällt mir übrigens auch sehr gut.
Tschüüss, Michael

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Re: Suiseki ?

Beitrag von Odoridori » 28.01.2019, 15:28

roro post_
Hallo zusammen
ich habe mir das Video auch angesehen und die Veränderungen sind teilweise auch in der Form zu sehen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dort mechanisch oder chemisch nachbearbeitet wurde. z.T. scharfe kanten sind plötzlich rund und weich. harte Äderungen sind erst vertieft und dann treten sie hervor. Säure-/Laugenbad? oder Glasperl- oder Korrundstrahlen?
Ganz klar Nein, die Steine werden von Hr. Galli nur mechanisch gereinigt. Hr. Galli ist ein ganz bekannter
Ital.-Sammler von Ligurischen Steinen und er zeigt nur wie die Steine beim finden aussehen und was sich
unter dieser dicken verkrusteten, tausende von Jahren alten dicken Lehmschicht verbergen kann ...
das Ergebnis ist immer mehr oder weniger zufällig. Es kann auch sein das was dann hervorkommt,
gar nicht mehr Sammelwürdig ist, also nichts ist und alle Mühe war umsonst. Oder der Stein bricht
wie in dem einen Fall.
Scheint also doch die Kunst des Suiseki ganz nahe beim Bonsai zu liegen.. Natur mit Eingriffen zur Kunst zu erheben und dabei die Eingriffe möglichst natürlich wirken zu lassen?
Das lagen diese Japanischen Kunstformen schon immer, Suiseki und Bonsai und Ikebana.

Nein und ganz klar, Suiseki sollen unbearbeitet sein.
Es ist eigentlich nur erlaubt die Steine zu reinigen, das erfolgt aber auch wie in dem Fall von Hr. Galli mit
elektrischen, rotierenden Bürsten. Es kommt eben auch darauf an wo man die Suiseki findet.
Ein Flußstein oder ein Stein aus einer Wüste, die haben eine solche Reinigungs-Prozedur
gar nicht nötig, denn die haben keine harte Lehmkruste die entfernt werden muss.

Die Ligurischen Steine verändern Ihre hellgraue Farbe schon in dunkler wenn man Sie immer wieder in der
Handfläche reibt. Es gibt aber auch von Natur aus dunklere Ligurier, die sind aber sehr selten zu finden.

Viele Grüße
Holger
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Re: Suiseki ?

Beitrag von roro » 30.01.2019, 00:10

Hallo Holger,

herzlichen Dank für die profunden Informationen zur (Nicht-)Bearbeitung.
Dass es sich um verkrustete Lehmschichten handelt, hätte ich bei leibe nicht gedacht. Ich kenne Lehm bei uns nur in weicher Form, der Gesteinsbrocken umschliesst. So trocken wird es bei uns nie, dass er bei Regen nicht wieder durchfeuchtet - geschweige denn so hart und spröd bleibt/ wird.
Immer wieder faszinierend wie regional unterschiedlich die Geologie ist.

Eigentlich ist dann das Suchen der Steine noch viel spannender wenn man "nur" solche Lehmklumpen findet - es gleicht dann fast dem Geschenke auspacken! Und erst die Überraschung und Freue, wenn man mit einem tollen Fund beschenkt wurde.

Ich habe mal gelesen, dass auch gewisse Steine in Trommeln in feuchtem Sand poliert werden. Vermutlich trifft das aber eher auf Chrysanthemensteine zu, denn auf Suiseki.

Viele Grüsse,
Roro
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Re: Suiseki ?

Beitrag von baeumchen » 08.03.2019, 11:30

nun habe ich auch mal eine (Scherz-) Frage … :?:

ist das schon Suiseki, oder nur ein Talisman für einen Bonsai-Verrückten?
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Re: Suiseki ?

Beitrag von Sanne » 08.03.2019, 14:24

Hallo Frank,

das Letztere trifft wohl eher zu. :wink:

Grüße, Sanne

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Re: Suiseki ?

Beitrag von Sanne » 11.03.2019, 17:18

Heute war ich wieder mal beim Zollamt und habe diesen Suiseki aus Okayama, Japan abgeholt. :-D Nachdem bei der EMS-Sendungsverfolgung 2-mal Retention hieß und die Versandzeit fast 4 Wochen dauerte, hatte ich schon die Befürchtung, dass er verloren gegangen ist.

Der Wasserbeckenstein hat die Maße 13 cm lang x 13 cm tief x 8 cm hoch. Als Fundort wurde Sizuoka Abe River genannt. Eine Wasserschöpfkelle aus Bambus werde ich dafür noch basteln. Vielleicht wäre ein schöner Suiban zur Präsentation nicht verkehrt. Aber die passende Form, Glasurfarbe und Größe zu finden, ist schwieriger als eine Schale für einen Bonsai finde ich. *kopfkratz*

Grüße, Sanne
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Re: Suiseki ?

Beitrag von migo » 11.03.2019, 21:11

Hallo Sanne,

wozu ein Suiban? So wie Du ihn hier auf dem Foto zeigst, ist das eine sehr passende Präsentation. Da stimmt doch alles, Proportionen und Farbe - ich finde das so richtig harmonisch. *daumen_new*
Tschüüss, Michael

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Re: Suiseki ?

Beitrag von Sanne » 12.03.2019, 15:15

Hallo Michael,

vielen Dank für Deinen Kommentar. :-D Suiseki sollten schon entweder mit einem Dai oder Suiban / Doban präsentiert werden.

Hier mal ein Probebild mit einem Plastikuntersetzer.

Grüße, Sanne
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Re: Suiseki ?

Beitrag von migo » 12.03.2019, 21:08

Hmmm... was sollte oder nicht ...Ansichtssache.
Die schlichte Ausführung gefiel mir besser.

Die Schöpfkelle könnte einen Tick größer sein. Aber ist auch nur mein ganz persönlicher Geschmack.
Tschüüss, Michael

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Re: Suiseki ?

Beitrag von Sanne » 14.03.2019, 11:02

Trotz des kalten Schmuddelwetters momentan hier mal eine frühlingshafte/sommerliche Präsentation.

Grüße, Sanne
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