Aus Erde und Feuer
- peter krebs
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Re: Aus Erde und Feuer
Unter dem rechten Baum ist ein Fabelwesen aufmodelliert, ein "Ch'i-lin"
So benenne ich auch meine geheimnisvolle Schale "Ch'i-lin-Schale"
Es gibt sehr viele Darstellungen von diesem Wesen, es wird mit einem, zwei oder sogar drei Hörnern dargestellt. Es hat den Körper eines Hirsches, den Schwanz eines Rindes, die Schuppen eines Fisches. Mit dem Drachen, dem Phönix und der Schildkröte zusammen gehört es zu den vier Wundertieren. Es gibt auch unzählige Bedeutungen, die hier nicht alle aufgezählt werden können.
Auf der hier gezeigten Schale ist es, wie auch die Fledermaus, sehr verniedlicht dargestellt, symbolisch steht es hier für Ruhe, Frieden und Segen. Im Maul trägt es ein "Ling-chih" Kraut. Dieses Kraut hat eine Zauberwirkung und wird auch "Unsterblichkeitsdroge" genannt. Im Maul eines "Ch'i-lin" dargestellt hat es eine doppelte symbolische Bedeutung und steht hier für die Langlebigkeit.
Möge es dieser Schale Glück bringen.
Viele Grüße
Peter
So benenne ich auch meine geheimnisvolle Schale "Ch'i-lin-Schale"
Es gibt sehr viele Darstellungen von diesem Wesen, es wird mit einem, zwei oder sogar drei Hörnern dargestellt. Es hat den Körper eines Hirsches, den Schwanz eines Rindes, die Schuppen eines Fisches. Mit dem Drachen, dem Phönix und der Schildkröte zusammen gehört es zu den vier Wundertieren. Es gibt auch unzählige Bedeutungen, die hier nicht alle aufgezählt werden können.
Auf der hier gezeigten Schale ist es, wie auch die Fledermaus, sehr verniedlicht dargestellt, symbolisch steht es hier für Ruhe, Frieden und Segen. Im Maul trägt es ein "Ling-chih" Kraut. Dieses Kraut hat eine Zauberwirkung und wird auch "Unsterblichkeitsdroge" genannt. Im Maul eines "Ch'i-lin" dargestellt hat es eine doppelte symbolische Bedeutung und steht hier für die Langlebigkeit.
Möge es dieser Schale Glück bringen.
Viele Grüße
Peter
Zuletzt geändert von peter krebs am 03.01.2011, 05:31, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Aus Erde und Feuer
Hallo Peter,
diese Schale ist sicher als eine ganz besondere künstlerisch-töpferische Leistung zu bewerten!
Sie ist atemberaubend.
Aber auch ein unglaublicher Kraftakt muss mit ihrer Herstellung verbunden gewesen sein, was für ein Gewicht musstest Du da unversehrt in den Ofen und wieder herausbringen?
Dann war Dir auch noch das Glück hold, dass die Schale heile geblieben ist, oder hast Du mehr als einen Versuch gemacht?
Ich hoffe, dass sich auch hierzu irgendwann ein Mensch irgendwo auf der Welt findet, der die Bedeutung der Figuren und Bildkombinationen aufschlüsseln kann.
Liebe Grüße,
Heike
diese Schale ist sicher als eine ganz besondere künstlerisch-töpferische Leistung zu bewerten!
Aber auch ein unglaublicher Kraftakt muss mit ihrer Herstellung verbunden gewesen sein, was für ein Gewicht musstest Du da unversehrt in den Ofen und wieder herausbringen?
Dann war Dir auch noch das Glück hold, dass die Schale heile geblieben ist, oder hast Du mehr als einen Versuch gemacht?
Ich hoffe, dass sich auch hierzu irgendwann ein Mensch irgendwo auf der Welt findet, der die Bedeutung der Figuren und Bildkombinationen aufschlüsseln kann.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Aus Erde und Feuer
Hallo Peter,
Die Schale ist wunderschön, eine Augenweide.
Grüße, Andreas
Die Schale ist wunderschön, eine Augenweide.
Grüße, Andreas
Spalte ein Stück Holz und ich bin da, hebe einen Stein auf und du wirst mich finden.
- Klaudia u. Martin
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Re: Aus Erde und Feuer
Hallo Peter,
absolut phantastisch diese Schale
. (Wie Du siehst, fallen hier angesichts Deiner Fertigkeiten immer mehr Menschen auf die Knie...)
Obwohl ich persönlich eher die schlichten Schalen mag, ist es doch wirklich spannend, diese unter dem Aspekt der Fähigkeiten eines Töpfers zu betrachten, der so sein Können und Wissen in den Geschichten zeigt, die er mit seinen Schalen erzählt.
Dir, und auch allen anderen Lesern ein glückliches, gesundes und zufriedenes 2011
wünschen
Klaudia und Martin
absolut phantastisch diese Schale
Obwohl ich persönlich eher die schlichten Schalen mag, ist es doch wirklich spannend, diese unter dem Aspekt der Fähigkeiten eines Töpfers zu betrachten, der so sein Können und Wissen in den Geschichten zeigt, die er mit seinen Schalen erzählt.
Dir, und auch allen anderen Lesern ein glückliches, gesundes und zufriedenes 2011
wünschen
Klaudia und Martin
- peter krebs
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Re: Aus Erde und Feuer
Hallo liebe Heike,
vielen Dank fürs schöne Kompliment.
Zu der Zeit, als ich diese Schale getöpfert habe, war ich noch ein Nichtwissender, und nur das hat mich veranlasst solch eine Schale zu töpfern. Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst was mich da erwartet, sonst hätte ich gar nicht angefangen. Ich habe sie auch nur ein einziges Mal getöpfert.
Ich weiß auch nicht mehr wie schwer die Schale im Nasszustand war, nach dem Brand hatte sie noch 18,5 Kg Gewicht.
Ich denke, irgendwann wird mir jemand zu ihrer Entschlüsselung weiterhelfen.
Hallo Martin,
hallo Andreas,
Danke fürs schöne WOW.
Hallo liebe Klaudia und Martin,
natürlich fühlt man sich bei so vielen Smilies wohl, aber das ist doch wirklich etwas zu viel. In Anbetracht dessen, wie man sich noch abmühen muss, um etwas Gutes aus dem Ofen zu holen, ist es mit dem Meister noch ein langes Stück weg.
Ich gebe Dir Recht, so wie Du Deine Schalen töpferst, finde ich sie auch gut. Die Art der hier gezeigten Schale wird ja leider nicht mehr verwendet. Was mir aber beim Töpfern solch einer Schale bewusst wurde, ist, dass die frühen chinesischen Töpfer ein enormes Repertoire an Können und Techniken zur Verfügung hatten.
Das sind die wahren Meister. Doch, wenn man alles vorherig meisterlich Getöpferte ausblendet, dann findet man sich vielleicht als Töpfer selbst ganz gut. Das ist der Punkt, an dem jeder Schalentöpfer sich messen sollte.
Zu den Schalenformen, auch mein ganzes Herz und Seele hängen an den einfachen, zeitlosen Schalen, und zwar den unglasierten, doch gerade diese sind am schwersten zu töpfern, denn sie verzeihen keinen Fehler.
Hier einige der Formen zu denen ich mich besonders hingezogen fühle.
Ganz herzliche Grüße
Peter
vielen Dank fürs schöne Kompliment.
Zu der Zeit, als ich diese Schale getöpfert habe, war ich noch ein Nichtwissender, und nur das hat mich veranlasst solch eine Schale zu töpfern. Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst was mich da erwartet, sonst hätte ich gar nicht angefangen. Ich habe sie auch nur ein einziges Mal getöpfert.
Ich weiß auch nicht mehr wie schwer die Schale im Nasszustand war, nach dem Brand hatte sie noch 18,5 Kg Gewicht.
Ich denke, irgendwann wird mir jemand zu ihrer Entschlüsselung weiterhelfen.
Hallo Martin,
hallo Andreas,
Danke fürs schöne WOW.
Hallo liebe Klaudia und Martin,
natürlich fühlt man sich bei so vielen Smilies wohl, aber das ist doch wirklich etwas zu viel. In Anbetracht dessen, wie man sich noch abmühen muss, um etwas Gutes aus dem Ofen zu holen, ist es mit dem Meister noch ein langes Stück weg.
Ich gebe Dir Recht, so wie Du Deine Schalen töpferst, finde ich sie auch gut. Die Art der hier gezeigten Schale wird ja leider nicht mehr verwendet. Was mir aber beim Töpfern solch einer Schale bewusst wurde, ist, dass die frühen chinesischen Töpfer ein enormes Repertoire an Können und Techniken zur Verfügung hatten.
Das sind die wahren Meister. Doch, wenn man alles vorherig meisterlich Getöpferte ausblendet, dann findet man sich vielleicht als Töpfer selbst ganz gut. Das ist der Punkt, an dem jeder Schalentöpfer sich messen sollte.
Zu den Schalenformen, auch mein ganzes Herz und Seele hängen an den einfachen, zeitlosen Schalen, und zwar den unglasierten, doch gerade diese sind am schwersten zu töpfern, denn sie verzeihen keinen Fehler.
Hier einige der Formen zu denen ich mich besonders hingezogen fühle.
Ganz herzliche Grüße
Peter
Re: Aus Erde und Feuer
Hallihallo,
von solchen Schalen kann man auch nicht genug bekommen.
Die oberste, die runde Schale, erinnert wieder an den schimmernden Brustmuskel des dunkelhäutigen Bodybuilders... sinnlich...
Liebe Grüße,
Heike
von solchen Schalen kann man auch nicht genug bekommen.
Die oberste, die runde Schale, erinnert wieder an den schimmernden Brustmuskel des dunkelhäutigen Bodybuilders... sinnlich...
Liebe Grüße,
Heike
- peter krebs
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Re: Aus Erde und Feuer
Hallo liebe Heike,
danke für Erinnerungsfoto.
Das schöne BFF Sommerfest ist immer noch in seiner Lebendigkeit, und jede Einzelheit, für mich abrufbar, im Kopf und Herz. :D
Liebe Grüße,
Peter
danke für Erinnerungsfoto.
Das schöne BFF Sommerfest ist immer noch in seiner Lebendigkeit, und jede Einzelheit, für mich abrufbar, im Kopf und Herz. :D
Liebe Grüße,
Peter
- peter krebs
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Re: Aus Erde und Feuer
Hier noch einmal zum besseren Verständnis, wie oben im letzten Artikel beschrieben, zwei alte Keramikbecken aus China.
Es handelt sich hier um Wasserpflanzen-Schalen für Wasserlilien, Seerosen, Lotos, Schilf oder sonstige Wassergräser. Sie sind auch von innen glasiert, und am Bodengrund haben sie ein winziges Abzugsloch, das mit Wachs oder korkähnlichem Werkstoff verschlossen wurde und zum Ablaufen des Wassers (wassergefüllt sind diese Schalen sehr schwer) wieder geöffnet werden konnte. Um ein Überlaufen des Wassers zu vermeiden, wurden ca. 3cm bis 5 cm unter dem oberen Rand auch Abzugslöcher angebracht. Ich nehme an, dass diese Schalen von nicht so reichen Chinesen auch als Fischbecken benutzt wurden. Die Funktion der oberen Abzugslöcher bestand wahrscheinlich darin, dass bei Dauerregen das Wasser nicht über den oberen Rand abfloss und damit die kostbaren Fische in Gefahr brachte. (Reichere Chinesen besaßen Fischbecken aus dem kostbaren Porzellan. Der Vorteil eines Porzellanbeckens war, dass es innen zur besseren Fischbeobachtung hell glasiert war.) Um den oberen Rand der Schalen zieht sich ein Mäanderband aus dem Donnersymbol. Auch hier wieder Figuren und Pflanzen aus der Symbolwelt der chinesischen Kultur. Auf der rechten Seite der Schalen noch gut sichtbare Griffköpfe, die außer der symbolischen auch eine ganz praktische Funktion haben. Griffköpfe wurden besonders stark aufmodelliert, damit die Finger beim Tragen der Schale besser Halt finden konnten. Sie sind fast nur auf größeren Schalen zu finden. Diese hier sind das Abbild eines Löwenkopfes mit schon fast menschlichen Zügen, einen Ring im Maul tragend (Symbol für das Dauernde, Ewige, Zurückkehrende), in dem wiederum das Symbol für Glück und Langlebigkeit zu finden ist. Die Schalen sind ca. 80 bis 100 Jahre alt, und stammen aus der Provinz Canton (China)
Viele Grüße
Peter
Es handelt sich hier um Wasserpflanzen-Schalen für Wasserlilien, Seerosen, Lotos, Schilf oder sonstige Wassergräser. Sie sind auch von innen glasiert, und am Bodengrund haben sie ein winziges Abzugsloch, das mit Wachs oder korkähnlichem Werkstoff verschlossen wurde und zum Ablaufen des Wassers (wassergefüllt sind diese Schalen sehr schwer) wieder geöffnet werden konnte. Um ein Überlaufen des Wassers zu vermeiden, wurden ca. 3cm bis 5 cm unter dem oberen Rand auch Abzugslöcher angebracht. Ich nehme an, dass diese Schalen von nicht so reichen Chinesen auch als Fischbecken benutzt wurden. Die Funktion der oberen Abzugslöcher bestand wahrscheinlich darin, dass bei Dauerregen das Wasser nicht über den oberen Rand abfloss und damit die kostbaren Fische in Gefahr brachte. (Reichere Chinesen besaßen Fischbecken aus dem kostbaren Porzellan. Der Vorteil eines Porzellanbeckens war, dass es innen zur besseren Fischbeobachtung hell glasiert war.) Um den oberen Rand der Schalen zieht sich ein Mäanderband aus dem Donnersymbol. Auch hier wieder Figuren und Pflanzen aus der Symbolwelt der chinesischen Kultur. Auf der rechten Seite der Schalen noch gut sichtbare Griffköpfe, die außer der symbolischen auch eine ganz praktische Funktion haben. Griffköpfe wurden besonders stark aufmodelliert, damit die Finger beim Tragen der Schale besser Halt finden konnten. Sie sind fast nur auf größeren Schalen zu finden. Diese hier sind das Abbild eines Löwenkopfes mit schon fast menschlichen Zügen, einen Ring im Maul tragend (Symbol für das Dauernde, Ewige, Zurückkehrende), in dem wiederum das Symbol für Glück und Langlebigkeit zu finden ist. Die Schalen sind ca. 80 bis 100 Jahre alt, und stammen aus der Provinz Canton (China)
Viele Grüße
Peter
Re: Aus Erde und Feuer
Hallo Peter
Ich bin seit einer Weile mal wieder in diesem Beitrag.
.............. Wahnsinn.
Die dunklen Schalen mit den Reliefs drauf, klasse. Ich frage mich, wie man das hinbekommt.
Unten die "klassischen" Schalen finde ich immer wieder schön. Vor allem die "Brustmuskelschale" hat es mir angetan, auch wenn ich nicht diese Assoziation hatte. So etwas habe ich mal versucht und bin kläglich gescheitert.
Von daher muss ich die noch loswerden, weil es einfach stimmt:

Ich bin seit einer Weile mal wieder in diesem Beitrag.
Die dunklen Schalen mit den Reliefs drauf, klasse. Ich frage mich, wie man das hinbekommt.
Unten die "klassischen" Schalen finde ich immer wieder schön. Vor allem die "Brustmuskelschale" hat es mir angetan, auch wenn ich nicht diese Assoziation hatte. So etwas habe ich mal versucht und bin kläglich gescheitert.
Von daher muss ich die noch loswerden, weil es einfach stimmt:
Gruß
Frank
++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
Frank
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Re: Aus Erde und Feuer
Hallo zusammen,
habe heute Nacht alle Beiträge hier gelesen und bin begeistert von den Schalen, von Peter Krebs und von den Menschen die hier schreiben.
Ich selbst bin ein "alter" Handwerksmeister und kann mich deshalb besonders für diese handwerkliche Kunst begeistern.
Danke für die schönen Bilder und Beiträge.
habe heute Nacht alle Beiträge hier gelesen und bin begeistert von den Schalen, von Peter Krebs und von den Menschen die hier schreiben.
Ich selbst bin ein "alter" Handwerksmeister und kann mich deshalb besonders für diese handwerkliche Kunst begeistern.
Danke für die schönen Bilder und Beiträge.
VlG
Manuel
Manuel
- peter krebs
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Re: Aus Erde und Feuer
Hallo Frank,
danke fürs schöne Kompliment.
Ach Frank, das ist doch gar nicht so kompliziert oder schwer, ein wenig Inspiration, ein wenig Transpiration, viel Zeit, und vor allen Dingen Stehvermögen.
Hallo Manuel,
ich denke, in jedem Handwerk kann sich auch die Kunst zeigen. Töpfern ist in erster Linie ein Handwerk.
In Europa war und ist es immer noch ein Handwerk. Anders in den asiatischen Ländern, hier hat das Töpfern ein sehr hohes Ansehen und wird mit allen anderen Künsten gleichgestellt. Es gibt Töpfer in Japan, die werden vom Staat gefördert, erhalten und auch finanziert, denn sie gehören dort zum Kulturgut.
Da haben wir es hier als Töpfer nicht so einfach, die Anerkennung guter Keramik oder Keramik-Kunst steckt noch, außer einigen Ausnahmen, wie Meisner Porzellan z. B., in den Kinderschuhen.
Viele Grüße
Peter
danke fürs schöne Kompliment.
Ach Frank, das ist doch gar nicht so kompliziert oder schwer, ein wenig Inspiration, ein wenig Transpiration, viel Zeit, und vor allen Dingen Stehvermögen.
Hallo Manuel,
ich denke, in jedem Handwerk kann sich auch die Kunst zeigen. Töpfern ist in erster Linie ein Handwerk.
In Europa war und ist es immer noch ein Handwerk. Anders in den asiatischen Ländern, hier hat das Töpfern ein sehr hohes Ansehen und wird mit allen anderen Künsten gleichgestellt. Es gibt Töpfer in Japan, die werden vom Staat gefördert, erhalten und auch finanziert, denn sie gehören dort zum Kulturgut.
Da haben wir es hier als Töpfer nicht so einfach, die Anerkennung guter Keramik oder Keramik-Kunst steckt noch, außer einigen Ausnahmen, wie Meisner Porzellan z. B., in den Kinderschuhen.
Viele Grüße
Peter
- peter krebs
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Re: Aus Erde und Feuer
Fu, archaisch
Wiederhall einer längst vergangenen Zeit, archaisches Spiegelbild von hunderten von Töpfergenerationen. Geheimnisvolles Schweigen, und doch überschwänglich voll Symbolik. Geschichten, die nicht mehr erzählt werden können, verloren gegangen in der Zeit. Das Sichtbare ermahnt und erinnert an all das, was man Wurzeln nennt.
So sollte das Sichtbare bewahrt werden, um das zu finden, was im Dunklen ein Teil von uns heutigen Töpfern ausmacht.
Es ist die Ehrung, Anerkennung, das in sich tragen all dieser Tongeschichten. Das Wandeln von Erde in Gefühle, Wünsche und Kunst, die mich fasziniert, wenn ich Ton in die Hand nehme.
Diese kleine Schale trägt all dies in sich und hat mir etwas von dem gezeigt, von dem ich träume und hoffe, dass es noch in vielen Generationen weiterlebt.
Hier drei alte Schalen, wahrscheinlich aus der gleichen Töpferei. Sie stammen aus der Provinz Canton, China. Ihr Alter beträgt ca. 100 bis 150 Jahre
Sie wurden in Aufbautechnik (Wulst – oder Würstchentechnik) hergestellt. Als Grundform wurde wohl eine alte Holzform benutzt. In ihr wurde durch Einpressen des Tonstranges die Grundform erstellt. Auf der Innenseite der Schale ist noch genau die Textur der Wulsttechnik zu erkennen. Von außen wurden die Schalen mit einem Paddel bearbeitet und glatt gestrichen.
Auf die achteckigen Schalen wurden anschließend reliefartig Pflanzen – und Tierbilder aufgearbeitet. Danach wurden sie von außen schwarzbraun engobiert und teilglasiert. Die aufgekrustete , mit der Hand gestrichene Glasur verfärbte sich nach dem Brand, dort wo sie Glasurnasen bildet, schwärzlich blau. Die Schalen haben acht sich nach oben hin verbreitende Treppenfüße. Die Größe der Schalen beträgt ca., 30 cm x 30 cm x 20 cm. Auf den vier breiten Seiten der Schalen sind Blumen, Gräser, Auberginen, Schmetterlinge und Libellen abgebildet.
An den vier Schmalseiten der Schale sind einmal mit dem Kopf nach oben und einmal mit dem Kopf nach unten hängende Fledermäuse angebracht. In China steht die Fledermaus als Synonym für Glück, Fledermaus „Fu“ ist gleich lautend wie „Fu“ gleich Glück. Man wünschte mit dem Fledermausdekor Glück. Alle vier Fledermäuse sind in einer Form hergestellt und anschließend, wie die anderen Figuren, auf den lederharten Ton montiert worden.
Wiederhall einer längst vergangenen Zeit, archaisches Spiegelbild von hunderten von Töpfergenerationen. Geheimnisvolles Schweigen, und doch überschwänglich voll Symbolik. Geschichten, die nicht mehr erzählt werden können, verloren gegangen in der Zeit. Das Sichtbare ermahnt und erinnert an all das, was man Wurzeln nennt.
So sollte das Sichtbare bewahrt werden, um das zu finden, was im Dunklen ein Teil von uns heutigen Töpfern ausmacht.
Es ist die Ehrung, Anerkennung, das in sich tragen all dieser Tongeschichten. Das Wandeln von Erde in Gefühle, Wünsche und Kunst, die mich fasziniert, wenn ich Ton in die Hand nehme.
Diese kleine Schale trägt all dies in sich und hat mir etwas von dem gezeigt, von dem ich träume und hoffe, dass es noch in vielen Generationen weiterlebt.
Hier drei alte Schalen, wahrscheinlich aus der gleichen Töpferei. Sie stammen aus der Provinz Canton, China. Ihr Alter beträgt ca. 100 bis 150 Jahre
Sie wurden in Aufbautechnik (Wulst – oder Würstchentechnik) hergestellt. Als Grundform wurde wohl eine alte Holzform benutzt. In ihr wurde durch Einpressen des Tonstranges die Grundform erstellt. Auf der Innenseite der Schale ist noch genau die Textur der Wulsttechnik zu erkennen. Von außen wurden die Schalen mit einem Paddel bearbeitet und glatt gestrichen.
Auf die achteckigen Schalen wurden anschließend reliefartig Pflanzen – und Tierbilder aufgearbeitet. Danach wurden sie von außen schwarzbraun engobiert und teilglasiert. Die aufgekrustete , mit der Hand gestrichene Glasur verfärbte sich nach dem Brand, dort wo sie Glasurnasen bildet, schwärzlich blau. Die Schalen haben acht sich nach oben hin verbreitende Treppenfüße. Die Größe der Schalen beträgt ca., 30 cm x 30 cm x 20 cm. Auf den vier breiten Seiten der Schalen sind Blumen, Gräser, Auberginen, Schmetterlinge und Libellen abgebildet.
An den vier Schmalseiten der Schale sind einmal mit dem Kopf nach oben und einmal mit dem Kopf nach unten hängende Fledermäuse angebracht. In China steht die Fledermaus als Synonym für Glück, Fledermaus „Fu“ ist gleich lautend wie „Fu“ gleich Glück. Man wünschte mit dem Fledermausdekor Glück. Alle vier Fledermäuse sind in einer Form hergestellt und anschließend, wie die anderen Figuren, auf den lederharten Ton montiert worden.
Zuletzt geändert von peter krebs am 23.01.2011, 11:21, insgesamt 1-mal geändert.
- peter krebs
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Re: Aus Erde und Feuer
Es ist anzunehmen, dass diese Schalen aus einer Serienproduktion stammen. Alle Schalen weichen nur in so fern von einander ab, als dass ein anderes Bildmotiv aufgearbeitet wurde. Wahrscheinlich gab es in dieser Töpferei für den einzelnen Töpfer größere Freiheiten noch selbst die Motive zu wählen.
Eine Seite dieser Schale zeigt eine Lotospflanze und eine Ente oder Gans. Der Lotos ist das Symbol für Erleuchtung. Die Wurzeln, die im Schlamm wachsen, stehen für menschliche Verstrickungen und Leidenschaften. Blätter und Blüten, die sich der Sonne öffnen, stehen für die Reinheit.
"Ya" (chin.), die Ente ist in der Symbolik Chinas nicht so gut besetzt. Die Deutung auf dieser Schale könnte bedeuten "Mögest Du die Prüfung gut bestehen" oder sie steht hier für das "eheliche Glück".
Sollte es sich hierbei um eine Gans handeln, dann bedeutet es "Die fliegende Wildgans möge die Jahre verlängern"
Eine Seite dieser Schale zeigt eine Lotospflanze und eine Ente oder Gans. Der Lotos ist das Symbol für Erleuchtung. Die Wurzeln, die im Schlamm wachsen, stehen für menschliche Verstrickungen und Leidenschaften. Blätter und Blüten, die sich der Sonne öffnen, stehen für die Reinheit.
"Ya" (chin.), die Ente ist in der Symbolik Chinas nicht so gut besetzt. Die Deutung auf dieser Schale könnte bedeuten "Mögest Du die Prüfung gut bestehen" oder sie steht hier für das "eheliche Glück".
Sollte es sich hierbei um eine Gans handeln, dann bedeutet es "Die fliegende Wildgans möge die Jahre verlängern"


