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Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 03.07.2015, 08:06
von peter krebs
Hallo liebe Monika, liebe Heike, Hans Peter, und Ferry,
Vielen Dank für Eure Beurteilung. es freud mich sehr, dass euch die Glasuren gut gefallen.
Im Laufe meiner Töpferzeit hat sich eine Unmenge an Glasuren angesammelt, die werde ich wohl in meinem Leben nicht mehr alle austesten können.
Andererseits ist es auch wiederum spannend, denn hier schlummert noch manche „Schmetterlingsglasur“.
Das heißt, es sind mit Gewissheit einige Glasuren verdorben oder umgekippt und es ergeben dadurch neue und oft ungewöhnliche Glasuren, eben meine Schmetterlinsschalen.
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Hallo Norbert,
auch Dir vielen Danke für den wunderschönen Text.
Als Töpfer von Schalen habe ich den Vorteil alle möglichen Schalentypen erstellen zu dürfen.
Aber ich muss auch sagen, ich hatte nie das Bedürfnis meinen eigenen Stil entwickeln zu müssen. Ich bin durch und durch, und aus ganzem Herzen, Klassiker, und liebe und verehre klassische Bonsaischalen.
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Euch allen ganz herzlichen Dank.
Peter
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 03.07.2015, 09:35
von Heike_vG
Und dennoch erkennt man Deine Schalen sofort und schon von weitem jederzeit, wenn man durch eine Sammlung oder Ausstellung geht.
Klassischer Stil und dennoch unverkennbar Deine Handschrift, lieber Peter.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 04.07.2015, 07:23
von peter krebs
…ohhhhh liebe Heike, vielen Dank für das schöne Kompliment.
Du bist ja auch eine Schalenexpertin und erkennst viele Töpfer an ihrem Schalenstil.
Liebe Grüße
Peter
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 04.07.2015, 07:30
von peter krebs
Hallo Ihr Lieben,
auch diese Schale hat noch im letzten Ofen gestanden und damit für mich wieder einen Traum erfüllt.
Schale Nr. 150 Kraniche – Durchmesser: 19,5 cm x 12 cm x hoch
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 04.07.2015, 07:38
von peter krebs
Schale Nr. 150 Kraniche – Durchmesser: 19,5 cm x 12 cm x hoch
Herzliche Grüße
Peter
Die Welt der Schale
http://www.peter-krebs.de
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 04.07.2015, 10:02
von Tofufee
Volltreffer, Peter! Mitten ins Herz!
Diese Schale ist für mich ein besonderes Meisterwerk!
Die Motive drücken für mich Ruhe, Schönheit und Zeitlosigkeit in besonderem Maße aus, dazu so selbstverständlich perfekt, dass man von der Mühe, die darin steckt, nichts mehr spürt. Auch die genüssliche Langsamkeit, in der du dein Werk präsentierst, unterstreicht dieses Gefühl sehr eindrucksvoll.
Natürlichkeit als Herzensbalsam.
So verstehe ich Bonsai.
Vielen, vielen Dank, Peter!
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 04.07.2015, 12:35
von Norbert_S
Zuviel auf einmal wäre ja auch schwer zu verarbeiten, Monika.
Die möchten wir doch jede für sich aufsaugen.
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 04.07.2015, 13:27
von bonsaiheiner
Monika,
Du hast die Schale mit Worten beschrieben, wie man es wohl nicht besser machen kann.
Ich verbeuge mich vor dieser Einschätzung und vor Peters Meisterwerk.
Das Auge bleibt immer wieder hängen an kleinen Dingen, die sehr wichtig sind, aber erst nach und nach sich offenbaren:
Die Piepmätze auf dem Felsen, die zum Teil negative Malerie der Kranichständer (-füsse), die Schwanz- u. die Rückendeckfedern, hach, da kommst Du von Hölzchen auf Stöckchen.
Gruss,
Heiner
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 04.07.2015, 22:22
von Martin_S
Genial!
Was für eine filigrane Arbeit
Auch hier ist einer ganz hin und weg
M
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 05.07.2015, 11:02
von peter krebs
Hallo liebe Monika,
Jaaaaaaa, Volltreffer, Monika ! Mitten ins Herz!
Auch ich bekomme Gänsehaut von Deiner Einschätzung der Schalen. Auch die Aussage über die „Langsamkeit“ trifft den Punkt.
Bei den bemalten Schalen kommt es öfters vor, dass zwei bis vier von ihnen in einem Ofen stehen. Nach dem Öffnen des Ofendeckels wünsche ich mir oft, dass ich nicht alle auf einmal sehen könnte, denn dadurch wird die Freude ja nicht multipliziert.
So handhabe ich es dann auch oft mit dem Vorstellen der Schalen. Die Fotos der Schalen kommen erst einmal in einen Ordner, und so kann ich dann Stück für Stück voller Freude jede einzelne noch einmal „nachgenießen“
Lieber Norbert, Heiner und Martin, auch Euch vielen Dank für die starken Kommentare und Beurteilungen.
Lieber Heiner, Du beschreibst die Schale so sehr emotional, dass mich eine Art von Melancholie überkommt, denn ich habe sie nur zwei Tage in den Händen halten können, ehe die Kraniche ihre Reise in den Süden angetreten haben.
Euch allen ganz herzlichen Dank
(..für das nächste Wochenende wartet noch eine, doch eher unspektakuläre, kleine Schale auf den Catwalk)
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 05.07.2015, 11:34
von Heike_vG
Die Muse, die Dir die Ton- und Pinselhand führt, sowie der Ofengeist waren wieder einmal voll auf Deiner Seite, lieber Peter.
Einfach traumhaft.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 05.07.2015, 17:53
von peter krebs
Hallo liebe Heike,
auch Dir vielen Dank für den schönen Kommentar.
Du weißt ja, dass ich in punkto Musen Polygamist bin, denn es sind immer mehrere Musen um mich herum, sozusagen ein Musentreffplatz, an dem auch mein Ofengeist seine Freude hat. (Honi soit qui mal y pense)
Liebe Grüße
Peter
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 11.07.2015, 06:08
von peter krebs
Hallo Ihr Lieben,
(wie Monika schon schrieb)…der Langsamkeit gezollt, hier noch vor der Sommerpause die letzte Schale die im Ofen stand.
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Ginkgo biloba
Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt meinem Sinn zu kosten,
Wie`s dem Wissenden erbaut
Ist es ein lebendig Wesen,
Das in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?
Solche Fragen zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst Du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?
Dieses Gedicht schrieb J. W. v. Goethe am 15.09.1815 . Das Gedicht ist Goethes später Liebe, Marianne von Willemer, gewidmet und stellt das Ginkgoblatt aufgrund seiner Form als Sinnbild der Freundschaft dar. Der Brief mit dem Gedicht, dem Goethe zwei Ginkgo-Blätter beilegte, ist heute im Goethe-Museum Düsseldorf zu sehen, in dessen unmittelbarer Umgebung zahlreiche Ginkgobäume stehen.
(Text über das Gedicht ist bei Wikipedia zu finden)
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Im asiatischen Raum hat der Ginkgo in der Kunst, Kultur und in der Heilkunde eine enorme Bedeutung.
…und für mich hat es wieder eine große Freude bereitet dem Ginkgoblatt einen würdigen Platz auf einer Bonsaischale zu geben. Jedes dieser Blätter ist einzeln gemalt und keines gleicht genau dem anderen, und dennoch passt alles harmonisch zueinander. (hier handelt es sich um eine „Monochrome Malerei“.)
Schale Nr. 150 Ginkgoblatt – Durchmesser: 19,5 cm x 12 cm hoch
Herzliche Grüße
Peter
Die Welt der Schale
http://www.peter-krebs.de
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 12.07.2015, 14:15
von Heike_vG
Das ist ja ein sehr effektvolles Muster mit den Ginkgoblättern!
Für mich ist der Ginkgo auch immer ein ganz besonderer Baum.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Aus Erde und Feuer
Verfasst: 13.07.2015, 19:10
von bonsaiheiner
Hallo Peter,
in meiner frühen Schulzeit wurden noch Klassenausflüge zu einem einzelnen Gingko-Baum zwecks Unterricht vor Ort organisiert, so eine Rarität war der noch in den 50 er Jahren.
Das schöne Gedicht und die meisterhafte Wiedergabe der Gingkoblätter auf Deiner Schale verweisen auf die Besonderheit dieser Baumspezies.
Herzliche Grüsse,
Heiner