Der Ton der Erde
Re: Der Ton der Erde
Auch wenn es meiner Meinung nach keine Superlativen in der Kunst geben kann, kratzt Dein aktuelles Werk zumindest ganz schön daran.
Bin einfach nur sehr beeindruckt.
Bin einfach nur sehr beeindruckt.
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
- peter krebs
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Re: Der Ton der Erde
Hallo Ihr Lieben,
Jürgen, Dieter, Heiner, Norbert, Hans Peter, Gerd, Stefanie, Holger, Monika, Heike, Jürg, Georg, ich bin sehr berührt, alles große Namen im BFF.
Euch allen vielen Dank für die extrem motivierenden Beiträge.
Es ist auch Eurerseits eine Anerkennung, denn ein Töpfer kann nicht ohne Bonsaianer und der wiederum nicht ohne Töpfer. Schön, wenn beide einen Platz hier im Forum haben.
Herzliche Grüße
Peter.
Jürgen, Dieter, Heiner, Norbert, Hans Peter, Gerd, Stefanie, Holger, Monika, Heike, Jürg, Georg, ich bin sehr berührt, alles große Namen im BFF.
Euch allen vielen Dank für die extrem motivierenden Beiträge.
Es ist auch Eurerseits eine Anerkennung, denn ein Töpfer kann nicht ohne Bonsaianer und der wiederum nicht ohne Töpfer. Schön, wenn beide einen Platz hier im Forum haben.
Herzliche Grüße
Peter.
- peter krebs
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Re: Der Ton der Erde
Hallo lieber Heiner,
nochmals vielen Dank für die schönen Kommentare von Dir.
Es ist wirklich Interessant wie man etwas wahr nimmt.
Die Gitterstrukturen, wie Du sie nennst, ergeben wenn Du nicht auf die helle Fläche schaust, sondern auf die schwarze Fläche, ein anderes Bildmuster.
Wenn man auf die helle Fläche schaut, erscheint eine Art Karo. Wenn man auf die schwarze Fläche schaut, und zwar genau dort wo sich zwei Karos in der Horizontale berühren, dann erscheint eine optisch vierblättrige Blüte.
Wenn man vier Kreise in einem Quadrat zeichnet, und genau in der Mitte den fünften Kreis zieht, erscheint die vierblättrige Blüte. Ich finde dieses Muster sehr spannend.
__________________________________________
Bepflanzen der Schale:
Ich hatte ja oben schon erwähnt, dass man solche Schalen hier bei uns eher nicht verwendet.
Dazu gibt es Folgendes zu sagen:
In Japan, und ganz besonders in China und Korea, werden bemalte Schalen nicht in Frage gestellt. Es wird hier zwar darüber diskutiert welche bemalte Schale man benutzen kann, aber nicht, ob man sie überhaupt verwenden sollte. Sie gehören in diesen Ländern zum großen Repertoire der Möglichkeiten.
Bei uns in Deutschland ist das anders, etwas komplizierter. Da unsere Händler kaum bemalte Schalen importieren, (weil sie so gut wie nicht gekauft werden) findet man sie auch nicht in den Geschäften.
Bonsaianer im Gegenzug scheuen die bemalten Schalen aus Furcht vor den Regeln, und dadurch dreht sich, siehe oben, seit langem alles im Kreis, und der Kreis öffnet sich nicht.
Die einzige Ausnahme sind hier die Shohin-Schalen, da ist man schon etwas mutiger.
Hier mal ein gewagtes Arrangement mit einer extrem bemalten Schale. Der Baum in dieser Schale ist jetzt nicht gerade optimal, zu dicker und zu borkiger Stamm, aber ich habe leider kein besser passendes Bild für ein gutes Virtual. Auch die Perspektive zu einander ist nicht so optimal.
So ungefähr könnte es aussehen, für Klassiker natürlich ein Stilbruch.
Herzliche Grüß
Peter
Die Welt der Schale http://www.peter-krebs.de
nochmals vielen Dank für die schönen Kommentare von Dir.
Es ist wirklich Interessant wie man etwas wahr nimmt.
Die Gitterstrukturen, wie Du sie nennst, ergeben wenn Du nicht auf die helle Fläche schaust, sondern auf die schwarze Fläche, ein anderes Bildmuster.
Wenn man auf die helle Fläche schaut, erscheint eine Art Karo. Wenn man auf die schwarze Fläche schaut, und zwar genau dort wo sich zwei Karos in der Horizontale berühren, dann erscheint eine optisch vierblättrige Blüte.
Wenn man vier Kreise in einem Quadrat zeichnet, und genau in der Mitte den fünften Kreis zieht, erscheint die vierblättrige Blüte. Ich finde dieses Muster sehr spannend.
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Bepflanzen der Schale:
Ich hatte ja oben schon erwähnt, dass man solche Schalen hier bei uns eher nicht verwendet.
Dazu gibt es Folgendes zu sagen:
In Japan, und ganz besonders in China und Korea, werden bemalte Schalen nicht in Frage gestellt. Es wird hier zwar darüber diskutiert welche bemalte Schale man benutzen kann, aber nicht, ob man sie überhaupt verwenden sollte. Sie gehören in diesen Ländern zum großen Repertoire der Möglichkeiten.
Bei uns in Deutschland ist das anders, etwas komplizierter. Da unsere Händler kaum bemalte Schalen importieren, (weil sie so gut wie nicht gekauft werden) findet man sie auch nicht in den Geschäften.
Bonsaianer im Gegenzug scheuen die bemalten Schalen aus Furcht vor den Regeln, und dadurch dreht sich, siehe oben, seit langem alles im Kreis, und der Kreis öffnet sich nicht.
Die einzige Ausnahme sind hier die Shohin-Schalen, da ist man schon etwas mutiger.
Hier mal ein gewagtes Arrangement mit einer extrem bemalten Schale. Der Baum in dieser Schale ist jetzt nicht gerade optimal, zu dicker und zu borkiger Stamm, aber ich habe leider kein besser passendes Bild für ein gutes Virtual. Auch die Perspektive zu einander ist nicht so optimal.
So ungefähr könnte es aussehen, für Klassiker natürlich ein Stilbruch.
Herzliche Grüß
Peter
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Re: Der Ton der Erde
Hallo Peter,
dein Vorschlag gefällt mir sehr gut - meine erste Idee für diese Schalen war auch etwas knorriges und dunkelgrünes, vielleicht eine Eiche.
Als Anfängerin kenne ich mich jetzt aber nicht mit Schalenregeln aus. Gegen welche Regel hätte man denn hier verstoßen, wenn es so für Klassiker ein Stilbruch ist?
Viele Grüße
Stefanie
dein Vorschlag gefällt mir sehr gut - meine erste Idee für diese Schalen war auch etwas knorriges und dunkelgrünes, vielleicht eine Eiche.
Als Anfängerin kenne ich mich jetzt aber nicht mit Schalenregeln aus. Gegen welche Regel hätte man denn hier verstoßen, wenn es so für Klassiker ein Stilbruch ist?
Viele Grüße
Stefanie
- peter krebs
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Re: Der Ton der Erde
Hallo liebe Stefanie,
danke für Deine Beteiligung.
Wir alle hier im Forum haben uns als Anfänger schwer getan eine passende Schale auszusuchen, aber im Laufe der aktiven Jahre wachsen die Erkenntnisse und der Geschmack.
Die Regeln, die auf verschieden Weisen hier ausgelegt werden, sind sehr umfangsreich und lassen sich nicht in einem Satz unterbringen.
Soviel sei nur gesagt, dass es nur wenige Bonsai gibt die in meine bemalte Schale passen würden.
Der Baum müsste viel feiner sein, nicht so borkig und nicht so dicht beastet.
Mit einer klassischen Schale meine ich, eine ruhig glasierte Schale in dunkler Glasur.
Die Form der Schale hingegen passt sehr gut.
Herzliche Grüße
Peter
danke für Deine Beteiligung.
Wir alle hier im Forum haben uns als Anfänger schwer getan eine passende Schale auszusuchen, aber im Laufe der aktiven Jahre wachsen die Erkenntnisse und der Geschmack.
Die Regeln, die auf verschieden Weisen hier ausgelegt werden, sind sehr umfangsreich und lassen sich nicht in einem Satz unterbringen.
Soviel sei nur gesagt, dass es nur wenige Bonsai gibt die in meine bemalte Schale passen würden.
Der Baum müsste viel feiner sein, nicht so borkig und nicht so dicht beastet.
Mit einer klassischen Schale meine ich, eine ruhig glasierte Schale in dunkler Glasur.
Die Form der Schale hingegen passt sehr gut.
Herzliche Grüße
Peter
- peter krebs
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Re: Der Ton der Erde
Hallo Ihr Lieben,
Herzliche Grüße
Peter
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- peter krebs
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Re: Der Ton der Erde
Hallo Ihr Lieben,
hier nun die dritte Schale aus dem „Glücksofen“.
„Welt der schönen Künste“
Das Motiv auf dieser Schale habe ich schon über 14 Jahre im Kopf, und genauso lange fliegen beim Betrachten die Schmetterlinge im Bauch.
.Bis zum Herbst diesen Jahres hätte ich nicht auch nur ansatzweise im Traum daran gedacht (und auch nicht gekonnt) solch ein Kunstwerk einmal auf eine Bonsaischale zu malen.
Bei dem Motiv handelt es sich um ein Werk von „Kanó Eichó“ ca. 1821 – Okayama/Japan. Eichó malte dieses Motiv auf einen zweiteiligen Wandschirm, bestehend aus sechs Paneelen – insg. 376 cm lang und 171,5 cm hoch. Bei dieser Technik handelt es sich um eine Tuschmalerei auf Papier.
Das Bild stellt chinesische Weisen dar die sich an den Fertigkeiten eines edlen Herren erfreuen, der Musik, der Kalligraphie und der Malerei. Die Gruppe auf dem ersten nach vorne schauenden Bild sind wahrscheinlich Poeten beim Schachspiel. (ich nehme an, Eichó hat all diese Figuren etwas karikiert und ihnen damit einen ganz speziellen und individuellen Ausdruck verliehen).
Kannó Eichó war ein sehr eigenwilliger Maler, der sich zu dem damaligen Zeitpunkt dem vorherrschenden klassischen chinesischen Malstil entzog. Er entwickelte seinen eigenen charakteristischen Malstil, auch die verwendeten Tuschfarben waren kräftiger aufgetragen.
Ich bin jetzt natürlich nicht so vermessen und der Meinung, ich könnte solch ein Kunstwerk in Technik und Ausführung mal eben so auf eine Bonsaischale malen. Was ich aber empfunden habe sind die Schmetterlinge im Bauch beim Malen, die waren da.
Beim Malen schon eingetaucht in die wundersame Welt der chinesischen Künste ist es wie eine Reise in eine vergangene Welt. Wenn auf einer leeren Fläche Figur um Figur auftaucht, und die Schale zum Leben erwecken, dann kommt man in einen „Malflow“.
Hier nun die kleine Schale mit den Maßen: 21,5 cm x 21,5 cm x 15 cm – Technik: verschiedene Schwarzglasuren – gebrannt bei 1220° C
Diese Schale ist für mich persönlich der töpferische Höhepunkt des Jahres 2014.
Herzliche Grüße
Peter
Die Welt der Schale http://www.peter-krebs.de
hier nun die dritte Schale aus dem „Glücksofen“.
„Welt der schönen Künste“
Das Motiv auf dieser Schale habe ich schon über 14 Jahre im Kopf, und genauso lange fliegen beim Betrachten die Schmetterlinge im Bauch.
.Bis zum Herbst diesen Jahres hätte ich nicht auch nur ansatzweise im Traum daran gedacht (und auch nicht gekonnt) solch ein Kunstwerk einmal auf eine Bonsaischale zu malen.
Bei dem Motiv handelt es sich um ein Werk von „Kanó Eichó“ ca. 1821 – Okayama/Japan. Eichó malte dieses Motiv auf einen zweiteiligen Wandschirm, bestehend aus sechs Paneelen – insg. 376 cm lang und 171,5 cm hoch. Bei dieser Technik handelt es sich um eine Tuschmalerei auf Papier.
Das Bild stellt chinesische Weisen dar die sich an den Fertigkeiten eines edlen Herren erfreuen, der Musik, der Kalligraphie und der Malerei. Die Gruppe auf dem ersten nach vorne schauenden Bild sind wahrscheinlich Poeten beim Schachspiel. (ich nehme an, Eichó hat all diese Figuren etwas karikiert und ihnen damit einen ganz speziellen und individuellen Ausdruck verliehen).
Kannó Eichó war ein sehr eigenwilliger Maler, der sich zu dem damaligen Zeitpunkt dem vorherrschenden klassischen chinesischen Malstil entzog. Er entwickelte seinen eigenen charakteristischen Malstil, auch die verwendeten Tuschfarben waren kräftiger aufgetragen.
Ich bin jetzt natürlich nicht so vermessen und der Meinung, ich könnte solch ein Kunstwerk in Technik und Ausführung mal eben so auf eine Bonsaischale malen. Was ich aber empfunden habe sind die Schmetterlinge im Bauch beim Malen, die waren da.
Beim Malen schon eingetaucht in die wundersame Welt der chinesischen Künste ist es wie eine Reise in eine vergangene Welt. Wenn auf einer leeren Fläche Figur um Figur auftaucht, und die Schale zum Leben erwecken, dann kommt man in einen „Malflow“.
Hier nun die kleine Schale mit den Maßen: 21,5 cm x 21,5 cm x 15 cm – Technik: verschiedene Schwarzglasuren – gebrannt bei 1220° C
Diese Schale ist für mich persönlich der töpferische Höhepunkt des Jahres 2014.
Herzliche Grüße
Peter
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- bonsai rastner
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- Registriert: 14.05.2010, 10:19
Re: Der Ton der Erde
Hallo Peter,
ich muss gestehen, mir ist wirklich die Luft weggeblieben, beim Betrachten deiner Schale.
Ein wahres Meisterwerk. Vor allem, wenn man sich die "Größe " der Schale vor Augen führt.
Meine Hochachtung vor dieser künstlerischen Leistung!
Viele Grüße Christian
ich muss gestehen, mir ist wirklich die Luft weggeblieben, beim Betrachten deiner Schale.
Ein wahres Meisterwerk. Vor allem, wenn man sich die "Größe " der Schale vor Augen führt.
Meine Hochachtung vor dieser künstlerischen Leistung!
Viele Grüße Christian
Meine Homepage: http://bonsai-rastner.com
Re: Der Ton der Erde
Was bleibt einen da noch zu sagen, außer: dem kann man nur zustimmen!peter krebs hat geschrieben: Diese Schale ist für mich persönlich der töpferische Höhepunkt des Jahres 2014.
Gruß, Claudia
-
holgermueller
- Beiträge: 914
- Registriert: 04.12.2012, 23:30
Re: Der Ton der Erde
für mich ein wohl unbezahlbares Meisterstück. Gigantisch schön. Danke fürs Zeigen. Gruß Holger
Re: Der Ton der Erde
Lieber Peter,
jedesmal, wenn ich denke, das Ende der Fahnenstange muss doch schon erreicht sein, besser, schöner, bezaubernder oder aufregender geht es nun wirklich nicht mehr, dann kannst Du doch noch etwas draufsetzen und mich erneut verblüffen. Was für ein traumhaftes Stück, ich kann es gar nicht oft genug anschauen und die Details aufsaugen.
"Das Beste kommt zum Schluss" sagt man ja manchmal, das ist Dir mit dieser Schale am Ende des Jahres 2014 ganz offensichtlich gelungen.
Liebe Grüße,
Heike
jedesmal, wenn ich denke, das Ende der Fahnenstange muss doch schon erreicht sein, besser, schöner, bezaubernder oder aufregender geht es nun wirklich nicht mehr, dann kannst Du doch noch etwas draufsetzen und mich erneut verblüffen. Was für ein traumhaftes Stück, ich kann es gar nicht oft genug anschauen und die Details aufsaugen.
"Das Beste kommt zum Schluss" sagt man ja manchmal, das ist Dir mit dieser Schale am Ende des Jahres 2014 ganz offensichtlich gelungen.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Der Ton der Erde
Das ist schon der Wahnsinn, Peter....ganz ganz grosse Klasse ( wie immer) das schiesst den berühmten Vogel vollends ab!
da passt alles...Applaus! 
Es grüßt der Thilo
...so sennse hald, d Schwooba...
...so sennse hald, d Schwooba...
Re: Der Ton der Erde
Was für ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk!
Lieber Peter, gerade heute, wo hier an anderer Stelle im Forum wieder etwas Missstimmung entstanden ist, ist es doch einfach wieder ein Highlight und ein Genuss, dass du uns so wunderbar an deinem Schaffen teilhaben lässt
Lieber Peter, gerade heute, wo hier an anderer Stelle im Forum wieder etwas Missstimmung entstanden ist, ist es doch einfach wieder ein Highlight und ein Genuss, dass du uns so wunderbar an deinem Schaffen teilhaben lässt
think pink
www.misimiez.eu
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Re: Der Ton der Erde
...genau das war ich beim betrachten der Bilder!Norbert_S hat geschrieben:sprachlos
Absolut traumhaft, Peter!



