welchen Ton zum Töpfern?

Schalenvorschläge, eigene Töpferversuche, Vorstellung und Besprechung eurer Schalen und Gefäße. Keine gewerblich getöpferten Schalen einstellen.
Wolfgang S
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Beitrag von Wolfgang S » 05.03.2006, 14:15

Gisela V. hat geschrieben:Wenn also mein Ton bis 1300 max. brennbar ist und ich mit 1250 brennen würde, wären die Schalen frosthart, wenn ich das richtig sehe?
Nein! Nicht so grundsätzlich.
Nochmal: es hängt von der Wasseraufnahme ab. Es gibt Ton, der bei 1300 Grad gebrannt noch 8-10% Wasser aufnimmt. Anderseits gibt es frühsinternde Tone, die bereits bei unter 1100 Grad gebrannt nur noch 1-3% Wasser aufnehmen und damit ziemlich frostfest sind.

Bitte schau für Deinen Ton die entsprechenden Daten beim Hersteller oder bei Keramik-Kraft (.de) nach.

Gruß,
Wolfgang

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Erwin
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Beitrag von Erwin » 05.03.2006, 20:22

Gisela V. hat geschrieben:Wolfgang und Erwin,

vielen Dank für Eure Ausführungen.
Wenn also mein Ton bis 1300 max. brennbar ist und ich mit 1250 brennen würde, wären die Schalen frosthart, wenn ich das richtig sehe?

Da ich mich erst mal auf die kleineren stürze, werde ich mit durchhängenden Böden wohl vorerst nicht zu kämpfen haben.

Grüße,
Gila
Hallo Gisela,

sicher sind Deine m. E. Schalen dann frostfest. Ich habe das mit niedrigbrennenden Tonen auch schon mal getestet: über 1-2 Tage in einen Eimer Wasser zum vollsaugen (so denn möglich) und dann in den Gefrierschrank. Da sind -16°. das sollte reichen. Wenn Du einen Ton mit einer Schamottierung bis max. 1 mm verwendest und sich keine Oberflächenrisse bilden, sollte das gehen. Bei mir tut es das jedenfalls...

Aber ich bin halt kein Töpfer mit entspr. Ausbildung.

Erwin

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Beitrag von Gisela V. » 05.03.2006, 23:37

Wolfgang, Erwin,

na, Ihr beiden macht mir Spaß... :wink: der eine hüh, der andre hot.
Ich stelle fest, jeder handhabt die Sache etwas anders und so muss ich wohl auch meine ganz eigenen Erfahrungen mit der Materie machen.
Tonart, Trocknung, Brenndauer und -temperatur scheinen das Endergebnis entscheidend zu beeinflussen.
Wie sagt man immer: Das ist ein weites Feld...........ach, waren da meine Porzellanpuppenbrände einfach.....
Ich werde morgen mal meine Kursleiterin dazu befragen.

Danke für den (Kraft) Hinweis, da gibts auch einiges zu lesen.

Viele Grüße,
Gisela

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Norbert
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Beitrag von Norbert » 06.03.2006, 10:04

Wolfgang S hat geschrieben:
Norbert hat geschrieben: Ja wenn das 0,5 mm heißt, dann ist das natürlich was anderes. Dann wäre er mir fast etwas zu fein, das ist ja eher ein Drehton. Für Schalen bis ca. 30 cm ist der sicher ok.
Hallo Norbert,
bei normalem Brennen ist es nicht so sehr eine Frage der Schamottierung. Schamott hat eigentlich nur 2 Funktionen:
- Stabilität beim Arbeiten, damit nichts umfällt etc. Dies ist bei Bonsaischalen eher zweitrangig. Trocknen ohne Risse wird durch hohen Schamottanteil verbessert. Hierbei hilft sauberes Verschlickern und langsames Trocknen.
- Stabilität beim Brennen. Hierbei gibt es 2 wichtige Fälle: Brennen bis zum Sintern, dann fängt der Ton sehr langsam an zu verflüssigen (schmelzen). Dabei hilft Sand (Schamott zu stützen). Der zweite Fall betrifft Stabilität bei starken Temperaturschwankungen wie z.B: Raku. Dies trifft bei normalem Brennen eher nicht zu.

Daraus kann man ableiten, daß bei normalen Bonsaischalen ohne hohe Wände oder freitragende Konstruktionen (Mondschale) der Schamottanteil hauptsächlich beim Brennen hilft. Also liegt das Hauptaugenmerk auf der Temperatur, ab dem die Wasseraufnahme etwa 3% beträgt. Bekommt man Ton, der darüber hinaus noch einen größeren Temperaturbereich abdeckt, dann ist dieser sehr gut geeignet. Beispiel: Wasseraufnahme 3% bei 1230 Grad, Brennbereich bis 1300 Grad. Dies sagt schon einiges über die Stabilität beim Brennen aus.

Gruß,
Wolfgang
Alles richtig was du sagst, aber warum du das jetzt mit meiner Aussage in Gegensatz stellst, verstehe ich nicht. Bei größeren Schalen hast du mit feinem Ton sehr wohl ein Stabilitätsproblem, beim Brennen und vor allem beim Verarbeiten und Trocknen. Allein darauf bezog sich meine Aussage.

Gruß Norbert

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Aliena
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Beitrag von Aliena » 06.03.2006, 10:10

Das mit dem Schalen Töpfern ist eine gute Idee.
Gibt's für so was auch irgendwelche Kurse? In Düsseldorf und Umgebung?
Man braucht ja auch 'nen Ofen zum Brennen und gemeinsam macht das sicher mehr Spaß.

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edo B
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Beitrag von edo B » 16.12.2006, 12:16

Ich weiß ja nicht, ob Deine Frage vom März noch aktuell ist. Hier eine mögliche Adresse:

http://mitglied.lycos.de/klucken/

Dort werden auch Kurse der VHS Mülheim durchgeführt (aktuell wieder im Januar 2007). Vielleicht ist das ja was.

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ronisch15
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Re: welchen Ton zum Töpfern?

Beitrag von ronisch15 » 07.10.2017, 10:25

Hallo zusammen,
ich bin zufällig über diese Frage gestoßen und hätte dazu auch eine Frage.
Ich habe jetzt schon einiges zum Thema Töpfern lernen gelesen und bin immer wieder über Ton gestoßen, den man nicht brennen muss, sondern einfach nur aushärten lässt.
Nun meine Frage: Kann man diesen Ton nach dem Trocknen auch normal glasieren und wird das Endprodukt dann auch wasserdicht?

Danke für euren Input :-D !

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Erwin
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Re: welchen Ton zum Töpfern?

Beitrag von Erwin » 07.10.2017, 11:17

bitte das Hirn einschalten!!!!!!!!!! :mrgreen:

Erwin

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