Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

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Hanno
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Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Hanno » 13.08.2019, 17:41

Letztes Wochende hat mein Sohn sein Aquarium aufgeräumt und nun einen Stein übrig.
Und weil er weiss, dass Vattern Felsenpflanzungen liebt, hat er ihn mir halt mitgebracht.
Im Prinzip würde ich ihn ja gern benutzen, bin aber doch skeptisch wegen der türkisfarbenen Flecken.

@ an die Aquarianer oder Geologen unter uns:
Interessant wär der Felsen schon, aber mir kommen leichte Zweifel wegen dieses Belags.
.
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Was ist das überhaupt? Normale Algen scheinen das nicht zu sein, die sehen anders aus.
Auch keine Blaualgen - die kenne ich auch.
Also was ist das?

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Barbara
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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Barbara » 13.08.2019, 17:48

....da hat das türkisfarbene Wasser abgefärbt... :P

was soll da schon passieren, Hanno? Wenn die Fische es überlebt haben, werden Deine Bäume bestimmt auch keinen Schaden erleiden, denke ich.

Liebe Grüße,
Barbara
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bock
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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von bock » 13.08.2019, 19:01

Moin Hanno,

das wird ein Biofilm sein (Algen, Bakterien). Keine Gefahr. Wenn dir die Farbe nicht zusagt, grabe den Stein über Winter im Garten (oder Kompost) ein.

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:

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Georg
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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Georg » 13.08.2019, 19:39

Das sehe ich als alter Aquarianer genauso wie Andreas.
Gruß
Rüdiger
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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Erwin » 13.08.2019, 20:56

Den könnte ich mal bei 100° C in den Ofen stellen, Hanno,

dann ist das bestimmt weg... :P

Mach Dir keinen Kopf, Kupfer kann das nicht sein.....
Das Einzige, was mir so einfällt, ist, dass es ein Kalkstein sein könnte. Sieht so aus wie die Steine, die man bei Malawibarschen ins Becken stellt. Ob das eine Rolle spielt? Eine Azalee würde ich nicht drauf pflanzen.

Erwin

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Bonsaimathe
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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Bonsaimathe » 13.08.2019, 21:43

Würde auch meinen das es Kalkstein ist.
Etwas Essigessenz drauf tropfen, wenn sich Bläschen bilden ist es Kalk.

LG Uwe
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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Heike_vG » 14.08.2019, 12:07

Hallo Hanno,

so einen hellen Stein würde ich für Bonsai gar nicht benutzen. Der stellt sich immer auffällig leuchtend zu sehr in den Vordergrund und gibt zu den meist auch eher hellen Baumwurzeln keinen guten Kontrast. Dunkle Steine machen sich da in der Regel viel besser.

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Hanno » 14.08.2019, 15:50

Heike_vG hat geschrieben:
14.08.2019, 12:07
Der stellt sich immer auffällig leuchtend zu sehr in den Vordergrund
Stimmt, Heike, das macht er jetzt schon! Seit ein paar Tagen steht er ganztägig in voller Sonne. Vermutlich war der Belag tatsächlich rein organisch, denn jetzt ist der Stein fast blendend weiss - kein Grün oder Türkis ist mehr zu sehen.
Dann bleibt er halt ohne Bepflanzung als "Nur-Deko" im Garten. Moos kommt dann wieder ganz von allein . . .

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baeumchen
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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von baeumchen » 14.08.2019, 17:17

oder du suchst dir einen baum mit dunklen wurzeln ... schlehen z.b. ....

ich starte demnächst ein experiment mit einer murraya,
helle wurzeln auf hellem stein, um diese "überbelichtung" in den tropen nach zu stellen

aber ein guter dekostein ist auch immer ne schau!!!
gruß + frohes gelingen
der frank aus stuttgart

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Re: Aquarien-Stein: bonsaigeeignet?

Beitrag von Andreas Ludwig » 15.08.2019, 14:04

Hanno – das ist Kalk(tuff), wie man ihn etwa im Jura, im Dinarischen Karst, den Alpilles etc. etc. oft findet. Die Strukturen sind durch endloses Auswaschen mit Regen oder Fliessgewässern entstanden, auf dem vierten Bild, mittig im Vordergrund sieht man, wie ein «Steg» mit der Zeit aufgelöst wurde. Der Belag wird primär aus Flechten bestehen, Bild drei zeigt die Entstehung: Kleine, runde Flecken, schliessen sich mit der Zeit zum zusammenhängenden Belag. Gewöhnlich sind diese (lebenden) Strukturen sehr empfindlich und gehen ab, wenn sich die Umgebungsbedingungen ändern.

Sie bilden sich aber auch schnell neu – weshalb nur Kalkstein auf dem Regal oder exponiert an der Sonne und im Regen schön weiss bleibt. An schattigen und feuchten Lagen bildet sich sehr bald eine graue Schicht (in bewohnten Gegenden tut die Luftverschmutzung das ihre, wie man an Skulpturen und Gebäuden oft sieht). Gegenüber Bäumchen ist der Stein inaktiv, er schadet nicht. Ob er optisch passt, ist eine andere Frage. Schwierig kann sein, wenn sich die Wurzeln in diesen grob strukturierten Gängen im Stein verschlaufen. Das kriegt man kaum mehr raus. Eine stark wachsende Wurzel ist nach wenigen Jahren dazu durchaus in der Lage, das bröckelige Sedimentgestein zu sprengen. Ein Versuch mit einer kleinen Fichte endete bei mir damit, dass sie nach wenigen Jahren auf einem Geröllhäufchen sass – Wurzeln und Winter waren zuviel für den Kalk.

Ich würde den Stein darum eher wieder als «Butter zu die Fische» legen...
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)

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