Schädliche / Nützliche Bepflanzung auf der Oberfläche

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Thierry
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Schädliche / Nützliche Bepflanzung auf der Oberfläche

Beitrag von Thierry »

Dieser Beitrag wurde hier abgeklemmt, weil

A: doch nicht soooo ganz passend
B: Thierry, wenn du davon mehr auf Lager hast, könnte man durchaus daraus einen Beitrag für's Fachwissen machen. Bekommst auch noch ne PN

camaju



Sehr guter Thread Dieter. *daumen_new*

Wenn ich dein Thread noch ein bisschen ergänzen darf :

- Problem Düngerreste von Biogold die ins Substrat sickern und ihn "abdichten" :
Um das zu verhindern , empfiehlt Marc Bauwens, anstatt Biogold, Tamahi oder Hanagokoro.
Angeblich sollen Hanagokoro u. Tamahi nicht diesen "schwarzen Schlamm" bilden, der das Substrat verdichtet und undurchlässig macht (und weshalb die meisten die Reste von Biogold regelmäßig entfernen).
Auf der anderen Seite, soll Hanagokoro aggressiver als Biogold auf Moos reagieren und es verbrennen...

- Aufkratzen der Substrat/Erd-Oberfläche :
Neben der Pinzette, oder der Kralle aus Metall, sind auch Schaschlikspieße aus Holz ein sehr nützliches Werkzeug.
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Mit diesen Spießen kann man sowohl die Oberfläche präzise bearbeiten, als auch z.B. verdichtete Erden/Substrate wieder auflockern : indem man vorsichtig damit in die Erde sticht und mit leichten runden Bewegungen das Substrat ein bisschen auflockert (aber sehr vorsichtig damit keine Wurzeln beschädigt werden).
Das ist besonders interessant für alle Bäume die dieses Jahr nicht umgetopft wurden und verbessert Wasser- und Luftdurchlässigkeit.

- Wuchernder Moos, Unkraut, etc :
Diese "Unterwuchspflanzen" sollten schon genaustens beobachten werden, und gegebenenfalls teils entfernen oder ganz entfernen. Das hängt aber von der Art/Sorte ab.
Dennoch ist erwähnenswert, dass einige dieser kleinen Pflanzen schon von Nutzen sind, dagegen andere in Konkurrenz mit unseren Bäumchen stehen (können Wasser/Luft-Durchlässigkeit verhindern, können sehr invasiv sein, etc).

Beispiel 1 : Mastkraut (Sagina Procumbens), der sehr oft mit Moos verwechselt wird :

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Kann schon ziemlich invasiv werden.
Maßnahme : sollte regelmäßig beobachtet, und gegebenenfalls zurückgeschnitten, werden.

Beispiel 2 : Sternmoos (Sagina subulata) :

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Kann sehr dicke Matten bilden (sehr dichter Wurzelgeflecht).
Maßnahme : Regelmässig schneiden
(man kann auch die Samen aufsammeln und damit Moos kultivieren, das geht kinderleicht bei Sagina Subulata).

Beispiel 3 : Lebermoos (Marchantia polymorpha) :

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Eine sehr invasive Art, die ein Zeichen dafür ist, dass unser Substrat viel zu kompakt und viel zu feucht ist.
Risiko : kann die feinen oberen Wurzeln von unseren Kusamono (oder auch Bonsais) ersticken.
Maßnahme : Mit einer Kralle oder Holzspieß komplett entfernen (wenn es nicht reicht, Wattestäbchen in Essig und auf die Stelle applizieren).
Viele Grüße,
Thierry

"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
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