Relativ rohe Buchen, Eichen etc. haben bei mir damals auch noch ungeschützt die Winter überstanden. Erst als sie die Schale stark ausgewurzelt hatten, sind sie im Winter eingegangen.Kanna hat geschrieben:Das ist mir schon bewusst das es leider bei vielen in den letzten Jahren zu einigen Ausfällen in ihrer Sammlung gekommen ist. Ich habe nur meine Erfahrung niedergeschrieben und wollte dabei zeigen das der Standort egal ist - zumindest bei mir. Ich habe zwar selbst nicht so eine große Bandbreite an verscheidenen Baumarten, aber die gängisten wie Fichte, Buche, Hainbuche, Lärche sind schon dabei. Ich habe selbst schon Rotbuchen durch den Winter gebracht deren Pfahlwurzel gekappt wurde und wenig Feinwurzeln hatten. Ohne größere Schutzmaßnahmen durch Folientunneln oder ähnlichem. Bei Rotbuchen zeigt sich - bei mir zumindest - das sie willig viele neue Wurzeln nach dem Bergen bilden. Ich schreibe das mal den übermäßigen Düngegaben zu.
Übermäßige Düngegaben können nicht gut sein, wie das Wort schon sagt, übermäßig = zu viel. Großzügige Düngegaben waren vielleicht gemeint? Ich will auch keine Wortklauberei betreien. Düngung ist auch immer nur ein Faktor von vielen, die zusammen stimmen müssen.
Das Substrat alleine ist auch nie entscheidend für Erfolg und Misserfolg. Wie gesagt, es muss alles im Zusammenhang betrachtet werden. Passt alles zusammen klappt es, gibt es einen Fehler im System, geht es schief.Kanna hat geschrieben:Gut, es kann natürlich sein dass das Hauptproblem vielleicht das Substrat ist, was bei manchen evtl. nicht durchlässig genug ist und es dann, wie du geschrieben hast, zu Staunässe bedingten Problemen kommt. Mit der Waltermischung fahre ich bisher ganz gut.
Hier sind wir wieder beim Fehler im System. Folien- oder Gewächshäuser sollten nicht in der Sonne stehen oder müssen notfalls entsprechend schattiert werden, damit kein verfrühter Austrieb erfolg. Bäume, die frühzeitig herausgeholt werden, müssen natürlich bei Frostgefahr wieder geschützt werden.Kanna hat geschrieben:Ich denke auch das Ausfälle durch evtl. versäumtes Lüften der Gewächshäuser etc. kommt. Ein schöner sonniger Wintertag kann unter einer Folie oder in einem Gewächshaus schon zu erhöhten Temperaturen kommen. Wie ich das in den letzten Jahren mitbekommen habe wurden auch im zeitigen Frühjahr die Pflanzen raus geräumt als es schöner wurde bzw. als es in den Häuschen zu warm wurde. Bereits treibend aus der Winterruhe gerissene Pflanzen machen sich dann natürlich sehr sehr schlecht in einer erneuten Niedertemperaturphase.
Sie bringen nicht zwangsläufig Probleme mit sich. Man muss damit umzugehen wissen. Seit ich mein Gewächshaus habe (seit 2007) gab es keine Winterverluste mehr von Bäumen, die darin überwintert haben. Ich bin heilfroh damit.Kanna hat geschrieben:Die künstlichen Schutzmaßnahmen durch Häuser bringen also einige Probleme mit sich und wenn man dabei nicht ständig auf der Hut ist und dem Thermometerverlauf folgt kann es eben leider Gottes schlimm ausgehen.
Meine Bäume haben keinesfalls irgendwie erkennen lassen, dass sie den Frost vermissen würden.Kanna hat geschrieben:Vielleicht wird den heimischen Pflanzen auch zu wenig zugemutet, was die Frostbeständigkeit angeht. Je nach Substrat kann man den Standort ja variieren. Wenn es eben nicht so durchlässig ist dann stellt man sie halt lieber unter das Vordach oder bastelt sich eins.
Das einzgie was doch die Folie bewirken kann ist den Wind abzuhalten, mehr nicht. Der Frost wird keinen Bogen um die darin stehenden Pflanzen machen. Und den Wind kann man auch abhalten, wenn man die Pflanzen mit Steinen oder sonst was umzäunt.
Manchmal kommt es anders als man denkt. Einiges passiert vielleicht zum ersten Mal. Da ist man vielleicht froh über die dicken Schneehauben, die gegen den strengsten Frost isolieren. Dann taut es tüchtig, regnet noch drauf und es entsteht ein Gewicht, das man unterschätzt hat, kann ja auch nachts passieren.Kanna hat geschrieben:Zu viel Schnee ist auch zu Beobachten, da hast Du recht. Allerdings finde ich das Schnee für den Winterschutz genauso mit verantwortlich ist wie das herabfallende Laub. Übermäßig feuchten Schnee kann man ja abschütteln und wer seine Pflanzen dort hinstellt wo evtl. eine Dachlawine runtersaust...!
Wenn man aber kein Beet zur Verfügung hat? Matthias sagte, der Tisch steht im Schatten. Lüftung wurde bereits besprochen. Notwendige Feuchtigkeitskontrolle auch.Kanna hat geschrieben:Das mit dem Gießen ist auch so eine Sache. Ich glaube das man besser beurteilen kann ob eine Pflanze Wasser braucht oder nicht wenn sie im Beet oder hinter dem Haus steht als unter einem, mit Folie abgedeckten Tisch. Wie schnell fängt bei Sonneneinstrahlung die Verdunstung durch das perfekt geschaffene Treibhaus an? Mit dem Gedanken: Ich habe ja erst vorgestern gegossen kann man schon die ersten Fehler machen.
Das streite ich natürlich nicht ab, dass das praktisch sein kann. Aber mit weit entwickelten Bäumen käme das für mich nicht in Frage. Wäre mir einfach zu unsicher. Und Wühlmäuse gibt es hier auch, sowie Kaninchen, die bei anhaltendem Frost alles annagen und auffressen, was sie erreichen können.Kanna hat geschrieben:Ich kontrolliere die Pflanzen an den unterschiedlichen Standorten regelmäßig, wenn es längere Zeit trocken war. Ich konnte die Jahre immer nur eins feststellen: Gießen nicht notwendig. Durch die aufgehäuften Blätter bzw. das aufgehäufte Rindenmulch ist die Wasserverdunstung aus dem Substrat schon mal sehr gehemmt.
Ja, und das macht einen großen Unterschied.Kanna hat geschrieben:Es ist natürlich in meiner jetzigen Anfängerzeit ein ganz anderes umgehen mit den Pflanzen (was auf garkeinenfall bedeutet das mir die Pflanzen schnuppe sind). Ich besitze noch keine teuren und eindrucksvollen Pflanzen wie viele von euch. Das meiste ist bei mir noch Yamadori in der Aufbauphase. Und hier ist der evtl. Verlust einer Pflanze eben nicht ganz so tragisch wie bei vielen anderen und ich kann aus diesem Grund schon nachvollziehen das man natürlich alles Menschenmögliche versucht um den Winter um die Pflanze so angenehm wie möglich zu halten.
Das finde ich jetzt ehrlich gesagt totalen Quatsch! Bonsai ist nur zum Teil Natur. Ich habe ein Gestaltungsziel, das ich erreichen will, und zwar ohne alle zwei Jahre wieder hier und da einen Ast zu verlieren und wieder von vorne anzufangen. Wer will denn schon wie Sisyphus immer wieder den Stein bergauf rollen und nirgends ankommen? Dass ein Bonsai nie fertig wird, damit ist eigentlich etwas anderes gemeint. Es ist auch am ältesten, reifsten Bonsai immer etwas zu tun, immer wieder die jahreszeitlichen Arbeiten zu erledigen, um seine Form zu erhalten, weiterzuentwickeln und zu erneuern. Das soll doch nicht heißen, dass immer wieder etwas kaputtgehen muss.Kanna hat geschrieben:Aber vielleicht zeigt sich hier die Einstellung jedes Einzelnen zu Bonsai. Ist ein abgestorbener Ast jetzt schlecht für die jahrelange Gestaltung und ärgerlich für den Gestalter oder zeigt sich hier halt nur die wahre Natur, bei dem das nun mal dazu gehört und die Pflanze so mehr Baum als Bonsai ist.
Ich habe nur eine einzige Hainbuche. Die Verzweigung wird Jahr für Jahr feiner und in diesem verlor ich einen Ast. Im ersten Augenblick natürlich ärgerlich wieso jetzt ausgerechnet dort ein Loch entsteht, aber wie sich zeigt hilft sich hier die Natur selbst. An der selben Stelle entstand wieder eine neue Knospe. Klar, jetzt geht die Arbeit wieder von vorne los - aber geht es bei diesem Hobby nicht genau darum? Ein Bonsai ist halt nie fertig.
Wer sich dumm anstellt oder schlecht informiert ist, kann mit allem Schaden anrichten. Ein guter, richtig gehandhabter Winterschutz ist in der Regel aber wirksam und vor allem für getopfte Bäume sinnvoll. Trotzdem kann und soll jeder entscheiden, was er für richtig hält und was für seine Situation und seine Bäume machbar und praktikabel erscheint.Kanna hat geschrieben:Lange Rede kurzer Sinn: Mit Folie und Co. kann man vl. mehr Schaden anrichten als ohne. Ich will keinen davon abbringen es zu versuchen, allerdings sollte dann auch auf die Gefahren hingewiesen werden.
LG, Heike


