Getopftes Weihnachtsbäumchen

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Michael 86
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Getopftes Weihnachtsbäumchen

Beitrag von Michael 86 » 06.12.2016, 10:19

Hallo Bonsaifreunde

Ich mach das hier mal in "Dies und Das"

Im Baumarkt hab ich vor paar Wochen solche getopften 1m hohen Weihnachtsbäume gesehen und wollte mir schon einen kaufen.
Wir verzichten eigentlich immer auf einen Weihnachtsbaum. Wir dekorieren auch nicht wirklich. Da ist das einfach immer unter den Tisch gefallen und direkt erledigt gewesen.

Dann hab ich mit dem Gedanken gespielt einen solchen getopften zu holen. Man weiß ja jetzt, wie man ihn in Form halten kann und in der "Nichtweihnachtszeit" kann er ja draußen im Garten mit seinem Topf versenkt werden und so leicht wieder aus dem Erdboden zu entnehmen. Hin und her überlegt, jetzt sind sie alle weg.
Durch Zufall gestern im Lebensmittelgeschäft gab es ganz kleine Winzlinge. Da musste ich doch für 13€ zuschlagen und einen kaufen. Betitelt mit dem Namen "picea glauca conica", zu deutsch Zuckerhutfichte kam er in den Einkaufswagen. Bin mir nicht sicher, ob das so richtig ist, denn ich hab die Zuckerhutfichten eigentlich immer heller und mit viel feineren Nadeln gesehen.

Was ich gerne zur Diskusion stellen würde
- kann man dieses Vorgehen tatsächlich so umsetzen, oder sind die Temperaurwechsel zu hart für den getopften Weihnachtsbaum
- sicherlich ist ein Verlust von Feinwurzeln beim Bergen zu diskutieren (Abtropflöcher)
- lieber im Frühling auswildern im Garten oder einen Outdoor-Bonsai draus machen
- Auslichten jetzt sinnvoll (sehr dicht gewachsen)

Und natürlich habe ich ein Foto gemacht
Weihnachtsbäumchen1.jpg
Wie immer bin ich für eure fachliche Meinung dankbar,
Grüße Michael :)

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hwolf
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Re: Getopftes Weihnachtsbäumchen

Beitrag von hwolf » 06.12.2016, 10:54

Hi,
also die Zuckerhutfichte wird allgemein als ungeeignet für Bonsai angesehen. Ich habe hier im Forum aber bereits 2 oder 3 überzeugende Gestaltungen gesehen. Ich selbst mache mit einem Exemplar seit 3 Jahren meine Experimente. Es wächst alles immer streng nach oben. Auch 2 Jahre gedrahtete Äste richten sich innerhalb von einem Monat einfach wieder auf. Umtopfen finden sie sehr doof und wenn man was wegschneidet wächst erstmal nichts mehr. Also kann man, wenn man es unbedingt versuchen will, einfach in der Bearbeitung immer 2 Jahre komplett Pause machen und warten, dass die ZHF die Gestaltungsschritte des Vorjahres im ersten Jahr verkraftet und im Jahr darauf einigermaßen kompensiert.

Zu deinem Plan einen Weihnachtsbaum im Topf zu halten kann ich nur von den Erfahrungen eines Bekannten berichten, der das auch so macht, aber mit einer Blautanne. Die hält er einfach in einem Topf auf der Terrasse, alle 5 Jahre oder so wird der umgetopft. Er geht so vor, dass er den Baum zum Spätherbst in den ungeheizten Wintergarten stellt, dann kurz vor Weihnachten ins Wohnzimmer, dann zum Jahreswechsel wieder in den Wintergarten und Mitte Januar ganz raus zurück auf die Terrasse. Das geht seit Ewigkeiten gut. Letztes Jahr haben wir seine Tanne mal zusammen kräftig zurückgeschnitten, da sie zu groß wurde.

Ich hoffe das hilft ein wenig.

Lieben Gruß
Heinrich
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HerbertR
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Re: Getopftes Weihnachtsbäumchen

Beitrag von HerbertR » 24.07.2018, 16:10

Hallo,

auch ich habe gerade in dem (schon geschlossenen) Thread "Für Bonsai ungeeignete Bäume" auch die Zuckerhutfichte gefunden.

Also ich habe auch relativ gute Erfahrungen damit gemacht.

Ich weiß zwar dass mein Baum noch lange kein klassicher Bonsai ist und schon gar kein Profi-Baum, aber ich finde die Entwicklung in 4 Jahren nicht soo schlecht.

Auch ist mir bis jetzt noch kein Ast oder Baumteil abgestorbern, wie ich es oft in Parkanlagen an Zuckerhutfichten sehe...

Beim Umtopfen muss ich gestehen, habe ich nur eine größere Schale gegeben und die Wurzeln nicht beschnitten.
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LG Herbert

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Wenn immer der Klügere nachgibt, dann geschieht nur das was die Dummen wollen !

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