Hochbeet

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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mydear
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Hochbeet

Beitrag von mydear » 13.08.2017, 14:51

Hallo Liebhaber der Feldkultur,

für Nachzucht habe ich bisher oft Feldkultur genutzt. Die mühsame Kontrolle kleinerer Pflanzen auf Bodenhöhe hat mich immer genervt. Auf den Knien nach unten Buckeln, oft nass und kalt war meine Laune und Geduld entsprechend schlecht.

Bei größeren Pflanzen geht es ja kaum anders. Doch für die Nachzucht habe ich heuer mit 2 Hochbeeten aufgerüstet. Ich bin positiv überrascht wie gut sich seit Mai die Pflänzchen entwickelt haben. Auch schwache und kränkelnde Rohpflanzen haben sich bestens regeneriert. Und das mit minimalem Aufwand. Nächstes Jahr wird kein Platz mehr sein für Tomaten und Zucchini meiner Frau 8)

Das Hochbeet (Baumarkt "Bauh..." 200 x 100 x 75 cm, Lärche) ist auf Schotter und Steinsockel gestellt. Unten ein Metallgitter ("Hasengitter") gegen Mäusebesuch. Seitlich mit Teichfolie, besser eine dickere Mulchfolie gegen zu schnelles Verrotten des Holzes. Unten ein gutes Drittel Äste und alte Strauchabschnitte. Darüber dünnees Mulchflies, dann frische Abschnitte/Obstabfall und den Rest mit Kompost aufgefüllt. Klar sinkt der Inhalt langsam in sich zusammen, bisher ca 15 cm. Dann kann ich sogar im Winter mit dickem Folienzelt abzudecken und versuchen empfindliche Nachzucht windgeschützt zu überwintern.

Es war reichlich Aufwand, doch ich würde es sofort wieder anlegen. Ich hatte keinen Platz im Garten, also wurde ein Feldrand in der Nähe gepachtet. Jetzt klappt' s auch mit angemessener Haltung auf Augenhöhe (Hüfthähe :lol: ) *dance*

Grüße
Rainer
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2017-07-14 18.09.07.jpg
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abgemooster Palmatum
2017-07-14 18.10.59.jpg
abgemooste Zelkove

Detlev
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Re: Hochbeet

Beitrag von Detlev » 13.08.2017, 17:35

Super geworden.
Hatte auch mal eins.

Bitte denke daran das es im Erdreich sehr warm wird durch den verrottungsprozess.

Dadurch bekommen die Pflanzen früh neue Knospen. (Spätfrost !)

Aber wenn du eine schutzfolie im Winter hast wird es reichen.

Dann wird es aber auch sehr warm unter der Folie.

Mfgdetlev

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mydear
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Re: Hochbeet

Beitrag von mydear » 13.08.2017, 18:44

Hallo Detlev,

danke für deinen Zuspruch. Gut, dass du das mit der Wärme sagst, da habe ich für das kommende Frühjahr gar nicht daran gedacht.

Im Foto wird der Zuwachs im letzten Monat deutlich *dance*

Bild

Grüße
Rainer

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mydear
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Re: Hochbeet

Beitrag von mydear » 13.08.2017, 18:53

2017-07-14 18.09.17.jpg
14. Juli 2017
2017-08-13 ---03 Kopie.jpg
13. August 2017
jetzt sieht man es besser

Grüße
Rainer

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tokonoma
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Re: Hochbeet

Beitrag von tokonoma » 13.08.2017, 20:57

Hallo Rainer,

das was Du da zeigst inspiriert zum Nachmachen.
Bin gespannt wann Du zum Abmoosen eine Leiter brauchst, weil alles so gut wächst *daumen_new* :lol:

Liebe Grüße aus der Holledau

Rainer
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Re: Hochbeet

Beitrag von mydear » 13.08.2017, 21:53

Hallo Rainer,

das Hochbeet hatte anfangs gesundheitlich-bequeme Gründe (wir werden alle nicht jünger). Dass das "Kleinvieh" dort enorm wächst ist eine schöne Begleiterscheinung. Und der Gießaufwand ist minimal: ab und an was reinschütten und fertig *dance*

Und die Leiter brauche ich nicht - im Herbst wird geköpft und ein Besen anvisiert :lol:

Grüße
Rainer

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mydear
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Re: Hochbeet

Beitrag von mydear » 30.09.2017, 00:41

Kurzes Update: das Hochbeet hat sich gelohnt *daumen_new*
Erst Mitte Mai aufgebaut spricht das Wachstum der Jungpflanzen für sich. Pflege war fast keine nötig, vielleicht alle 2-3 Tage im Hochsommer gießen. 100% ewig lang abgelagerter Kompost als Substrat, fein und fast schwarz in der Farbe. Die Wurzeln fanden viele Nährstoffe und mussten nicht weit wachsen. Dieser kompakte Wuchs ist später vorteilhaft beim Umsetzen in den Anzuchttopf.
Die gezeigten Dreispitz-Stecklinge waren schon 2 Jahre alt und im Topf kaum gewachsen. In diesem Jahr ging im Hochbeet die Post ab *dance*
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27.09.2017 fast 150 cm Höhe in 4 Monaten erreicht
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Dreispitz-Ahorne, Stecklinge vom April 2015
2016-11-04 -Steck Kopie.jpg
Nov 2016 der gleiche Dreispitz-Steckling
2017-09-17 19.48.12 Kopie.jpg
17. 09.2017 Ernte: gutes Wachstum bei kompaktem Wurzelballen
2017-09-17 20.10.33 Kopie.jpg
27.09.2017 die beiden werden frostfrei überwintert, sollen zum Wurzel-Ablaktieren verwendet werden
Grüße
Rainer

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Re: Hochbeet

Beitrag von mydear » 16.12.2017, 20:55

Der rechte Buergi vom letzten Bild hat seine Blätter bis jetzt noch nicht abgeworfen. Er steht im Kalthaus wo es bis an 0°C heranreicht. Woran könnte das liegen?

Eigenartig ist es insofern, weil der andere Buergi (im kleinen Topf) schon seit November keine Blätter mehr hat.
2017-12-03 .jpg
03. Dez 2017 der Buergi sieht auch am 16.12. noch genauso aus

Grüße
Rainer

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Re: Hochbeet - Dreispitz überwintern

Beitrag von mydear » 11.04.2018, 21:46

Hochbeet-Update:

Im Hochbeet haben 4 Dreispitz-Jungpflanzen überwintert. Mich interessierte ihre Winterhärte.
Die beiden vorderen Pflanzen sind erfroren, hatten rundum matschige Rinde. Da war nichts mehr zu retten. Sie standen auf der windexponierten Seite.
Die beiden hinteren Pflanzen treiben dagegen unten wieder aus. Sie hatten eigentlich auch nicht mehr Wetterschutz. Also kein zuverlässiges Überleben von Dreispitz-Jungpflanzen im Garten.

Alle anderen Pflanzen im Hochbeet haben durch erste Austriebe ihren Lebenswillen gezeigt: Zierquitten-Ableger vom Herbst, Feldulme, Zelkova und auch der geschwächte Fächerahorn an dem mehrere Äste abgestorben waren. Ich habe diesen Winter nichts abgedeckt oder sonstigen Schutz verwendet. Darwinismus pur :twisted:

Grüße
Rainer

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Re: Hochbeet

Beitrag von espanna » 11.04.2018, 21:55

Hallo Reiner,

ich habe letztes Jahr einen Dreispitz ins Klaingarten gesetzt, wachsen gelassen und ohne Schutz überwintert (eine Buchenhecke steht ca. 3 m entfernt).
Der Leittrieb (über 2 m hoch) und andere, weiter hoch ragende Äste sind erfroren/ vertrocknet, aber der Buergi hat überlebt und treibt fleißig.
Gruß!

László

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Re: Hochbeet

Beitrag von Thorsten1504 » 11.04.2018, 22:08

Hallo Rainer,

so ein Hochbeet ist echt ne schöne Sache.
Habe ich für meinen Garten auch noch geplant.
Zwar eigentlich für Kräuter usw. aber bestimmt findet das eine oder andere Bäumchen dort auch noch Platz. :-D

War auch schon am überlegen n Dreispitz auszupflanzen, aber ich glaub dann lass ich das. :?

Gruß

Thorsten *wink*

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Re: Hochbeet

Beitrag von Georg » 12.04.2018, 11:36

Ich kann nur sagen, daß ich alle meine Dreispitz, ob groß oder sehr klein, im Freien geschützt, gerade gegen Wind und Sonne, erfolgreich überwintere. Den ganz kleinen aber eingegraben ohne Schale. Muß eh jedes Jahr umgetopft bzw. neu getopft werden. (Höhe komplett ca. 11 cm)
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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Re: Hochbeet - Dreispitz überwintern

Beitrag von raga » 12.04.2018, 18:49

mydear hat geschrieben:
11.04.2018, 21:46
Im Hochbeet haben 4 Dreispitz-Jungpflanzen überwintert. Mich interessierte ihre Winterhärte.
Meinen ersten Dreispitzahorn hatte ich, mangels besserer Alternativen, im Winter im Beet eingegraben. Er hat vier Jahre lang zuverlässig ausgetrieben wurde aber von Jahr zu Jahr immer schwächer und hat den fünften Winter dann nicht mehr überlebt.

Gruß Ralf
Freund und Förderer der dynamischen Orthografie

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Re: Hochbeet

Beitrag von espanna » 13.04.2018, 20:13

Interessant,

könnte es daran liegen dass es mehrere Sorten Dreispitzer gibt?
Gruß!

László

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Der Maddin
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Re: Hochbeet

Beitrag von Der Maddin » 26.04.2018, 21:12

Hallo Rainer,
ich habe deine Idee aufgegriffen und mir auch ein Hochbeet gebaut.
Da wir aber einen 2-Familiengarten haben, wollte ich keinen festen Standort wählen und habe ihn fahrbar gemacht.
Über dem Kompost habe ich ihn in 2 Bereiche geteilt, eine Hälfte mit Kokoserde und die andere mit meiner Substratmischung.

LG Martin

Ach ja,
wie macht Ihr das mit den Dreispitzstecklingen?
Mir ist noch keiner angewachsen.
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