Beetgeschichten

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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Thorsten1504
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von Thorsten1504 » 24.11.2018, 17:57

florianhoessel hat geschrieben:
23.11.2018, 21:58
Im Winter möchte ich so nach und nach noch ca. 10 weitere Rohlinge hier vorstellen.
Hallo Florian,

schöne Dokumentation!!! *daumen_new*
Da freue ich mich schon auf die weiteren Rohlinge.

Hab seit diesem Jahr auch einige Bäume im Beet und bin von dem enormen Wachstum begeistert.

viewtopic.php?f=12&t=48102

Gruß

Thorsten *wink*

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Gary
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von Gary » 25.11.2018, 19:20

Hallo Florian,
nur kurz zwei Dinge.

Allgemein schreibt hier Jeder "Du" ganz unabhängig vom Alter und ob man die Person im richtigen Leben kennt oder nicht.
florianhoessel hat geschrieben:
23.11.2018, 21:58
Die Bonsai von Herrn Lenz sind wohl alles Yamadori, oben links vll. nicht?
Nein, das sind keine Yamadori. Auch in USA wächst der J. horizontalis eben nur als kriechender Teppichwacholder in Gärten. Nick hat diese Exemplare alle selbst auf dem Feld gezogen, drastisch verbogen und hochgestebt um aufrechten Wuchs zu erzielen. Aggressives düngen und viel Zuwachs ergaben die Stammstärken. Und ja, der links oben ist erst ein Jahr Topf.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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René Niwaki
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von René Niwaki » 27.11.2018, 11:15

florianhoessel hat geschrieben:
23.11.2018, 21:58
...Das größte Problem sind ganz klar die Arbeitsspitzen, die mit Bonsai kollidieren.
Aber das wissen Sie ja selbst...
Hallo Florian,

zuerst einmal wollte ich dir das selbe sagen, wie Gary!

Ich bin der René *daumen_new*
...also nicht: ''Sie'', sondern gerne ''Du'' :wink:

Zu Punkt 2: da hast du schon Recht. Hier in NRW ist alles ein wenig größer, was den Gartenbau betrifft.
Aber dennoch würde uns nie einfallen, über so etwas zu lachen :wink:

...und was du über die Arbeitsspitzen in unserer Branche schreibst, stimmt leider!
Immer, wenn es bei uns viel zu tun gibt, würden unsere Bäumchen auch viel Pflege benötigen!
Da ist das richtige Fingerspitzengefühl wichtig, sowie eine verständnisvolle Familie!
...wobei ich meine Bäumchen aktuell auch fast nur am Wochenende sehen.
Denn in der Woche bin ich um 6.30 Uhr außer Haus und komme selten vor 18.30 Uhr zurück.
So freue ich mich immer auf das Wochenende, wenn ich meine Bäumchen wieder mal bei Tageslicht sehen darf *daumen_new*

Da geht's dir sicherlich ähnlich, oder? *deep*
Gruß, René :)

PS: Schaut mal vorbei:
https://www.instagram.com/alphabonsai

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florianhoessel
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:25

Erstmal Danke für die Antworten!
Dann werde ich mich ab jetzt zusammenreißen und ab jetzt nur noch "duzen".
Was den Gärtnerberuf angeht, gibt es ja auch ruhigere Zeiten, und es gibt
ja noch ein paar Vorteile: Spitzenqualitäten bei Torf, Dünger und Equipment.
So hab ich dieses Jahr zum Beispiel ein Dosatron für lau bekommen, der
einige Zeitersparnis bringt, und den ich mir für die paar Pflanzen ansonsten
niemals geleistet hätte. Und die Erfahrung in der Pflanzenpflege, den Versorgungs-
zustand von Pflanzen am Laub zu erkennen, und viele Pflanzenkrankheiten
schon mal gesehen zu haben.

MfG Florian

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florianhoessel
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Crataegus monogyna #5

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:31

Crataegus monogyna #5

Heute zeige ich einen Weißdorn mit interessantem Nebari. Nach
einigen Jahren Beet, die er als Sämling aus 2006 dort verbrachte, schnitt ich
ihn einfach knapp über dem Boden ab, um einen Mehrfachstamm zu ziehen. Was
mich zu diesem Schritt bewegte, kann ich nicht mehr sagen.
Jedenfalls ging das schief und er wuchs als Solitär wieder aus dem Wurzelballen
aus. Dadurch entstand das „spezielle“ Nebari, in meinen Aufzeichnungen noch als
Negativ vermerkt.
Das 1.+ 2. Foto zeigt den Weißdorn von Seite A und B beim Umzug 2015.
Foto 3. + 4. im Sommer und die Fotos 5. + 6. im Spätherbst diesen Jahres 2018.
Der untere Ast auf Seite A soll den Stamm noch etwas verdicken. Meine Weißdorne
geben oft die Verjüngung des Stammes auf, wenn die Opfertriebe zu weit oben Wachsen.
Mein Weißdorn Nummer 4 ist dafür ein gutes Beispiel. Bei Gelegenheit werde ich das mal
zeigen.
Tief ansetzende Opfertriebe lassen aber immer Narben, da einen Vernünftigen Kompromiss
zu finden ist etwas heikel für mich. Als Beispiel zeige ich gleich noch meine Wald-
hasel.
Dateianhänge
comp_C. m. 4 2015.4  (1).jpg
A 2015
comp_C. m. 4 2015.4 (1).jpg (228.83 KiB) 272 mal betrachtet
comp_C. m. 4 2015.4  (6).jpg
B 2015
comp_C. m. 4 2015.4 (6).jpg (227.89 KiB) 272 mal betrachtet
comp_juli 2018 (32).jpg
A Sommer 2018
comp_juli 2018 (32).jpg (230.83 KiB) 272 mal betrachtet
comp_juli 2018 (34).jpg
B Sommer 2018
comp_juli 2018 (34).jpg (222.3 KiB) 272 mal betrachtet
comp_2018.11 (230).jpg
A Herbst 2018
comp_2018.11 (230).jpg (215.2 KiB) 272 mal betrachtet
comp_2018.11 (232).jpg
B Herbst 2018
comp_2018.11 (232).jpg (200.83 KiB) 272 mal betrachtet

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florianhoessel
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Corylus avellana #1

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:35

Corylus avellana #1

Jetzt kommt meine Waldhasel:
Sicherlich ist diese Art nicht gerade die Bestgeeignete um daraus
Bonsai zu ziehen. Jedenfalls was die Blattgröße angeht. Aber sie wachsen
äußerst schnell, verschließen auch große Wunden zuverlässig und bilden entgegen
dem Weißdornen gerne eine Verjüngung des Stammes aus.
Aber als Winter oder früh-Frühjahrsbonsai, blühen würde er schon, geht das schon.
Von 2001 bis 2005 überlebte er meine damalig stümperhafte Schalenkultur.
Ich hatte ihn zur Kaskade erzogen.
Als er ins Beet umzog, war es schwierig diese Form beizubehalten.
Dann halt frei Aufrecht.
Ab 2015 wurde mir klar, das die Größe deutlich höher eingeplant werden muss,
also ließ ich alle unteren Äste frei wachsen und stäbelte sie als Opferäste nach oben.
Die Spitze mooste ich ab, nur so.
Foto 1 zeigt den Baum im Frühjahr 2013.
Foto 2 beim Umzug, kurz vor der Umbaumaßnahme.
In die Trainingsschale erntete ich ihn dieses Frühjahr 2018.
Die Fotos 3, zeigen ihn diesen Herbst 2018 nach dem Winterschnitt,
die Fotos 4 + 5 ebenfalls diesen Winter 2018, nach einem groben Gestaltungsschnitt.
Vor allem auf den letzten Fotos fallen die vielen riesigen Schnittstellen auf, die sich
jetzt nach und nach verwachsen müssen, dafür lasse ich die Spitze jedes Jahr
frei wachsen und kürze auf die letzten 2 bis 3 Nodien zurück.
Der unterste Ast steht auf der Abschussliste.
Dateianhänge
comp_C. a. 2013  (2).jpg
Frühjahr 2013
comp_C. a. 2013 (2).jpg (222.29 KiB) 270 mal betrachtet
comp_C. a. 2015  (3).jpg
Herbst 2018
comp_C. a. 2015 (3).jpg (235.7 KiB) 270 mal betrachtet
comp_DSC_0031.jpg
Herbst 2018
comp_DSC_0031.jpg (216.11 KiB) 270 mal betrachtet
comp_2018.11 (180).jpg
Vorn Winter 2018
comp_2018.11 (180).jpg (231.34 KiB) 270 mal betrachtet
comp_2018.11 (194).jpg
Rückseite Winter 2018
comp_2018.11 (194).jpg (228.11 KiB) 270 mal betrachtet

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florianhoessel
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Fagus Sylvatica #2

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:38

Fagus Sylvatica #2

Auch diese Buche habe ich als Jungpflanze aus dem Wald im Jahre 2008 geholt
und direkt ins Beet gesetzt. Geplant ist sie als freie Besenform.
Ich hoffe die Verdickung am ersten Astquirl in den griff zu bekommen, dafür muss
ich nächste Saison konsequenter die unteren Äste schwächen und die 2 Spitzen-
triebe frei wachsen lassen und fördern.
Ob das klappt oder immer schlimmer wird, wird die Zukunft zeigen.
Seit Herbst 2017 habe ich das Wachstum besser unter Kontrolle, seit dem steht er in der
Trainingsschale.
Bisher wird es aber eher schlimmer....
Foto 1 im Frühjar 2015, Foto 2 im Herbst 2015,
Foto 3 2018 im Sommer, das Foto ist unvorteilhaft, weil der Stamm hier sehr statisch
wirkt, Foto 4 vom Winter 2018 ist besser gelungen.
Dateianhänge
comp_DSCI0063.jpg
Frühjahr 2015
comp_DSCI0063.jpg (232.92 KiB) 266 mal betrachtet
comp_DSCI0010.jpg
Herbst 2015
comp_DSCI0010.jpg (235.94 KiB) 266 mal betrachtet
comp_2018 (11).jpg
Sommer 2018
comp_2018 (11).jpg (215.04 KiB) 266 mal betrachtet
comp_2018.11 (209).jpg
Winter 2018
comp_2018.11 (209).jpg (238.36 KiB) 266 mal betrachtet

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Cornus mas #1

Beitrag von florianhoessel » 09.12.2018, 22:48

Cornus mas #1

Diesen Hartriegel hab ich 2007 bei einer Heckenpflege geborgen im Jahre 2007.
Als ein- bis zweijährigen Wurzelausläufer wurde er ins Beet gepflanzt.
Beim Umzug meiner Beetpflanzen ließ ich ihn erst mal stehen, holte ihn aber
2017 im Frühjahr als Testpflanze in den Trainingstopf.
Voller Fehler vor allem im oberen Drittel begeistert er nicht wirklich,
in der Beetkultur nervte er mit Wurzelausläufern, die halten sich in der Schale
aber in Grenzen. Deshalb fehlen auch weitere Dokumentationsfotos.
Ich stell ihn trotzdem mal als negatives Beispiel ein.
In der Beetkultur entstehen auch oft richtige Krücken.
Bild 1 im Sommer 2018, große Blätter, nur ein Busch im Topf.
Bild 2 im Winter 2018, Einschnürung über dem Tachiagari,
ein viel zu langes Internodium im oberen Drittel, gekrönt mit Knubbel,
das muss entweder alles ab oder ich tüddel da nächstes Jahr mit Rundkonkav-
zange und Bohrablaktion rum.
Eher ein Experimentierbaum, irgendwann wird ihn ein Platzproblem wohl
wieder ins Beet schubsen.
Dateianhänge
comp_juli 2018 (16).jpg
Sommer 2018
comp_juli 2018 (16).jpg (239.08 KiB) 101 mal betrachtet
comp_2018.11 (226).jpg
Winter 2018
comp_2018.11 (226).jpg (215.15 KiB) 101 mal betrachtet

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florianhoessel
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Larix x #2

Beitrag von florianhoessel » 09.12.2018, 22:50

Larix x #2

Nur so aus Spaß!
Geborgen im Winter 2015 war noch ein bisschen Platz im Beet, eigentlich
war sie auch nur Beifang. Im belaubten Zustand sah ich dieses Jahr etwas in ihr,
was ich ab jetzt versuchen werde einzufangen. Sie soll nur aus diesen zwei Ästen
aufgebaut werden, eventuell mit eine Spitze, die aber die Bewegung des Stammes
aufnehmen soll, nicht wie die jetzige, die viel zu steif ist.
Der erste Ast links soll dem Ast rechts entspringen, die Laubform einer verdrehten
Raute nachempfunden werden. Den Stamm will ich möglichst dünn halten.
Kein Bonsai, eher eine Formstudie.
Das Foto 1 ist im Winter 2018 entstanden.
Dateianhänge
comp_DSC_0064.jpg
Winter 2018
comp_DSC_0064.jpg (238.15 KiB) 101 mal betrachtet

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René Niwaki
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von René Niwaki » 11.12.2018, 08:51

Hey Florian,

so, wie du dieses Hobby betreibst, finde ich es für den Anfang genau richtig.
(Wobei du natürlich auch schon ein paar Jährchen dabei bist... :wink: )

Ich habe ja auch schon geschrieben, dass ich genau so angefangen habe.
Von meinen Anfangsbäumen sind nur noch 1 oder 2 übrig geblieben...
Zumindest in der Schale. Andere hingegen habe ich im Garten einfach wieder zum Baum/ Strauch durchwachsen lassen.
Am Anfang dachte ich nämlich, aus allem einen Bonsai gestalten zu können/müssen :faellen:

Jedenfalls gefällt es mir, wie du dieses Hobby von der Pike auf erlernst.
Das bringt einem später viel mehr, als man am Anfang denkt.
-> Wie reagiert ein Bäumchen auf leichten und harten Rückschnitt, wie auf das Verschulen im Beet,
bzw. das eintopfen und umtopfen in eine neue Schale, wie ist das generelle Austriebsverhalten der verschiedenen Gattungen...
Man kann einfach viel mehr ausprobieren und sieht im Anschluss, wie der Baum darauf reagiert.
Für mich war es jedenfalls sehr hilfreich und ich habe sicherlich viele Fehler gemacht, aus denen ich lernen konnte.

Bitte lass uns an deinen Bildern weiter teilhaben! *daumen_new*

Ich weiß nicht, ob ich es überlesen habe, aber:
Wie viele Bäumchen hast du nun in einer Schale stehen und wie überwinterst du diese?
Gruß, René :)

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