Beetgeschichten

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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Thorsten1504
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von Thorsten1504 » 24.11.2018, 17:57

florianhoessel hat geschrieben:
23.11.2018, 21:58
Im Winter möchte ich so nach und nach noch ca. 10 weitere Rohlinge hier vorstellen.
Hallo Florian,

schöne Dokumentation!!! *daumen_new*
Da freue ich mich schon auf die weiteren Rohlinge.

Hab seit diesem Jahr auch einige Bäume im Beet und bin von dem enormen Wachstum begeistert.

viewtopic.php?f=12&t=48102

Gruß

Thorsten *wink*

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Gary
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von Gary » 25.11.2018, 19:20

Hallo Florian,
nur kurz zwei Dinge.

Allgemein schreibt hier Jeder "Du" ganz unabhängig vom Alter und ob man die Person im richtigen Leben kennt oder nicht.
florianhoessel hat geschrieben:
23.11.2018, 21:58
Die Bonsai von Herrn Lenz sind wohl alles Yamadori, oben links vll. nicht?
Nein, das sind keine Yamadori. Auch in USA wächst der J. horizontalis eben nur als kriechender Teppichwacholder in Gärten. Nick hat diese Exemplare alle selbst auf dem Feld gezogen, drastisch verbogen und hochgestebt um aufrechten Wuchs zu erzielen. Aggressives düngen und viel Zuwachs ergaben die Stammstärken. Und ja, der links oben ist erst ein Jahr Topf.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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René Niwaki
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von René Niwaki » 27.11.2018, 11:15

florianhoessel hat geschrieben:
23.11.2018, 21:58
...Das größte Problem sind ganz klar die Arbeitsspitzen, die mit Bonsai kollidieren.
Aber das wissen Sie ja selbst...
Hallo Florian,

zuerst einmal wollte ich dir das selbe sagen, wie Gary!

Ich bin der René *daumen_new*
...also nicht: ''Sie'', sondern gerne ''Du'' :wink:

Zu Punkt 2: da hast du schon Recht. Hier in NRW ist alles ein wenig größer, was den Gartenbau betrifft.
Aber dennoch würde uns nie einfallen, über so etwas zu lachen :wink:

...und was du über die Arbeitsspitzen in unserer Branche schreibst, stimmt leider!
Immer, wenn es bei uns viel zu tun gibt, würden unsere Bäumchen auch viel Pflege benötigen!
Da ist das richtige Fingerspitzengefühl wichtig, sowie eine verständnisvolle Familie!
...wobei ich meine Bäumchen aktuell auch fast nur am Wochenende sehen.
Denn in der Woche bin ich um 6.30 Uhr außer Haus und komme selten vor 18.30 Uhr zurück.
So freue ich mich immer auf das Wochenende, wenn ich meine Bäumchen wieder mal bei Tageslicht sehen darf *daumen_new*

Da geht's dir sicherlich ähnlich, oder? *deep*
Gruß, René :)

PS: Schaut mal vorbei:
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florianhoessel
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:25

Erstmal Danke für die Antworten!
Dann werde ich mich ab jetzt zusammenreißen und ab jetzt nur noch "duzen".
Was den Gärtnerberuf angeht, gibt es ja auch ruhigere Zeiten, und es gibt
ja noch ein paar Vorteile: Spitzenqualitäten bei Torf, Dünger und Equipment.
So hab ich dieses Jahr zum Beispiel ein Dosatron für lau bekommen, der
einige Zeitersparnis bringt, und den ich mir für die paar Pflanzen ansonsten
niemals geleistet hätte. Und die Erfahrung in der Pflanzenpflege, den Versorgungs-
zustand von Pflanzen am Laub zu erkennen, und viele Pflanzenkrankheiten
schon mal gesehen zu haben.

MfG Florian

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florianhoessel
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Crataegus monogyna #5

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:31

Crataegus monogyna #5

Heute zeige ich einen Weißdorn mit interessantem Nebari. Nach
einigen Jahren Beet, die er als Sämling aus 2006 dort verbrachte, schnitt ich
ihn einfach knapp über dem Boden ab, um einen Mehrfachstamm zu ziehen. Was
mich zu diesem Schritt bewegte, kann ich nicht mehr sagen.
Jedenfalls ging das schief und er wuchs als Solitär wieder aus dem Wurzelballen
aus. Dadurch entstand das „spezielle“ Nebari, in meinen Aufzeichnungen noch als
Negativ vermerkt.
Das 1.+ 2. Foto zeigt den Weißdorn von Seite A und B beim Umzug 2015.
Foto 3. + 4. im Sommer und die Fotos 5. + 6. im Spätherbst diesen Jahres 2018.
Der untere Ast auf Seite A soll den Stamm noch etwas verdicken. Meine Weißdorne
geben oft die Verjüngung des Stammes auf, wenn die Opfertriebe zu weit oben Wachsen.
Mein Weißdorn Nummer 4 ist dafür ein gutes Beispiel. Bei Gelegenheit werde ich das mal
zeigen.
Tief ansetzende Opfertriebe lassen aber immer Narben, da einen Vernünftigen Kompromiss
zu finden ist etwas heikel für mich. Als Beispiel zeige ich gleich noch meine Wald-
hasel.
Dateianhänge
comp_C. m. 4 2015.4  (1).jpg
A 2015
comp_C. m. 4 2015.4 (1).jpg (228.83 KiB) 1030 mal betrachtet
comp_C. m. 4 2015.4  (6).jpg
B 2015
comp_C. m. 4 2015.4 (6).jpg (227.89 KiB) 1030 mal betrachtet
comp_juli 2018 (32).jpg
A Sommer 2018
comp_juli 2018 (32).jpg (230.83 KiB) 1030 mal betrachtet
comp_juli 2018 (34).jpg
B Sommer 2018
comp_juli 2018 (34).jpg (222.3 KiB) 1030 mal betrachtet
comp_2018.11 (230).jpg
A Herbst 2018
comp_2018.11 (230).jpg (215.2 KiB) 1030 mal betrachtet
comp_2018.11 (232).jpg
B Herbst 2018
comp_2018.11 (232).jpg (200.83 KiB) 1030 mal betrachtet

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Corylus avellana #1

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:35

Corylus avellana #1

Jetzt kommt meine Waldhasel:
Sicherlich ist diese Art nicht gerade die Bestgeeignete um daraus
Bonsai zu ziehen. Jedenfalls was die Blattgröße angeht. Aber sie wachsen
äußerst schnell, verschließen auch große Wunden zuverlässig und bilden entgegen
dem Weißdornen gerne eine Verjüngung des Stammes aus.
Aber als Winter oder früh-Frühjahrsbonsai, blühen würde er schon, geht das schon.
Von 2001 bis 2005 überlebte er meine damalig stümperhafte Schalenkultur.
Ich hatte ihn zur Kaskade erzogen.
Als er ins Beet umzog, war es schwierig diese Form beizubehalten.
Dann halt frei Aufrecht.
Ab 2015 wurde mir klar, das die Größe deutlich höher eingeplant werden muss,
also ließ ich alle unteren Äste frei wachsen und stäbelte sie als Opferäste nach oben.
Die Spitze mooste ich ab, nur so.
Foto 1 zeigt den Baum im Frühjahr 2013.
Foto 2 beim Umzug, kurz vor der Umbaumaßnahme.
In die Trainingsschale erntete ich ihn dieses Frühjahr 2018.
Die Fotos 3, zeigen ihn diesen Herbst 2018 nach dem Winterschnitt,
die Fotos 4 + 5 ebenfalls diesen Winter 2018, nach einem groben Gestaltungsschnitt.
Vor allem auf den letzten Fotos fallen die vielen riesigen Schnittstellen auf, die sich
jetzt nach und nach verwachsen müssen, dafür lasse ich die Spitze jedes Jahr
frei wachsen und kürze auf die letzten 2 bis 3 Nodien zurück.
Der unterste Ast steht auf der Abschussliste.
Dateianhänge
comp_C. a. 2013  (2).jpg
Frühjahr 2013
comp_C. a. 2013 (2).jpg (222.29 KiB) 1028 mal betrachtet
comp_C. a. 2015  (3).jpg
Herbst 2018
comp_C. a. 2015 (3).jpg (235.7 KiB) 1028 mal betrachtet
comp_DSC_0031.jpg
Herbst 2018
comp_DSC_0031.jpg (216.11 KiB) 1028 mal betrachtet
comp_2018.11 (180).jpg
Vorn Winter 2018
comp_2018.11 (180).jpg (231.34 KiB) 1028 mal betrachtet
comp_2018.11 (194).jpg
Rückseite Winter 2018
comp_2018.11 (194).jpg (228.11 KiB) 1028 mal betrachtet

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Fagus Sylvatica #2

Beitrag von florianhoessel » 02.12.2018, 18:38

Fagus Sylvatica #2

Auch diese Buche habe ich als Jungpflanze aus dem Wald im Jahre 2008 geholt
und direkt ins Beet gesetzt. Geplant ist sie als freie Besenform.
Ich hoffe die Verdickung am ersten Astquirl in den griff zu bekommen, dafür muss
ich nächste Saison konsequenter die unteren Äste schwächen und die 2 Spitzen-
triebe frei wachsen lassen und fördern.
Ob das klappt oder immer schlimmer wird, wird die Zukunft zeigen.
Seit Herbst 2017 habe ich das Wachstum besser unter Kontrolle, seit dem steht er in der
Trainingsschale.
Bisher wird es aber eher schlimmer....
Foto 1 im Frühjar 2015, Foto 2 im Herbst 2015,
Foto 3 2018 im Sommer, das Foto ist unvorteilhaft, weil der Stamm hier sehr statisch
wirkt, Foto 4 vom Winter 2018 ist besser gelungen.
Dateianhänge
comp_DSCI0063.jpg
Frühjahr 2015
comp_DSCI0063.jpg (232.92 KiB) 1024 mal betrachtet
comp_DSCI0010.jpg
Herbst 2015
comp_DSCI0010.jpg (235.94 KiB) 1024 mal betrachtet
comp_2018 (11).jpg
Sommer 2018
comp_2018 (11).jpg (215.04 KiB) 1024 mal betrachtet
comp_2018.11 (209).jpg
Winter 2018
comp_2018.11 (209).jpg (238.36 KiB) 1024 mal betrachtet

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Cornus mas #1

Beitrag von florianhoessel » 09.12.2018, 22:48

Cornus mas #1

Diesen Hartriegel hab ich 2007 bei einer Heckenpflege geborgen im Jahre 2007.
Als ein- bis zweijährigen Wurzelausläufer wurde er ins Beet gepflanzt.
Beim Umzug meiner Beetpflanzen ließ ich ihn erst mal stehen, holte ihn aber
2017 im Frühjahr als Testpflanze in den Trainingstopf.
Voller Fehler vor allem im oberen Drittel begeistert er nicht wirklich,
in der Beetkultur nervte er mit Wurzelausläufern, die halten sich in der Schale
aber in Grenzen. Deshalb fehlen auch weitere Dokumentationsfotos.
Ich stell ihn trotzdem mal als negatives Beispiel ein.
In der Beetkultur entstehen auch oft richtige Krücken.
Bild 1 im Sommer 2018, große Blätter, nur ein Busch im Topf.
Bild 2 im Winter 2018, Einschnürung über dem Tachiagari,
ein viel zu langes Internodium im oberen Drittel, gekrönt mit Knubbel,
das muss entweder alles ab oder ich tüddel da nächstes Jahr mit Rundkonkav-
zange und Bohrablaktion rum.
Eher ein Experimentierbaum, irgendwann wird ihn ein Platzproblem wohl
wieder ins Beet schubsen.
Dateianhänge
comp_juli 2018 (16).jpg
Sommer 2018
comp_juli 2018 (16).jpg (239.08 KiB) 860 mal betrachtet
comp_2018.11 (226).jpg
Winter 2018
comp_2018.11 (226).jpg (215.15 KiB) 860 mal betrachtet

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Larix x #2

Beitrag von florianhoessel » 09.12.2018, 22:50

Larix x #2

Nur so aus Spaß!
Geborgen im Winter 2015 war noch ein bisschen Platz im Beet, eigentlich
war sie auch nur Beifang. Im belaubten Zustand sah ich dieses Jahr etwas in ihr,
was ich ab jetzt versuchen werde einzufangen. Sie soll nur aus diesen zwei Ästen
aufgebaut werden, eventuell mit eine Spitze, die aber die Bewegung des Stammes
aufnehmen soll, nicht wie die jetzige, die viel zu steif ist.
Der erste Ast links soll dem Ast rechts entspringen, die Laubform einer verdrehten
Raute nachempfunden werden. Den Stamm will ich möglichst dünn halten.
Kein Bonsai, eher eine Formstudie.
Das Foto 1 ist im Winter 2018 entstanden.
Dateianhänge
comp_DSC_0064.jpg
Winter 2018
comp_DSC_0064.jpg (238.15 KiB) 860 mal betrachtet

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René Niwaki
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von René Niwaki » 11.12.2018, 08:51

Hey Florian,

so, wie du dieses Hobby betreibst, finde ich es für den Anfang genau richtig.
(Wobei du natürlich auch schon ein paar Jährchen dabei bist... :wink: )

Ich habe ja auch schon geschrieben, dass ich genau so angefangen habe.
Von meinen Anfangsbäumen sind nur noch 1 oder 2 übrig geblieben...
Zumindest in der Schale. Andere hingegen habe ich im Garten einfach wieder zum Baum/ Strauch durchwachsen lassen.
Am Anfang dachte ich nämlich, aus allem einen Bonsai gestalten zu können/müssen :faellen:

Jedenfalls gefällt es mir, wie du dieses Hobby von der Pike auf erlernst.
Das bringt einem später viel mehr, als man am Anfang denkt.
-> Wie reagiert ein Bäumchen auf leichten und harten Rückschnitt, wie auf das Verschulen im Beet,
bzw. das eintopfen und umtopfen in eine neue Schale, wie ist das generelle Austriebsverhalten der verschiedenen Gattungen...
Man kann einfach viel mehr ausprobieren und sieht im Anschluss, wie der Baum darauf reagiert.
Für mich war es jedenfalls sehr hilfreich und ich habe sicherlich viele Fehler gemacht, aus denen ich lernen konnte.

Bitte lass uns an deinen Bildern weiter teilhaben! *daumen_new*

Ich weiß nicht, ob ich es überlesen habe, aber:
Wie viele Bäumchen hast du nun in einer Schale stehen und wie überwinterst du diese?
Gruß, René :)

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florianhoessel
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von florianhoessel » 16.12.2018, 16:03

Hallo René,

Ein paar Jährchen ist gut, so in etwa mein halbes Leben.
Aber es ist ein Segen, wenn man sehr früh mit diesem
Hobby beginnt. Man hat einfach die Zeit, mit solchen Geschichten an-
zufangen, und kann es auch noch erleben, sie zu Bonsai-ähnlichen
Gebilden zu entwickeln.
Vor allem ganz am Anfang glaubt man ja, alles zum Bonsai gestalten zu müssen und
unentdeckte „Übersorten“ zu finden.
Wobei das bei mir irgendwie nicht aufhört, nächstes Jahr steht die Aussaat von
Schwarzkiefern (nigra), Quitten und Fächerahörnern an. Dies Jahr wanderten
Heister von Maulbeeren und Blutbuchen ins Beet.
Bei selbst gezogenem Material ist vor allem die Hemmschwelle für radikale
Schnitte und sonstige Experimente deutlich geringer.
In den Anzuchtschalen stehen ca. 20 Bäumchen, einige zählen nur als Halbe.
Die meisten halten Winterschlaf am Standort, die Nordsee ist nur ein Katzenwurf entfernt,
und puffert die Temperaturextreme etwas ab.
Empfindliche oder Wertvollere landen beim Chef in der Arbeitshalle, da gibt’s
auch Frost aber eben kein Wind oder Sturm. Strapaziert nur etwas die Nerven
des Selbigen, ich sag dann immer, ich wäre ohne dies Hobby nicht Gärtner geworden,
Punkt!
Anbei noch ein Bild des Standorts zuhause.
Dateianhänge
comp_DSCI0042.jpg
Ich nutze nur vorgefundene Begebenheiten, finde den Kontrast und Wiederspruch zwischen kleinen Bäumen und riesigen Gräsern aber ganz cool!
comp_DSCI0042.jpg (228.1 KiB) 724 mal betrachtet

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Acer Palmatum #1

Beitrag von florianhoessel » 16.12.2018, 16:44

Acer palmatum #1

Damals im Herbst 2003, Gymnasium, in der Mittagspause mal
schnell aus dem Rasen gezogen,
ab in die Frühstücksbüchse, von da in die Billigschale.
Bis 2005 Fastenzeit, dann im Frühjahr, die fetten Jahre fangen an.
Naja, oder auch nicht. Fächerahorn und tiefer Bodenfrost, das passt
nicht so richtig zusammen. Rumschneiden im Herbst auch nicht.
Bis zum Foto 1 in 2011 ging noch alles einigermaßen gut,
dann wurde der dickste Ast zum falschen Zeitpunkt entfernt,
viellleicht kam noch umschulen dazu, Foto 2 zeigt die Konsequenz:
Ein riesiger Shari-Bereich ziert den Stamm seit 2013!
Das passt ja super zu einem zierlichen Fächerahorn!?
Aber gut, mit Umgezogen ist er trotzdem, Foto 3 + 4 zeigen ihn 2015.
Eigentlich befindet sichs ja noch im Aufbau, aber ich holte ihn dies
Frühjahr 2018 in die Schalenkultur, um eine etwas artgerechtere
Überwinterung zu gewährleisten.
Auf Fotos im Sommer verzichte ich mal, deshalb sind die Fotos 5 + 6
von heute, Winter 2018, morgen geht’s ins oben erwähnte Winterquartier.
Nächstes Jahr geht’s ans Grundgerüst.
Das Nebari ist auch noch eine große Baustelle.
Dateianhänge
comp_A.p. 01 2011 002.jpg
Frühjahr 2011
comp_A.p. 01 2011 002.jpg (237.98 KiB) 715 mal betrachtet
comp_A.p. 01 2013 001.jpg
Frühjahr 2013
comp_A.p. 01 2013 001.jpg (226.27 KiB) 715 mal betrachtet
comp_A.p. 01 2015 001.jpg
Herbst 2015 Seite a
comp_A.p. 01 2015 001.jpg (233.3 KiB) 715 mal betrachtet
comp_A.p. 01 2015 008.jpg
Herbst 2015 Seite b
comp_A.p. 01 2015 008.jpg (233.32 KiB) 715 mal betrachtet
comp_dez18 (10).jpg
Winter 2018 Seite a
comp_dez18 (10).jpg (230.26 KiB) 715 mal betrachtet
comp_dez18 (14).jpg
Winter 2018 Seite b
comp_dez18 (14).jpg (237.97 KiB) 715 mal betrachtet

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Ulmus Zelkova #1

Beitrag von florianhoessel » 16.12.2018, 17:25

Ulmus Zelkova #1

...oder Zelkova nire, Ulmus japonica....botanische Namen sind
manchmal nur Schall und Rauch.
Entstanden ist sie wie etwa ein duzend im Jahre 2006 aus Stecklingen.
Die Mutterpflanze stammt aus Enger oder Münster, und ich habe sie nach der
Stecklingsvermehrung verschenkt. Den folgenden Winter hat sie aber nicht überlebt.
Sei es drum, alle Stecklinge landeten im Herbst im Beet.
Die Sorte ist also frostfest, wirft zwar einiges an feinen Zweigen wäherend des Winters
ab, baut im großen und ganzen aber Substanz auf.
Einziges Problem: Die Korkrinde wird von irgendwelchen Microorganismen abge-
baut, im Beet bleibt sie über die nassen Jahreszeiten leider dauerfeucht.
Das äussert sich durch einen orange-roten Schleim unter der äussersten Schicht.
Was mach ich dagegen: Ich rübbel die Korkrinde soweit ab, wie esgeht, damit sie
die Feuchtigkeit nicht so lange hält.
Dies Jahr ist mir die erste im Beet dadurch ausgefallen.
Die jetzt Vorgestellte zog eigentlich nicht mit um, ich habe sie erst im Frühjahr 2017
mit in den Norden genommen und in die Trainingsschale gesetzt.
Eigentlich eher um mal die Grenze dieser Sorte in der Schale auszutesten, trotzdem
werde ich sie doch mit einwintern.
Foto 1 also von heute, Winter 2018.
Wenn sie überhaupt was darstellen könnte, dann eine jugendliche Ulme.
Als Testobjekt taugt sie erstmal, und verschafft allen anderen im Beet noch etwas Zeit
zu reifen, ich hab ja erstmal eine in der Schale stehen.
Das wars wohl vorerst für dieses Jahr, allen Lesenden wünsche ich eine reläxte :wink:
Advendszeit, frohe Weinachten und einen guten Rutsch nach 2019!!

MfG
Florian
Dateianhänge
comp_Winter2018 (1).jpg
Winter 2018
comp_Winter2018 (1).jpg (229.14 KiB) 699 mal betrachtet

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Salix x #1

Beitrag von florianhoessel » 17.02.2019, 18:51

Salix x #1

Mein bisher größter Steckling.
Im Frühjahr 2007 entfernten meine Eltern eine Korkenzieherweide aus dem Garten.
Ich schnappte mir ein dickeren Holzklotz und sägte ihn auf ca. 70 cm zurecht.
Der wurde dann in lockeres Substrat gesteckt und ab in den Schatten.
Im Herbst pflanzte ich ihn dann schon ab ins Beet.
Im nächsten Jahr trieb nur noch an der Basis und etwas weiter oben neues
Wachstum aus. Fünf Jahre später sah das dann aus wie auf Foto 1.
An einigen Trieben sieht man schon, was die Weide für ein Problem hat,
bis heute hab ich es nicht in den Griff bekommne. Es fällt beim Laubfall
auf, schwarze Stellen auf der orangenen Rinde. Es beginnt meist an Schnitt-
stellen, Triebspitzen, aber auch am Blattgrund. Meine Vermutung geht Richtung
Rutenbrennen, Rindenbrand. Eine Bekämpfung wäre nicht möglich, vorbeugend
soll Kupferspritzmittel helfen.
Im Frühjahr 2017 hab ich sie geerntet. Sie ist 2015 nicht mit umgezogen,
deshalb gibt’s das nächste Bild erst wieder vom Sommer 2018, die zwei folgenden
sind aus dem Winter 2018/19. Dieses Jahr war auch schon verborkte Rinde
von dieser Pilzerkrankung befallen. Deshalb sind die Stämme fast alle gekürzt,
der rechte muss noch. Dem Gesamteindruck schadet das nicht.
Ob mir das auf Dauer Spaß macht, könnte man aber bezweifeln.
Vielleicht ist das ein Grund, warum so wenig Weidenbonsai zu sehen sind?
Dateianhänge
comp_IMG_0256.jpg
Frühjahr 2013
comp_IMG_0256.jpg (236.77 KiB) 431 mal betrachtet
comp_juli 2018 (43).jpg
Sommer 2018
comp_juli 2018 (43).jpg (238.05 KiB) 431 mal betrachtet
comp_DSCI0047.jpg
Winter 18/19 Vorne
comp_DSCI0047.jpg (229.38 KiB) 431 mal betrachtet
comp_DSCI0048.jpg
Winter 18/19 Hinten
comp_DSCI0048.jpg (218.1 KiB) 431 mal betrachtet

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Gary
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von Gary » 19.02.2019, 12:29

Hallo Florian,

eine Weide als Bonsai habe ich tatsächlich schon recht lange nicht mehr gesehen. Nicht das ich die letzten 30 Jahre überhaupt viele gesehen hätte obwohl ich genug Bonsai sah. Die Gattung Salix ist, wie Du selbst schon festgestellt hast, in der Bonsaigestaltung absolut unterrepräsentiert. Vielleicht zu Recht. Persönlich habe ich in den 1980er Jahren intensive Erfahrungen mit dieser Gattung gemacht. Mit meinem Freund habe ich damals hunderte vielleicht tausend Weiden gezogen und teils als Pre-Bonsai verkauft. Nach etlichen Versuchen hatten wir uns letztlich auf die Zwerg-Purpur-Weide (Salix purpurea 'Nana'), damals noch 'Nana Gracilis' benannt, konzentriert.

Einerseits sind Weiden sehr schnellwüchsig, hoch regenerativ aber eben auch nicht sehr langlebig. Sie lassen sich leicht vermehren, ja selbst Steckholz mit 50 cm Durchmesser wächst an, sie überwallen oft größte Wunden doch andererseits rotten sie auch leicht weg und selbst kleine Verletzungen können sehr große Areale zum absterben bringen. Durch die hohe Regeneration werden eben auch schnell Bereiche aufgegeben. Längerfristig gesehen somit trotz vieler sehr positiver Eigenschaften in Summe keine wirklich guten Voraussetzungen für Bonsai.

Was Dein Exemplar betrifft sind die Voraussetzungen aufgrund des wohl nicht wirklich zu stoppenden Pilzbefalls nochmals deutlich geschmälert.

Ich denke diese Ehrlichkeit verträgst Du als Gärtner. Dennoch solltest Du durchaus weiter mit Salix experimentieren denn man kann so einiges daran lernen. Und so 2-3 richtig gute habe ich als Bonsai auch schon gesehen. :wink:
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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