Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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mydear
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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von mydear » 27.05.2019, 10:34

Reiner K hat geschrieben:
27.05.2019, 09:42
************************Ausgang: leider sind die untersten Knospen schwarz geworden**************************************

die Erfahrung habe ich auch machen müssen.
Hast Du herausgefunden woran das liegt?
Hallo Reiner,

Interessant!!!! Wie schon geschrieben könnte es Lichtmangel sein ?!?
Nachdem die Knospen jedoch sehr nah am Austritt sind könnte auch die benachbarte Kallusbildung die Knospen zerstören. Das umgebende Zellgewebe verwächst mit den Knospen. Das Gleiche ist mir schon einmal passiert, wo die Knospen auch sehr nah an der Bohrstelle lagen. Anfangs waren die Knospen noch mehrere Monate rot, mit der Bildung des Kallusverbundes wurden sie schwarz.
Abhilfe??? Ich probiere nächstes Mal 0,5 cm Abstand zum Bohrloch einzuhalten.

Grüße
Rainer

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Reiner K
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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von Reiner K » 27.05.2019, 21:42

*daumen_new*
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Max L
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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von Max L » 29.05.2019, 10:54

Bitte weiter berichten!

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mydear
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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von mydear » 29.05.2019, 16:21

Sehr gerne Max

Was interessiert am meisten? Der Seigen oder die Techniken?

Grüße
Rainer

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Max L
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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von Max L » 12.06.2019, 22:45

Hallo Rainer,

beides *daumen_new*

Viele Grüße, Max

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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von mydear » 26.06.2019, 23:49

Die erste Ablaktion besteht jetzt seit einem Jahr. Sie scheint stabil angewachsen zu sein. Ich werde den Versorgungsast trotzdem noch ein weiteres Jahr dran lassen.

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die zuführende Saftbahn rechts wurde oben entfernt um zu sehen wie stark der Ast versorgt wird. An der Oberseite bildet sich kaum Kallus um die Schnittstelle. Ich denke der Versorgungstrieb ist schon fast überflüssig, Doch lieber etwas zu lange dran lassen, als zu früh abschneiden.
50D12A64-DDEC-45DD-8954-B55783E1BF55.jpeg (315.02 KiB) 501 mal betrachtet

Bei der zweiten Ablaktion hat sich ein kleiner Kegelstumpf gebildet. Es scheint so, als würden die schlafenden Knospen tatsächlich mit Kallusgewebe verwachsen. Zusätzlich bricht die Rinde am Stamm etwas auf. An der Durchführung scheint sich Druck aufzubauen. Ich werte es mal als gutes Signal, dass die Stelle aktiv ist und Dickenwachstum produziert. Nach dem Foto habe ich alle Verbindungsstellen dick mit Wundknete abgedeckt und die Knete vorsichtig angedrückt. Die Knete wurde schon zweimal ausgetauscht, sobald sie leicht aushärtet. Diese Ablaktion ist noch nicht angewachsen, das wird noch mindestens ein Jahr dauern.

Grüße
Rainer
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Zuletzt geändert von mydear am 27.06.2019, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von Jürgen* » 27.06.2019, 08:01

Sehr interessante und lehrreiche Doku, Danke dafür *daumen_new*

Das der Ast so eine angeflanschte Optik darlegt ist interessant - noch nie gesehen :shock:
Sind die Knospen abgestorben, oder eventuell noch aktiv?

Auch krass das da so Kräfte auftreten, die das Holz sprengen, dies habe ich aber bei der Robinie auch!
Die Äste sprengen regelrecht die Borke u. Holz - hat aber auf den Wuchs keine Auswirkung.
Wenn interessant und passend stelle ich gerne Bilder ein?

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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von mydear » 27.06.2019, 10:22

Jürgen* hat geschrieben:
27.06.2019, 08:01
Das der Ast so eine angeflanschte Optik darlegt ist interessant - noch nie gesehen :shock:
Sind die Knospen abgestorben, oder eventuell noch aktiv?

Auch krass das da so Kräfte auftreten, die das Holz sprengen, dies habe ich aber bei der Robinie auch!
Die Äste sprengen regelrecht die Borke u. Holz - hat aber auf den Wuchs keine Auswirkung.
Wenn interessant und passend stelle ich gerne Bilder ein?
Hallo Jürgen,

über den "Flansch" habe ich mich auch gewundert. An dieser Stelle ist es ja bereits die 2. Ablaktion. Vermutlich fällt deshalb die Kallus- und Rindenbildung stärker aus. Die feine Struktur des Triebes und die grobe Struktur des Stammes passen schlecht zusammen, brauchen einen Flansch - sonst hält es nicht :lol:

Ob die Knospen noch aktiv sind kann ich nicht sagen. Mit etwas Glück sind es noch schlafende Knospen, die nach Rückschnitt noch austreiben können. Ich entferne umgebende Blätter anderer Triebe, so dass an den Flansch immer genügend Licht hinkommt.

Knorrige, aufgerissene Rinde an Robinien kenne ich auch. Da wundert es mich, wie noch Saftfluss stattfinden kann.

Grüße
Rainer

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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von Reiner K » 07.07.2019, 11:19

Hallo Rainer, schöne Doku.
Aber was mich etwas stört ist der Borkige Bereich um den Wundkallus,
Ich finde eher untypisch für eine Seigen.
Ist die Hoffnung dass sich das nochmals normalisiert?
Der ganze Stamm schön glatt und die Schnittstelle und Bohrpropfung so borkig.....????
Was minst Du?
LG Reiner
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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von mydear » 07.07.2019, 22:24

Reiner K hat geschrieben:
07.07.2019, 11:19
Aber was mich etwas stört ist der Borkige Bereich um den Wundkallus,
Ich finde eher untypisch für eine Seigen.
Ist die Hoffnung dass sich das nochmals normalisiert?
Der ganze Stamm schön glatt und die Schnittstelle und Bohrpropfung so borkig.....????
Was minst Du?
Hallo Reiner,

Ich freue mich über dein Interesse. Ja, die borkige Rinde stört mich auch, sie behindert das dauerhafte Verwachsen mit dem neuen Trieb. Ich hatte das noch nie so extrem wie bei diesem Seigen.

Ich erinnere mich an Heikes Bericht zu Bjorn Bjorholms Empfehlungen: nur in gesund Rinde ablaktieren. Jetzt kann ich mir vorstellen warum...

Ich glaube nicht, dass sich die Rinde „normalisieren“ wird. Ich habe bereits vor 2 Wochen die borkige Rinde bis zum Kambium weggeschnitten und Wundpaste aufgedrückt. Vorerst nur unten und an der linken Seite. Ich müßte mal wieder nachsehen wie es mittlerweile aussieht.

Grüße
Rainer

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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von Reiner K » 08.07.2019, 20:25

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Re: Seigen-Ahorn - Abmoosung + Ablaktion

Beitrag von mydear » 03.10.2019, 20:18

*updated*
Der links ablaktierte Ast hat nach dem Einkürzen nochmals ausgetrieben; er dürfte mittlerweile angewachsen sein. Im März 2020 wird der Versorgungstrieb gekappt, so verdickt wie der schon ist. Wenn ich mir den Seigen so ansehe, bin ich überzeugt, dass ALLE Äste durch Ablaktion entstanden sind. Sie haben alle die gleichen konischen Verdickungen.
Die japanische Wundknete (in der weißen Dose) bricht immer so schnell und löst sich vom wuchernden Kallus. Hier habe ich ihn bereits mehrfach ersetzt. Alternativ habe ich diesmal die Wundpaste „Shin Kiyonarhu“ sehr dick aufgetragen. Die bleibt elastisch und muss nie wieder ersetzt werden. Nur ist sie diesmal schwarz geworden *schulter zuck* . Sonst blieb sie immer hellgrau. Kennt jemand von euch das?

Die obere Ablaktion hat Mitte des Jahres auch angetrieben. Auch hier kam die Paste dick drauf und wurde schwarz. Die Versorgung wird vermutlich erst 2021 getrennt. Wie sich die brüchige Rinde (letzter Beitrag) weiter entwickelt hat kann ich nicht erkennen.

Grüße
Rainer

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Wundpaste „Shin Kiyonarhu“, speziell für Veredelungen empfohlen
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3. Oktober 2019
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die Ablaktion scheint angewachsen zu sein, der Trieb hat kräftig im Durchmesser zugenommen im Vergleich zur hinteren Zuleitung
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3 Verzweigungen am Ast. Leider sind die hinteren beiden Knospen eingetrocknet. Das könnte von der Durchführung durch das Bohrloch kommen. Wenn die Knospen verletzt werden sterben sie meist ab.
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Eintritt obere Ablaktion
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Austritt oben
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soweit alles ok
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