Georgs Rotbuche

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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bock
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von bock »

bonsai_anfänger hat geschrieben: 23.03.2021, 09:20 Mir sind zwei Punkte an der Buche aufgefallen, bei denen ich Rat bräuchte. Zum einen habe ich ja die dicken Äste mit Spanndraht abgespannt und den Ast gepolstert. Ich bemerke aber deutliche Schattierungen unter bzw. um diese Polsterungen herum. Ich vermute, dass diese durch den entstandenen Druck auf diese Stelle und einem damit verbundenen Abdrücken des Saftflusses entstehen. Ist das korrekt? ...
Moin Georg,
wie Gary schon schrieb, kein Grund zur Sorge.
Die Verfärbung tritt zwangsläufig ein, wenn Baumrinde mit irgendwas bedeckt wird.
Die Borke ist aussen mit Algen, Flechten und Pilzen besiedelt. Mikroskopisch klein. Und kleine abgeschilferte Borkenfetzen haften ebenfalls lose an.
Durch die Polsterung wird dieser Belag beeinflußt. Teilweise "gebügelt" und teilweise durch Reibung entfernt.
Teilweise wird er schattiert und ändert dadurch seine Zusammensetzung.
Bedecke versuchsweise ein Stück Baumrinde (an einem Ast, muss ja kein Bonsai sein) mit etwas Alufolie. Und dann schau nach einem Monat und nach einem halben Jahr mal nach. Du wirst staunen...

:-D
liebe Grüße Andreas
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bonsai_anfänger
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von bonsai_anfänger »

Hallo ihr beiden, danke für die Antworten.

Danke Gary für deine sachliche Erklärung. Das weiß ich zu schätzen :).
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von bonsai_anfänger »

Heute habe ich auch an diesem Baum die Wundknete abgemacht, die auf die Schnittstelle aus dem März aufgetragen wurde. Meine Frage ist, ob ich davon ausgehen kann, dass die Überwallung des Kallus vom Baum "abgeschlossen" ist. Also müsste ich nun den Kallus anritzen, wenn ich will, dass der Baum die Wunde weiter überwallt? Wann ist allgemein davon auszugehen, dass die Rücktrocknung des Baumes "abgeschlossen" ist? Ich meine, dass man davon ausgehen kann, dass der Saftrückfluss abgeschlossen ist und für die in umliegenden Äste keine Gefahr mehr des absterbens besteht?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von bonsai_anfänger »

Hab eben festgestellt, dass die Bilder nicht hochgeladen wurden.
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Georg *daumen_new*
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bock
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von bock »

Moin Georg,

den Kallus lässt du dieses Jahr unberührt, der Draht auf der Schnittstelle stört.
Das nackte Holz steht zu weit über den Kallusrand hinaus, das behindert die Überwallung und führt zu unschöner "Knubbelbildung".
Besser ist, die Schnittstelle leicht konkav zu schneiden, dann hat der Kallus freie Bahn. Dabei aber den Kallusrand nicht verletzen!
liebe Grüße Andreas
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Gary
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von Gary »

Hallo Georg,
Andreas hat Dir ja schon was geschrieben aber ich versuche mal Deine ursprünglichen Fragen etwas aufzudröseln.
bonsai_anfänger hat geschrieben: 04.06.2021, 16:57 Meine Frage ist, ob ich davon ausgehen kann, dass die Überwallung des Kallus vom Baum "abgeschlossen" ist. Also müsste ich nun den Kallus anritzen, wenn ich will, dass der Baum die Wunde weiter überwallt? Wann ist allgemein davon auszugehen, dass die Rücktrocknung des Baumes "abgeschlossen" ist? Ich meine, dass man davon ausgehen kann, dass der Saftrückfluss abgeschlossen ist und für die in umliegenden Äste keine Gefahr mehr des absterbens besteht?
Pauschal lässt sich dies nicht wirklich beantworten. Je nach Baumart und Lage/Art des Schnitts kann die Rücktrochnung Jahre dauern.
Bei Deiner Buche kannst Du jedoch von "abgeschlossen" ausgehen. Im Guten wie im Bösen. Der rundum geschlossen erkennbare Kalluswulst gibt zu erkennen, dass kein weiterer Saftrückzug mehr stattfinden wird. Ich sehe ihm aber auch an das er nicht mehr weiterwachsen wird. Insofern ist auch die Überwallung "abgeschlossen". Solltest Du den Kallus nun anritzen, wird im vorliegenden Fall, entweder teils eine erneute Rücktrocknung stattfinden, wohl eher aber die Bildung einer kleinen, unschönen Kalluswucherung.

Warum ist dies so und warum ist nicht mehr zu erwarten?
  • 1. Lage und Form der Schnittführung :arrow: deutlich zu hoch über zum Zugast
  • 2. Schnittfläche uneben, teils überstehende Ränder :arrow: Persönlich bevorzuge ich meist ebene, plane Schnittflächen - sie könnte bei dieser Größe auch ca.2-3 mm konkav sein.
Und wie Andreas schon schrieb, stört hier auch noch der Draht einen ungestörten Heilungsprozess.
(Schaue ich auf diesen Draht, scheint er nicht viel "Zug" zu haben und es stellt sich die Frage: Braucht man ihn überhaupt?)
Viel vorteilhafter für die Gestaltung und den Heilungsprozess wäre es hingegen den Spitzenast aufzurichten.

Soviel zu den Schauplätzen. Solltest Du ein anderes Ergebnis als das derzeitige anstreben, so bleibt die Gewichtung bei den Punkten 1. und 2.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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bonsai_anfänger
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von bonsai_anfänger »

*updated*
ich bin ziemlich traurig, da ich nun festgestellt habe, dass meine Buche wahrscheinlich eingegangen ist. Die Äste sind trocken und laufen rot an und die Knospen sind trocken und brechen ab. Liege ich mit meiner Einschätzung richtig, dass der Baum hinüber ist?
Was war eurer Meinung nach der Grund? Ich habe ihn diesen Frühling erneut ein ganzes Stück gekappt. War das tatsächlich zu viel? Ist der Baum daran eingegangen? Ich habe hier im Forum verschiedene Meinungen zum Thema Wundknete gelesen. Unter anderem auch, dass es besser sei, überhaupt keine Knete zu verwenden. Daher wollte ich dies nun ausprobieren. War das mitverantwortlich?
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Georg *daumen_new*
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ania
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von ania »

Hast du die Rinde angekratzt ob drunter noch irgendetwas grünes ist?

Wie hast du denn überwintert?
Wann hast du gekappt, hatte er zu dem Zeitpunkt Blätter oder lebende Knospen?
Wann wurde zuletzt umgetopft, gab es sonstige Maßnahmen?

Ich denke nicht dass es an fehlender Knete liegen kann, davon stirbt kein Baum.

Gary hatte zur Schnittführung was geschrieben, das solltest du dir nochmal durchlesen bevor du den nächsten Baum kappst. Im Forum gibt es auch einige Entwicklungsgeschichten wo Schnittstellen gezeigt und diskutiert werden. Die Schnittführung ist nämlich wieder nicht so toll. Aber das nur am Rande, denn davon ist er auch nicht gestorben.
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von bonsai_anfänger »

Mit der Rinde das habe ich versucht. Die Rinde war zu hart, um sie abkratzen zu können.

Überwintert habe ich den Baum so wie er steht in einer Ecke im Freien aber windgeschützt.
Gekappt hatte ich etwa Ende März. Da hatte der Baum weder Blätter oder Knospen.

Umgetopft hatte ich den Baum noch garnicht. So wie ich den Baum im Frühling 2020 ausgegraben hatte und in dem Topf eingepflanzt, so sitzt er auch.
Es gab dieses Jahr außer den Schnittarbeiten nichts weiteres.
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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ania
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von ania »

Auch sonnengeschützt?
Vielleicht im Winter mal zu wenig gegossen, oder zu viel (Regen?).
Knospen sollte er Ende März schon haben, Blätter noch nicht.

Ich denke nicht dass es am Schnitt lag, auch wenn dieser nicht optimal war. Er hätte ja weiter unten noch Knospen gehabt. Vielleicht war er beim Schnitt schon tot.
Jetzt wäre übrigens ein guter Zeitpunkt für große Schnitte, weil der Baum sofort mit Abschotten und Überwallen reagieren kann.
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achim73
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von achim73 »

So wie ich den Baum im Frühling 2020 ausgegraben hatte und in dem Topf eingepflanzt, so sitzt er auch.
ich nehme an, dass hier das problem liegt. ich finde es auch immer schwierig, im winter die richtige menge wasser zur verfügung zu stellen. ist das sustrat nicht optimal - dahingehend, dass man die eigenschaften aus erfahrung kennt und die gießmenge so beurteilen kann - wird es extrem schwierig bzw. fast zum glücksspiel.
gerade die rotbuchen sind etwas heikel in der überwinterung.
Gruss, Achim
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sauwoidman
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von sauwoidman »

Hallo Georg!

Der ist dir zu 95% schlicht über den Winter vertrocknet. Wenn die Rinde schon hart ist, ist da auch leider nichts mehr zu retten. :oops:
Im Februar/März war mal (zumindest hier in Österreich) eine ziemliche Dürreperiode. Solltest du ihn während dieser Zeit nicht oder zu selten gegossen haben, hätten wir auch schon mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache gefunden.

Diese Todesursache ist meiner bescheidenen Meinung nach, nachdem ich hier schon einige Jahre mitlese und auch eigene leidige Erfahrungen machen durfte/musste, der Hauptgrund, warum Bäume über den Winter eingehen oder Äste verlieren: im Winter schert sich einfach fast niemand um das Gießen, weil es in 9 von 10 Jahren ohnehin regelmäßig (und) genug regnet/schneit. Und selbst wenn man sich die Mühe macht und auch in der kalten Jahreszeit die Wasserversorgung nicht komplett vergisst, gibt es genug Pflanzenpfleger, die dann zu zögerlich und zu zaghaft gießen, weil sie einmal gehört haben, dass vor vielen, vielen Jahrzehnten bei der Schwägerin eines Bekannten eines Posters im Bonsaiforum ein Baum im Winter durch übergießen gestorben ist, weshalb man schlussfolgert, nur ganz sparsam mit dem Wässern sein zu dürfen. Wenn man seinen Baum in halbwegs "normalem" durchlässigem Substrat hat und der Topf einigermaßen brauchbare Abzugslöcher hat, ist es vollkommen egal, da kann man gießen, was man will, man kann ihn selbst mit den bösesten Absichten fast nicht übergießen
Die meisten heimischen Pflanzen halten im Winter auch einmal ein paar Tage nasse Füße aus, das sind sie seit Jahrmillionen gewohnt, nix Besonderes. Was sie jedoch gar nicht vertragen, ist es, bei Sonnenschein und vielleicht noch scharfem Wind vollkommen trocken zu stehen. Das sind dann meistens jene Todesfälle, die lapidar als "Frostschaden" betitelt werden, oder wo man irgendwelche monate- oder jahrelang zurückliegende Maßnahmen als vermeintliche Todesursache hervorkramt, um das eigene Gewissen ein wenig zu besänftigen. Die sind aber trotz alledem schlicht und ergreifend vertrocknet *schulter zuck*

MfG Reinhold!
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achim73
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Re: Georgs Rotbuche

Beitrag von achim73 »

hallo reinhold,

dem möchte ich ausnahmsweise mal widersprechen.
Wenn man seinen Baum in halbwegs "normalem" durchlässigem Substrat hat und der Topf einigermaßen brauchbare Abzugslöcher hat, ist es vollkommen egal, da kann man gießen, was man will, man kann ihn selbst mit den bösesten Absichten fast nicht übergießen
da habe ich einfach andere erfahrungen gemacht. meine bäume überwintern schattig und windgeschützt, und weil ich das geglaubt habe, habe ich mal einen ganzen winter "immer mal draufgekippt". das verwendete substrat war durchlässig, aber (worin ich heute einen entscheidenden faktor sehe) nicht gesiebt.
Die meisten heimischen Pflanzen halten im Winter auch einmal ein paar Tage nasse Füße aus, das sind sie seit Jahrmillionen gewohnt, nix Besonderes.
in solchem substrat sind die füße aber dauernass, weil das einfach eeewig lange nicht abtrocknet. und das fiese ist, dass sich der feinanteil mit der zeit nach unten spült und das grobe substrat an der oberfläche bleibt und sehr viel schneller abtrocknet. also fühlt man mit dem finger - trocken . und kippt wieder wasser drauf.
deshalb warne ich vor "freilanderde" im topf. ganz schlecht ist es, wenn die einfach nur mit grobem substrat aufgefüllt wird. dann läuft das wasser schlimmstenfalls einfach dran vorbei, oder das eine trocknet viel schneller als das andere...
mittlerweile habe ich überall das gleiche, gut gesiebte substrat drin und prompt - aus vorsicht - letzten winter tatsächlich trockenschäden gehabt.
deshalb - ein schlechtes substrat bemerkt man leider meist erst im winter... :(
Gruss, Achim
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