Ulmenstecklinge

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
bonsai_anfänger
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Ulmenstecklinge

Beitrag von bonsai_anfänger »

Da ich einen hier bereits existierenden Thread nicht zweckentfremden wollte, mache ich hier einen eigenen Thread über meine Ulmenstecklinge. Danke an George für seine Erläuterung. Ich habe gestern Ulmenstecklinge geschnitten und exakt nach Anleitung verfahren. Die Stecklinge habe ich "ziehend" abgeschnitten, auf ein Blatt reduziert. Das Substrat ist hierbei Bonsaierde vermischt mit Wurzelhormonpulver. So habe ich den Topf halbschattig und windgeschützt auf die Dachterasse gestellt. Heute sehe ich schon, dass etwa die Hälfte der Stecklinge das übriggebliebene Blatt hängen lassen. Wie ist euer Feedback? Falsch? Richtig? Erfolgschancen?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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mydear
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von mydear »

Ich stelle sie gerne schattig auf, dass die Sonne sie nicht aussaugt...

Grüße
Rainer
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bonsai_anfänger
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von bonsai_anfänger »

Bis auf diesen Faktor ist noch etwas verbesserbar?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
Hippo
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von Hippo »

Salü Georg,

Solchen Stecklingen sollte man anfänglich 90 % rel. Luftfeuchtigkeit geben.
Ausserdem habe ich noch nie gehört, dass man in die Erde Wurzelhormon reinmischt. Da ist die Entwicklung offenbar an mir vorbeigeschlichen. Ich habe früher immer die feuchten Stecklinge mit dem unteren Drittel in das Pulver getippt, mit einem Bleistift ein schräges Loch ins Substrat gestochen und den Steckling mit der schräg angeschnittenen Stelle nach unten, ins schräge Loch geführt und das Substrat leicht angedrückt.
Danach wässern und Folie drüber und warm aber vollschattig aufstellen.

Dass deine Stecklinge die Blättchen hängen lassen ist kein gutes Zeichen. Ich liess 2-3 Blätter dran aber habe sie halbiert.

Ach ja und die Bonsaimischung wirkt ziemlich "fett". Ich habe immer ein magereres Substrat bevorzugt wie z.B. Perlit, Sand, Torf-Sand Mischung usw..
Uuund, Ist diese Erdmischung düngerfrei?

Gruss George
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von bonsai_anfänger »

Ich habe das Wurzelhormon in die Erde reingemischt, weil das so als Anleitung auf der Verpackung stand. Zuvor hatte ich es auch mit anderen Stecklingen versucht, diese mit der Spitze in Pulver zu tun, aber bei denen sind jetzt die Blätter "verbrannt" schwarz. Ich vermute, dass die das Pulver nicht vertragen haben.
Ich habe der Erde sonst nichts beigemischt, also keinen Dünger. Wenn die Erde Dünger enthält, dann vom Hersteller aus.
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von bonsai_anfänger »

Ich habe das Wurzelhormon in die Erde reingemischt, weil das so als Anleitung auf der Verpackung stand. Zuvor hatte ich es auch mit anderen Stecklingen versucht, diese mit der Spitze in Pulver zu tun, aber bei denen sind jetzt die Blätter "verbrannt" schwarz. Ich vermute, dass die das Pulver nicht vertragen haben.
Ich habe der Erde sonst nichts beigemischt, also keinen Dünger. Wenn die Erde Dünger enthält, dann vom Hersteller aus.
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Georg *daumen_new*
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von Hippo »

bonsai_anfänger hat geschrieben: 11.06.2021, 07:24 Wenn die Erde Dünger enthält, dann vom Hersteller aus.
Ja, das habe ich gemeint. Das gilt es zu checken und auszuschliessen.

Das mit dem Hormon der Erde beimischen kannte ich noch nicht. Öfter mal was Neues und man lernt nie aus. :lol:
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von bonsaiheiner »

mydear hat geschrieben: 10.06.2021, 18:32 Ich stelle sie gerne schattig auf, dass die Sonne sie nicht aussaugt...

Grüße
Rainer
Wichtig und richtig, hat aber noch weitere Konsequenzen
bonsai_anfänger hat geschrieben: 10.06.2021, 18:55 Bis auf diesen Faktor ist noch etwas verbesserbar?
Durchaus!
Baue Dir eine Art Käfig aus Aludraht.: 3 Alubögen bis in den Boden des Anzuchttöpfchens stecken, sodas sie eine Kuppel bilden. Fixiere die Kuppel in der Mitte oben. Lasse weniger Grün an den Stecklingen oben. Meistens genügt ein halbes Blatt. Überziehe Deine Kuppel mit Frappan. Die Folie unterhalb des Topfoberrandes fixieren. Geht mit Gummiband, besser ist Zwirn, weil Gummi schnell porös wird im Freien. Oben in die Kuppel 3-4 Löcher stechen, 3 mm Durchmesser. Dann halbschattig stellen. So wird Verdunstung mit allen negativen Konsequenzen weitgehend vermieden. Der Zeitpunkt zum Nachfeuchten des Stecklingssubstrates rückt näher, wenn sich innen an der Folie kein Kondenswasser mehr niederschlägt. Anfangs habe ich auch die Stecklingsbasis in "Wurzelhormon" gedippt, ist wohl mehr eine Glaubenssache.
Wenn´s geht, mit der Stecklingsanzucht bis Juni warten, Juli ist noch besser.
Gutes Gelingen!
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von Georg »

Gerade bei dem diesjährigen Witterungs/Wachstumsverlauf würde und werde ich bis Ende Juni warten mit Stecklingen.
Ich mache es im Prinzip so wie Heiner.
Meistens ohne Bewurzelungspulver.
Warum? Siehe Bonsaiheiner.
Gruß
Rüdiger
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von Gary »

Hallo Leute,
langsam bekomme ich ein Gefühl wie wenn Blinde über Farben diskutieren.
Ständig lese ich von "Wurzelhormon", man meint aber "Bewurzelungshormon/e" und einige der Diskutanten wissen offensichtlich nicht was dies ist.
Bei "Bewurzelungshormonen" handelt es sich eben um Hormone und die sind in Deutschland nicht frei verkäuflich. Sie wirken eben nicht nur auf den Pflanzenorganismus sondern ebenso auf den menschlichen Organismus. Daher ist bei ihrem Umgang Vorsicht geboten. Klar kann man sie im Internet leicht aus dem Ausland beziehen.
Sie wirken auch. Vor allem wenn das richtige Hormon, in der richtigen Konzentration, für den entsprechenden Steckling verwendet wird. Stecklinge unterscheidet man hier zumindest mal in weiche, mittelfeste und harte Stecklinge. Das zur Bewurzelung allseits beliebte blaue Gel aus dem Grower-Shop (Cannabis-Szene) ist eben genau für krautige Stecklinge geeignet und auch hier sollte man auf seine Eigengesundheit achten. Bezug wiederum übers Ausland. Sein Einsatz bei Abmoosungen (Hartholz) schiebt die Wirkung jedoch in den Bereich der frei verkäuflichen Mittel. Dies sind meist Mittel auf Algenbasis und ihre Wirkung hängt stark von Hoffnung und Glauben ab.
bonsai_anfänger hat geschrieben: 11.06.2021, 07:24 Ich habe das Wurzelhormon in die Erde reingemischt, weil das so als Anleitung auf der Verpackung stand.
Hippo hat geschrieben: 11.06.2021, 08:19 Das mit dem Hormon der Erde beimischen kannte ich noch nicht. Öfter mal was Neues und man lernt nie aus. :lol:
Hallo Georg und George. :-D
Ich schätze mal wir reden von COMPO AGROSIL® Wurzel-Turbo? Das ist ein Silikat-Kolloid und kein Hormon (daher auch in Deutschland frei verkäuflich). Dieser Bodenaktivator (Hilfsstoff) soll das Anwachsen erleichtern und damit einhergehend die Wurzelbildung beschleunigen. Dies alles gilt für Pflanzen mit einem vorhandenen Wurzelapparat, von Stecklingen (totes Stück Holz) ist da nirgends die Rede und auch keine Wirkung zu erwarten. (ergo => Hoffnung und Glaube)

Stecklinge brauchen m.E. ein vernünftiges Stecklingsmedium. Das kann vieles sein. Auch Torfquelltöpfe funktionieren gut, man muss wie bei allen Medien eben auf den Feuchtigkeitsgehalt achten.
Die Verdunstung sollte reduziert werden, die Luftfeuchte erhöht. Ersteres erreicht man schon durch Reduzierung der Blattmasse und Letzteres durch ein Minigewächshaus bzw. eine übergestülpte Plastiktüte. Natürlich muss das Ganze dann in den Schatten. Im Sommer reicht auch hier die Temperatur aus, denn eine erhöhte Bodentemperatur erleichtert allgemein die Bewurzelung.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von Hippo »

Salü Gary,

Danke für deine klärenden Ausführungen.
Gary hat geschrieben: 11.06.2021, 16:32 Ich schätze mal wir reden von COMPO AGROSIL® Wurzel-Turbo?
Ich jedenfalls nicht. Ich habe in den 80-ern das erste und einzige Mal so ein Pülverchen gekauft und zwar von Stöckler. Diese Firma vertrieb in der Schweiz vor Allem Neudorff-Produkte und so weiss ich nicht mehr ob das ein Eigenprodukt von Stöckler oder doch von Neudorff war.
Damals hiess das aber anders als der heutige Neudorff-Wurzelaktivator und wurde als Bewurzelungsmittel für holzige Stecklinge verkauft. Und das Wort Hormon kam auch irgendwo in der Produktbeschreibung vor. (glaube ich mich zu erinnern)
Bei uns in der Arbeitsgruppe hat das jeder in eine Filmbüchse umgefüllt und als Amateur-Stecklings-Vermehrer reichte das für ein Leben lang.

Gruss George
Zuletzt geändert von Hippo am 12.06.2021, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von bonsaiheiner »

Deshalb habe ich in meinem Beitrag Wurzelhormon auch in Anführungsstrichen gesetzt.
Hormone sind in der Humanmedizin hochkomplexe organische Verbindungen, die auf Botenstoffe reagieren, die oft von der Hirnanhangsdrüse losgeschickt werden. Diese Botenstoffe sind ihrerseits oft mindestens Tri-Peptide.
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von Gary »

Hallo Heiner,

auch wenn ich es nicht ausdrücklich erwähnt habe: Bei Dir ist mir klar das Du sehr genau Bescheid weißt. Nicht nur als langjähriger Bonsaianer den ich kenne, sondern auch als Arzt.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von Hippo »

Salü Gary nochmal,

Ja wir wissen alle, dass Heiner ein umfangreiches Wissen hat.
Aber ist es wirklich nötig, dass Du manche Andere hier ganz subtil als Idioten darstellst?
Das kleine Hippo hat ja eine dicke Haut, kann aber durchaus zubeissen falls nötig. *kiss*

Gruss George
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Re: Ulmenstecklinge

Beitrag von bonsai_anfänger »

Hallo zusammen.

@Heiner: Das Konstrukt klingt sehr aufwendig. Ist es nötig so vorzugehen oder hätte eine Mülltüte auch diesen Effekt?

@Gary: Das Zeug hieß Neudofix Wurzelaktivator und es wurde mit Stecklingsvermehrung geworben.
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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