Projekt Nashi

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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Waya
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Waya » 30.08.2014, 16:06

Nach weiteren 2 Monaten sehen die Nashis nochmal etwas anders aus.

Während 2 der Nashis nur einen Trieb hat, haben sich bei der 3. Pflanze 3 Seitentriebe entwickelt. Im Moment darf noch alles wachsen, wenn die Blätter ab sind erfolgt der erste Schnitt, um die 3 ins Winterquartier zu bekommen.
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CIMG9726.JPG (79.2 KiB) 2672 mal betrachtet

Die größte Nashi misst ca. 1,1 m. Schön zu sehen ist bei jeder Nashi die 2 Austriebe: während der erste schon verholzt ist, ist der 2. noch grün. Die 3 hier haben jetzt einen Stammdurchmesser von ca. 1 cm.
Die kleine Nashi da noch links hat schon Herbst und die Blätter etwas verfärbt...
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CIMG9726-2.jpg (156.39 KiB) 2672 mal betrachtet

Auch die 2 Nashis im Beet einwicklen sich gut. Die größere ist jetz bei ca. 72 cm. Wenn man bedenkt, das die im Frühjahr bei der Pflanzung nur 10cm hoch war, schon ein tolles Wachstum. Allerdings erst 0,5cm dick.
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CIMG9727.JPG (108.89 KiB) 2672 mal betrachtet

Wer nach der Aussat nicht gleich was keimen sieht, sollte trotzdem den Topf immer weiter mit gießen. Nachdem ich beim Sommerfest einen Stoß an Nashi losgeworden bin, sind danach immer noch welche gekeimt...
Der Dateianhang CIMG9728.JPG existiert nicht mehr.
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Gruß, Claudia

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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Hans Peter » 30.08.2014, 17:04

Hallo Claudia,

meine beiden Nashis die ich von dir habe machen auch bereits Herbst. Die schneide ich dann auch vor dem Winterlager zurück und stelle sie zum ausgewachsenen Artgenossen mit Frucht.

lg. Hans Peter

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Waya
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Waya » 02.11.2014, 16:30

Die 3 großen Nashis sind sich mit der Farbwahl nicht ganz einig...

Eine ist noch grün, die andere dunkelrot, fast schon schwarz und die 3. rot-orange. :-D Bald geht es dann auch mit einem frischen Schnitt ins Winterlager. Hab heute schon mal alles aufgebaut. 8)
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Gruß, Claudia

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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Waya » 24.11.2015, 19:11

Jaja, die Aufzucht ist doch die wahre Geduldsprobe bei Bonsai... :lol: :wink:

Der Vollständigkeit halber, ein kleiner Jahresbericht.

Die 3 im Topf sind jetzt so dick wie meine Finger. Nächstes Jahr werde ich mal wieder die Wurzel kontrollieren und die dann jeweils in einen Teilpflanzkorb setzten und diesen wiederum ins Beet. Ich erhoffe mir davon nochmal ein besseres Wachstum, der Teichkorb soll helfen den Wurzelballen besser kontrollieren zu können.


Die beiden Freiland Nashis haben sich recht unterschiedlich entwickelt. Während die eine die Sorte mit einer recht derben Schale sein dürfte, die auch Dornen ausbildet und im Spätsommer schon Herbstlaub gebildet hat, ist die andere Nashi auf über 2m geschossen. Bei der 2m Nashi ist der Stamm allerdings durchgängig gleich dick. Die beiden werden dann nächstes Jahr im Frühling zurückgeschnitten. Ich hoffe der Schnitt bringt dann mehr Verzweigung und mehr Dickenwachstum im unteren Stammbereich.
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Größenvergleich
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Wil » 25.11.2015, 15:44

Hallo Claudia,
Waya hat geschrieben:Jaja, die Aufzucht ist doch die wahre Geduldsprobe bei Bonsai... :lol: :wink:
Also Aufzucht kenn ich ja, aber was ist Bonsai :roll: ? Kann man das essen ??

Klasse Bericht *daumen_new* Deine Nashis haben sich sehr gut gemacht.

LG Wil
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Waya
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Waya » 03.09.2016, 17:32

Wieder fast ein Jahr vorbei...

Eigentlich wollte ich ich Frühjahr umtopfen, das ist dann aber wegen des Japan Urlaubs ausgefallen... :lol:
Trotzdem haben die 3 wieder ca. 0,5m Wachstum in der kleinen Schale gemacht. 8)
Nächstes Jahr werden ich dann die Wurzeln einmal ordnen und alle in größere Teichkörbe setzten. Davon verspreche ich mir nochmal ein stärkeres Wachstum.

Bei den beiden Nashis im Freiland musste ich die eine kleinere im Frühjahr entsorgen. Die ist nicht wieder ausgetrieben. Die andere hab ich gekürzt, da der Trieb schon über 2m war, ohne Verzweigung. Irgendwas scheint aber nicht so optimal zu sein. Das Wachstum war dieses Jahr eher mäßig, die Blattfarbe gefällt mir auch nicht. Ich werde die Nashi später ausgraben und mit den anderen frostfrei überwintern.
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die drei
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der Stamm hat durchaus zugenommen... der Finger ist aber im Moment ständig geschwollen... xD
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Freiland Nashi
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Gruß, Claudia

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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Gatze » 04.09.2016, 10:15

Hi

Diese tolle/lehrreiche Dokumentation macht echt mut selber welche aus Samen zu ziehen

Bitte weiter berichten!

Grüße Magda
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Geduld ist die Kunst nur langsam wütend zu werden.

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Re: Projekt Nashi

Beitrag von abardo » 05.09.2016, 12:53

Hi Claudia,

Nashis mit ihrer Pfahlwurzel produzieren bei meinen am eigentlichen Nebari arttypisch recht interressante bzw. fürchterliche Kringel (je nach Geschmack). Willst du deine Grossen später abmoosen oder doch noch irgendwann komplett kappen ?

Aktuell ist die untere Hälfte ja noch unbeastet und ziemlich gerade ...
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Reiner K » 05.09.2016, 13:44

abardo hat geschrieben:Hi Claudia,

Nashis mit ihrer Pfahlwurzel produzieren bei meinen am eigentlichen Nebari arttypisch recht interressante bzw. fürchterliche Kringel (je nach Geschmack).
wo ist das Problem?
Schneide die doch einfach ab.
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von abardo » 05.09.2016, 13:57

Reiner K hat geschrieben:
abardo hat geschrieben:Hi Claudia,

Nashis mit ihrer Pfahlwurzel produzieren bei meinen am eigentlichen Nebari arttypisch recht interressante bzw. fürchterliche Kringel (je nach Geschmack).
wo ist das Problem?
Schneide die doch einfach ab.
Bei meinen sind die Feinzurzeln unterhalb der Kringel. An der restlichen Pfahlwurzel, die sich durch Aussaat im kleinen Topf eben so aufgekriegelt hat. Entweder behalte ich die Kringel (bei manchen find ich die ganz nett und da bei diesen die ersten Äste tief genug anfangen, lass ichs erst mal so. Andere sind so hochbeinig wie die von Claudia, die werd ich wohl abmoosen.

Meine Frage ware daher, was Claudia zukünftig mit ihren vorhat. Abmoosen oder kappen oder richtig grosse Bäume ?
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Waya » 05.09.2016, 16:27

abardo hat geschrieben: Nashis mit ihrer Pfahlwurzel produzieren bei meinen am eigentlichen Nebari arttypisch recht interressante bzw. fürchterliche Kringel (je nach Geschmack). Willst du deine Grossen später abmoosen oder doch noch irgendwann komplett kappen ?

Aktuell ist die untere Hälfte ja noch unbeastet und ziemlich gerade ...
Ich geh mal davon aus, das sich der eine Teil auf die Wurzel bezieht, der andere auf den Spross...

Bei den 3 hab ich bereits 2014 die Pfahlwurzel gekappt und die Wurzeln beim Umtopfen ausgebreitet. Wenn man die Ballen jetzt aus den Töpfen raus hebt, hat man ein recht feines Wurzelbild und keine Kringel.
Beim Spross befinden sich auch weiter unten noch viele schlafende Augen.
Wenn ich die nächstes Frühjahr in Teichkörbe setzte, werden entsprechend nicht nur die Wurzeln, sondern auch jeweils der Spross wieder stark zurück geschnitten. Da gibt es keinen Grund was abzumoosen. Im Moment interssiert mich nur die Dicke des Stammes. Und nein, Shohin sollen es nicht werden, sondern schon größer. Deshalb seh ich das auch ganz entspannt. 8)
Grobes Ziel sind erstmal 3-4cm Stammdurchmesser.
Gruß, Claudia

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Re: Projekt Nashi

Beitrag von abardo » 05.09.2016, 16:46

Danke für die Erklärung, Claudia.

Dann kann ich entweder nochmal tiefer eintopfen und dann später den Kringel der Pfahlwurzel kappen oder ...
... abmoosen, wenn mir die Äste oben schon gefallen aber der Stamm viel zu lang ist ...
... oder es behalten, wie es ist.
Grüße, Frank
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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Bonsette » 05.09.2016, 17:26

Hallo Claudia,
dein Nashi-Projekt ist interessant! Ich bin gespannt, wann sie das erste mal Blüten haben.
Hast du die Samen direkt aus der Frucht genommen, gesäubert und nach dem Kamillenteebad eingepflanzt? Oder hast du sie erst getrocknet oder im Kühlschrank startifiziert?

LG
Steffi

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Re: Projekt Nashi

Beitrag von Waya » 06.09.2016, 11:43

abardo hat geschrieben:Dann kann ich entweder nochmal tiefer eintopfen und dann später den Kringel der Pfahlwurzel kappen oder ...
... abmoosen, wenn mir die Äste oben schon gefallen aber der Stamm viel zu lang ist ...
... oder es behalten, wie es ist.
Hast du denn schon eine Art "Nebari Hochizont" festgelegt? Wie dick waren deine Nashis da? Eigentlich kann man bei den jungen Pflanzen ohne Probleme die Pfahlwurzel kappen, um das Nebari würde ich mich auch noch nicht kümmern, wenn die erst recht dünn sind.
Probiere doch sonst die Pfahlwurzel Stück für Stück zu kappen und den Baum insgesamt etwas tiefer (also 1-2cm) zu setzten?
Je nach Zustand werde ich bei meinen 3en erst nächstes Jahr mal schauen, ob man da schon was Richtung Nebari machen kann, heißt, bestimmte Wurzeln auf belassen, den Rest entfernen, die Wurzeln aber immer noch unter der Erde lassen.
Bonsette hat geschrieben: Ich bin gespannt, wann sie das erste mal Blüten haben.
Mit Blüten wird das wohl so oder so erstmal nichts. Dazu müsste sich Fruchtholz an Kurztrieben bilden, dessen Bildung man durch hochizontales Anbinden etc. fördern kann. Derzeit bilden die Nashis aber nur Langtriebe, die ich jeden Herbst zurück schneide (damit die für die Überwinterung verstaut werden können), eine Bildung von Kurztrieben und damit Blüten, findet derzeit nicht statt. Das ist eine Sache, die dann erst interessant wird, wenn der Stamm eine entsprechende Dicke hat und man langsam über einen entsprechenden Astaufbau nachdenken kann... 8)
Bonsette hat geschrieben:Hast du die Samen direkt aus der Frucht genommen, gesäubert und nach dem Kamillenteebad eingepflanzt? Oder hast du sie erst getrocknet oder im Kühlschrank startifiziert?
Nashis werden wie Äpfel und andere Birnen kühl gelagert. Wenn man die dann im Laden kauft, sind die Samen somit schon stratifiziert. Trocknen würde ich ebenfalls nichts. Wenn man sich ab Mitte Februar (wenn die Samen keimen ist es min. März und die Sämlinge vergeilen nicht so) Nashis kauft und da die prallen Samen direkt einpflanzt, hat man eine sehr hohe Keimrate und wenig Arbeit. :wink:
Gruß, Claudia

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Re: Projekt Nashi

Beitrag von abardo » 06.09.2016, 12:23

Waya hat geschrieben:
abardo hat geschrieben:Dann kann ich entweder nochmal tiefer eintopfen und dann später den Kringel der Pfahlwurzel kappen oder ...
... abmoosen, wenn mir die Äste oben schon gefallen aber der Stamm viel zu lang ist ...
... oder es behalten, wie es ist.
Hast du denn schon eine Art "Nebari Hochizont" festgelegt? Wie dick waren deine Nashis da? Eigentlich kann man bei den jungen Pflanzen ohne Probleme die Pfahlwurzel kappen, um das Nebari würde ich mich auch noch nicht kümmern, wenn die erst recht dünn sind.
Probiere doch sonst die Pfahlwurzel Stück für Stück zu kappen und den Baum insgesamt etwas tiefer (also 1-2cm) zu setzten?
Je nach Zustand werde ich bei meinen 3en erst nächstes Jahr mal schauen, ob man da schon was Richtung Nebari machen kann, heißt, bestimmte Wurzeln auf belassen, den Rest entfernen, die Wurzeln aber immer noch unter der Erde lassen.
Hatte im Winter 2013 gesät. Jetzt sind die Stämme so dick, wie mein kleiner Finger.

Meine 7 Stk. sind alle ziemlich unterschiedlich, manche hab ich rigoros oben gekappt (die haben prima sinnvolle Äste entwickelt), andere haben schon passende Äste (haben sich von selbst verweigt), manche sind zu hochbeinig, aber alle haben Kringel und die Feinwurzeln immer weit unter dem Kringel am Ende der Pfahlwurzel. Wenn ich da kappe, haben die gar keine Wurzeln mehr.

Deshalb werden ein paar im Frühling tiefer gesetzt werden und bei anderen fang ich eine Abmoosung an und zwei bleiben so, wie die sind, da find ich die Kringel cool.

Das komplette Kappen (im Herbst) hatte super funktioniert, aber Verzweigung/Rückknospung scheint bei Nashis auch nicht so einfach zu sein. Wenn ich Äste zurückschneide, treiben die einfach 5mm vor dem Schnitt wieder aus und verlängern den Ast weiter. Scheint mir wirklich ähnlich zu Äpfeln zu sein, dann werd ich die im Frühling auch nach dem ersten Austrieb so wie die Äpfel schneiden. Und meine Nashis sind auf jeden Fall so richtig apikaldominant ...
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