Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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Pflanzbert
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Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von Pflanzbert » 01.06.2015, 21:53

Ich habe hier eine Ulme, jetzt im 2. oder vielleicht im 3.Jahr, und ich frage mich, ob es Zeit wird mit der Dressur, oder ob ich sie dieses Jahr noch mal wachsen lassen soll. Die Zielhöhe hat sie erreicht, eigentlich schon überschritten.
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ulme_1.jpg
ulme_2.jpg
Viele Grüße,
Hajo

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migo
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Re: Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von migo » 01.06.2015, 22:52

Bei solchen Jungpflanzen solltest du folgende Reihenfolge beachten:
1.Wurzelansatz,
2.Stamm(Dicke,Verjüngung),
3.Astaufbau
4.Feinverzweigung
Das heißt für dich jetzt, die Pflanze durchtreiben lassen und im nächsten Frühjahr beim Umtopfen den Wurzelansatz korrigieren/lenken, evtl erster Schnitt in der Höhe (auf Verjüngung gehen, also ziemlich tief schneiden) und dann wieder durchtreiben lassen - usw.
Tschüüss, Michael

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Pflanzbert
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Re: Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von Pflanzbert » 02.06.2015, 00:36

Danke, dann lasse ich die Ulme erst mal treiben. Das gibt mir auch Zeit, darüber nachzudenken, was für eine Gestaltung für sie passend wäre.
Viele Grüße,
Hajo

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Re: Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von bonsaiheiner » 02.06.2015, 01:04

Hallo Hajo,
Deine kleine Feldulme ist ca 3 Jahre alt.

Die wichtigste Frage ist: Was habe ich mit ihr vor? Wo soll die Reise hingehen?

Bei einer streng aufrechten Wuchsform bietet sich das Absetzen auf einen kleinen Nebenzweig an, der dann als Stammverlängerung hochgedrahtet wird. Das würde der Verjüngung dienen. Ist reizvoll, aber total untypisch für Ulmen, denn die wachsen idR nie streng aufrecht mit durchgehend geradem Stamm. Ich habe seit mehreren Jahren zwei Projekte mit diesen Stilmerkmalen in Arbeit.

Natürlicher wäre eine ganz leicht geschwungene Stammform und mit stetig sich verjüngenden Ästen und Zweigen zur Peripherie hin.
Die Feldulme brilliert mit einer bei anderen Spezies kaum zu erreichenden Feinverästelung und das solltest Du unbedingt nutzen.

Ganz junge Ulmen müssen jährlich umgetopft werden, weil das Wurzelwachstum enorm ist und der Gestalter da zeitig korrigierend eingreifen muss.

Beste Grüsse,
Heiner
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Re: Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von Achim13 » 02.06.2015, 09:31

Hallo Hajo,

ich kann Heiner nur zustimmen.....wo soll die Reise denn hingehen, was willst du denn für einen späteren Baum haben?

Wenn das klar ist sparst du viel Zeit bei der Gestaltung da du keine "unnötigen" Schritte machst.

Gruß Achim *wink*

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Re: Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von bonsaiheiner » 02.06.2015, 10:24

Achim13 hat geschrieben:...

Wenn das klar ist sparst du viel Zeit bei der Gestaltung da du keine "unnötigen" Schritte machst
...und Du nichts wegschneidest, was Du später vielleicht einmal bedauerst, weggeschnitten zu haben in einer Zeit als Dir noch der Durchblick fehlte.
Wenn also das Gestaltungskonzept, das Aussehen des Baumes vor Deinem geistigen Auge noch unklar ist, ist es besser, erst mal alles wachsen zu lassen und sich durch Beispiele in der Natur oder auf Ausstellungen Ideen zu holen.
Gruss,
Heiner
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Re: Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von Pflanzbert » 02.06.2015, 12:50

Ja, im Moment habe ich überhaupt keine rechte Vorstellung wo es hingehen soll mit dem Baum. Die Ulme war ein Zufallsfund im Garten, zuerst hielt ich sie sogar für eine Hainbuche, da ich Ulmen bis dahin gar nicht richtig kannte. Aus anderen Bereichen weiß ich, dass ich schlecht darin bin, mit neuen Ideen zu kommen, aber besser darin, bestehende Ideen aufzunehmen und zu verbessern. Vermutlich wird es also gut sein Ulmen zu studieren, echte und Bonsai, und von dort aus zu versuchen, eine Idee zu gewinnen, wie ich meine Ulme Gestalten will. Bislang hatte ich gehofft, der Baum würde eine Besonderheit entwickeln, die Anreiz gibt zu einer bestimmten Gestaltung, aber bis auf die Tatsache, dass die Ulme hartnäckig leicht schräg wächst, ist an ihr bislang nichts Besonderes.

In der Natur scheinen freistehende Ulmen recht früh zu verzweigen und eine aufrecht-ovale Krone zu Bilden, aber so wie ich mich kenne, ist mir das zu "langweilig" und ich würde einer eher unregelmäßigen Form zusteuern. Mal sehen, was an Ideen so kommt. Gut dass ich nicht schon jetzt mit der Gestaltung beginnen muss, im Moment wäre alles nur eine notlösung, da eine richtige Idee noch fehlt.

Bis auf einige Versuche mit Ficus Benjamina Stecklingen fehlt mir noch alle Bonsai-Erfahrung. Deshalb auch die Frage hier, ich fühle mich unsicher, und wollte erst mal nachfragen, bevor ich einen, vielleicht nicht mehr zu korrigierenden, Fehler mache.
Viele Grüße,
Hajo

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Re: Ulme 2-jährig, wie geht es jetzt weiter?

Beitrag von mydear » 05.08.2017, 16:59

Hallo Hajo,

was ist aus der Ulme inzwischen geworden? Ein Update würde mich interessieren.

Grüße
Rainer

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