Schimmel an Stecklingen

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
Totti83
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von Totti83 » 09.06.2016, 06:36

so ein steck Schaum z.b hat so viel ich weis keine Nährstoffe und wen ich mich erinnern kann ist der auch ziemlich hart da kann keine pflanzen wurzeln das ist eher für Gestecke gedacht bei hochzeiten oder Geburtstag *daumen_new*


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camaju
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von camaju » 09.06.2016, 10:35

Bevor noch mehr Klimmzüge gemacht werden, mal hier lesen.

http://bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?f=8&t=31101

Funktioniert auch mit Stecklingen
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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Waya
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von Waya » 09.06.2016, 11:02

Gerade bei Stecklingen und Sämlingen nimmt man ja extra Substrat, welches kaum bis gar nicht gedüngt ist.
So ist die Pflanze gezwungen einen entsprechenden Wurzelapparat auszubilden, weil sie nach Nährstoffen suchen muss. Benutzt man schon vorgedüngtes Substrat, muss sich die Pflanze ja keine Arbeit machen Wurzeln auszubilden, da "Stammnah" ja schon alles zu finden ist.

Man kann alles nehmen, was halbwegs locker ist, damit Luft in den neuen Wurzelbereich ran kommt.


Entscheidener ist:

- Von welcher Art willst du Stecklinge machen? (alle lassen sich nicht oder nur schwer vegetativ vermehren)
- brauche ich ggf. Hormone?
- der richtige Zeitpunkt
- die richtigen Pflanzenteile (frische Triebe, ein Jahrestrieb, ältere Triebe, Triebe ohne Blüten usw.)
- die richtige Verarbeitung der Stecklinge
Gruß, Claudia

tomi000
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von tomi000 » 10.06.2016, 11:21

Ich hatte z.B. ein paar Ahornstecklinge, aber von denen hab ich schon gehört, dass sie nur schwer bewurzeln und überleben. Sonst sowas wie Eiche, Buche...

Was wären denn Bäume mit denen das "gut" klappt? Am besten welche die man hier in Deutschland häufig antrifft, also in Parks etc.
Von Hormonen hab ich keine Ahnung und da wollte ich auch erstmal kein Geld für ausgeben wenn die so schon keine paar Tage aushalten.
Zum richtigen Pflanzenteil, keine Ahnung :P, ich hab mir einfach ein Ästchen abgeschnitten, das nicht zu dünn scheint und dann daraus ein paar kleine Teile geschnitten, unten angespitzt, oben ein kleines Ästchen mit 1-2 Blättern stehen gelassen. Ich kenne mich nicht so aus was frische Triebe sind und einjährige, hatte bisher nie was mit Pflanzen zu tun...

mfg Thomas

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Georg
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von Georg » 10.06.2016, 14:41

Ich habe mal 2 Stecklinge von Linden (tilia cordata) genommen. Beide haben gut gewurzelt. Wäre ne Möglichkeit.
Azaleen gehen ganz prima, Ficus sowieso. Letzterer bewurzelt sogar im Glas. *daumen_new*
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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MarionS
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von MarionS » 10.06.2016, 16:29

tomi000 hat geschrieben:Von Hormonen hab ich keine Ahnung und da wollte ich auch erstmal kein Geld für ausgeben wenn die so schon keine paar Tage aushalten.
Geld brauchts da auch nicht unbedingt. Fütter die Suche mal mit "Weidenwasser" oder "Weizenwasser".
Vor Kurzem tauchte hier auch die Methode auf, Rosenstecklinge in jeweils eine Kartoffel zu stecken und die dann einzupflanzen. Ich geh mal davon aus, dass außer dem feuchten Ambiente auch die Hormone der keimenden Kartoffel im Spiel sind.

Wenn das mit Gewächshaus oder Tüte nicht funktionieren will, probier es doch mal ohne.
Du musst dann stattdessen den Steckling so 2-3mal am Tag mit Wasser tropfnass einsprühen.
Gruß,
MarionS

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Georg
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von Georg » 10.06.2016, 17:07

Wenn Du Probleme mit der Erde hast, einfach die benötigte Menge im Backofen bei 120 C durcherhitzen. Damit hast Du sie thermisch "sterilisiert".
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von tomi000 » 12.06.2016, 01:23

Danke für den Tipp mit dem weidenwasser, werde ich auf jeden fall mal probieren. Das mit der erde im backofen auch. Reichen 120°? Sind mehr schlecht, geht da was kaputt?

Mfg Thomas

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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von Georg » 12.06.2016, 06:46

Geht nichts kaputt, kostet nur unnötig Geld. :lol:
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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von Waya » 12.06.2016, 11:02

Die Seite hier sollte auch noch sinnvoll sein: http://stecklinge.com/?page_id=38

Da sieht man beim ersten Bild auch, wo man am besten schneidet. Bei Pflanzen gibt es Knotenpunkte, sogenannte Nodien, wo auch die Blätter sitzen. Da befinden sich auch mehr Zellen, die von der Pflanze in alle möglichen Organe umgewandelt werden können. Daher schneidet man die Stecklinge so, das am unteren Ende ein Nodium sitzt.
Gruß, Claudia

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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von Pflanzbert » 13.06.2016, 15:09

tomi000 hat geschrieben:Ich hatte z.B. ein paar Ahornstecklinge, aber von denen hab ich schon gehört, dass sie nur schwer bewurzeln und überleben. Sonst sowas wie Eiche, Buche...

Was wären denn Bäume mit denen das "gut" klappt?
Buche hat etwa 5% Erfolgsrate, soweit ich much erinnere. D.h. von 100 Stecklingen Bewurzeln 5 so gut, dass sie den Winter überleben. Manchmal hängt es auch vom Mutterbaum ab, nicht nur von der Sorte - manche Bäuem scheinen bessere Stecklinge zu liefern als andere.

Ist zwar kein Baum, aber bei Feuerdorn hatte ich bislang 100% Erfolg.
Viele Grüße,
Hajo

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Re: Schimmel an Stecklingen

Beitrag von tomi000 » 18.06.2016, 01:00

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Habe mir jetzt ein Weidenwasser gemacht und gerade nochmal ein paar Stecklinge gesteckt.
Einmal ein paar Acer Japonicum Vitifolium(glaube ich zumindest nach Bildern herausgefunden zu haben), dann noch ein paar von ner Sauerkirsche(glaube ich) und schließlich welche von einem kleinen Pflänzchen das ich zufällig am Straßenrand gefunden habe, aber keine Ahnung habe, was es ist. Es hat nur so einen starken, "sauren" Geruch abgegeben, vor allem als ich ein Blatt zwischen den Fingern gerieben habe, dass ich mir was abschneiden musste :P. Vielleicht könnt ihr mir ja sagen was das ist :D...

mfg Thomas

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