Beetgeschichten

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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florianhoessel
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von florianhoessel » 24.02.2019, 10:59

Hallo Gary,

dein Erfahrungsschatz ist wirklich groß und beneidenswert.
Besten Dank fürs Teilen.
Dann werde ich mir mal so eine Purpurea besorgen.
Ich plane eh, die Fläche zu erweitern.
Will ich mit dieser hier weitermachen, muss ich wohl mit dem
Pilz leben, das ist vollkommen richtig.
Heißt wohl, Feinverzweigung aufbauen ist unmöglich.
Leider ist bei der Korkenziehervariante das Laub auch noch ge-
kräuselt, was immer aussieht, als hätte sie Läuse.
Aber, wie du schon sagtest, dafür läuft alles ein bisschen schneller ab...

2017, im Jahr des Umtopfens, behandelte ich zwei mal mit einem
Aliette- ähnlichem, zu giessenden Fungizid, da gab´s sehr wenig schwarze
Triebe, obwohl er eigentlich wesentlich schwächer gewesen sein muss.
Aber deshalb jetzt ständig zu behandeln ist mir zuwieder. Ich werde
sie nicht zum Pflegefall degradieren.
Des weiteren hat die Weide mir die Entscheidung ja abgenommen, eigentlich
wollte ich genau auf die Zweige absetzen, an allen drei Stämmen.
Da war ich mir wohl mit dieser Lebensgemeinschaft einig.
Mal sehen wie, und wie lange sie eine Kopfweide darzustellen im Stande ist?

Und jetzt mit besten Grüßen raus in den sonnigen Sonntag!


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florianhoessel
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Pyracantha angustifolia #1

Beitrag von florianhoessel » 12.03.2019, 22:51

Pyracantha angustifolia #1

Ein paar kommen noch...
Also der Feuerdorn. Auch so ein wehrhafter Bursche. Mir fällt öfter auf,
daß ich ganz schön viele Bäume mit fiesen Stacheln hab.
Aber der hier ist der schlimmste, weil sie ganzjährig im Laub versteckt sind.
Immer wenn ich vom Beet komme, fragt mich meine Freundin, wer denn
gewonnen hat, ich oder der Kater?
Trotzdem taucht der Feuerdorn nicht in meinen Inventuren auf, obwohl er damals
schon da war. Ich hab also kein Schimmer wie alt er genau ist.
Ich bin ein sehr unordentlicher Mensch, es ist schon ein Wunder, dass
sowas bei mir überhaupt existiert. Das ist in meinen Augen aber sehr wichtig,
auch um sich Notizen zu angestrebten Gestaltungen zu machen.
Ab einer bestimmten Menge wird es unübersichtlich.
Vor allem sollte man sich die Umschultermine notieren, ich habe einen Rhythmus
zwischen 3 bis 4 Jahren. Selten auch mal nur zwei, bei geplanter Ernte ein Jahr vorher
Sowas merke ich mir nicht für jeden Baum.
Wenn ich stark zurückschneide (ins alte Holz), lasse ich die Wurzeln
mindestens ein Jahr unberührt. Anders herum genauso.
Zurück zum Feuerdorn, ich schätze, er entstand in einer Sämlings- und Stecklings-
phase zwischen 2006 und 2009.
Den durch viele Schnittstellen auf engem Raum entstandenen Knubbel auf der rechten
Seite habe ich aktiv nach unten erweitern wollen. Plan B2 wäre großflächiges Rausschneiden
und Aushöhlen der Schnittstelle gewesen.
Foto 1 von 2015,
Foto 2 vom Frühjahr 2019 nach der Ernte. Der Topftermin ist eigentlich
zu früh, aber nicht anders möglich. Er steht jetzt in der Arbeitshalle der Gärtnerei.
Wenn alles gut läuft, wird er zur Sommersonnenwende um die Hälfte eingekürzt,
oder halt später. Ist ja Bonsai, wird eh nie fertig.
Die beiden letzten Fotos sind von zwei anderen Ansichten, der auffällige Ast muss mindestens
auf die erste brauchbare Verzweigung zurückgeschnitten werden.
Erstmal hilft er beim Einwurzeln.
Dateianhänge
Herbst 2015
Herbst 2015
comp_BonOkt20015-1 (128).jpg (239.9 KiB) 711 mal betrachtet
Frühjahr 2019
Frühjahr 2019
comp_DSCI0094.jpg (226.37 KiB) 711 mal betrachtet
alternativ Frühjahr 2019
alternativ Frühjahr 2019
comp_DSCI0082.jpg (231.79 KiB) 711 mal betrachtet
alternativ Frühjahr 2019
alternativ Frühjahr 2019
comp_DSCI0088.jpg (235.94 KiB) 711 mal betrachtet

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René Niwaki
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von René Niwaki » 13.03.2019, 08:13

Hey Florian,

ich stehe zwar nicht so auf Pyracantha, aber dein ''Knubbel'' sieht ganz interessant aus.

Da bin ich mal gespannt, wie es mit ihm weiter geht *daumen_new*
Gruß, René :)

PS: Schaut mal vorbei ->
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florianhoessel
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von florianhoessel » 13.03.2019, 21:52

Cool, danke Rene!

Sie wurde aber auch stiefmütterlich behandelt. Häufiger mal vergessen, 2015 sehr
stark eingekürzt, zwischendurch mal unmotiviert zurückgeschnitten, wie man auf
den letzten Fotos erkennt.
Ich beneide euch Baumschuler nicht für Kulturarbeiten in solchen Arten.
Aber irgendwie bilde ich mir ein, dass man öfters mal aus dem Standart geratene
Pflanzen findet, die geeignet sein könnten. Ist das so, oder wird gleich radikal
geschreddert?

Und wenn, wie schaffst du es dann, sie doch stehenzulassen.
Das ist so ein Problem von mir, eigentlich stehen die Bäume jetzt schon viel zu
eng, wenn ich meine Ergebnisse zum Beispiel mit denen von Roy F. vergleiche.
Aber es kommen beständig welch hinzu. Und meine Wunschliste ist noch lang.
Meine Bezugsquelle musste bisher nur bei Fagus crenata passen.

Alles Gute!

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René Niwaki
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Re: Beetgeschichten

Beitrag von René Niwaki » 14.03.2019, 08:21

florianhoessel hat geschrieben:
13.03.2019, 21:52
Ich beneide euch Baumschuler nicht für Kulturarbeiten in solchen Arten.
Aber irgendwie bilde ich mir ein, dass man öfters mal aus dem Standart geratene
Pflanzen findet, die geeignet sein könnten. Ist das so, oder wird gleich radikal
geschreddert?
Hey Florian,

leider wird bei uns viel zu früh gehäckselt...
Da hat der Betriebsleiter zu wenig Ahnung vom Verkauf!
Denn Architekten suchen immer häufiger nach nicht standardisierten Gehölzen. Aber im Außenbetrieb wird eine Pflanze, die nicht den FLL-Baumschulrichtlinien entspricht, schnell man in den Häcksler verbannt.
Wobei ich auch sagen muss: Ich arbeite in einer ''Alleebaumschule''. Also wir produzieren zum größten Teil Hochstämme, Alleebäume etc.
Also nur sehr geringe Mengen an Sträuchern, Heckenware, etc. Und wenn, dann erst ab einer gewissen Größe, da unsere Maschinen nicht auf kleinere Gehölzen abgestimmt sind.
Bei uns ist eben alles etwas größer. :wink:
Für mich und mein Bonsai Hobby wäre es auch schöner, wenn ich in einer kleineren Baumschule arbeiten würde, denn dort fallen einem wesentlich häufiger mal B-Ware oder wie du so schön schreibst: ''aus dem Standart geratene Pflanzen'' vor die Füße. So war es auch in der Baumschule, in der ich meine Ausbildung genossen habe.
Nun jedoch arbeite ich im Verkauf und da habe ich leider kaum noch etwas mit der Produktion zu tun. Somit bin ich leider noch weiter weg, von dem Arbeiten an und mit der Pflanze, was mir eigentlich immer viel Spaß bereitet hat. Und auch das eventuelle Entdecken von geeignetem Bonsai-Material in meiner Baumschule ist für mich nun nahezu unmöglich...

Aber genug von mir, hier geht's ja um dich bzw. deine Gehölze.
...und deren Entwicklung verfolge ich gerne weiter *daumen_new*

Vor allem die Entwicklung der Pyracantha :-D
Gruß, René :)

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Ligustrum Vulgare #1

Beitrag von florianhoessel » 18.03.2019, 20:22

Ligustrum Vulgare #1

Erstmal danke für deine Antwort Rene. Das hab ich mir schon fast
gedacht. Aber ich hatte auch ein wenig die Hoffnung, du hättest ein
Rezept gegen Sammelwut.
Und schon sind wir beim Thema:
Zusammen mit dem Feuerdorn hab ich diesen Liguster geerntet.
Er ist jetzt auch nichts besonderes, u.U. von der Art her.
Vielleicht ist es ein bisschen dreist, den hier so verloddert zu zeigen. Ich
verspreche aber, sobald er beschnitten wurde, gibt´s ein Update.
Ich halte aber die Füße still bis zur Sommersonnenwende!
Generell ist junges Material leicht zu beschaffen, es klappt alles. Er hier
ist ein Sämling aus 2005.
Leider ist das Dickenwachstum nicht besonders. Wundverschluss auch nicht.
Aber ich mag die Art irgendwie. Hat für mich etwas von Kindheit!
Fotos 1 und 2 zeigen ihn 2015.
Fotos 3 und 4 zeigen ihn im Frühling 2019.
Dateianhänge
Hinten? 2015
Hinten? 2015
comp_BonNov20015 (134).jpg (230.52 KiB) 535 mal betrachtet
Vorne? 2015
Vorne? 2015
comp_BonNov20015 (130).jpg (234.4 KiB) 535 mal betrachtet
Vorne? 2019
Vorne? 2019
comp_DSCI0107.jpg (224.91 KiB) 535 mal betrachtet
Hinten? 2019
Hinten? 2019
comp_DSCI0104.jpg (230.69 KiB) 535 mal betrachtet

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florianhoessel
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Forsythia x intermedia #1

Beitrag von florianhoessel » 08.07.2019, 19:56

Forsythia x intermedia #1

Zu guter Letzt zeig ich noch eine Forsythie.
Wie beim Feuerdorn entwickelte sich durch das Durchtreibenlassen
ein Knubbel am Wurzelhals.
Allerdings hat es hier nicht so richtig gut geklappt. Der Kallus ist
leider abgestorben. Dadurch gerate ich wohl in Zugzwang, die Stelle
irgendwie zu bearbeiten und zu konservieren.
Es steht auch noch eine grundlegende Gestaltung aus. Ich will noch
bis nach der Blüte warten. Und auf eine Eingebung.
Foto 1 ist aus 2011,
Foto 2 aus 2015,
das 3. vom Sommer 2018
Foto 4 vom Frühling 2019 und das
5. Foto zeigt den unfreiwilligen, unbearbeiteten Shari.
Mit freundlichen Grüßen wünsche ich allen
einen guten Start in die neue Saison!
Dateianhänge
comp_IMG_0418.jpg
comp_IMG_0418.jpg (236.64 KiB) 450 mal betrachtet
comp_BonNov20015 (94).jpg
comp_BonNov20015 (94).jpg (237.39 KiB) 450 mal betrachtet
comp_juli 2018 (92).jpg
comp_juli 2018 (92).jpg (231.3 KiB) 450 mal betrachtet
comp_DSCI0112.jpg
comp_DSCI0112.jpg (217.82 KiB) 450 mal betrachtet
comp_DSCI0125.jpg
comp_DSCI0125.jpg (232.49 KiB) 450 mal betrachtet


Zuletzt als neu markiert von florianhoessel am 08.07.2019, 19:56.

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