Trauerweide Stammaufbau

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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kitingfreak
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Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von kitingfreak » 25.06.2019, 13:42

Hallo liebe Gemeinde,

ich bin gerade dabei den Stamm einer Trauerweide aufzubauen. Ich lassen den Leittrieb durchwachsen, halte einen kleinen Seitentrieb aufrecht um den Stamm dann dort einmal weiter anzusetzen und entferne sonst mehr oder weniger alle Neuaustriebe, Knospen etc. Dieser Leittrieb wächst grundsätzlich sehr schön, nur ist er jetzt schon so lang aber immer noch so dünn, dass er ohne Draht umkippen würde. Natürlich hat er am Ansatz schon etwas an Dicke zugelegt. Ich habe ihn von Beginn an sicherheitshalber etwas mit Draht gestützt. War das ein Fehler? Habe ich ihn so von Beginn an zu viel gestützt und so verhindert, dass er sich selber stützt und dadurch vielleicht noch mehr an Masse zulegt? Wie soll ich weiter vorgehen? Momentan ist der Baum in einer großen flachen Trainingsschale (ähnlich Teichkorb mit vielen Löchern), bekommt ausreichend Wasser und Dünger, ist noch in normaler Erde (umtopfen in neues Substrat wenn erst nächstes Jahr, hat schon zu viel mitgemacht heuer) und wird als Versuchsobjekt geführt.
Ich würde mich über Ratschläge freuen,

Danke LG Marty


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Thorsten1504
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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von Thorsten1504 » 25.06.2019, 16:10

Hallo Marty,

zeig mal Bilder von dem Baum, dann kann man besser helfen.

Gruß

Thorsten *wink*

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Gary
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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von Gary » 25.06.2019, 16:26

Hallo Marty,

klar sind in einem solchen Fall, wie Thorsten schreibt, Fotos einfach von Vorteil, denn so ganz kann ich mir Dein Problem nicht vorstellen.
Okay, ich gehe davon aus, dass es sich um die vor 6 Wochen im anderen Thread gezeigte Trauerweide handelt. Dennoch verwirren mich Deine Angaben. Oder hast Du etwa an diesem neuen Leittrieb alle Neuaustriebe, Knospen, etc. entfernt? Klar bleibt der dann spindeldürr und wird in erster Linie nur länger.

Die Stützung durch Draht jedenfalls hindert den Trieb in keiner Weise an Dicke zuzulegen. Im Normalfall muss man da eher aufpassen das der Draht wegen dem Dickenwachstum nicht einwächst.

Also vielleicht doch einfach mal ein aussagekräftiges Bild posten.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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kitingfreak
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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von kitingfreak » 25.06.2019, 17:14

Hier mal der Trieb =) Ich bekomm das Bild irgendwie nicht gedreht sry :?
LG
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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von achim73 » 25.06.2019, 17:26

warum fällt mir da gerade der satz ein "gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht..." *floet*
nein, im ernst: welch vorstellung hast du so vom stammwachstum unter diesen bedingungen ?
wenn du uns das mitteilst, kann man dir sagen, ob es realistisch ist.
Gruss, Achim
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Gary
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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von Gary » 25.06.2019, 17:38

Marty,
wenn das die selbe Weide wie im anderen thread ist, hast du sie ja noch einmal stark zurückgeschnitten.

Trauerweide_kitingfreak.jpg
Trauerweide_kitingfreak.jpg (222.76 KiB) 692 mal betrachtet


Sie wird das überleben, nur ist es für Weiden völlig normal Jahrestriebe mit reinem Längenwachstum, praktisch ohne Verzweigung, zu treiben.
Auch wenn der Trieb dieses Jahr noch länger wird - viel dicker wird er dabei nicht mehr werden.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von kitingfreak » 25.06.2019, 17:50

Danke für eure Antworten.
Ich habe mich grundsätzlich bei der vorgehensweise an folgender aussage bezüglich der Feldaufzucht otientiert:
MerschelMarco hat geschrieben:
03.04.2017, 12:24
mydear hat geschrieben:Innerhalb von 10 Jahren sind Ulme, Feldahorn, Zierapfel oder Zelkove stark gewachsen und über das Ziel hinausgeschossen. Es entstanden lange Stammstücke ohne Verjüngung. Starke Äste im oberen Bereich sind völlig unbrauchbar und müssen wieder entfernt werden. Die verbleibenden großen Wunden bedeuten Risiko für inverse Verjüngung oder Knubbelbildung.

Ich habe meist bei dieser Anzucht nicht erkannt , dass die Verzweigung zu hoch ansetzt, die Baumhöhe größer als geplant ausfällt oder die Äste an der falschen Stelle sitzen. Ich müsste mich ständig bücken ja auf die Erde legen um ein klares Bild des Rohlings zu bekommen.
Rainer, da sprichst du ein zentrales Problem an.
Man wählt ja die Feldaufzucht, um in kürzerer Zeit, über dass im Vergleich zur Schalenaufzucht immense Wachstum, schneller zum Ziel zu gelangen. Dabei kann man aber auch über das ziel hinausschießen. Und das sieht man bei der überwiegenden Mehrzahl der Pflanzen aus Feldaufzucht. Die werden frei wachsengelassen und dann gekappt. Die an der gekappten Stellen austreibenden Triebe läßt man wieder frei wachsen und dann kappt man wieder. Nach vielleicht zwei Jahren oder auch länger, schließlich wächst die Pflanze erst ab dem zweiten Jahr so richtig Vollgas, schult man das erste mal um und hat schon den Salat. Eine im Prinzip verwachsene Besenform mit schlechtem Wurzelansatz. Das bekommt man dann auch nie wieder vernünftig korrigiert. Man kann sich noch mit Abmoosen oder so rummühen, aber da gewinnt man im Vergleich zur Schalenaufzucht nichts mehr.
Die Feldaufzucht kann die Trümpfe dann voll ausspielen, wenn man einen vernünftigen Kompromiss, auch im zeitlichen Verlauf findet, d.h. am Anfang steht die Qualität des Stamm- und Wurzelaufbaus absolut vor der Geschwindigkeit.
Das heißt auf jeden Fall erst mal jähliches Arbeiten an den Wurzeln, den Stamm möglichst nahe am Stammansatz absetzen und dann einen Leittrieb auswählen, den man durchwachsen läßt. Die anderen Triebe konsequent rausschneiden, bis auf einen Nebentrieb, den man aber möglichst klein hält. Falls Adventivknospen am Stamm austreiben, diese auch stark reduzieren, einige wenige sehr stark zurückgenommen erhalten, damit kann man dann in Phase zwei die Äste aufbauen. Dieses Spiel geht man über mehrere Jahre durch, je nach gewünschter Größe des Baumes. Je größer der Baum desto länger können dann langsam auch die Umschulzyklen werden
Ist der Stammaufbau so weit gediehen, macht man das gleiche Spiel mit den Hauptästen, d.h. Terminaltrieb des Astes jeweils durchtreiben lassen und ggf. mit Draht korrigieren. Dann wieder kappen und auf einen Nebentrieb absetzen.

So funktioniert das bei mir jedenfalls ganz gut und das ist nun wirklich keine Hexerei. Jeder mit der Gestaltung und der Pflege eines Bonsai klar kommt, kann das auch mit der Feldaufzucht, behaupte ich jetzt mal so.

Grüße,
Marco
Habe ich da etwas falsch verstanden? Bin für jeden Input dankbar! Und ja es wurde noch geschnitten da der eine Trieb aufgegeben hat. Weiters versuche ich hier den Wundverschluss mittels Alu Klebeband zu testen. Ich denke schon dass er verzeweigen würde, ich knipse ihm halt immer neue knospen raus.
Danke LG Marty

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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von Gary » 25.06.2019, 18:32

kitingfreak hat geschrieben:
25.06.2019, 17:50
Ich denke schon dass er verzeweigen würde, ich knipse ihm halt immer neue knospen raus.
Und warum tust Du das, Marty?
Damit beraubst Du den Trieb ja einer größeren Assimilationsfläche und somit einem stärkeren Wachstum!

Deine eventuelle Frage bezüglich dem zitierten Text zur Freilandaufzucht habe ich nicht verstanden. *kopfkratz*
Grüße aus dem sonnigen Baden
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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von kitingfreak » 25.06.2019, 21:23

Hallo Gary,

Naja in dem Post wird dazu geraten alles bis auf einen Haupttrieb und einen klein gehaltenen Nebentrieb zu entfernen um so möglichst schnell einen dicken Stamm aufzubauen. Aber irgendwie habe ich das Gefühl ich mache was falsch oder interpretiere das nicht ganz korrekt.

Danke für die Hilfe

LG

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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von bock » 25.06.2019, 21:33

Marty,

du vergleichst hier Äpfel mit Birnen!

Auch in der Schale baut man erst den Wurzelansatz, dann den Stamm, dann die Äste und schließlich die Verzweigung auf.
Aber es geht nicht so flott wie im Feld, dennoch muß man das Wachstum des Leittriebes inklusive Verzweigung erstmal fördern!
Also nichts abschneiden, solange die Wurzeln das Laub noch versorgen können.
liebe Grüße Andreas
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Re: Trauerweide Stammaufbau

Beitrag von kitingfreak » 02.07.2019, 15:11

Ok dann werde ich mal abwarten und wachsen lassen :-D
Danke LG

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