Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Erfahrungsaustauscht und Dokumentation von Sämerein und Stecklingsanzucht von Gehölzen auf dem Weg zur Bonsai tauglichen Rohpflanze.
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PaddyZ
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Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von PaddyZ »

Hallo zusammen,

Diese Hainbuche wurde im März von ihrem Standort in diesen Topf gesetzt. Dem Austrieb nach hat sie alles gut überstanden.
Soll ich dieses Jahr komplett wachsen lassen oder schon einen Schubs in die Richtung geben, in die der Baum später hin soll?
Der Stamm ist noch nicht sehr dick (ca. 2,5cm) Die Wurzelbasis lässt sehr zu wünschen übrig. Daher tendiere ich dazu dieses Jahr nichts weiter zu unternehmen.
Oder vielleicht abmoosen, um die tiefe Hauptwurzel im nächsten Frühjahr kappen zu können? Was denkt ihr ? ☺️
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Viele Grüße
Paddy 🍻

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espanna
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von espanna »

Hallo Paddy,

was würdest du mit dem Schnitt bewirken?
Lass den Baum Energie sammeln, Wurzeln bilden zu Kräften kommen in diesem Jahr und mach dir Gedanken in welche Richtung du den Baum entwickeln möchtest. Kann sicher was schönes werden.
Es hört sich komisch an, aber wenn du jetzt nicht hetzt bist du auf lange Sicht schneller.
Gruß
László

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Jürg Stäheli
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von Jürg Stäheli »

Hallo Jaszlo
Bitte sei mir nicht böse, wenn ich jetzt genau das Gegenteil schreibe.
Die Weissbuche ist doch kerngesund und kann gut ohne zusätzliche Energie auskommen.

Paddy, dieses Ausgangsmaterial ist ganz nach meinem Geschmack. Ich würde, in der oberen Hälfte, alle dicken Äste, die für die Gestaltung nicht zu gebrauchen sind, bis an den Stamm schneiden. Auf diese Weise die Energie umlenken auf die feineren Zweige, die du aufbauen willst. Dann wachsen lassen und nach dem Fallen der Blätter wieder ein Gestaltungsschnitt machen.
Im März 2022 wieder Umtopfen mit Wurzelgestaltung.
LG Jürg

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espanna
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von espanna »

Hallo Jürg,

kein Problem! Wie könnte ich dir Böse sein, wo ich (wir) so viel von dir lernen darf?

Ich meinte, dass der Schnitt ohne die großen Äste rauszunehmen und einen Plan Zu haben wenig hilft. Muss aber gestehen dass ich nicht weiß ob Paddy sich mit dem Bäumchen schon auseinander gesetzt hat.
Auch weiß ich um seine Pflegegewohnheiten wenig, beim Rückschnitt und wenig Wurzeln (was ich auch nur vermute) kann es in dem großen Topf schnell zu Nass für die Wurzeln werden. Diese Erfahrungen musste ich auch schon machen bis die Pflege und meine Wahrnehmung halbwegs passten.
Gruß
László

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espanna
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von espanna »

Hallo Paddy,

bitte richte dich nach Jürg und zeig uns den Baum auch mal wieder!
Ich freue mich auf die Updates!
Gruß
László

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PaddyZ
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von PaddyZ »

Hallo ihr zwei,
vielen Dank für die Anregungen. Dieses Wochenende steht noch ein Umzug bevor (Nur für den Menschen, die Hainbuche bleibt am gleichen Standort 😉) Wahrscheinlich kann ich mich dann erst in der Folgewoche mit dem Bäumchen zusammensetzen.

Ich werde mir dann die dicksten Äste genauer anschauen und hier Fotos zeigen.
Danach werde ich eine Woche unterwegs sein und könnte anschließend die Schnitte durchführen 👍

Nur um nochmal auf die Frage der Abmoosung zurückzukehren. Hiervon ratet ihr eher ab? Die jetzigen Wurzel reichen bis tief in den Topf. Daher kam mir die Überlegung 🤔😇
Viele Grüße
Paddy 🍻

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mydear
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von mydear »

PaddyZ hat geschrieben:
28.05.2020, 11:20
Nur um nochmal auf die Frage der Abmoosung zurückzukehren. Hiervon ratet ihr eher ab? Die jetzigen Wurzel reichen bis tief in den Topf. Daher kam mir die Überlegung
Hallo Paddy,

nachdem die Hainbuche erst im März ausgegraben wurde, rate ich dringend vom Abmoosen ab. Durch das Abmoosen wird der Rückfluss von Zuckerstoffen aus der Fotosynthese zu den Wurzeln verhindert. Die Wurzeln könnten nicht wachsen, der ganze Baum würde stagnieren oder sogar eingehen.
Hintergrund: beim Abmoosen kann nur Wasser von unten nach oben transportiert werden. Der Rückfluss der Nährstoffe ist unterbrochen, deshalb können neue Wurzeln am Ringspalt gebildet werden.

Grüße
Rainer
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espanna
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von espanna »

Außerdem macht eine Abmoosung Sinn, wenn das Nebari eine Katastrophe ist, oder der Stamm zu lang. Das wirst du erst beim Umtopfen mit Wurzelbearbeitung feststellen können 😉
Gruß
László

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PaddyZ
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von PaddyZ »

Alles klar, bin gespannt wie sich die Wurzeln bis nächstes/übernächstes Frühjahr entwickeln werden 🙏
Viele Grüße
Paddy 🍻

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PaddyZ
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von PaddyZ »

Hier Fotos ohne Laub. Habe meine überlegten Schnitte eingezeichnet aber bin mir irgendwie nicht so sicher dabei.
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Viele Grüße
Paddy 🍻

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maexart
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von maexart »

Hallo Paddy,
Da du bisher keine Antwort erhalten hast schreibe ich Mal meinen Senf. Wäre es mein Baum würde ich in Richtung freier besenform entwickeln, allerdings ist der baum auf dem Foto für mich schwer zu erfassen. Ich habe Mal eine Idee skizziert, orange schneiden, pink durchwachsen lassen.
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Jürg Stäheli
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von Jürg Stäheli »

Hallo Paddy
genau diese Äste, die du auf dem ersten Bild angezeichnet hast , würde auch ich schneiden. Den Untersten aber lassen, der richtet noch keinen Schaden an.
Zeige doch den Baum nach dem Schneiden noch einmal.
LG Jürg

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PaddyZ
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von PaddyZ »

Hier ein Update nach dem Schnitt.
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Viele Grüße
Paddy 🍻

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Maxinger
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von Maxinger »

Hi Paddy
habe auch zwei Hainbuchen am wachsen, deshalb bin ich auf deinen Thread gestoßen. Wenn ich mir die letzten Bilder so ansehe könnte wäre auch ein Doppelstamm eine Option. Der rechte Ast wäre doch perfekt dazu. Was denkst du? Weisst du schon wohin die Reise gehen wird?
Grüße, Maximilian
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Jürg Stäheli
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Re: Hainbuche - auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von Jürg Stäheli »

Hallo Paddy
sieht gut aus. Einzig der dicke Ast, den du nicht bis an den Stamm geschnitten hast, sondern nur umgesetzt, ist immer noch zu dick und der Winkel in dem er aus dem Stamm tritt, ist unnatürlich. Ich würde ihn ganz entfernen. Oben in der Krone würde ich die längsten Triebe noch schneiden. Unbedingt die Wunden mit japanischer Wundverschluss-masse verschliessen, dann sind sie in kurzer Zeit verheilt.

Die Idee von Maximilian ist eine Überlegung wert.
LG Jürg

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