Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Freie Baumgestaltungen. Wir nähern uns von einer anderen Seite. Junge Wilde inklusive.
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abardo
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von abardo » 18.11.2016, 14:01

Anja M. hat geschrieben:Wir können ja mal Versailles oder Herrenhausen als Penjing nachmachen.
Das wäre Modellbau. Ok, wenigstens europäisch.

Macht doch mal in kubistischem Laub. Rechtwinkligen Stämmen. Bäumen mit Aussage. Symetrisch kreuzende Äste. Bildhafte Skulpturen. Hecken ?
Was genau, ist schwer zu beschreiben.

Ich weiss nur, was ich nicht immer will: Bäume so gestalten, wie sie auch in der Natur stehen könnten.
Ich wohn ja auch nicht in einer natürlichen Höhle.
Grüße, Frank
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bonsaiwilly
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von bonsaiwilly » 18.11.2016, 14:27

Bäume mit Aussage...
Hat ein gut gestalteter, dem natürlichen Vorbild entsprechender, klassischer Bonsai keine Aussage?
Das was du da vorschlägst und womit du dich beschäftigst ist für mich immernoch kein Bonsai.
Die alten und neuen Bonsaimeister üben ihre hohe Kunst nicht aus, um ihre über jahrzentelang gestalteten Bäume, mit irgendwelchen hängenden , unnatürlichl gestalteten Strünken vergleichen zu lassen die sich dann auch noch Bonsai nennen wollen.
LG Dieter


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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Heike_vG » 18.11.2016, 14:56

Auch ich bin ein großer Freund klassischer Bonsai, die einen naturnahen oder idealisierten Baum darstellen.
Unter "Neue Freiheit" oder "Junge Wilde", wie es früher hieß, ist es aber allemal legitim, ganz andere Wege zu beschreiten und sich von den traditionellen Regeln zu lösen.
Ob es am Ende noch Bonsai ist oder heißen sollte, finde ich zweitrangig. Neue, andere Dinge können interessant, inspirierend, faszinierend, befremdlich, schockierend oder abstoßend sein. Es muss nicht jedermanns Geschmack sein. Aber ich verfolge die künstlerischen, phantasievollen, verrückten Ideen hier immer mit viel Spaß.
Ich finde es sogar ganz wichtig, bei Bonsai hin und wieder nicht alles zu ernst und zu traditonsverhaftet zu sehen.

Liebe Grüße,
Heike
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abardo
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von abardo » 18.11.2016, 16:14

Hi,
bonsaiwilly hat geschrieben:Bäume mit Aussage...
Hat ein gut gestalteter, dem natürlichen Vorbild entsprechender, klassischer Bonsai keine Aussage?
Zitat aus Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Naturalis ... e_Kunst%29
"Der Naturalismus in der Kunst ist eine Strömung von circa 1850 bis 1900, ... spricht man auch allgemeiner von Naturalismus als einer Darstellungsweise, unabhängig von Zeit und weltanschaulichem Hintergrund. Wenn es um die Absichten geht, die mit einer solchen Darstellungsweise verfolgt werden, spricht man oft eher von Realismus.
bonsaiwilly hat geschrieben: Das was du da vorschlägst und womit du dich beschäftigst ist für mich immernoch kein Bonsai.
Deshalb nenn ich es doch dauernd anders :roll: und deshalb gibt es hier doch eine extra Rubrik, weil man noch gar nicht weiss, was solche Gestaltung sind oder mal werden.
bonsaiwilly hat geschrieben: Die alten und neuen Bonsaimeister üben ihre hohe Kunst nicht aus, um ihre über jahrzentelang gestalteten Bäume, mit irgendwelchen hängenden , unnatürlichl gestalteten Strünken vergleichen zu lassen die sich dann auch noch Bonsai nennen wollen.
Den Meistern ist es glaub ich ziemlich schnuppe, was ich manchmal so mache.

Irgendwie kommen wir vom Thema ab, in dem Thread wurden von Martin ein paar Links zu interressanten Gestaltungen gezeigt. Würde gern mehr davon sehen, ist immer erfrischend.
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Kyrilla » 18.11.2016, 16:39

abardo hat geschrieben: Macht doch mal in kubistischem Laub. Rechtwinkligen Stämmen. Bäumen mit Aussage. Symetrisch kreuzende Äste. Bildhafte Skulpturen. Hecken ?
Was genau, ist schwer zu beschreiben.

Ich weiss nur, was ich nicht immer will: Bäume so gestalten, wie sie auch in der Natur stehen könnten.
Ich wohn ja auch nicht in einer natürlichen Höhle.
Würde ich auch so beschreiben.
Jeder wie er mag,aber was abstraktes hat auch seine Schönheit.
Nur konsequent sollte es sein.
Bonsai ist die Kunst,die Perle einer Muschel sichtbar zu machen ohne die Muschel zu zerstören.

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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Andreas Ludwig » 18.11.2016, 20:58

Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen
und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuem.
Finden – das ist das völlig Neue! Das Neue auch in der Bewegung.
Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!

Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen, die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziele ziehen lassen
und nicht – menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens
doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von camaju » 18.11.2016, 21:36

abardo hat geschrieben:Rechtwinkligen Stämmen.
Gabs schon, in BA 117, zumindest mit solchen Ästen.
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Martin_S » 18.03.2017, 18:35

Wieder so ein...."Ding" 8)

Der auf dem letzten Bild :)

http://bonsaibark.com/2017/03/18/alien- ... cal-trees/
Beste Grüße
Martin

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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Michael 86 » 18.03.2017, 19:18

Super

Erinnert an Baumbart aus "Herr der Ringe"
Grüße Michael :)

Opa Lutz
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Opa Lutz » 18.03.2017, 21:18

Hallo Martin,
der ist ja mehr als Interessant! *daumen_new*
Ich liebe solche "Exoten".viewtopic.php?f=9&t=42758#p461962
Grüße Lutz

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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Martin_S » 27.08.2017, 21:31

Interessant?

http://bonsaibark.com/2017/08/27/is-thi ... -two-pots/

@Mod: der Link enthält links zu gewerblichen Seiten. Dennoch ok?
Dient keinerlei kommerzieller Zwecke, soll eher diese interessante Thema Supporten.

Ggf. entfernen, wenn gegen Richtlinien verstoßen werden sollte.
LG
M
Beste Grüße
Martin

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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Andreas Ludwig » 28.08.2017, 12:06

Das ist interessant, unabhängig davon, ob es echt ist oder ein Photoshop-Dings.

Es erinnert mich an eine Fichte, mit der ich lange erhebliche Gestaltungsprobleme hatte: Die hat eine weit gespreizte Wurzel mit zwei aktiven Enden, aber nichts dazwischen. Ich wagte nicht, den einen oder anderen Teil wegzuhauen, man weiss ja, wie das kommen kann bei Fichten. Eine Weile erwog ich wirklich, das einfach in zwei Töpfe zu pflanzen. Allerdings ergab sich dann eine andere Möglichkeit, die ich auch schön fand. Das Bild zeigt eine junge Gestaltung, in der Zwischenzeit ist die Krone deutlich ausgebaut.
schutzwald.jpg
schutzwald.jpg (27.16 KiB) 456 mal betrachtet
Ich zog sie vor, weil zwei Töpfe doch etwas sehr «Gewolltes» haben. Der Ansicht bin ich heute noch. Ich bin ja nun nicht gerade als besonders regeltreu bekannt, aber zwei Töpfe? Da vermisse ich die Leichtigkeit, die das alles nun mal haben muss. Wie im Zirkus: Der Typ mag schwitzen und ächzen, aber es muss leicht wirken. Zwei Töpfe sind nicht leicht. Es sieht nach Notlösung aus – es sei denn, man setzt da noch was drauf. Zwei Schuhe zum Beispiel, das wäre wiederum leicht. Zwei Hände vielleicht, zwei irgendwas. Aber bloss Töpfe? Eher nicht.
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von abardo » 28.08.2017, 12:33

Hi,
das Problem mit zwei Töpfen sehe ich auch. Wirkt auch mich nicht wirklich stimmig. Ich hab mal eine Poti in Linda in zwei Töpfen gesehen, die waren auch rund. Genau diese runde Töpfe sehe ich von der Optik her etwas problematisch (mit dreien wärs dann ein Gehstock ?? :lol: )

Mit rechteckigen Schalen habe ich das noch nicht gesehen, könnte es mir aber gut vorstellen. Z.B. bei Wurzelstammformen (da gibt es ja ein paar Bäume die nur rechts und links Wurzeln haben und deren Stamm in der Mitte hochgebogen ist).

Sehr schön sind (wieder mal) die Kompositionen von Stevens (unten im gleichen Link). Dieses Thema mit "Baum und Händen" hat was sehr poetisches. Im letzten Bild sind die Hände mit Schere und Draht schon toll. Der Holz-Öberkörper sieht für mich aber nicht wirklich passend aus.
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Martin_S » 30.08.2017, 20:28

Um ehrlich zu sein, finde ich das mit den zwei Pötten ziemlich originell. :)
Haben müsste ich so etwas nicht. Aber in der Kunst gibt es gemeinhin keine Grenzen und daher fasziniert mich das.

@Andy: dir Fichte ist clever angelegt. *daumen_new*
Eine Lösung, die man sich merken solle, wenn man nicht abmoosen kann oder will.
Du hast doch einen guten Draht zu Nick.
Was gibt es bei/von ihm Neues?
Beste Grüße
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Re: Sollte den "wilden" Künstlern gefallen...

Beitrag von Andreas Ludwig » 30.08.2017, 23:14

Oh, er wird älter und nimmt das ganz auf seine gelassene Art, halt so, wie es ist.
(Er schreibt nicht: – Cut the lowest branch. Stattdessen schreibt er: – In your place, I might consider to get rid of that lowest branch maybe.)
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