Bonsairosen - Bonsai aus Rosen

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pit99
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Bonsairosen - Bonsai aus Rosen

Beitrag von pit99 » 15.07.2017, 13:19

Bonsai aus Rosen habe ich in einem kreativen Gartencenter zum ersten Mal gesehen. Jetzt habe ich mir einige schöne Exemplare ausgesucht und gestaltet. Hat jemand Erfahrung mit Überwinterung und weiterer Gestaltung ?

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Gatze
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Re: Bonsairosen - Bonsai aus Rosen

Beitrag von Gatze » 15.07.2017, 13:32

Hi
sieh mal hier:
viewtopic.php?f=9&t=38255
viewtopic.php?f=9&t=28297&p=478522&hilit=rose#p478522
nur um einige beispiele zu nennen....
Grüße Magda

Geduld ist die Kunst nur langsam wütend zu werden.

Susi
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Re: Bonsairosen - Bonsai aus Rosen

Beitrag von Susi » 17.07.2017, 01:08

So schöne Rosen kann ich zur Zeit leider nicht vorzeigen, aber ich hatte schonmal welche in Bonsai- bzw. Beisteller-Töpfen. Weil auch nach der Pflege gefragt wird fasse ich mal meine Erfahrungen zusammen. Achtung: Es sind eben nur meine persönlichen Erfahrungen und nicht die letzte Weisheit. Viellecht weiss noch wer mehr.

Also Überwinterung:
Rosen sind bekanntlich nicht alle 100% winterhart, die hier verkauften Strauchrosen oder Bodendecker (wonach deine aussehen) und die europäischen Wildarten aber schon. Sie sind wohl auch draußen mit etwas Schutz am besten aufgehoben, weil sie für ihr Wohlbefinden definitiv eine Kältephase brauchen. Gut sind Windschutz und bei kleinen Schalen die Schale irgendwie schützen (in Erde einsenken, Kiste mit Torf). Reisigabdeckung sollte man eher lassen, da fault schnell mal was und man kann die Pflanze nicht kontrollieren. Wenn es taut darf der Ballen nicht austrocknen, aber auch nicht länger in einem Sumpf stehen. Sowas ist meiner Meinung nach problematischer als ein durchgefrohrener Ballen. Viele Rosen neigen allerdings dazu bei Wärmeeinbrüchen frühzeitig auszutreiben und sollten dann vor starken Frösten geschützt werden (kurrzfristig reinholen, ungeheizter heller Raum), wobei das Rosenlaub recht hart ist und auch leichte Fröste aushält.

Beim Substrat macht man mit modernem Substrat nichts falsch, solange man genug gießt oder irgendwie anders für genug Wasser sorgt. Rosen wollen nicht austrocknen, aber Sumpf in der Schale oder verdichtetes Substrat wollen sie auch nicht. Ich verwende für sie Seramis oder Fiboterm mit etwas Torf-Blumenerde, das hält die Feuchtigkeit doch recht gut. Gegen Wurzelschnitt ist eine gesunde Rose allerdings unempfindlich, man kann bis in den Sommer hinein umtopfen wenn das Wetter passt und man die Rose danach ein bischen päppelt. Bei Rosen in kleinsten Beistellerschalen ist es sogar gut, wenn man im Frühjahr und ein zweites mal im Sommer umtopft, dann aber mit mäßigem Wurzelschnitt. Zu flache Schalen oder zu wenig Platz an den Wurzeln wollen sie nicht, und was sie gar nicht mögen ist Wurzelkonkurrenz, also eher nicht geeignet für Gruppenpflanzungen. Düngen tue ich wie alle Blühpflanzen, mit Phosphor/Kaliumbetonten Blühpflanzendünger nach Anleitung, im Frühjahr zusätzlich Stickstoff. Kurze Internodien bekommt man durch genug Sonne, kalte Überwinterung und das Leben in der Schale, da muss man nicht mit Futter geizen. Mickerwuchs durch Düngermangel macht Rosen anfällig für Krankheiten.

Drahten geht bei unverholzten oder halbverholzten Trieben, aber enge Biegungen kriegt man nicht hin und Rosen lassen mißhandelte Triebe auch mal absterben. Also, viel mit Schnitt und evtl Spanndrähten arbeiten. Generell ist die Rose halt ein Strauch, der auch mal Äste abwirft wenn irgendwas nicht passt. Deshalb versuche ich persönlich auch, lieber im Frühjahr und/oder nach der ersten Blüte auf Blätter oder sichtlich lebende Augen zurückzuschneiden als dann irgendwann Radikalschnitte ins alte Holz machen zu müssen. Sie treibt nach Schnitten tief ins alte Holz sicher wieder reichlich aus, aber halt unzuverlässig irgendwo (am meisten aus der Veredelungsstelle oder sonstwie basal) und wirft auch mal nen Ast ab wenn man Pech hat. Große Schnittwunden überwallen bei zwergwüchsigen Ziersorten auch schlecht. Soche Kronen wie du gemacht hast sind ideal, da ist ein verlorener Ast kein Weltuntergang.

Genrell empfehle ich, wenn dich Rosen interessieren lies dich da ein bischen ein, es gibt genug Foren, Internetseiten und auch Bücher. Suche dir bei den nächsten Versuchen die verwendeten Sorten bewußt aus, achte dabei auf Wuchsform, Gesundheit und kleines Laub, nicht so sehr auf die Blüten. Mach dich schlau über Rosenschädlinge und Krankheiten. Irgendwas kriegen die immer, und je schneller man es erkennt desto besser. Ich hatte blöderweise immer nur Aldi-Zeug und Wegwerf-Topfröschen, und da ist es halt so dass es ganz ohne Chemie nicht geht. Das mag bei guten modernen Rosensorten aber anders sein.

Tja, heute hab ich schon wieder neue Aldi-Topfröschen in Trainingstöpfe und eines aus dem Topf sogar gleich in die Schale (2 gehäufte Eßlöffel Erde) gesetzt. Die vom letzten Jahr habe ich nichtmal vereinzelt weil da schon Spätsommer war, und sie dürfen heuer noch ungestöhrt in der großen Gemeinschaftsschale wachsen damit ich die Wüchsigkeit beurteilen kann und mal irgendwas an ihnen verholzt (außerdem hoffe ich auf Hagebutten). Man wird sehen, was daraus wird. Ich sollte öfter mal meine eigenen Postings lesen vor ich sowas mache.

Susi

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Re: Bonsairosen - Bonsai aus Rosen

Beitrag von Opa Lutz » 17.07.2017, 13:30

Hallo Susi,
vielen Dank für diesen sehr interessanten und lehrreichen Beitrag! *daumen_new*
Ich habe auch mal vor es mit einer Rose zu probieren.
Grüße Lutz

pit99
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Re: Bonsairosen - Bonsai aus Rosen

Beitrag von pit99 » 17.07.2017, 19:09

Vielen Dank Susi für die zahlreichen guten Tipps !
Pit99
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