Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Freie Baumgestaltungen. Wir nähern uns von einer anderen Seite. Junge Wilde inklusive.
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Buchi
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Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Buchi » 18.06.2018, 18:48

Hallo Zusammen,

wie in meinem Vorstellungsthread angemerkt, bin ich über meine Terrarien zu meinem grünen Daumen gekommen. Mit den bisher gemachten Erfahrungen und dem steigenden Anspruch an mich selbst, würde ich es gerne wagen die Rückwand meines subtropischen Terrariums wie eine Felswand mit einigen kleinen Bäumen zu versehen.

Das Terrarium beherbergt einen Phelsuma Grandis und einen Acanthosaura Crucigera, hat im Durchschnitt ca. 24°C (mit Tag/Nacht Schwankungen) und wird mit 3 LED Spots beleuchtet, sowie einer UV-Birne (Quecksilberdampflampe mit Vorschaltgerät von Solar Raptor). Die UV-Lampe sorgt generell für gutes Pflanzenwachstum im Terrarium, weshalb ich meine, dass hierbei kein Problem bestehen sollte. Die Rückwand wurd aus Styropor geformt, mit Fließenkleber strukturiert und mit Epoxidharz mit Besandung versiegelt. Aktuell besiedeln überwiegend Bromelien, Hasenpfotenfarne, Grünlielien und Efeutute die Rückwand. Diese sollten demnächst wieder einmal gestutzt oder entfernt werden aus optischen Gründen. Daher würde sich momentan oben beschriebenes Wunschprojekt anbieten.

Meine Frage wäre nun, ob Ihr evtl. Empfehlungen bzgl. Pflanzenarten (Ficus,...?) habt oder auch zur Ausführung (Keto mit Akadama, ...?).

Ich denke hier bietet sich mir eine ganz gute "Leinwand" zum üben und gestalten.

IMG_20180618_175307.jpg
Das obere Becken soll neu gestaltwet werden
IMG_20180618_182514.jpg
Rückwand
IMG_20180618_182524.jpg
Rückwand
Zuletzt geändert von Buchi am 19.06.2018, 12:59, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße, Stefan

Sanne
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Re: Jungelgestalltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Sanne » 18.06.2018, 19:21

Hallo Stefan,

das ist ein interessantes und schönes Projekt, finde ich. *daumen_new* In unserem Einkaufszentrum gibt’s auch ab und zu eine Ausstellung mit verschiedenen Geckos in diesen Schaukästen. Ich meine darin u.a. auch Ficus und Orchideen gesehen zu haben.

Kunstfelsen habe ich z.B. hier gesehen: http://www.bonsai.de/felsen-c-1_212.htm ... b5a4ad373b

Was mich nur bei Deinem oberen Schaukasten etwas stört, ist der dicke Bambusstab vorn in der Mitte.

Grüße, Sanne

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Re: Jungelgestalltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Buchi » 18.06.2018, 22:56

Ja Ficus wachsen darin sehr bereitwillig, ich fände nur noch etwas ergänzendes mit anderer Blattform ganz schön, dass ohne Winterruhe auskommen kann. Orchideen hatte ich bereits drin, diese sind als 'Aufsitzer' bei nicht dauerhaft sehr hoher Luftfeuchtigkeit jedoch recht zickig im Gegenteil zu Bromelien.
Wie gesagt, Ziel soll es sein die Rückwand frei zu machen und zu gestallten wie eine Felswand mit 'Miniaturbäumen', Farnen und evtl. Moos, wenn ich welches finde, das die Rahmenbedingungen verträgt.

Jetzt wo du es sagst stört der dicke Bambus im Vordergrund tatsächlich das Gesamtbild, das ist mir die letzten 5 Jahre nicht aufgefallen :lol: . Da werde ich mir etwas einfallen lassen müssen, da mein Gecko mit Vorliebe an Bambus und Glasscheiben sitzt und ich diesen daher nicht ersatzlos raus nehmen will. Aber vielleicht passt dieser gut etwas weiter in den Hintergrund :).
Liebe Grüße, Stefan

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Buchi » 19.06.2018, 21:18

Heute habe ich mit meinem Vorhaben begonnen. Ich habe die Rückwand von den alten Pflanzen befreit und teilweise neu bestückt. Um eventuelle Verluste möglichst gering zu halten, habe ich als Übungsobjekte günstige Ficus aus dem Gartencenter genommen (immer 3 in einem Topf), vereinzelt und ordentlich eingekürzt.
Das Ficus in meinem Terrarium gut wächst weiß ich bereits, jedoch habe ich im Terrarium nur Erfahrungen mit verbuddelten Wurzeln.

Nun hoffe ich, dass die jungen Stämmchen gut anwachsen und sich entwickeln können. Die Tage werden noch weitere Jungpflanzen und Farne ergänzen. Parallel will ich noch Moosvarianten testen, um die Oberfläche aufzuhübschen. In Dendrobaten-Terrarien habe ich echtes Moos bereits gesehen, dort herrschen aber auch andere Luftfeuchtigkeiten.

IMG_20180619_182119.jpg
Nackte Wand
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oberstes Plateau
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aktueller Stand
IMG_20180619_191756.jpg

Dies stellt zwar nun noch keine hohe Bonsaikunst dar, ist aber für mich eine gute Möglichkeit zu experimentieren und meinen Wohnraum im Ansatz wie meinen Balkon zu gestallten ;).
Liebe Grüße, Stefan

Sanne
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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Sanne » 20.06.2018, 19:21

Wenn ich ehrlich bin, fand ich die Gestaltung mit den vorigen verschiedenen Pflanzenarten schöner als jetzt mit den Fici. Das hatte noch Dschungelcharakter. Und der kleine Buddha passt auch nicht gut dazu. :wink:

Grüße, Sanne

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Buchi » 20.06.2018, 19:47

Danke für die ehrliche Rückmeldung :).
Es sieht tatsächlich im Moment etwas nackter aus. In der regel wuchert da drin alles recht schnell zu, ich denke ich werde noch versuchen mit ergänzenden Bodendeckern (z. B. Pumila) das ganze wieder etwas wilder zu gestalten,den Rest macht in der Regel die Zeit. Daher kam aber auch meine ursprüngliche Frage, ob jemanden noch andere Baum-/Straucharten in den Sinn kommen, die mit diesen Umständen auskommen.

Das Problem mit dem alten Bewuchs war, dass es aus der Nähe zu ungepflegt wirkte, da lange Stränge Efeutute keine dichte Pflanzung ergeben, dem Rest aber jegliches Licht rauben. Daher hätte ich hier sowieso wieder einmal eine Radikalkur vorgesehen.

Über einen neuen Platz meines Buddhas muss ich mir aufgrund der Größe wohl tatsächlich Gedanken machen.
Liebe Grüße, Stefan

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von evi » 21.06.2018, 08:31

Darf ich was offtopic fragen?
Ich bin gerade dabei mit meinem Sohn ein Aquaterrarium zu planen. Die Acanthosaura sprechen uns unter anderem an.
Wie groß ist dein Terrarium? Findest du ihre Haltung aufwändig?

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Buchi » 21.06.2018, 09:11

Hi,

mit einem Terrarium mit großem Wasserteil liegt man für Acanthosaura genau richtig und kann auch einen sehr schönen Aufbau erreichen, hierzu gehört jedoch die entsprechende Technik um die Pflege zu erleichtern, sprich Filterpumpe, Heizung, regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität, Beregnungsanlage usw..
Mein Terrarium hat in etwa die Maße 90x90x130. Generell gibt es in Deutschland Mindesthaltungsvoraussetzungen für Exoten, welche ich damit üppig erfüllt sind (diese könnten in Österreich variieren). Leider hat sich aufgrund meines gewünschten Aufbaus die Variante mit großem Wasserteil nicht umsetzen lassen, sodass ich mit einem herausnehmbaren, kleineren Wasserbecken arbeite, welches mindestens alle 2 Tage gereinigt werden muss.

Generell ist ansonsten die Pflege der Tiere nicht allzu aufwendig wie ich finde, wenn die Bedingungen stimmen. Diese stellt man ein, indem man nach dem Terrarienbau das Becken erst einmal ohne Tiere laufen lässt und regelmäßig alles überprüft (dies erfordert leider etwas Geduld, lohnt sich aber für Mensch und vor allem Tier). Gefüttert werden kann vom Regenwurm bis zur Schabe so ziemlich alles (muss nur abwechslungsreich sein). Da die Tiere stehendes Wasser schlecht bis gar nicht erkennen wäre tatsächlich ein Wasserteil mit Pumpe toll, ansonsten muss aber sowieso 1-2 mal täglich mit Wasser gesprüht werden, wobei die Tiere dann die Tropfen erkennen und trinken können.
Wenn Ihr die Möglichkeit für ein richtiges Aquaterrarium habt ist das sicher eine sehr spannende Angelegenheit, bei der man auch schauen könnte, ob bei ausreichender Wasserbeckengröße und guten Bedingungen ein kleiner Fischbesatz mit Wasserpflanzen usw. möglich ist (diese könnten evtl. als Futter dienen). Hierbei beachten, dass es auch für Fische Richtwerte gibt.

Auch wirklich sehr schöne und spannende Tiere sind Wasseragamen, diese haben jedoch einen größeren Platzbedarf und etwas andere Haltungsbedingungen.

Bei Fragen immer gern melden :).
Liebe Grüße, Stefan

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von evi » 21.06.2018, 10:02

Danke für deine Ausführungen!
Ich könnte eine Größe von 85x50x100cm (LxBxH) realisieren. Meinst du, dass das ausreichend wäre, wenn ich noch einige Zwischenebenen einbaue? Offizielle Mindestanforderungen hab ich zu Acanthosaura leider nicht gefunden..

Gehen die Tiere denn auf Fischjagd? Fische sind auf jeden Fall geplant, da mach ich mir allerdings weniger Sorgen, weil ich eigentlich aus der Aquaristik komme, da ist genügend Erfahrung vorhanden.

Was ich mich auch schon die ganze Zeit frage: Wie macht man das bei Terrarien mit ausmisten? Täglich Kot absammeln?

lg Evi

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Buchi » 21.06.2018, 10:27

Die Größe erscheint mir etwas knapp unter dem Aspekt eines richtigen Wasserbeckens, da ja auch ein Landteil realisiert werden muss (die Mindestanforderungen finde ich gerade auf die Schnelle leider auch nicht, diverse Foren machen hier aktuell unterschiedliche Angaben). Hier könnte aber evtl. tatsächlich eine sehr tief liegende, stabiele, bepflanzbare Zwischenebene helfen. Hierbei aber unbedingt darauf achten, dass es mehrere Ausstiegsmöglichkeiten gibt und auch die Bereiche unter der Zwischenebene zur Reinigung und Kontrolle zugänglich / einsehbar sind.

Ansonsten bringen diesen Baumbewohnern aber Zwischenebenen in höheren Bereichen nichts und würde den Rest des Terrariums evtl. nur verschatten. Eine gut strukturierte Rückwand mit rauer Oberfläche und kleinen Vorsprüngen wird aber ab und an genutzt. Wichtiger sind mehrere starke Äste/Lianen, auf denen sie sich eigentlich fast den ganzen Tag aufhalten.

Bzgl. der Jagd von Fischen habe ich leider bislang keine Erfahrung, meine aber davon schon einmal gelesen zu haben. Wenn nicht wäre dies aber auch nicht schlimm, dann hättet Ihr die Fische zur Deko :). Ich weiß aber, dass die Acanthosaura einigermaßen gute Schwimmer sind (sieht etwas aus wie bei Krokodilen), einige Quellen sagen aber dennoch, dass die Tiere gute Ausstiegsmöglichkeiten auch im Wasser haben sollten, sprich z.B. Felsen im Wasser, usw. ;).

Bzgl. ausmisten habe ich im Bodengrund diverse kleine Helfer wie weiße Asseln, Tau- / Laubwürmern, Springschwänze usw. die räumen gut auf und versorgen parallel die Pflanzen mit gutem Dünger. Wenn du einen aquarienartigen Wasserteil hast ist aber ein Filter und die regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität wichtig. Große Partikel können aber sicher auch abgefischt werden.
Liebe Grüße, Stefan

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von chris-git@rre » 21.06.2018, 11:54

Hallo Stefan,
ich finde die Idee mit den Ficus Bäumen gut.
Die wachsen bei der hohen Luftfeuchtigkeit bestimmt gut.
Und vielleicht wandern sie nach ein paar Jahren auch in eine Bonsaischale.

Hast Du Keto benutzt?
Wenn ja würde ich das Keto nicht pur nehmen sondern mischen.
lg chris-git@rre

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Re: Dschungelgestaltung (Terrarienrückwand) - Buchi

Beitrag von Buchi » 21.06.2018, 12:40

Wäre sicher auch eine Idee, wenn die Entwicklung entsprechend ist.

Ich habe Akadama als Unterbau und Keto mehr zur Fixierung und als Randeinfassung / Oberflächenabschluss verwendet.
Bzgl. Moos für die Oberfläche muss ich recherchieren.
Liebe Grüße, Stefan

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