Projekt: Der Shohin aus dem Nudelsieb 2006

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Reiner
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Beitrag von Reiner » 31.03.2006, 04:58

Anja M. hat geschrieben:Eine Seite vorher hatte ich den Ablauf laut dem Artikel von damals mal aufgedröselt:
Anja M. hat geschrieben:Ich hab mir den Artikel die Tage noch mal durchgelesen und festgestellt, daß der ganz schön verwirrend sein kann. Ich versuchs mal mit etwas mehr Systematik:


Jahr 1: Aussaat

Wer mitmachen möchte kann gerade jetzt loslaufen und Kiefernzapfen sammeln. Die keimen nächstes Jahr und schon ist man drin :wink:

Jahr 2: Pikieren in einen Tontopf und drahten des Sämlings

Tontöpfe, find ich, trocknen mir zu leicht aus, ich nehm lieber Plastik, d=~10cm

Jahr 3: Umtopfen in Tontopf d= 15cm, Stammbiegung nacharbeiten, Wurzeln ausbreiten für ein gutes Nebari

Die Wurzeln hab ich mir eigentlich eher angesehen, bzw die hälfte meiner Sämlinge beim Pikieren entsorgt, weil mir der Wurzelansatz nicht gepasst hat.

Ihr überspringt jetzt alle gekonnt 2-3 der Schritte und packt die Dinger gleich ins Sieb. Nach Dieters und meiner Erfahrung bilden sich aber erst durch die flachen Schalen zu Beginn des Vorganges die für den Shohin nötigen zusätzlichen Knospen.

Was versprecht ihr euch davon, diesen Schritt zu überspringen?
Sei nicht so streng mit uns, Anja :wink: :D .
Die Kiefern sind doch schon im Jahr drei, da kann man vorhergehende Schritte nur noch schlecht nachvollziehen.
Es sieht so aus, dass die Kiefern sehr lange Pfahlwurzeln haben. Bewurzelung nur im unteren Bereich. Die hätten Gedrahtet werden müssen, um sie in eine flache Schale zu bekommen. Bei Sämlingen sollte man direkt die Pfahlwurzel entfernen, dass ist hier ja nicht passiert.
Also kamen sie in tiefere Teichpflanzkörbe. Dort befinden sich die wenigen Wurzeln nun am Boden. Da sie dort nicht optimal weiterwachsen können, wird die Pflanze genötigt, neue Wurzeln auch im oberen Bereich zu machen. Das mache ich nun einige Jahre, auch mit Koniferen, da bin ich mir sicher, dass es so ist.
Meine Vorgehensweise ist so, dass ich erst einmal um einen vernünftigen Wurzelballen bemüht bin. Der wird Jahr für Jahr immer weiter gestaltet. Hat sich ein vernünftiges Nebari gebildet, dann wirkt der Teichpflanzkorb. Ab da geht das Nebari schön in die Breite.
Drahten des Stammes war für mich im ersten Entwicklungsjahr sehr nebensächlich. Das mache ich dann vielleicht im nächsten Frühjahr.
Österreichische Schwarzkiefern habe ich einige. Keine andere Kiefer bringt mit der richtigen Behandlung so einfach neue Knospen, wie diese Art.
Mein Plan: Dieses Jahr durchwachsen lassen (was halt so wächst). Im Herbst werden alle alten Nadeln geschnitten. Nächstes Jahr durchwachsen lassen. Im August/September wird der komplette Neuzuwachs abgeschnitten. Daraufhin werden sich reichlich Knospen am ganzen Stamm bilden. Die dürfen das folgende Jahr frei wachsen. Im darauf folgendem Jahr wieder die selbe Zeremonie. Dann sollte schon eine schöne Verzweigung da sein.
Das ist meine persönliche Vorgehensweise :wink: :D . Wenn hier verschiedene Wege beschritten werden, ist es wesentlich spannender für alle. So können wir irgendwann auch sagen, welches der beste Weg ist.

Für die Leute, die nach Laubgehölzen im Nudelsieb fragten, kann ich sagen, dass es damit besonders rapide abgeht, beim Zuwachs. Bei meinen Forsythien sind schon ein paar schöne, kleine, fette Zwerge herausgekommen :D .
Reiner


Barnie
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Beitrag von Barnie » 31.03.2006, 09:23

Hallo zusammen,

also ich gehe im Prinzip gleich vor wie Reiner,
ich habe einen Teil in tiefere runde Teichpflanzkörbe
in sehr durchlässiges Substrat gepflanzt. Den anderen
Teil gleich in flache dafür etwas größere Teichpflanzkörbe.
Ansonsten lass ich Sie zunächst mal ganz in Ruhe anwachsen.

Ich wünsche allen viel Erfolg und bin schon sehr gespannt auf
die weitere Entwicklung.
Gruss aus dem Süden Deutschlands
Barnie

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Anja M.
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Beitrag von Anja M. » 31.03.2006, 10:59

Reiner hat geschrieben:Das ist meine persönliche Vorgehensweise :wink: :D . Wenn hier verschiedene Wege beschritten werden, ist es wesentlich spannender für alle. So können wir irgendwann auch sagen, welches der beste Weg ist.

Für die Leute, die nach Laubgehölzen im Nudelsieb fragten, kann ich sagen, dass es damit besonders rapide abgeht, beim Zuwachs. Bei meinen Forsythien sind schon ein paar schöne, kleine, fette Zwerge herausgekommen :D .
Reiner
Ging ja auch nicht ums meckern. Wenn jemand sich da was von verspricht und einen anderen Weg sucht, ist das ja in Ordnung, aber wenn es nur daran gelegen hätte, daß keiner die Anleitung gelesen oder verstanden hat, wärs schon dumm gewesen.

Meine Sachen sind natürlich eigene Sämlinge in der Schale gekeimt. Beim ersten Umpflanzen hab ich jeweils gut die Hälfte auf den Müll getan, weil sich da nicht die Anlagen für einen schönen Wurzelansatz aus mind. 5 Wurzeln gebildet hatten. Da kann ich natürlich anders vorgehen.
73 Anja

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zopf
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Beitrag von zopf » 31.03.2006, 15:04

Hallo
Hier folgen ein paar Bilder, nur auf die Schnelle.
Bild a: Jetzt 4 Jährige in Teichkorb, zur Überwinterung etwas
..........grösserer Topf mit Rindenhumus
Bild b: Aus dem Topf genommen, wie Ihr seht habe ich alles unter
..........der 2.ten Wurzelebene direkt am Anfang gekappt
Bild c: Spitze ab und die untere Wurzelebene als Grundlage für
..........später genommen. Wie Ihr seht reicht 1 Jahr um die Wurzelebene
..........festzulegen. Vergleicht die Wurzeln jetzt mit Euren und Ihr könnt
..........sehen das Ihr ruhig die Hälfte wegschneiden könnt.
..........2 Wurzelebenen am Anfang und nach 1 Jahr könnt
..........Ihr EureEntscheidund treffen welche Ebene Euch mehr zusagt.
Bild 4: Zurück im Teichkorb und ein bisschen rumgebogen.
Ich hoffe Ihr seid etwas beruhigt.
mfG Dieter
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Huey
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Beitrag von Huey » 03.04.2006, 02:17

So, viel gearbeitet und lange nicht da gewesen, deswegen jetzt auch von mir ein
"Herzliches Dankeschön" Dieter *daumen_new*

Die 10 Kleinen sind super angekommen und Überweisung ans BFF ist unterwegs.
Gruß... Arnd
_________________
"Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen."
Rabindranâth Tagore

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Markus_Z
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Beitrag von Markus_Z » 03.04.2006, 13:14

Hallo zusammen!

Aus organisatorischen Gründen, vorallem zu Gunsten der Übersichtlichkeit, habe ich das Thema in Absprache mit Anja geteilt.
Alle Beiträge aus 2005 findet Ihr im BoB, und zwar hier.
Zudem habe ich das Thema "Schwarzkiefern" von Zopf in dieses Thema integriert.
Dies nur zur Info.
Liebe Grüße,
Markus

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torstenk
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Beitrag von torstenk » 04.04.2006, 16:33

hey, ich habe vorletzten samstag meine gesammelten Pinus nigra Samen ausgesäht und nach ca. einer Woche zeigten sich die ersten Pflänzchen, wahnsinn :!: .....hätte nicht gedachte, dass die so schnell Keimen. bis gestern haben ca. 20 die Erdoberfläche durchbrochen.

meine Pinus Mogu sind auch alle gedrahtet und an einem sonnigen Standort im Beet gepflanzt worden. jetzt gehts los mit füttern ;-)

gruß an alle Projektmitglieder :D
Gruß aus Magdeburg

Bonsaifreunde Magdeburg
http://www.bonsai-magdeburg.tk

Klaus Kring
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Beitrag von Klaus Kring » 07.04.2006, 11:50

Hallo Dieter, hallo Anja,
zopf hat geschrieben:In dichter Erde (Lehmboden) knospen die Kiefern im Stammbereich
zurück, auch ohne jegliche Nadeln.
was verwendet Ihr als Lehmboden, Akadama?
Wenn nicht, habt ihr eine Idee für eine Quelle?

Grüße
Klaus

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Anja M.
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Beitrag von Anja M. » 07.04.2006, 20:15

Hallo Klaus, ich verwende keinen Lehm, sondern hatte meine sylvestris nur zufällig genau wie in dem Artikel in einer sehr, sehr flachen Schale und hab auf den ersten 10cm wohl ein Dutzend Knospen.

Dieter hatte seine Kandidaten wohl im Freiland, sagt er dir aber bestimmt noch genau.
73 Anja

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zopf
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Beitrag von zopf » 08.04.2006, 15:06

Hallo Klaus
Nicht schlecht für die Kiefer dürfte ein gröberes Substrat
im Aussenbereich und Anzuchterde/Sand im Stammnahen
Bereich sein. Ich vermute das die Wurzelbildung in
Stammnähe der Grund für die Knospung am Stamm ist.
Wenn Du Sphagnum hast ist ein Bedecken des Substrats
vorteilhaft. Das hält die Feuchtigkeit an der Oberfläche
und sorgt für eine gleichmässigere Feuchtigkeitsverteilung
im Substrat.
mfG Dieter

Klaus Kring
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Beitrag von Klaus Kring » 12.04.2006, 16:18

Hallo Dieter, hallo Anja,

vielen Dank für Eure Hinweise, evtl. pflanz ich noch 2 um, um diese Varianten auch zu testen.

BTW: Geld ist unterwegs.

Grüße
Klaus

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Aliena
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Beitrag von Aliena » 13.04.2006, 09:38

So, meine Piniensämlinge haben wohl alle den Geist aufgegeben. Schade.

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Johannes
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Beitrag von Johannes » 21.04.2006, 08:52

Auf ein neues..

Meine 2Pinus Thunbergia vom Enger habens leider nicht gepackt!
Die erste hat schon nach 3Wochen aufgeben,die andere nach 2Monaten.
Warum ? keine Ahnung(super Substrat,anfangs Halbschatten)
Vielleicht ist das Herbstumtopfen doch nicht so gut-oder Substratwechsel oder,oder..

Anyway..

5x Pinus nigra austria,1jährig,aus der Forstbaumschule
5x Teichpflanzkörbe 25cm
Draht,BonsaiArt 72
Dateianhänge
in Vulcaterra Ex. getopft..
in Vulcaterra Ex. getopft..
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gebogen nach Anleitung..
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Achims Mitbringsel..
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So`n Mist..
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Grüße..
Johannes
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Arbeitskreis Bruchköbel-bei Hanau
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zopf
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Beitrag von zopf » 21.04.2006, 09:29

Hallo Johannes
Bei den Schwarzkiefern aus Enger sind bei mir auch 2 von 3
abgenippelt. Bei mir führe ich das bei einer auf einen Trocken-
schaden, bei der 2.ten auf Frost (Mitte November) zurück.
Die Schwarzkiefern sehen gut aus, streng nach Bonsai-Art.
Die jetzt 4-Jährigen die von Kaninchen ratzeputz abgefressen
waren (keine Knospe mehr, keine Nadel mehr) treiben aus dem
Stamm neu aus.
mfG Dieter

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Karsten
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frägsteinfachmal

Beitrag von Karsten » 10.05.2006, 12:01

Hallo
nachdem die Kleinen jetzt aus allen Knopflöchern treiben
macht ihr heuer schon was an den Kerzen ?

nur wegen der Vergleichbarkeit 8)

mfG
karsten.

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