Einwintern

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Karl T.
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Einwintern

Beitrag von Karl T. » 23.11.2004, 18:23

Hallo Leute, nun es ist die Zeit des Einwinterns, *schnarch* das mach ich schon seit vielen Jahren ohne größere Probleme. Aber in den letzten drei Jahren hat sich eine Menge an Yamadoris angesammelt, ob zum Teil in der Schale oder im Container alle wollen gut eingewintert werden. Ich habe einiges in den letzten zwei Jahren probiert, Laub oder Rindenmulch, habe aber bei beiden Füllmaterialien im Frühjahr bei einigen Bäumen Probleme mit Pilzbefall gehabt. :? Heuer habe ich einen Tipp von einem Bonsaifreund aus dem Osten Europas beherzigt, der seit fast 20 Jahren seine Bäume mit Holzschnitzeln (gehäxeltes Holz) ohne Rindenanteil einwintert, ohne einen Ausfall gehabt zu haben. :wink: Ich muss gestehen es war nicht leicht 2 Kubikmeter Holzschnitzeln aufzutreiben, *kopfkratz* aber es hat geklappt und das erfreuliche, es war recht günstig zu bekommen. :D Nun bin ich auf den Ausgang des Winters gespannt, aber ich bin recht zuversichtlich. :roll:
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 23.11.2004, 19:14

Ich habe einiges in den letzten zwei Jahren probiert, Laub oder Rindenmulch, habe aber bei beiden Füllmaterialien im Frühjahr bei einigen Bäumen Probleme mit Pilzbefall gehabt.
:shock:

Karl,
beim Heizmaterial Hackschnitzel besteht leider ebenfalls ein Riesenproblem mit Pilzbefall :!: :?
Ich habe beruflich einiges mit Pflanzflächenabdeckungen ausprobiert, wobei der Pilzbefall bei Gehölzenpflanzungen mit Rindenmulchabdeckung nicht so massiv war, wie bei der Abdeckung mit Hackschnitzel. - Ich empfehle dringend, dieses Material rein für Heizzwecke zu verwenden.
Sei vorsichtig mit diesem Zeug :!: (> ein 2. Mal dürftest du auf keinen Fall mehr verwenden....)

Eine Frage sei mir erlaubt: WARUM winterst du deine Laub- und Nadelholz-Findlinge überhaupt ein?
Diese Pflanzen stehen bei mir im Garten bis unter minus 20°C komplett ohne Winterschutz herum und keine einzige nahm bisher Schaden.

Michael T.
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Beitrag von Michael T. » 23.11.2004, 19:41

Wolfgang hat geschrieben:
Eine Frage sei mir erlaubt: WARUM winterst du deine Laub- und Nadelholz-Findlinge überhaupt ein?
Diese Pflanzen stehen bei mir im Garten bis unter minus 20°C komplett ohne Winterschutz herum und keine einzige nahm bisher Schaden.
Hi Wolfgang,

seit den Ausfällen durch Spätfrost im Frühjahr 2003 bin ich da auch vorsichtig. Ich sehe das Problem nicht in den tiefen Temperaturen im Winter, sondern eher darin, daß das Wurzelwachstum durch die stärkere Erwärmung der Erde in der Schale wärend milder Phasen im zeitigen Frühjahr vorzeitig angeregt wird (wie im März 2003). Wenn dann plötzlich wieder etwas stärkerer Nachtfrost auftritt (wie Ende April 2003 von einer Nacht auf die andere -10 Grad bei uns) sind die Schalen innerhalb einer Nacht komplett durchgefroren und die Wurzeln sind hin :cry: .
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Karl T.
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Beitrag von Karl T. » 23.11.2004, 20:05

Wolfgang, das Problem bei Laub und Rindenmulch ist das durchweichen von Feuchtigkeit und deshalb auch der schnellere Verrottungsprozess und Pilzbefall. Die Hackschnitzel weichen sich nicht so schnell durch und bleiben dadurch relativ beständig, außerdem werden die nur einmal verwendet. Aber der Grund warum ich so einwintere ist, wie auch Michael schon erwähnt der Spätfrost. Durch den angehäuften Wurzelbereich habe ich einen guten Frostschutz und ehrlich, ich mach mir lieber die Arbeit als das ich einen Baum an den Frost verliere. :wink: Im Übrigen ist das kein Nonsens, denn ein guter Freund hat vor zwei Jahren 70% seiner Sammlung deshalb verloren. :? Ich selbst habe Eiben in Container verloren weil ich sie ohne Schutz überwintert habe. :( Deshalb nehme ich diese Arbeit gerne auf mich, einen anderen Teil der Bäume habe ich eingegraben. :wink:
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Beitrag von Wolfgang » 23.11.2004, 20:44

O.K., Vorsicht ist immer geboten! - Da habt ihr bestimmt recht. Die ganz empfindlichen Arten packe ich auch in Laub ein ....... :wink:

In erster Linie ging´s mir aber um die Pilz-Problematik; gerade bei den gesammelten Bäumen mit z.T. doch erheblichen Wurzelverletzungen & somit offenen Wunden, die als Eintrittspforten für die Pilze dienen. :?

gunter

Beitrag von gunter » 23.11.2004, 21:50

Eigentlich müßten doch Styroporflocken (Verpackungsmaterial ) gut sein und die Schönheit spielt ja hier keine Rolle.

Gruß aus Kiel ( wo man im Winter die Bäume eher vor der Nässe schützen muß als vor der Kälte), Gunter Lind

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Beitrag von Karl T. » 23.11.2004, 21:51

Wolfgang hat geschrieben:O.K.,
In erster Linie ging´s mir aber um die Pilz-Problematik; gerade bei den gesammelten Bäumen mit z.T. doch erheblichen Wurzelverletzungen & somit offenen Wunden, die als Eintrittspforten für die Pilze dienen. :?
Genau aus diesem Grund habe ich mich für die Hackschnitzel entschieden, die bleiben eher Pilzfrei als Mulch oder Blätter weil sie eben nicht so schnell verrotten, im übrigen gieße ich vorbeugend gegen Wurzelpilze Aliette, damit den Bäumen so etwas nicht mehr passiert, bei den heurigen Yamadori haben ich auch Holzkohle ins Substrat gemischt. Also bestens vorbereitet :wink:
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Beitrag von Wolfgang » 23.11.2004, 22:09

gunter hat geschrieben:Eigentlich müßten doch Styroporflocken (Verpackungsmaterial ) gut sein und die Schönheit spielt ja hier keine Rolle.
Gruß aus Kiel ( wo man im Winter die Bäume eher vor der Nässe schützen muß als vor der Kälte), Gunter Lind
Gibt´s denn in Kiel keine Winde bzw. Stürme im Winter :?: :wink:

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Beitrag von Karl T. » 23.11.2004, 22:52

gunter hat geschrieben:Eigentlich müßten doch Styroporflocken (Verpackungsmaterial ) gut sein und die Schönheit spielt ja hier keine Rolle.
Gunter, nein auf Schönheit kommt es nicht an, aber was glaubst du was der Wind mit Styroporflocken machen würde. *kopfkratz* Für Frostschutz ist Styropor nicht so geeignet, denn die beste Wärme gibt der Erdboden selbst. :wink: Eine Styroporplatte z.B. würde Kälte abstrahlen, mit Flocken habe ich keine Erfahrung, kommt aber wegen den oben angeführten Gründen nicht in Frage. *muede*
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Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm » 24.11.2004, 00:52

dann könnte man ja perlite nehmen und darüber ne art folie spannen,damits nicht weg weht.
das wäre jedenfalls in der theorie besser als die holzschnitzel geschichte.

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Beitrag von Wolfgang » 24.11.2004, 06:14

Und WIE stellst du dir diese Methode in der PRAXIS vor :?: :?: :roll:

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Beitrag von Karl T. » 24.11.2004, 09:38

lindwurm hat geschrieben:dann könnte man ja perlite nehmen und darüber ne art folie spannen,damits nicht weg weht.
das wäre jedenfalls in der theorie besser als die holzschnitzel geschichte.
Lindwurm, da du Perlit ansprichst, wirst du auch wissen dass es noch leichter als Styropor ist und dann muss noch zusätzlich das Dämmmaterial vor Verwehung geschützt werden. Aber abgesehen davon, was meinst du was das erst kostet, vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Eine echt super Idee. :roll: :P :lol:
Aber um das ganze abzukürzen, ich hab nur aufgezeigt wie ich überwintere und nicht gesagt dass es so sein muss. Aber es kann ja sein dass ich den einen oder anderen eine Idee zum überwintern aufgezeigt habe. Lindwurm, kann ja sein dass jemand deine Idee aufgreift. :P :P :wink:
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Beitrag von Lindwurm » 24.11.2004, 10:20

naja ich stell mir das so vor wie ichs geschrieben habe.
80 liter perlite kosten 8,88 glaub ich.
und ein geeignete "folie" sollte sich auch finden da könnte man ja z.b. stabile müllsäcke für nehmen,muss man halt einschnitte machen wo der baum durchpasst.
wenn ich einfach nen graden schnitt in die folie mache können ich da ja ne schale zwischen schieben so das nur der baum überhalb der folie ist und der wurzelballen drunter im perlite.
dann müsste man wohl noch ein paar steine auf die folie legen damit sie nicht weg weht etc.

Joerg

Beitrag von Joerg » 24.11.2004, 12:04

Hallo,

m.E. zieht Perlite Wasser und das nicht wenig. In dem Moment wäre der Dämmeffekt gleich null oder sagen wir in etwa so wie ien lockeres Substrat.

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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. » 24.11.2004, 20:28

Hallo,
ich denke mal, jeder har so seine eigenen positiven und negativen Erfahrungen mit der Überwinterung.
Was sich bewährt hat übernimmt man , was nicht wird verworfen.
Experimente mit irgendwelchen Ersatzmaterialien, die zudem noch teuer sind,
halte ich für wenig sinnvoll und vertraue auf Rindenmulch und Sägespäne.
Anbei ein Link zu unserem AK-Forum vom letzten Winter mit Bildern von meiner Überwinterung. Das sieht dieses Jahr fast genauso aus, denn ich hatte keine nennenswerten Verlußte.

http://www.pension-senftenberg.de/forum ... es/76.html
http://www.pension-senftenberg.de/forum ... es/77.html
http://www.pension-senftenberg.de/forum ... es/78.html
Viele Grüße
Thomas Pallmer

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