Ist das noch Bonsai ...

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Michael T.
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Ist das noch Bonsai ...

Beitrag von Michael T. » 14.12.2004, 19:25

...oder schon Kunst oder beides oder Schmarn? Und wenn ja oder auch nein, warum? Oder wie, oder was?
Das Bild hatte ich eben beim lesen der Beiträge zu Walters Anregungen irgendwie direkt vor Augen.
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Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 14.12.2004, 19:49

:?



Aber die Geschmäcker sind verschieden ........................ :wink:

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 14.12.2004, 19:53

Michael,

das Ding wurde immerhin auf einer internationalen Einladungsausstellung als Bonsai zugelassen.

Nicht mein Geschmack, aber ich würde es so ganz locker als Kunstwerk einordnen. Bonsai im surrealistischen Stil.
Meine ich ziemlich ernst.

Übrigens von Farrand Bloch. Das Braune sind ganz verrrostete Eisenstäbe.

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donaurieder
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Beitrag von donaurieder » 14.12.2004, 19:57

Die Brücke am "Gweih" ???
Ne,jetzt mal ernsthaft :
Für meinen Geschmack zuviel Krimskrams um den Baum herum oder zuviel Baum im Ikebana Versuch.
Mag dem Gestalter sowie manchen Betrachtern so Freude bereiten -
mir ist es einfach zu viel in so wenig Raum.
Grüße
Hermann.

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S » 14.12.2004, 20:32

Der Künstler (Farrand Bloch) wird sich was dabei gedacht haben....schätze ich mal...., oder?
:lol:
M

Michael T.
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Beitrag von Michael T. » 14.12.2004, 21:36

Walter Pall hat geschrieben:...das Ding...
:lol: :wink:

Hi Walter,
Ich wußte eben beim Schreiben auch nicht so genau wie ich es bezeichnen soll :wink:

Ich hab´s auch auf dem Ginkgo gesehen und hab mich schon irgendwie gewundert, dass da nicht mehr drüber geredet wurde. Ich hatte irgendwie das Gefühl als würde es bewußt "totgeschwiegen".
Ob Danny den Baum ausgewählt hätte, wenn er nicht von Farrand wäre, wage ich zu bezweifeln. Davon aber ganz abgesehen finde ich die Composition an sich sehr gelungen (bis auf den Tisch aus einer Stahlplatte auf Rohren, der ist mir hier zu geometrisch, rechtwinklig). Mit der Bezeichnung Bonsai hätte ich auch so meine Probleme, vor allem auch, weil die Bäume nur noch ein Detail des Gesamten sind. Dieses Werk ist für mich das einzige (mir bekannte) in dem ich Wolf Schudde´s Ansatz konsequent weiterentwickelt sehe. Was bei Schudde heufig noch konstruiert wirkte kommt hier ganz natürlich daher. Keine großen Gesten,sondern nackte ungeschminkte Wahrheit. Es wird eine gesellschaftskritische Geschichte erzählt, nicht die Geschichte von der alten Frau oder dem alten Mann deren Gesichter vom Leben erzählen, sondern eher die des Fixers, dessen Gesicht vom Tod erzählt und dessen Trip auf dem er gerade ist den Müll und die Scherben seines Lebens auf denen er steht mit etwas Grün vernebelt. Im Winter kommt dann aber spätestens der Turkey.
Natürlich lassen sich auch andere Metaphern dafür finden, allesamt jedoch zumindest unangenehm (für mich jedenfalls), aber auch das gehört zum Leben.
Mit Surrealismius hat das für mich nichts zu tun, das ist gnadenloser Realismus.
Auf jeden Fall mutig von Farrand (und auch von Danny) so etwas auf so einer Ausstellung zu zeigen. Find ich gut, auch der Weg ist noch ungewohnt :wink:
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Wolfgang S
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Beitrag von Wolfgang S » 14.12.2004, 21:46

Hallo,
was mich an dem Kunstwerk stört ist nicht so sehr das Metall, da hat Wolf D. Schudde uns Anderes gezeigt. Aber wo ist der Bonsai bei diesem Bonsai? Wolf D. hat seine Bäume durchgestaltet und eine "Message" draus gemacht, hier siehts mehr wie eine Beistellpflanze mit Kiefer aus.
Wo ist der Bonsai?
Gruß,
Wolfgang

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S » 14.12.2004, 22:07

Michael T. hat geschrieben:.... sondern eher die des Fixers, dessen Gesicht vom Tod erzählt und dessen Trip auf dem er gerade ist den Müll und die Scherben seines Lebens auf denen er steht mit etwas Grün vernebelt. Im Winter kommt dann aber spätestens der Turkey.
Micha!!!
Kann ich dir irgendwie helfen :?: :?:
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
M

Michael T.
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Beitrag von Michael T. » 14.12.2004, 22:32

Wolfgang S hat geschrieben: wo ist der Bonsai bei diesem Bonsai?
Tja Wolfgang,
so ist das mit der Kunst, um der Frage aus dem Wege zu gehen hat wohl schon Schudde seine Gestaltungen nicht mehr Bonsai genannt.
Frag Picasso mal wo bei seinen Portraits das Gesicht ist, Dürer hätte das bestimmt als Schmiererei, ja, als Beleidigung der Leinwand angesehen, aber bestimmt nicht als Malerei.
Im IBC-Forum hat jemand immer einen hierzu passenden Spruch unter seinen postings stehen, frei übersetzt geht der ungefähr so: Das Dilema unserer Zeit ist, daß die Zukunft nicht mehr die selbe ist, die sie mal war.
Ich hab ja schon geschrieben, daß ich auch Probleme damit habe das als Bonsai zu sehen. Aber gerade Extreme sind ganz besonders dazu angetan - zur richtigen Zeit am richtigen Ort den richtigen Leuten vorgestellt - Trends auszulösen.
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Beitrag von Michael T. » 14.12.2004, 22:35

Martin_S hat geschrieben:Micha!!!
Kann ich dir irgendwie helfen :?: :?:
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
M
:lol: :lol: :lol:
Danke Schilly, noch geht´s :wink:
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Beitrag von Reiner » 15.12.2004, 03:57

Die Wahl der Materialien finde ich auch gelungen, um einen Lebenskampf darzustellen. Ob ich den Baum so präsentieren würde ist eine andere Sache. Farrands Versuch einer gestalteten Nichtgestaltung findet aber meine volle Anerkennung.
Auf der langen Fahrt nach Wiesloch haben der Michael und ich lange über solche art der Bonsaigestaltung diskutiert. Nun ist fürs nächste Jahr auch eine Provokation geplant :wink: . Wenn es klappt werden wir verrostete Sharibereiche zeigen.
Reiner

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Beitrag von Wolfgang » 15.12.2004, 06:39

Michael T. hat geschrieben:....... zur richtigen Zeit am richtigen Ort den richtigen Leuten vorgestellt - Trends auszulösen.
Diese Art von Gerümpel-Haufen + mickerigen Mädchenkiefern wird bestimmt keinen neuen Trend auslösen ....................... :roll:

(....... wobei mir andere Gestaltungen von Farrand sehr gut gefallen!)

********************************************************************

WARUM versuchen manche Bonsaigestalter (wie in diesem speziellen Fall) krampfhaft, neue extreme Gestaltungsformen für Bonsai zu finden :?:

:arrow: Profilierungsneurose :?: :wink:

:arrow: Überspielen von anderen Problemen (z.B. mangelnde Qualität des Ausgangs- bzw. Rohmaterials etc.) :?:

:arrow: Drang zur Selbstdarstellung :?:

:arrow: ... um Bäume wenigstens halbwegs auffällig für eine große Ausstellung vorzubereiten?

:arrow: :roll: :?: :?:


PS: Walter, DU brauchst dich nun gar nicht angesprochen zu fühlen: deine Bäume sind eigentlich viel "normaler", als du selbst manchmal glaubst / behauptest ............... :wink:
Ich meine damit eben diese Extremgestaltungen von Farrand Bloch, Wolf D. Schudde .....

Joerg

Beitrag von Joerg » 15.12.2004, 09:14

Hallo Wolfgang, alle,
Wolfgang hat geschrieben: WARUM versuchen manche Bonsaigestalter (wie in diesem speziellen Fall) krampfhaft, neue extreme Gestaltungsformen für Bonsai zu finden :?:

:arrow: Profilierungsneurose :?: :wink:

:arrow: Überspielen von anderen Problemen (z.B. mangelnde Qualität des Ausgangs- bzw. Rohmaterials etc.) :?:

:arrow: Drang zur Selbstdarstellung :?:

:arrow: ... um Bäume wenigstens halbwegs auffällig für eine große Ausstellung vorzubereiten?

:arrow: :roll: :?: :?:
Also diesmal sind wir uns ja auch sowas von einig, danke das du das endlich mal geschrieben hast :!: Auf mich hört ja hier keiner :wink:

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Beitrag von Wolfgang S » 15.12.2004, 12:13

Michael T hat geschrieben: Aber gerade Extreme sind ganz besonders dazu angetan - zur richtigen Zeit am richtigen Ort den richtigen Leuten vorgestellt - Trends auszulösen.
Hallo Michael, also gegen einen kleinen Unkostenbeitrag könnte ich Dich mit solch voll trendigem Material versorgen, welches Du dann in eigenem Namen (bitte) auf dem Kunstmarkt absetzen kannst.

Z.B:
"Der Geist des Bonsai" (abgestorbene Lärchenvorgestaltung auf Kompost)
"Jugendtot" (erfrorenen Sämling in 20er Schale, blau glasiert)
"Dschungel" (vertrocknetet Serissa mit Plastikspinnmilben)
:wink:

Gruß,
Wolfgang

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Beitrag von Sebastian » 15.12.2004, 16:26

*lach* *lach* *lach*
Grüße,
Sebastian
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„...da hab ich was in der Hand... und ich habe als Frau das Gefühl, daß ich auf eigenen Füßen stehe... da hab ich was Eigenes... da hab ich mein Jodeldiplom!”

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