Ist das noch Bonsai ...

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Reiner Goebel
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Beitrag von Reiner Goebel » 16.12.2004, 07:04

Wolfgang hat geschrieben:
Es ist trotzdem noch immer kein Bonsai. :roll:
Ja.

Sieht aus wie eine Schildkrötenmißgeburt. :roll:
Reiner G.

Reiner Goebel
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Beitrag von Reiner Goebel » 16.12.2004, 07:12

Michael T. hat geschrieben: ... wäre es das Werk eines Nobodys, ok, aber bei Farrand sehe ich das etwas anders.
Mist ist Mist, egal wer ihn baut.
Reiner G.

gunter

Beitrag von gunter » 16.12.2004, 11:39

Reiner Goebel ist mir manchmal unheimlich. Er verurteilt so schnell. Egal, wie man dazu steht: Ich finde, Farrand Blochs Arbeit hat eine ernsthafte Diskussion verdient, wie sie hier ja auch geführt wird, und nicht eine simple Herabsetzung. "Schildkrötenmißgeburt" ist weder ein treffender Vergleich, noch eine Art von Humor, die ich verstehe, sondern einfach diffamierend. Und das ohne Begründung.

Die Eingangsfrage, ob das noch Bonsai sei, finde ich eigentlich nicht so wichtig. Was Bonsai ist, bestimmen die Ausstellungsmacher, die Händler, die Buchautoren, die Leute, die in einem Forum schreiben, etc. Wer Bonsai für Kunst hält (in der europäischen Tradition) muß eigentlich Wert darauf legen, daß die Sache (und damit auch der Begriff) sich wandelt. In der fernöstlichen Tradition wird die Nachfolge eines berühmten Meisters hoch geschätzt und wer es noch etwas besser schafft als ein alter Meister, ist ein großer Künstler. In europäischer Tradition ist er ein Plagiator. Wer Wert darauf legt, daß Bonsai irgendwann einmal in den Kunsthandel kommen (erst dann sind sie zweifelsfrei Kunst), verurteilt sich dazu, immer nach Neuem zu suchen. Und wer das (mit guten Gründen) nicht will, sollte mit Kunsthandwerk zufrieden sein.

Ich finde es gut, daß Schuddes Ansatz irgendwo weiterverfolgt wird. Ich finde, wie Michael, daß Blochs Kreation eigentlich recht natürlich wirkt. Wenn man das Eisen rausläßt, hat man eine recht traditionelle chinesische Landschaft. Das ist ein altes Mittel (das sich allerdings schnell erschöpft): Man nehme etwas Traditionelles und verfremde es durch Hinzufügen von etwas, das nicht dazu paßt.

viele Grüße von Gunter Lind

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Tom E.
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Beitrag von Tom E. » 16.12.2004, 11:50

Mich würde trotzdem einmal interessieren was so eine Gestaltung auf einer japanischen Ausstellung auslösen würde.... :roll:

Viele Grüße,
TOM

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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 16.12.2004, 12:32

Tom E. hat geschrieben:Mich würde trotzdem einmal interessieren was so eine Gestaltung auf einer japanischen Ausstellung auslösen würde.... :roll:
DAS möchte ich mir nicht einmal vorstellen wollen .................. :roll:

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Beitrag von Wolfgang » 16.12.2004, 12:34

gunter hat geschrieben:Ich finde, wie Michael, daß Blochs Kreation eigentlich recht natürlich wirkt. Wenn man das Eisen rausläßt, hat man eine recht traditionelle chinesische Landschaft.
Selbst OHNE rostiges Eisen wirkt diese Kreation wie ein Hügel mit freiwachsenden, ungemähten Wildkräutern & schlecht gepflegten, ungestalteten Mädchenkiefern und nicht wie eine traditionelle chinesische Landschaft.

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Dennis Zitzewitz
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Beitrag von Dennis Zitzewitz » 16.12.2004, 13:32

gunter hat geschrieben: Ich finde es gut, daß Schuddes Ansatz irgendwo weiterverfolgt wird.
Auf mich persönlich wirkt die Kreation nicht, da durch das Durcheinander die Perspektive verzerrt wird. Dennoch war ich ein großer Fan von Schudde. Sein Livning Art Konzept hat mir sehr gefallen. Aber das ist ja auch Geschmacksache. Was Bonsai ist bestimmt das Herz !
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Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm » 16.12.2004, 13:42

gunter hat geschrieben:wer es noch etwas besser schafft als ein alter Meister, ist ein großer Künstler. In europäischer Tradition ist er ein Plagiator. Wer Wert darauf legt, daß Bonsai irgendwann einmal in den Kunsthandel kommen (erst dann sind sie zweifelsfrei Kunst), verurteilt sich dazu, immer nach Neuem zu suchen. Und wer das (mit guten Gründen) nicht will, sollte mit Kunsthandwerk zufrieden sein.
man hat bei bonsai nicht mal ansatz weise soviel freiheit wie jemand der mit leinwand+farben ein bild schafft oder mit holz/stein/metall etc. ne skulptur..
es gibt bonsai die eher naturalistisch sind und welche die eher klassisch sind..aber zu versuchen das zu revolutionieren ist irgendwie lächerlich...das jemand verrostetes eisen dahin legt zeigt doch nur das er es mit dem eigentlichen objekt=dem bonsai NICHT kann....

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Tom E.
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Beitrag von Tom E. » 16.12.2004, 13:52

Der "klassische" traditionelle Bonsaistil hat doch glaube ich jeden von uns in seinen Bann gezogen als man sich damit anfänglich beschäftigt hat, oder :?: :!:

Ich habe nichts gegen eine Weiterentwicklung oder von mir aus auch eine Revolution á la Walter Pall - der ja wie Wolfgang bereits sagte - gar nicht so weit vom "klassischen Stil" weg ist.

Allerdings muss - so meine ich - niemand das Rad neu erfinden....

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Beitrag von Tom E. » 16.12.2004, 13:54

@ Wolfgang: ... neugierig wäre ich schon wie die Japaner auf diesen "ungepflegten" Spatenstich in Schale reagieren würden...

...einfach nur so.... *floet*

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Beitrag von mohan » 16.12.2004, 14:02

Tom E. hat geschrieben:Der "klassische" traditionelle Bonsaistil hat doch glaube ich jeden von uns in seinen Bann gezogen als man sich damit anfänglich beschäftigt hat, oder :?: :!: .
Nein, zumindest von mir selbst kann ich das nicht behaupten. Es ist nicht das, was mich an Bonsai gereizt hat.
Der "klassische traditionelle" Bonsaistil hat mich eher einige Jahre davon abgehalten, mich mit Bonsai zu beschäftigen! Konnte mich nicht damit identifizieren.

Zur der gezeigten Skulptur wollte ich noch sagen:
Sie erinnert mich sehr stark an meinen diesjährigen Estland-Urlaub.
Von mir wird damit ein dort stets präsentes Bild assoziiert:
Hässliche, verlassene, russische Militärstation die sich die (noch wilde) Natur langsam wiederholt.

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Beitrag von Tom E. » 16.12.2004, 14:10

@ Monika: Ich möchte den für meine Begriffe tradtionellen Stil auch nicht kopieren... Kann und will ich auch gar nicht. Allerdings finde ich das was die Japaner so "zaubern" oft atemberaubend. Ob es immer schön ist muss jeder selbst beurteilen. Die Technik ist bewundernswert...

Schließlich - und Gott sei Dank - hat die Europäische Bonsaiszene Ihr eigenes Gesicht.

Viele Grüße,
TOM

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Beitrag von mohan » 16.12.2004, 14:24

Hier mal drei Bilder die mein "Bild im Kopf" beim Anblick der gezeigten Skulptur vielleicht etwas näher beschreiben.

Das alles soll nicht heißen, dass ich das "Werk" angenehm finde, aber es sagt mir halt was.

Nachtrag: Dort gab es übrigens noch viel krassere Gegensätze und auch Dinge, die dem von Michael gezeigten Bild sehr viel näher kamen, aber ich hab nicht alles fotografiert.
Dateianhänge
est_1.jpg
est_1.jpg (69.68 KiB) 1686 mal betrachtet
est_2.jpg
est_2.jpg (59.7 KiB) 1686 mal betrachtet
est_3.jpg
est_3.jpg (41.56 KiB) 1686 mal betrachtet

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Dagmar
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Beitrag von Dagmar » 16.12.2004, 16:07

Ich würde die Gestaltung (Bonsai hin oder her), einfach "experimentierfreudig" nennen. 0-8-15-Bonsais gibt es mehr als genug, warum nicht mal was ganz anderes machen.
Und GOTTSEISGEDANKT, hat nicht jeder den gleichen geschmack!!! :wink: :x :oops:

Grüße
Dagmar

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Sebastian
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Re: Ist das noch Bonsai ...

Beitrag von Sebastian » 16.12.2004, 21:10

Michael T. hat geschrieben:Oder wie, oder was?
Hätte ich einen Garten, in dem ein Schuppen stehen würde, dann würde es dahinter wohl genau so aussehen.

Das hat nichts von meiner Vorstellung von Bonsai zu tun: Natur in der Schale.

:roll:
Grüße,
Sebastian
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„...da hab ich was in der Hand... und ich habe als Frau das Gefühl, daß ich auf eigenen Füßen stehe... da hab ich was Eigenes... da hab ich mein Jodeldiplom!”

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