Bonsai und der Betrachter

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Walter Pall
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Bonsai und der Betrachter

Beitrag von Walter Pall »

Zuerst wußte ich nicht recht, wo ich das hintun soll. Die Rubrik Baumbesprechung scheint mir am sinnvollsten.


Der Betrachter

Bonsai ist die Kunst des Sichtbaren. Das ist eine Feststellung, wie sie in der allgemeinen Kunsttheorie für die Malerei und Bildhauerei gebräuchlich ist. Diese scheinbar triviale Feststellung mag für den Westen stimmen. In Asien würde man eher genau das Gegenteil behaupten: Bonsai ist die Kunst des Unsichtbaren. Der Bonsai als Kunstwerk ist keine total geöffnete Plattheit, sondern er gleicht einem vierzeiligen Vers, dessen letzte Zeile fehlt . Bonsai ist also nicht die Kunst des Sichtbaren, sondern die Kunst des Sichtbarmachens, wobei der Vorgang beim Betrachter abläuft, der im Bonsai etwas sieht, was gar nicht da ist.

Vom Standpunkt des Gestalters ist die Bonsaikunst die Kunst des Sichtbarmachens von etwas, das vorher nicht vorhanden war, dem Unbekannten angehörte, das vom Intellekt nicht verstanden wird. Der Betrachter hat sich mit dem Sichtbaren und dem Fühlbaren zu befassen und nicht damit, was der Gestalter eigentlich gemacht hat. Es ist nicht hilfreich für das Erfassen eines Bonsai, wenn man allzu viel über das Gestalten an sich und den Gestalter weiß. Der wissende Betrachter neigt dazu, jeden Baum sofort zu zerpflücken, sofort damit zu beginnen, den Bonsai zu kritisieren. Er ist voreingenommen und lässt den Baum gar nicht auf sich zukommen, zu sich sprechen. Bonsaigestalter sind oft die schlechtesten Kritiker. Sie neigen dazu, dauernd darüber nachzudenken, was sie selbst getan hätten, wie sie selbst den Baum verbessern könnten, anstatt den Baum, so wie er ist, auf sich einwirken zu lassen. Deshalb ist auch das Bewerten von Bäumen anhand von ‚Bewertungsrichtlinien’ problematisch. Anstatt den Bonsai als Kunstwerk gefühlsmäßig auf sich einwirken zu lassen und dann je nach Wirkung Punkte zu vergeben, wird der Baum verstandesmäßig zerpflückt. Im besten Fall kann so Kunsthandwerk bewertet werden, im schlechtesten Fall fällt ein Baum gerade wegen einer tollen Ausstrahlung durch, weil sie mit unkonventionellen Mitteln erreicht wurde. Es wird nicht bewertet wie der Bonsai wirkt, sondern wie die Wirkung erzielt wurde. So kann die Vewertung wohl den Tod der Baonsikunst bedeuten und bloß versuchen den Status Quo aufrecht zhu erhalten.

Der voreingenommen Betrachter kommt über das Gegenständliche nicht hinaus, dadurch bleibt ihm das Künstlerische verschlossen. Er will verstehen, wo es nichts zu verstehen, sondern nur aufzunehmen gibt. Verstehen erfolgt mit der linken Gehirnhälfte, die ein Kunstwerk aber niemals wirklich „verstehen“ kann, weil das kein intellektueller Vorgang ist. Der Verstand ist gar nicht aufgerufen. Für den Betrachter, der rein von seinem Wissen, von seinem Intellekt ausgeht, ist es eine der schmählichsten Empfindungen, auf etwas zu stoßen, das man nicht angreifen, nicht verstehen kann, und das man in die sonst durchaus verständliche reale Welt der herkömmlichen Bonsaigestaltungsregeln nicht einordnen kann. Man ist auf einen ungewohnten, unterlegenen Platz gestellt und reagiert mit einem überheblichen, verstandesmäßigen Zerpflücken des Bonsai; er lehnt den Bonsai ab, weil er seine Erniedrigung ablehnt. Das erklärt, warum Bonsai, die sich nicht den bekannten Regeln anpassen, abgelehnt werden, obwohl sie künstlerisch bedeutend wertvoller sind als die klischeehaft genormten Standardbäume.

Schopenhauer sagt, man müsse sich einem Kunstwerk gegenüber verhalten, wie man sich einer hochgestellten Persönlichkeit gegenüber verhält. Das heißt, man hat bescheiden abzuwarten, bis dass man der Mitteilung für würdig befunden ist. Die Kräfte, die der Künstler dem Werk gab, offenbaren sich dem Betrachter, der sich aller Spannungen entledigt hat und den Willen beiseite lässt. Nach modernen Erkenntnissen der Gehirnforschung kann man auch sagen, dass der entspannte Betrachter seine linke Gehirnhälfte (seinen Willen) zur Ruhe schickt und mit der rechten Hälfte das Kunstwerk aufnimmt, wie es ist, ohne es gleich mit Worten zu kritisieren.

Für den Betrachter eines Bonsai ist es nicht dienlich, wenn er davor steht mit dem tiefen Willen, in den Baum einzudringen, ihn zu verstehen. Es gelingt viel besser, wenn er ihn einfach wirken lässt, ohne Vorbedingungen. Der Betrachter müsste beiläufig empfinden, aus ihm selbst seien die Formen, die Farben gekommen, er selbst hätte diesen Bonsai gestaltet

Der naive Betrachter ist im Vorteil. Er bringt keine übermäßige Vorbelastung durch gedankliche Reflexionen mit. Seine Vorurteile liegen nicht tief. Er stellt weniger Forderungen, ist mehr mit Schauen beschäftigt. Er lässt das, was er verstandesmäßig nicht erfassen kann, eher auf sich beruhen. Der naive Betrachter wird aber auch feststellen, dass die Bonsai nicht so aussehen, wie die wirklichen Bäume, die er täglich in der Natur sieht. Er wird fragen, warum das so ist. Nun, es handelt sich eben nicht um Nachahmungen von natürlichen Bäumen, sondern um Idealisierungen von natürlichen Bäumen. Das ist auch eine Fragen des Geschmacks, der sich ändern kann. Momentan ist der japanische Geschmack führend. Das kann sich auch wieder ändern. Der naive Betrachter ist in derselben Lage wie ein Besucher von einem fremden Stern, der Modemagazine betrachtet und die Frage stellt, warum die Mannequins nicht wie „wirkliche“ Frauen aussehen. Die „Meinung“ des allgemeinen Betrachters oder „der gesunde Menschenverstand“ sind allerdings beide verdächtig, von der jeweils herrschenden Durchschnittlichkeit bestimmt zu sein; ein einfacher, naiver Geschmack ist eben auch häufig ein vulgärer Geschmack.

Der Betrachter darf aber nicht zu naiv sein, sonst versteht er zuviel nicht. Der naive Betrachter kann beim erfahrenen Bonsaifreund aber oft auch Verwunderung hervorrufen. So gibt es immer wieder Leute, die sich darüber erregen, dass ein „toter“ Baum ausgestellt wird, wenn Laubbäume im Winter ohne Laub gezeigt werden. Auch sehr viel totes Holz an einem Bonsai sehen viele Betrachter als ein deutliches Zeichen, dass der Baum bereits tot ist, oder bald stirbt. Großgewachsene Bonsai werden oft gar nicht beachtet, weil sie ja gar nicht „echte“ Bonsai, also möglichst kleine Bäume sind. Ein Bonsai ist eben nicht einfach ein offenes Buch, das sich jedem erschließt, der hinsieht. Er besteht aus vielen geheimen Botschaften, die in der Kunsttheorie Metaphern genannt werden. Wer diese Botschaften nicht kennt, wird bloß einen kleinen Baum in der Schale sehen. Wer z.B. die Botschaft „Triumph im Überlebenskampf“ kennt, der wird einen Bonsai mit sehr viel totem Holz und einer ganz dünnen Lebenslinie, aber sehr gesundem Laub als gelungen bezeichnen. Der Laie, der die Botschaft nicht kennt, wird fragen, warum ein Baum ausgestellt wird, der wohl schon tot ist, oder auf jeden Fall bald stirbt und eine so kranke Ausstrahlung hat. Wer die für den Asiaten selbstverständliche Verehrung des Alters nicht aufgenommen hat, der wird sich eher für knackige Laubbäume und weniger für uralte Koniferen begeistern.
Dem erfahrenen Bonsailiebhaber ist es immer wieder ein Rätsel, warum Laien vor einem großartigen Bonsai stehen und ihn gar nicht gut finden. Man meint ja, dass der Baum an sich gut ist und das eigentlich jeder sehen müsste, auch ein Laie. Das stimmt aber nicht. Der Baum an sich ist nicht schön oder gut, er sendet nur Signale. Der Empfänger muss gelernt haben, die Signale wahrzunehmen, zu entschlüsseln und den Baum zu bewerten. Das setzt ein langwierige Schulung voraus. Nur die Interpretation von Signalen führt zur Information, zur Wertung, ob man einen guten oder schlechten Bonsai vor sich hat. Die Information liegt also nicht im Baum, sondern im Gehirn des Betrachters. Man sagt nicht umsonst „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“. Die Art und Weise, wie ein Betrachter einen Bonsai sieht hängt unmittelbar mit den Lebenserfahrungen, mit dem gesammelten Wissen des Betrachters zusammen.

Viele Menschen haben Probleme mit der „übermäßigen“ Verwendung von totem Holz in der Bonsaikunst. Das kommt zum einen daher, dass diese Menschen eben noch nicht genügend Bäume mit sehr viel totem Holz gesehen haben. Man kann diese Erfahrungen in der Natur machen, aber nur in Extremlagen, wie im Hochgebirge oder am Rande der Wüsten. Ein Bergbauer aus Tirol, der noch nie in seinem Leben einen Bonsai gesehen hatte, fragte angesichts einer Bonsaiausstellung nicht, wie viel die Bäume kosten, oder wie alt sie sind. Er fragte „wie kann es sein, dass der Blitz in einen so kleinen Baum einschlug?“. Der Bauer hat eben die Erfahrung, dass entlang der Baumgrenze fast jeder Baum einmal vom Blitz getroffen wird – er stellt auf Grund seiner Lebenserfahrung die Verwendung von sehr viel totem Holz in der Bonsaigestaltung nicht in Frage.
Man kann aber immer wieder feststellen, dass auch Menschen, die sehr wohl wissen, dass es in Extremlagen solche Bäume gibt, die Extremgestaltungen ablehnen. Der Grund ist darin zu finden, dass der Betrachter erwartet, einen „idealen“ Baum dargestellt zu sehen. Ein idealer Baum ist ein Durchschnittlicher, aber besonders schöner Baum, nie ein extremer. Für den Künstler ist das schwer zu verstehen, denn er ist so gelangweilt von den normalen Bäumen, dass er die extremen als ideal ansieht. Der Bonsai entfernt sich soweit vom natürlichen Ideal, dass er extrem abstrakt wird und für den durchschnittlichen Betrachter nicht mehr akzeptabel.

Dem Betrachter eines Bonsai kann man folgenden Rat geben: Er soll sich vom Titel, der Beschreibung, der Stilart völlig lösen und einfach den Baum als solchen auf sich einwirken lassen. Alles, was man in Worten fassen kann, hat beim Betrachten keinen Platz, nur Gefühle sprechen jetzt. Der Betrachter soll schauen und nicht sehen. Unter schauen ist das nicht-zweckgebundene Betrachten eines Bonsai zu verstehen, ohne irgendwelche Forderungen. Das dagegen stehende Sehen ist interessiert, rational, zweckgebunden. Man kann auch sagen, dass das Schauen in der rechten Gehirnhälfte beheimatet ist, während das Sehen aus der linken kommt. Wer so vorgeht, der vergisst alle Regeln, genau so wie der Künstler diese vergessen hat, als er den Bonsai geschaffen hat. Der Bonsai sei ein Fest für das Auge und nicht für den Verstand.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 31.12.2004, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.


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Thomas Sch.
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Super

Beitrag von Thomas Sch. »

Also bevor ich "Hallo" sage, erstmal einen großen Applaus für Walter *clap* *clap* *clap* *clap* *clap*

Hallo Walter,

wirklich ein sehr interessanter und wahrer Bericht.

Dafür ein großes Danke. *huldigen*

Besonders haben mich die beiden Punkte des "Sichtbar machens" und der Punkt "Totholz" interessiert.

Zum Thema "Sichtbar machen" fällt mir eine Geschichte aus Asien ein.
(Kurzfassung)

Ein Japanischer Bildhauer hatte aus einem Stück Stein eine wunderschöne Figur gehauen.
Anschließend ging er zu seinen Vater und sagte: "Sieh Vater, welch schöne Figur ich gehauen habe."
Darauf hin schüttelte der Vater den Kopf und sagte:
"Nicht du hast eine schöne Figur aus dem Stein geschlagen. Nein, die Figur war schon immer in den Stein, du hast sie nur rausgelassen.

Mit diesen Erhellenden Worten beende ich meinen Beitrag.

Noch einmal ein großes Danke für den Beitrag.
Anschließend wünsche ich noch allen Usern hier im Forum einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und rutscht nicht auf die Bonsais.

MfG,
- Thomas
MfG,
-Thomas

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Eine Kalifornische Eiche wurde im Herbst 2003 bei der großen Ausstellung anlässlich der GSBF (Golden State Bonsai Federation) Convention in Fresno, Kalifornien gezeigt.
Das war meine öffentliche Baumbesprechung:

„Das ist sicherlich der hässlichste Baum der Ausstellung! Gott ist der hässlich! Ich gehe ein wenig weg von ihm, aber bleibe kurz stehen um zurückzuschauen. Mann ist der hässlich! Wie kann jemand einen solchen Baum bei einer ganz wichtige Ausstellung präsentieren? Wie ist der durch die Kontrolle geschlüpft? Alles ist falsch an diesem Bonsai. Ist das überhaupt ein Bonsai, oder ist das bloß schlechtes Bonsaimaterial? Sieh Dir die inverse Verjüngung an – entsetzlich. Wo ist das Nebari? Existiert nicht. Was ist überhaupt der erste Ast? Ah, das soll er wohl sein. Er ist abscheulich – ja, genau, der bestimmt wirklich das Thema für den ganzen Baum. Diese Krone sieht eher wie ein Pilz aus als wie ein Bonsai. Auf einer Skala von eins bis hundert erhält dieser ‚Bonsai’ minus fünfzehn Punkte. Gott ist der hässlich.

Geht weg, dreht sich um und lässt den Baum eine Weile wirken.
Geht dann auf den Baum zu, ganz nahe und sieht sich das Detail an, offensichtlich interessiert. Sieh Dir das an, auf der Rückseite ist ein uraltes großes Loch. Da muss eine Eule wohnen, oder gar ein Uhu. Schau Dir die Borke an – die ist so zerfurcht. Wie kam es, dass der abscheuliche erste Ast diese einmalige Form bekommen hat? Woher hat dieser riesige Baum die gewaltigen Wunden erhalten? Das muss ein uralter Baum sein. Je länger ich ihn ansehe, um so älter wird der. Diese Eiche kann leicht fünfhundert Jahr alt sein. Toll! Diesen Baum gab es schon, als die Spanier nach Kalifornien kamen. Der Wächter des Tales hat sie alle gesehen, die Indianer, die Spanier, die Russen, die Goldgräber, die Republik Kalifornien! (Anmerkung: gab es wirklich für eine ganz kurze Zeit). Er hat alles erlebt – viel viel mehr als wir jemals sehen werden. Diesem Baum gehört das Tal. Er ist so mächtig, das es ihm völlig egal sind, wer wir sind und was wir von ihm denken. Wir existieren gar nicht für ihn. Was kümmert es die alte Eiche, wenn eine Sau sich an ihr reibt?
Ich habe großen Respekt vor diesem Baum, ich bewundere ihn bereits. Er is so hässlich, so wunderbar hässlich! Hässlich in einem sehr ehrwürdigen Sinn, wie ein ganz alter Mensch. Dieser Baum beeindruckt mich enorm.

Ist das ein Bonsai? Ist das ein guter Bonsai? Wenn Bonsai ein Handwerk ist und vom Verstand her beurteilt wird, dann ist das ein schrecklicher Bonsai. Wenn Bonsai eine Kunst ist dann müssen wir uns fragen: ist es Kunst wenn es die Seele berührt? JA. Ist es große Kunst wenn es die Seele mächtig berührt? Ja. Ja muss den Kunst nicht was schönes sein? NEIN, Kunst soll deine Seele berühren – das kann auch hässlich sein.
Dieser Baum ist so hässlich, das er wieder schön wird. Können wir den Baum verbessern? Nein, aber vielleicht sollten wir ihn noch ein wenig hässlicher machen.
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Zuletzt geändert von Walter Pall am 31.12.2004, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Die meisten 'erfahrenen' Bonsaikenner erwarten sowas:
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

und dann kommt sowas und das ist ja entsetzlich. Oder?
Wie kann man nur einen Menschen abbilden so wie er ist und das dann Kunst nennen?
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Thomas Sch.
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Werte

Beitrag von Thomas Sch. »

Auf Grund des Beitrags über mir finde ich es wichtig mit den speziellen Baum etwas zu verknüpfen. Mit den speziellen Baum meine ich nicht den Baum der bei den Beitrag über mir ist.

Oft sind Bonsais aus unserer Ansicht nicht besonders viel Wert. Doch das gilt nicht für jedermann.
Nehmen wir zum Beispiel einen 18 jährigen der zum Geburtstag einen Bonsai aus dem Baumarkt oder Gartencenter bekommen hat.
Der 18jährige Junge ist inzwischen sagen wir mal 48 Jahre alt, ist Händler und hat eine große Bonsaisammlung.
Nun kommt ein Besucher und sieht den Baum, den der 48jährige Mann zu seinen 18jährigen bekommen hat, und sieht, dass er viele "Prachtstücke" in seiner Sammlung hat.
Und der Besucher würde ihn Fragen, warum er diesen Potthässlichen Baum hat. Ich denke er würde sagen:
"Weil es mein Lieblingsbaum ist"

Oft sind es die Erinnerungen die für uns etwas einfaches zu etwas besonderen machen.
Wie zum Beispiel Geschenke von bestimmten Personen, DAS erste aus einer Sammlung, oder wie hier in diesen Beispiel beides zusammen.

Was lernen wir aus dieser Geschichte?

Für jeden der an diesen Baum vorbei geht, sieht nicht mehr als einen hässlichen Baum für den er nicht einmal zehn Euro zahlen würde.

Für den Besitzer dieses Baumes ist der Baum durch all die Jahre für die er ihn gepflegt hat, unbezahlbar geworden.

Für fremde die die Geschichte des Baumes kennen würden, würden den Baum wahrscheinlich aus einen ganz anderen Blickwinkel sehen. Wie z.B. bei den Beitrag von Walter über mir.
MfG,
-Thomas

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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo Walter!

Ich wollte ja jetzt erst schreiben, daß man ja für eine vernünftige Bewertung einen gemeinsamen Nenner brauch', habe daß aber nach Deinem Eichenbeitrag umgeschmissen, dieser Baum hätte wirklich nach jeder Gestaltungsregel versagt...
Lass' mich aber dennoch eine Frage stellen:

Warum in Gottes Namen gehen dann so viele mit dem Ziel los (unter anderem gehörst oder gehörtest Du auch dazu) ihre Bäume auf einer Ausstellung bewerten zu lassen, statt sie einfach nur zu präsentieren, wie Du es oben beschrieben hast. Was habe ich davon, wenn ein Wertungsrichter meinen Baum für gelungen hält (Preisgelder mal abgesehen)? Dann müssten gute Bäume ganz einfach zu produzieren sein, oder? Natürlich nur wenn ioh weiß was den Richtern gefällt?
Wenn ihr großen Meister Bonsai aber als Kunst versteht, kann ich dieses Testosteron-Gehabe nicht verstehen. (Is' schon klar, ich bin auch ein Mann und auch ich habe ein Testosteron-Spiegel).
Kein Maler oder Bildhauer stellt doch sein Werk in eine Ausstellung, damit es mit irgendetwas prämiert wird, oder? Sondern entweder um seine Kunst zu präsentieren oder um Kohle damit zu verdienen (wobei letzteres wohl eher der Fall ist und das ist auch nichts Verwerfliches).

Zum Rest Deines Beitrages kann ich nur mein d'accord geben.

Zu Thomas' Beitrag fällt mir noch ein "Hüsch" ein:

"...Nicht der Schauspieler soll das Wort färben, sondern das Wort soll den Schauspieler färben!"


In diesem Sinne,

alles Gute


Holger

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

'Warum in Gottes Namen gehen dann so viele mit dem Ziel los (unter anderem gehörst oder gehörtest Du auch dazu) ihre Bäume auf einer Ausstellung bewerten zu lassen, statt sie einfach nur zu präsentieren, wie Du es oben beschrieben hast.'

Holger,

nur keine Unterstellungen! :lol:
Ich werde den Teufel tun und meine Bäume bewerten lassen, so wie 'so viele'. Nach dem was ich hier geschrieben habe, kann es mich gar nicht interessieren, was irgendein Bewerter von meinen Bäumen hält. Dass hin und wieder einer meiner Bäuem bewertet wird, ist eher ein Betriebsunfall. Ich habe das dann sicher nicht angeschafft. Bei der Gingko Schau und beim Crespi Cup ist das was anderes. Das ist die Europa-Meisterschaft. Für einen Profi ist es schon schön und ev. auch wichtig, da einen Preis gewonnen zu haben.
Aber die Meinung der Schiedsrichter, selbst da, sollte man nicht so ernst nehmen.

Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass einem die Eiche gefallen muß. Mir gefällt sie z.b. nicht so besonders. Aber beendrucken tut sie mich. Haben möchte ich den Baum nicht. Aber als Kritiker kann ich sehr wohl meinen persönlichen Geschmack hintan stellen.

Niemandem muß der Baum gefallen, aber Respekt könnte man erwarten. Wenn auch keinen Respekt vor dem Baum, dann wenigstens Respekt vor den Andersdenkeneden, Respekt vor einem amerikanischem Japaner, der es wagt, dem gesamten kalifornischen Bonai-Establiishment einen Schlag ins Gesicht zu versetzen. Auch Respekt vor denen, die das als Kunst bezeichnen, auch wenn man es selber nicht so sieht.

Nur für den Fall, dass einer meint, der Kinoshita kann es vielleicht nicht besser. Hier seine Monterey-Kiefer. Das ist nach meiner Einschätzung nicht nur ganz sicher die beste Montery-Kiefer der Welt, sondern auch wahrscheinlich die beste Kiefer überhaupt in Nordamerika. Wer so was kann, den muß man ernst nehmen.
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Beitrag von holgerb »

Da besteht kein Zweifel, daß der was auf dem Kasten hat.

Für die falsche Anschuldigung bitte ich um Verzeihung, mir war nur noch was von Deiner hp im Hinterkopf von wegen mehrere Preise gewonnen...

Na klar ist das sehr ehrend, wenn man man bei einer großen Meisterschaft etwas gewonnen hat, Deinen Ausführungen nach ist das aber nur möglich, wenn dieser "Betriebsunfall" entweder zufällig gefallen bei den Juroren findet oder sich ganz klar an die "Regeln der Kunst" hält. Ich meine, ich habe noch keine Bonsaiausstellung gesehen, aber ich kann mir immer noch keinen Grund vorstellen, warum jemand einen Preis mit seinem Baum gewinnen möchte, besagt er doch lediglich, daß die Juroren den Baum für gut befunden haben. Das mögen zwar bei großen Ausstellungen die Besten der Besten sein, aber mir persönlich würde es viel mehr schmeicheln wenn Jemand in einer ganz stillen Stunde und ganz ehrlich sagen würde: "Du Dein Baum finde ich affenstark, warum weiß ich nicht."


Holger

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Holger,

verstehe ich gut was Du sagst. Aber wenn beides passiert dann ist es doch auch schön.
Natürlich kann man in sehr engen Grenzen einen Bau auf einen Schiedsrichter abstimmern. Das versuchen eine ganze Menge von Leuten. Interessant ist dann, dass immer wieder dieselben Namen in den Siegerlisten auftauchen. Das ist ganz sicher kein Zufall.

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Beitrag von holgerb »

Na, klar!
Ich sag' ja auch nicht, daß mich das nicht freuen würde und ich nicht stolz wie Oskar wäre, aber dennoch würde ich nicht daraufhinarbeiten.
Außerdem stehe ich viel zu sehr noch am Anfang, um überhaupt einen Baum zu haben, der auch nur in die Nähe irgendeiner Qualität käme.
Gesammelt habe ich schon gut, mir geht der Platz aus und ich sehne mich nach dem Frühjahr, wo ich dann auch wieder praktisch tätig werden und meine Seele baumeln lassen kann.
Aber auch meine drei "im-Winter-im-Haus-Wohner" bereiten auch im Winter wenigstens ein bißchen Arbeit (=Entspannung).

gunter

Beitrag von gunter »

Der Anfangsbeitrag von Walter Pall ist ohne den Passus zum Totholz unter dem Titel "Gedanken über das Betrachten von Bonsai" im Programmheft der ICHI SHUN-TEN veröffentlicht. Ich habe damals einen Kommentar an Walter geschickt, den ich hier noch mal abdrucke.

"In dem Beitrag geht es um "Wissen und Sehen" und zu diesem Thema gibt es eine hübsche empirische Untersuchung ( Lesgold et al 1988 ). Da Sie selbst auch kognitionspsychologisch argumentieren, könnte Sie das vielleicht interessieren und deshalb dieser Brief.

Untersucht wurden die diagnostischen Leistungen von Medizinern mit sehr unterschiedlichem Wissenshintergrund ( Studienanfänger, fortgeschrittene Studenten und Ärzte mit langjähriger röntgenologischer Praxis ) beim Betrachten vorgelegter Röntgenbilder.

1. Anfänger sahen auf den Bildern nur wenige, leicht zu erkennende Merkmale. Die konnten sie in der Rgel richtig einordnen und hatten so auch einigen diagnostischen Erfolg. Sie gehen "naiv" an die Bilder heran, wissen wenig, sehen wenig, aber das Wenige ist durchaus vernünftig.

2.Bei fortgeschrittenen Studenten war wider Erwarten der diagnostische Erfolg geringer als bei den Anfängern. Sie machten viele Fehler, weil sie Krankheiten in die Bilder hineinsahen, die gar nicht dawaren. Sie haben eine Menge über Krankheiten gelernt und versuchen, dies in den Bildern wiederzufinden. Dabei sehen sie nur isolierte Symptome, die sie sofort bewerten, ohne sie in das Gesamtbild einzuordnen.

3. Die erfahrenen Praktiker hatten selbstverständlich die mit Abstand größten Diagnoseerfolge. Das Interessante war, daß sie die richtigen Diagnosen stellten,aber öfters nur vage erklären konnten, warum eine bestimmte Krankheit vorlag. Sie haben durch die Erfahrung "Krankheitsschemata" gebildet und erfassen den Tatbestand beim Betrachten "intuitiv" und "ganzheitlich", ohne überhaupt noch auf einzelne Symptome zurückzugreifen.

Die Untersuchung konnte in verschiedenen anderen Gebieten repliziert werden, aber nicht in allen. Es gibt auch Gebiete, in denen der Zusammenhang zwischen "Wissen" und "Können" monoton ist. Offenbar ist das kein "Naturgesetz", sondern auch die jeweiligen Ausbildungsbedingungen spielen eine Rolle. Angehende Mediziner lernen eben erst die Einzeltatsachen, bevor sie mit komplexen Krankheitsbildern von Patienten konfrontiert werden.

Die bonsaiologische Anwendung liegt auf der Hand.: man ersetze "Röntgenbild" durch "Bonsai" und Symptom" durch "Gestaltungsregel".

Falls es Bonsaibewerter geben sollte, die nur Regeln abhaken, zeigen sie dadurch, dass sie erst auf der zweiten Stufe angekommen sind, und noch nicht als "Experten" angesehen werden können, denn deren intuitiv-ganzheitliche Sicht besitzen sie noch nicht. Auch langjährige Praxis macht nicht automatisch zum Experten.

Sie ist aber wohl nötig fuer Expertentum. Zum unmittelbaren "Schauen" der Qualität eines Bonsai kommt man wohl nur, wenn man in langer Erfahrung die Regeln internalisiert hat und wenn man gleichzeitig gelernt hat, sie als bloßes Mittel zum gestalterischen Zweck ( z.B. Alter, Einfachheit, Harmonie, Individualität ) einzusetzen,( und nicht als Selbstzweck). Ein guter Gestalter sollte eigentlich auch ein guter Bewerter sein ( wenn er auch vielleicht manchmal nicht gut formulieren kann, was ihn an einem Baum fasziniert).

Ich bin Anfänger und ich finde, Sie tun uns Anfängern keinen Gefallen, wenn Sie das Wissen abwerten und empfehlen, dem Gefühl zu vertrauen. Walter Pall kann wohl schauen, aber ich muss erst einmal interpretieren, vergleichen, den Effekt von Gestaltungsregeln prüfen, ich muss durch Anwendung von Wissen versuchen, zu einem Urteil zu kommen. Die zweite Stufe der Expertiseentwicklung lässt sich nicht überspringen, nur durch Wissen kommt man zum Schauen ( wenn man gute Anleitung hat). Und in Ihren theoretischen Beiträgen vermitteln Sie doch auch genau solches Wissen.

Mit besten Grüßen

Gunter Lind"

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Gunter,

danke für den Beitrag.

Attila aus Los Angeles hat im bonsaitalk gesagt:

Die Regeln anzuwenden ist nichts. Die Regeln verstehen ist alles.

gunter

Beitrag von gunter »

Und nun der Versuch einer Anwendung auf die Kalifornische Eiche. Der Baum ist gänzlich ungewohnt, sozusagen eine neue Krankheit mit sehr auffälligem Röntgenbild.

1. Der Anfänger wird feststellen, daß er sowas noch nie gesehen hat und sich kein Urteil anmaßen.
2. Der Fortgeschrittene wird die Kriterien abhaken und einen schlechten Bonsai diagnostizieren, ziemlich viele Krankheitssymptome.
3. Der Experte wird erkennen, daß kein bekanntes Schema vorliegt. Er wird das Neue sehen und sich deshalb auch kein Urteil anmaßen. Er wird vielleicht ein Forschungsprogramm über die neue Krankheit ins Auge fassen und dazu erst einmal nach Patienten mit ähnlichen Symptomen suchen. Und wenn er keine findet, wird er die Akte beiseite legen. Eine Krankheit, die nur einmal auftritt, ist keine Krankheit.

Ich denke, das ist in der Kunst genauso. Warten wir also in Ruhe ab, ob demnächst der "Kalifornische Monsterstil" kreiert wird, und wenn nicht , können wir den Baum vergessen. Seltsamkeiten gibt es immer.

Das heißt nicht, daß man nicht versuchen könnte zu erklären, wie der Künstler zu diesem seltsamen Werk gekommen ist. Aufgrund der Abweichung des Werkes von gängigen künstlerischen Normen werden die Gründe, nach denen man sucht, jedoch außerkünstlerische Gründe sein, vielleicht biographische oder soziologische. Vielleicht wollte er ja provozieren und die political correctness persiflieren, die sich in den Staaten gern um Bewertungen herumdrückt und sogar sowas wie diesen Baum in eine große Ausstellung nimmt, nur weil der Künstler bekannt ist. Oder er hat am Amazonas einen Eingeborenenstamm entdeckt, der eine eigene Bonsaikultur geschaffen hat und hat sich davon anregen lassen.

Und noch ein Wort zur "Berührung der Seele". Es ist ja schön, wenn der Arzt Empathie zeigt, aber ich hoffe, daß das auf seine Diagnose keinen Einfluß hat. Ob ein Kunstwerk die Seele berührt oder nicht, mag ausschlaggebend dafür sein, ob ich es mir an die Wand hänge, aber für die Bewertung als Kunstwerk ist es irrelevant. Es gibt Kunst, die die Seele berühren will, z. B. Munchs "Der Schrei". Es gibt Kunst, die die Seele nicht berühren will, z.B. Mondrians "Komposition 1913". Schon die Titel sprechen Bände. Es gibt Bilder, die die Seele berühren, aber keine Kunst sein wollen, z.B. in der Dokumentarphotographie. Und es gibt Kitsch, der die Seele berühren will, sogar ziemlich häufig. Das sind Kategorien, die quer zueinander liegen.

Und wenn ihr noch wissen wollt, wie ich den Baum finde: Ich mag kein plumpen Riesen, egal ob regelgerecht oder regelwidrig plump.

Viele Grüße von Gunter Lind.

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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo Gunter!

Mir ist ziemlich Schnuppe, ob es bei einem Objekt um Kunst handelt oder nicht. Entweder es berührt mich, dann hänge ich es mir hin (oder stelle) oder es berührt mich nicht, dann werde ich es auch weiter nicht betrachten. Ob ich dann mit meinen Gefühlen mit Anderen (vielleicht auch der breiten Masse) konform gehe, ist mir ziemlich schnurz.
Ich gebe Dir als Beispiel den allerwelts Miro der in so ziemlich jeder Arztpraxis hängt. Es gibt Leute die können damit nichts anfangen und wieder andere finden sowas interessant, ich schließe mich damit ein. Ob nun jemand Miro für einen genialen Künstler hält oder seine Werke für Kunst, ist mir egal, mir gefällt's.
Zu Mondrian: Ich kenne zwar keine Werke von ihm, ist aber nach dem was ich gerade herausfinden konnte der abstrakten Malerei zuzuschreiben? Warum soll nicht (wie oben beschrieben) auch ein abstraktes Bild die Seele berühren können. Nur weil der Titel des Bildes nicht "der letzte Aufschrei des Infanteristen L." sondern "Komposition 1913" heißt?
Was ist mit Chopins "Revolutionsetude", berührt es die Seele, weil "Revolution" im Titel steht oder berührt es nicht, weil es "nur" eine Etude ist? Mich berührt sie ganz persönlich, weil ein Schulkollege sie mal bei einer Aufführung spielte und das Stück mal echt mit fliegenden Fiingern zu spielen ist.
Unter Seele berühren verstehe ich nicht, daß ich anfange zu heulen wenn ich ein Bild sehe oder ein Musikstück höre, sondern das etwas zwischen Betrachter und Betrachtetem "geschieht".

Schönen Gruß

Holger

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