Alu- oder Kupferdraht?

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Thomas Sch.
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Alu- oder Kupferdraht?

Beitrag von Thomas Sch. » 05.01.2005, 17:04

Hallo,

ich habe meine letzten Bäume mit einen Aluminium Draht gedrahtet.
Jetzt ist mir der Draht ausgegangen und bin jetzt am Überlegen ob ich Kupferdraht nehmen sollte.

Welchen findet ihr besser?

MfG,
- Thomas
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 05.01.2005, 18:00

Verwende entweder den einen ODER den anderen.

Einige Profis sagen, dass nur Dilettanten mit Alu drahten. -
Ich kenne aber auch viele Spezialisten, die nicht immer nur Kupfer verwenden, sondern auch gerne mal Aludraht ......... :wink:

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Thomas Sch.
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Thank you for the information

Beitrag von Thomas Sch. » 05.01.2005, 18:12

Danke für die eindeutige Antwort. :wink:

Na schmarn, danke.
Ich interpretiere deine Antwort so: "Nimm was dir besser passt, aber die meisten Spezialisten nehmen Kupferdraht"

Stimmt doch so, oder?


MfG,
- Thomas
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Gary
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Beitrag von Gary » 05.01.2005, 19:27

Hallo Thomas,

zur Deiner Interpretation von Wolfgangs Worten sage ich mal nichts. 8) Doch sicher wird man durch die Verwendung von Kupferdraht nicht zum "Spezialisten". :wink: Tatsache ist, man sollte schon eher gut drahten können um Kupfer zu verwenden. Das Zeug ist einfach kräftiger, eventl. störrischer und kann nicht zurückgewickelt und wieder erneut aufgewickelt werden.

Auch Profis verwenden Kupfer fast ausschließlich für Nadelbäume und für praktisch alle Laubbäume Aludraht.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Michael T.
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Beitrag von Michael T. » 05.01.2005, 20:22

Hi Thomas,

da Du ja, soweit ich weiß, noch nicht sooo lange das Hobby Bonsai betreibst kann ich Dir nur raten zunächst weiter Aludraht zu verwenden :!: Solange Du noch nicht sehr sicher im Umgang mit dem Draht bis wirst Du an Kupferdraht keine Freude haben.
Der Nachteil für den ungeübten Gestalter (gleichzeitig der Vorteil für den routinierten) beim arbeiten mit Kupferdraht liegt in der Eigenschaft, daß Kupfer durch Biegen kaltverfestigt, d.h. es ist nach dem Biegen härter als vorher. Dadurch bedingt ist es gerade bei stärkeren Drahtquerschnitten nahezu unmöglich eine einmal angelegte Drahtwindung wieder abzuwickeln und neu anzulegen, zumal der Draht sich beim abwickeln noch weiter kaltverfestigt. Wieder weich machen kann man den Draht nur durch ausglühen!

Was Wolfgang mit
Verwende entweder den einen ODER den anderen.
meint ist, daß man nicht versuchen sollte an einem Baum Aludraht und Kupferdraht gleichzeitig zu verwenden. Man könnte ja auf die Idee kommen, z.B. um sich an den Gebrauch von Kupferdraht heranzutasten, dünne Drahtquerschnitte aus Kupfer und dickere aus Alu zu verwenden. Davon kann ich nur abraten, da an den Kontaktstellen zwischen Alu und Kupfer Kontaktkorrosion entsteht bei der sich Oxide bilden die sowohl den Draht als auch die darunterliegende Rinde sehr unansehnlich verfärben.
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 05.01.2005, 20:27

Eigentlich gibt´s nix mehr zu sagen. -
Alles wurde bisher richtig interpretiert .............. :wink:

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Thomas Sch.
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Draht

Beitrag von Thomas Sch. » 05.01.2005, 20:47

Ja das mit den Interpretieren ist so ne sache.

Michael hast recht, ich bin noch nicht sooo lange im "Bonsai-Business" dabei.

Danke für eure Hilfe. Ich werde mich für die nächste Zeit mit Aludraht beschäftigen, und wenn der weg ist, dann kann ich immer noch Kupferdraht nehmen.

Also großes Danke an alle.

MfG,
- Thomas
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-Thomas

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A.Mittig
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Beitrag von A.Mittig » 05.01.2005, 21:52

Blöde Frage mal am Rande:

Ich drahte schon seit längerem erfolgreich ausschliesslich mit preiswerten Kupfer Elektro-Masseleitungen, die ich vorher abisoliere.

Hat das hier schonmal jemand praktiziert und kann mir sagen ob es einen merklichen Unterschied im Handling zum Bonsai-Kupferdraht gibt?

Mache ich mir das Leben etwa unnötig schwer?

Dazu muss ich sagen, daß es sich bei meinen "Bäumen" auch mit viel gutem Willen nicht um offiziell vorzeigbare Bonsais handelt... :idea:

Gruss, arne

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S » 05.01.2005, 22:33

Hi Arne,

glühst du den Draht vorher? Oder so wie er unter der Isolierung rauskommt?
Geglühter ist deutlich weicher und "zieht" erst beim drahten selbst wieder an. Ich persönlich nehme Aludraht (weil hier für mich leichter Verfügbar), geht auch und erfüllt in jedem Fall seinen Zweck. Das schöne am Kupfer ist das du mit dünneren Stärken den gleichen Effekt erzielst.
Na, ist halt Geschmacksache.
Martin S

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A.Mittig
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Beitrag von A.Mittig » 05.01.2005, 22:55

Hallo Martin!

Danke für Dein "Feedback".

Nein, ich glühe den Draht nicht vorher sondern ich entferne die Isolierung, worin ich inzwischen sehr geübt bin, und laß den Draht dann ca. zwei Wochen auf meinem Balkon (!) verwittern, damit der nicht mehr so blöde glänzt.

Danach wird der Draht von mir in einer (meistens) genau abgestimmten Mischung aus Gefühl und roher Gewalt am Baum verarbeitet.

Wo die Grillsaison ja demnächst wieder beginnt: Macht es denn Sinn, nach einem gepflogenen Abends bei Steak und Bier noch ein paar Rollen des Kupfers in die Holzkohle zu werfen um Bonsaidraht zu generieren oder funktioniert das nicht?

In der Hoffnung, daß derart hemdsärmliche Fragen das "kunstbeflissene" Bonsaipublikum nicht verschrecken,
grüßt Arne Mittig

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Thomas Sch.
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Draht

Beitrag von Thomas Sch. » 05.01.2005, 23:16

Ich hätt noch gerne eine "Insiderinformation".

Wir ihr ja wahrseinlich alle Wisst, gibt es Bonsaidraht in den Stärken von 0,5mm bis 5mm (kann auch dünnere oder dickere geben, ich weiß auf jeden Fall keine dünneren oder dickeren stärken).

Welche Stärken habt ihr bei euch zu Hause? Und welche braucht man im "Normalfall" am meisten?

MfG,
- Thomas
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Beitrag von Wolfgang » 06.01.2005, 07:57

Es gibt folgende Alu-Drahtstärken (mm): 0,6 / 0,8 / 1 / 1,5 / 2 / 2,5 / 3 / 3,5 / 4 / 4,5 / 5 / 6

Es reicht jedoch vorerst, wenn du dir 1, 2, 3 und 4mm zulegst. Sollte das einmal für einen Ast zu wenig sein, dann kannst du ja 2 Drähte um den Ast legen.

Später, wenn die Sammlung einmal größer wird, wirst du dir den Draht in Kilo-Rollen kaufen ...... :wink:

Michael T.
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Beitrag von Michael T. » 06.01.2005, 09:53

arne mittig hat geschrieben:Wo die Grillsaison ja demnächst wieder beginnt: Macht es denn Sinn, nach einem gepflogenen Abends bei Steak und Bier noch ein paar Rollen des Kupfers in die Holzkohle zu werfen um Bonsaidraht zu generieren oder funktioniert das nicht?
Hi Arne,

prinzipiell ist das kein Problem, wenn Du ein paar Dinge dabei beachtest:
- die Glut sollte einigermaßen gleichmäßig sein, sonst kann es Dir passieren, daß Teile des Drahtes nicht die erforderliche Temperatur (wenigstens ca. 450-500 Grad) erreichen. Natürlich darf die Glut auch nicht zu heiß sein, sonst kann dir der Draht schmilzen (Schmelztemperatur ca. 1100 Grad). Also nicht unbedingt mit dem Fön in die Glut blasen, wenn der Draht drinliegt.
- lass den Draht nicht zu lange in der Glut liegen (also nicht erst noch 3-4 Bier trinken und dann mal nachsehen :wink: ), da der Draht im Feuer eine Oxidschicht an der Oberfläche bildet, die mit der Zeit immer Dicker wird
- schreck den heißen Draht mit Wasser ab, dabei platzt der größte Teil der Oxidschicht ab, wenn sie nicht schon zu dick ist. Wenn Du den Draht einfach an der Luft abkühlen lässt bleibt das Oxid dran und platzt dann erst ab, wenn Du den Draht biegst. Das ist dann erstens eine ziemliche Sauerei und zweitens sollte man dann unbedingt beim Drahten eine Schutzbrille tragen :wink:
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Petra Hahn
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Beitrag von Petra Hahn » 06.01.2005, 10:21

Hi Arne,
für die dünneren Drahtstärken bis 1,5 mm kann man sich ganz gut mit Kabelresten behelfen. Wir haben auch noch ziemlich viele Reste vom Hausbau übrig.
Ich wickle mir die Drähte immer in kl. handliche Rollen und glühe sie in einem alten Emailofen aus ca. 4-5 min bei 900°), anschließend in kaltes Wasser schmeissen, damit der Zunder abgeht.
Dickere Drahtstärken sind allerdings schwierig zu bekommen.

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Thomas Sch.
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Kiloweise

Beitrag von Thomas Sch. » 06.01.2005, 11:56

Hallo Wolfgang,

inzwischen habe ich rund 30 Bonsais, wovon die meisten noch gedrahtet werden müssen.
Also werde ich im Frühjahr den Draht schon Kiloweise kaufen.

Danke für die Info.

MfG,
-Thomas
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