Gekreuzte Wurzeln oder Bonsai vs Penjing

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holgerb
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Beitrag von holgerb » 20.02.2005, 21:09

@ Joerg: Da bin ich voll auf Deiner Linie! Weise Worte!

Allerdings hat Anja Recht, Reiner hat da Birnen mit Äpfeln verglichen und das ist nicht in Ordnung.

Ich bin auch nicht auf irgend einem Kreuzzug gegen klassische Bonsai, aber ich versuche immer mehrere Blickwinkel in Betracht zu ziehen....

Hoffmann
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Beitrag von Hoffmann » 05.03.2005, 03:18

Hallo gunter wenn es laut Forumrunde gehen müsste ich meine
Überkreuzende Wurzel auch alle abschneiden laut Wolfgang S
und hier in Thailand sind solche Bäume natürlich, als Bonsai und in
unsere Natur zu sehen.

Gruß Willi aus Thailand
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 05.03.2005, 05:48

Es gibt Forumsteilnehmer, die mich so anekeln, dass ich mich an solchen Diskussionen nur mehr ungern beteilige.
Solange Rabulisten hier ungestört, ohne Einwirkung von Moderation ihr Unwesen betreiben dürfen, finde ich es hier nicht angenehm. Ich finde, dass die Moderation noch einmal überdacht werden sollte. Ich bin durchaus dafür, dass Rabulisten ausgeschlosen werden.

Wenn ich meine Freunde in der Stammkneipe treffen will und das sitzt einer, der mich nervt, dann ignorier ich den. Wenn der aber ganz aufdringlich dauernd durch seinen widerlichen Diskussionsstil die ganze Rund nervt, dann will ich da nicht mehr diskutieren, dann gehe ich da eben nicht mehr hin.

Rabulistik (von lat: rabire , toben) ist im ursprünglichen und häufig noch benutzten Wortsinn eigentlich eine Bezeichnung für rechtsverdreherisches und abwegiges Anwaltsgeschwätz. Einen Anwalt mit entsprechender Aufführung nennt man einen Rabulist .

Im erweiterten Wortsinn wird es auch verwendet für eine Methode, um in einer Diskussion unabhängig von der Richtigkeit der eigenen Position recht zu behalten. Erreicht wird dies durch unterschiedliche rhetorische Tricks wie die Einbringung diskussionsferner Aspekte, semantische Verschiebungen, Wortverdrehungen und anderes mehr.

Eine klassische Einführung in die Rabulistik bietet Arthur Schopenhauers Werk "Eristische Dialektik - Die Kunst, Recht zu behalten".
Zuletzt geändert von Walter Pall am 05.03.2005, 06:47, insgesamt 1-mal geändert.

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HorstH
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Beitrag von HorstH » 05.03.2005, 08:27

Walter Pall hat geschrieben:Eine klassische Einführung in die Rabulistik bietet Arthur Schopenhauers Werk "Eristische Dialektik - Die Kunst, Recht zu behalten".
Die UNI Salzburg bietet diesbezueglich auch was Zeitgemaeßes:

http://www.eristik.sbg.ac.at/main.php

Horst

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Beitrag von Anja M. » 05.03.2005, 09:52

Hallo Walter, schön daß du wieder da bist.

Nu hat das Kind also einen Namen. Rubistik. Und den auch noch aus dem Lateinischen. Laut Horsts Link ist es etwas mit dem wir täglich Konfrontiert werden in allen Lebenslagen, von Bush bis Kinderschokolade.

Kann man so etwas durch Löschen und Sperren unterbinden, verhindern oder ungeschehen machen? Da hab ich so meine Zweifel.

So sehr die unfaire Argumentation mich hier auch gestört hat, so hat sie doch mich und andere dazu getrieben, ein Thema anzugehen und zu vertiefen und hoffentlich nicht nur die falschen Argumente als solche abzutun, sondern mir selbst neue und aufregende Welten zu erschließen.

Was wäre hingegen geblieben, hätte ich nur moderiert? Ein weiterer falscher Mythos in den Köpfen einiger Mitleser? Ein unwahres Bild über chinesische Bonsai? Weniger Erkenntnis und Wissen seitens mir und meiner Mitstreiter?

Solcher Meinungsmache zu entgegnen ist sicher nicht immer und für jeden fruchtbar, und vor allem auch kein Einzelfall. Denken wir nur an die alten Männer, die laut einem Artikel des BCD als einzige Bonsai machen dürfen. Manchmal läßt sich soetwas mit dem fortgeschrittenen Alter des Urhebers ein wenig erklären, manchmal bleibt einem nur ein Kopfschütteln, nur einfach wegschieben, daß geht angesichts hunderter unbedarfter Mitleser meines Erachtens nicht so einfach.
73 Anja

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Beitrag von Thomas P. » 06.03.2005, 15:49

Walter Pall hat geschrieben:Es gibt Forumsteilnehmer, die mich so anekeln, dass ich mich an solchen Diskussionen nur mehr ungern beteilige.
Also mich amüsieren sie nur....
Es läuft doch, wenn man das Forum verfolgt (Themen wie Kunstgeschwfel usw.) immer darauf hinaus, daß sich die Gemüter an Kleinigkeiten hochschaukeln, Wortklauberei betrieben wird, "Fachbeiträge" von Leuten verfaßt werden , die warscheinlich übers 2. Bonsai-Entwicklungsstadium nicht hinaus gekommen sind. (siehe http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=1969).
Das ganze gipfelt dann auch regelmäßig in:
" Zeig erst mal Deine Bäume, ob Du hier überhaupt mitreden kannst!"
Das Lustige, es sind auch meist immer die gleichen Leute, die sich beharken.
Beitrag löschen? Um Gottes willen, nein!
Davon lebt so ein Forum.
Viele Grüße
Thomas Pallmer

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holgerb
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Beitrag von holgerb » 07.03.2005, 22:01

Schlag ein Thomas!
Was diskutieren heißt, wissen wir ja beide (miteinander)!

Ich muß immer noch sagen: "Es hat einen Heidenspaß gemacht!" (auch wenn es vom Thema her kein Spaß war)

@Anja: Ja, Deinen Worten kann ich mich anschließen.

@ Walter Pall: Mich nerven vielmehr die Leute, die versuchen heimische Gehölze indoor zu quälen oder so Sachen die Wolfgang unter "Baumfrevel" mal gepostet hat. Da finde ich verschiedene Denkweisen eigentlich lächerlich dagegen. Und des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Keiner von uns wird den Willen des Anderen mit ein paar Worten ändern können....
Und wie gesagt: ein Diskussionsforum lebt von der Diskussion, auch wenn manche "Argumente" auch nur mit Zähneknirschen zu ertragen sind. Setzt Dich mal mit ein paar Handwerkern vom Bau zusammen zum Mittag zusammen und rede über ein Thema. Da kann einem mehr als schlecht werden!


Gruß

Holger

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Beitrag von Walter Pall » 08.03.2005, 08:37

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass einige nicht so richtig mitlesen können oder wollen.

Es geht mir überhaupt nicht um die Meinungsfreiheit. Jeder darf seine Meinung haben in Geschmackfragen ganz besonders. Jeder darf radikal anderer Meinung sein als ich. Ich darf auch radikal anderer Meinung sein.

Hier geht es um den Diskussionsstil. Es geht nicht an, dass eine Meinung mit den unfairsten rhetorischen Mitteln rübergebracht wird. Wortverdrehungen, Falschzitate, Rechthaberei, persönlcihe Beleidigingen, die so geschickt angebracht sind, dass man sie nicht direkt angreifen kann, ausgesprochene persönliche Beleidigungen, Infragestellen des Charakters des anderen, wenn einem selber die sachlichen Argumente ausgehen. Schlicht ein Diskussionsstil der zu Kotzen ist. Das allerletzte.

Wurde zur Zeit der Reformation gelehrt und Rabulistik genannt. Es diente dazu, die reine Lehre des Katholizismus mit ALLEN Mitteln durchzusetzen. Egal wie, aber auf jeden Fall in jeder Diskussion die Oberhand haben.
Feine Methoden.

Darum geht es hier.

mfg
Walter Pall

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Wolfgang S
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Beitrag von Wolfgang S » 08.03.2005, 10:26

Hoffmann hat geschrieben:Hallo gunter wenn es laut Forumrunde gehen müsste ich meine
Überkreuzende Wurzel auch alle abschneiden laut Wolfgang S
und hier in Thailand sind solche Bäume natürlich, als Bonsai und in
unsere Natur zu sehen.

Gruß Willi aus Thailand
Hallo Willi,
da Du mich direkt zitierst, will ich mich auch in die Diskussion einklinken, obwohl Walter schon recht hat, daß das Ganze hier etwas aus dem Ruder läuft.
Wie würde Dir Dein Baum besser gefallen: So wie er jetzt ist, oder wenn die Wurzeln unüberkreuzt halbwegs strahlenförmig (blöde Beschreibung) um den Baum angeordnet wären? Mir persönlich (sic!) der zweite Fall. Nun ist mir klar, daß Bonsiarohmaterial auch die Gestaltung vorgibt. Wenn ich einen Baum habe, bei dem die Wurzeln nicht mehr ohne größeren Eingriff änderbar sind, wie zum Beispiel beim gezeigten Penjing, dann befürworte ich das "drumrumarbeiten" bzw. wie ich geschrieben hatte, daß Einbeziehen als Gestaltungsmerkmal.
Der diskutierte Baum, bei dem ich die überkreuzten Wurzeln als unschön empfand ist aber eine wenig entwickelte Pflanze (trotz des dicken Stammes), bei der man eine Wurzelveränderung recht unkompliziert machen kann. Andererseits sehe ich nicht, wie die Wurzelkreuzung ein Gestaltungsmerkmal werden soll.
Darin liegt für mich der eigentlichen Unterschied.
Gruß,
Wolfgang

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holgerb
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Beitrag von holgerb » 08.03.2005, 21:37

Hallo zusammen.
Hier geht es um den Diskussionsstil. Es geht nicht an, dass eine Meinung mit den unfairsten rhetorischen Mitteln rübergebracht wird. Wortverdrehungen, Falschzitate, Rechthaberei, persönlcihe Beleidigingen, die so geschickt angebracht sind, dass man sie nicht direkt angreifen kann, ausgesprochene persönliche Beleidigungen, Infragestellen des Charakters des anderen, wenn einem selber die sachlichen Argumente ausgehen. Schlicht ein Diskussionsstil der zu Kotzen ist. Das allerletzte.
Fühle mich spontan angesprochen und das ist wohl auch gut so.
Da sind wohl ein paar Pferdchen mit mir durchgegangen.
Ich möchte mich dann an dieser Stelle bei Reiner Goebel für den schlechten Diskussionsstil entschuldigen. Ich hoffe, daß ich in Zukunft einen etwas kühleren Kopf bewahre und nicht so ganz emotional reagiere.
Noch mal ein ganz dickes ENTSCHULDIGUNG!

Schönen Gruß

Holger


P.S.: Da habe ich wohl einen schlechten Tag erwischt....

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