Indoor Angela

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helge4u
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Beitrag von helge4u » 09.04.2008, 21:10

Britta hat geschrieben:Helge, wenn es zu sehr schmerzt, bitte JETZT weggucken. :wink:
:lol: :lol: :lol:
Ich habe heute mal in Google eine Bildersuche nach Ficus retusa gemacht, und fand dabei allerlei Anregungen (und auch den Baum den Du uns gerade gezeigt hast). Teils wie eine klassische Kiefer, teils typische chinesische S-Formen, teils wie aus dem Urwald, und auch einige skurrile und einige extrem hässliche Bonsai. Diese Bildersuche kann ich allen Ficus-Schülern sehr empfehlen.

Eigentlich habe ich Bilder aus dem Regenwald gesucht, wo diese Bäume mit zu den Grössten gehören. Im Regenwald wollen die Bäume an`s Licht - also nach oben. Wenn die Krone weit genug oben ist, gehen sie enorm in die Breite. Ich las von einem Exemplar, dessen Krone 2ha Fläche bedeckt, sie hat etwa 170 Meter Durchmesser!

Meiner Ansicht nach passt die Gestaltung dieses Prachtexemplars nicht wirklich zu einem Ficus. Und Äste, die nach unten gebogen sind, passen meiner Ansicht nach erst recht nicht, aber die Geschmäcker sind ja gottseidank verschieden.

Wenn mich am Wochende die Musse küssen sollte, versuche ich mich anhand meines eigenen Indoors mal an einer Skizze. Für meinen eigenen Baum schwebt mir eher eine Art flache aber ausgedehnte Krone vor. So ähnlich wie bei einer Akazie - nur ganz anders. :roll:
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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donnakaran
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Beitrag von donnakaran » 09.04.2008, 21:28

Hallo Frank

Genau wie gesagt, mal schauen was die anderen noch zu sagen haben! :wink:

Helge, danke für den Tipp mit der Google suche. Werds mir anschauen.
Vieleicht kommt dann sogar mir eine Idee..

Irgendwie muss ich zugeben, dass ich von Franks schöner erster Zeichnung sehr begeistert, muss aber jetzt sagen,dass ich mir das an meinem Baum nicht so recht vorstellen kann. WEnn ich mir die Richtung und die weitere Entwicklung nicht vorstellen kann bei einem Vorschlag, hats mich wohl nicht recht überzeugt.
Leider habe ich das zu spät bemerkt.
Ich zweifle aber keinesfalls an Frank, dass es nicht möglich wäre die Zeichnung zu realisieren! das wollte ich hier nochmals klarstellen. Nur bräuchte ich dazu wohl Frank in Person an meiner Seite. :lol:

Ich hoffe, Frank, du bist nicht endtäuscht.. Aber ich bin irgendwie so hin und her gerissen.... :roll:
Maître chocolatier pour la vie entière!

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helge4u
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Beitrag von helge4u » 09.04.2008, 21:56

donnakaran hat geschrieben: Nun ich hoffe, dass jemandem jetzt noch einen Gedankensblitz kommt. :wink:
Hallo Angela,
kein Gedankenblitz, aber erstmal eine Bestandsaufnahme.

Der Stamm: Ich sehe einen in typisch chinesischer Art S-förmig geformten dicken Stamm mit attraktiven Luftwurzeln. An dem kannst Du nicht mehr viel ändern. Biegen lässt der sich kaum noch, und für weitere Luftwurzeln müsstest Du ihm sehr hohe Luftfeuchtigkeit bieten, bei gleichzeitiger guter Luftzirkulation (sonst gibt es innerhalb weniger Tage Schimmel statt Luftwurzeln). Aber am Stamm willst Du ja auch nicht viel ändern. Du hast den Baum doch wegen des hübschen Stammes gekauft, nicht wahr? Aber vielleicht wären ein oder zwei Äste weiter unten am Stamm ganz nett...

Die Äste: Der Baum wurde vermutlich lange wachsen gelassen, bis er die nötige Dicke hatte, und schliesslich auf Bonsai-Grösse abgesägt. Er hat dann die Äste entweder freiwillig gebildet, oder man hat sie ihm angepfropft (sowas kann man eigentlich ganz gut erkennen).

Im Wesentlichen sehe ich drei dicke Äste, die zur Zeit wie ein Kreuz gedrahtet sind. Sie haben fast nur an den Enden Blätter. Das wird meiner Erfahrung nach auch so bleiben, wenn man ihn einfach nur wachsen lässt. Bei einem Benjamini kommen unversehens auch immer mal am alten Holz neue Knospen, bei einem Retusa habe ich das bisher nicht erlebt. Jedenfalls nicht freiwillig. :wink:

Die Äste liegen mehr oder weniger in einer Ebene, und die Tiefenwirkung ist noch nahezu bei null, weil kein Ast nach hinten abgeht.

Die Zweige: die Verzweigung ist noch relativ grob. Eine feine Verzweigung für dichte Laubpolster wird Dir der Retusa vermutlich auch nicht freiwillig anbieten.

Die Blätter: relativ gross - aber das ist erstmal das geringste Problem.

-------

Die Optionen (wie ich sie im Wesentlichen sehe)

1) Du kannst Dich erstmal mit den drei Ästen zufrieden geben, und versuchen, sie irgendwie so zu biegen, dass sie möglichst gefällig aussehen. Auf dieser Basis könntest Du versuchen, einen Verzweigung aufzubauen. Das ist relativ risikolos, aber ich persönlich glaube nicht, dass das zu einem überzeugenden Baum führt. "Fainted Heart never won fair Bonsai"...

2) Du kannst darauf hin arbeiten, dass der Retusa mehr Äste bekommt. Das wird er aber wie gesagt kaum freiwillig tun, er hat ja bereits alles, was er zum Überleben braucht! Also kannst Du entweder allerlei Kunstgriffe anwenden. Zum Beispiel Löcher in den Stamm bohren und dünne Ästchen durchziehen die lang genug sind. Oder Ästchen an die Rinde anlaktieren.

Oder Du kannst die Natur den Job tun lassen, in dem Du den Retusa einfach überzeugst, dass seine drei Äste nicht zum Überleben ausreichen. Nachdem ich meinem Retusa die Äste alle nahe am Stamm abgeschnitten hatte, war er innerhalb von 4 Wochen überzeugt, dass er was tun muss! :lol: Bei dieser Vorgehensweise gehst Du aber auch das Risiko ein, dass einer oder mehrere der dicken Äste nicht überleben, denn manchmal will er dann einfach nicht an einem solchen Ast neu austreiben. Auf jeden Fall muss der Baum top-gesund sein und Kraft gesammelt haben, sonst geht der Schuss nach hinten los! Umgetopft hast Du ja schon, dann müsstest Du jetzt als nächstes lernen, ordentlich zu düngen, ohne dabei die Wurzeln zu verbrennen.

Egal ob 1) oder 2): Was die Verzweigung betrifft, wird es ohne Rückschnitt sowieso nicht gehen. Wenn ein Zweig so etwa 4 bis 8 Blätter hat, wird er auf 2 bis 4 Blätter zurückgeschnitten. Wenn die Knospen in den Blattachseln austreiben, ergeben sich bereits Bewegungen in Ast und Zweig. Da helfen dann schon kleine Korrekturen mit Draht.

Mehr fällt mir jetzt erstmal nicht ein.
Wenn ich mit irgendwas daneben liege, bin ich für Korrekturen und andere Ansichten immer dankbar.
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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Wothan
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Beitrag von Wothan » 10.04.2008, 08:56

hallo,

möglichkeiten hätten wir jetzt genug. ich bin aber immer noch der meinung, dass man die vorhandenen äste (evtl. sogar durch eine "gewaltaktion" mit draht) richtig positionieren muss, so dass der baum erst einmal eine form hat um ihn dann entsprechend zu pflegen und aufzupäppeln.

so angela, jetzt bist du an der reihe.

gruß
frank

Ernst
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Beitrag von Ernst » 10.04.2008, 11:33

Hallo

was haltet Ihr von folgenden Ideen?
1. Ein Problem ist, finde ich, dass der Stammverlauf, der im unteren Teil stark geschwungen ist, im rot markierten Bereich zu gerade ist. Da sollte auch etwas Bewegung rein kommen.
2. die beiden blau markierten Äste weiter nach hinten verlegen. Dadurch kommen sie optisch von der Vorderseite gesehen auch näher an den Stamm.
3. an den grün markierten Stellen die Äste einkürzen, um die große Breite der Krone etwas zu verkleinern. Wenn ich das auf den Bildern richtig sehe, gibt es bei jedem dieser Äste dannimmer noch etwas Grün.

Über das Problem mit dem sehr geraden Stück im rechten unteren Ast ist ja schon genug geredet worden.

Gruß

Ernst
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Wothan
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Beitrag von Wothan » 10.04.2008, 11:37

hallo ernst,

geht in die richtung die ich vorgeschlagen hatte.... selbst den rechten- dicken ast würde man noch in form bekommen.

aber lassen wir angela entscheiden.

gruß
frank

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donnakaran
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Beitrag von donnakaran » 10.04.2008, 12:37

Hallo Leute

Besten Dank für eure schnellen Antworten und Meinungen.

Ernsts Vorschläge finde ich auch gut. Nur damit ich im Kronenbereich (rot markiert von Ernst) und rechts Bewegung rein kriege, muss ich wohl 4mm Draht bestellen. Denn der 3mm Draht den ich jetzt habe ist nutzlos.

Was würdest du denn für eine Richtung vorschlagen in der Krone, Ernst?
Den rot markierten Teil nach links oder rechts? Geschwungen?

Ich werde mir das Ganze nochmals überlegen. Mit der linken Seite bin ich einfach recht unzufrieden weil (wie schon gestern geschrieben) ich mir nicht vorstellen kann, wie das dann mal "gut" aussehen soll... :roll:

Dann werde ich also entweder zu dickerem 4mm Draht greifen oder zu Schere und Dünger.

@ Helge, danke für deine Bestandesaufnahme und die 2 Optionen.
Das hat mir nochmals klar gemacht, dass ich mich jetzt definitiv für eine Richtung entscheiden muss!

Entweder drahten was das Zeug hält oder pflegen und alles einkürzen..

Etwas anpfropfen möchte ich nicht wirklich. Vorallem: wo bekäme ich die Äste zum anbringen her? Vom selben Baum nehme ich an. Da hab ich ja auch nicht wirklich viel Auswahl :lol:

Mit dem starken Rückschnitt, sodass er gezwungen wird aus den alten Holz auszutreiben, sterben die alten evt ab. Davon hab ich ja nur 3! Was wenn dann alle absterben?!? :shock: Wie gross ist die Chance?

Besten Dank nochmals für eure Hilfe.
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Beitrag von Wothan » 10.04.2008, 12:46

hallo angela,

gib deinem baum gut dünger, lass ihn fit werden und schick ihn mir per post :wink:

ich werde ihn dir dann ein paar tage später wieder zurück schicken.... bearbeitet... :P

gruß
frank

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Beitrag von donnakaran » 10.04.2008, 12:52

*lach*

Das wäre wohl dann der letzte Ausweg.. :wink:
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Beitrag von Ernst » 10.04.2008, 13:47

Hallo Angela,

dass sich die Stammfortsetzung mit Deinem Draht nicht in Form bringen lassen soll, kann ich mir gar nicht vorstellen. Der Bereich ist doch relativ dünn. Hast Du den Draht gut an einem anderen Ast verankert? (Das gilt auch für den Draht an dem rechten unteren Ast). Verzeih, wenn ich eine dumme Frage stelle!

Ich würde versuchen die Bewegung aus dem unteren Stammbereich fortzusetzen, so dass eine Schlangenlinie entsteht. Gleichzeitig aber auch etwas vor und zurück gehen, damit der Stamm von der Seite nicht ganz planar aussieht. Dabei den oberen Teil des Stammes aber auf jeden Fall nach vorn zum Betrachter neigen und über den Stammfuß bringen.


Besten Gruß

Ernst

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Beitrag von donnakaran » 10.04.2008, 14:00

Ernst, ja ich habe den Draht gut verankert. Keine Frage ist eine dumme Frage. Nur habe ich entweder zu locker gewunden oder mit zu weiten Abständen der Schlingen.

Ok, alles klar. das mit der Spitze zum Betrachter zugeneigt, wusste ich bereits, ansonsten würde ich den Stammverlauf fortsetzen.

Nun gut, ich werds mir überlegen
Maître chocolatier pour la vie entière!

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helge4u
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Beitrag von helge4u » 10.04.2008, 20:01

donnakaran hat geschrieben:Nur damit ich im Kronenbereich (rot markiert von Ernst) und rechts Bewegung rein kriege, muss ich wohl 4mm Draht bestellen.
Oder den 3mm Draht doppelt nehmen (noch eine Windung parallel legen).

Oder den Baum gut verpackt zum Frank schicken. :lol:
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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Beitrag von Wothan » 10.04.2008, 20:50

jupp *daumen_new* , ............oder den baum zu frank schicken :lol:

gruß
frank :roll:

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Beitrag von helge4u » 11.04.2008, 00:22

Wothan hat geschrieben:jupp *daumen_new* , ............oder den baum zu frank schicken :lol:

gruß
frank :roll:
He he he .... :lol: :lol:
...aber dann wird es ja ein Frank-Baum, kein Donna Angela Karan Baum. Angela soll unter der Qual der Wahl ruhig genauso leiden wie alle anderen. 8)

Das schöne an unserem Hobby ist, dass die Bäume mehr Geduld haben als wir. Mich hat noch nie ein Baum gedrängelt, auch wenn ich mir das manchmal einbilde.
Grüße aus Hattersheim,
Helge

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Beitrag von Wothan » 11.04.2008, 09:48

hallo helge,

oh je..... respekt vor deiner geduld. das ist etwas was ich noch lernen muss. bei mir muss alles ruck zuck über die bühne gehen. du glaubst nicht, wie es mir in den fingern juckt wenn ich angelas baum sehe.

aber du hast schon recht. es ist ihr baum den sie selbst gestalten sollte. wir wollen mal schaue was daraus wird und ob er nicht doch irgend wann in leimersheim steht :wink:

gruß
frank

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