Ficus Stefan

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Wothan
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Beitrag von Wothan » 18.12.2008, 11:03

hallo,

was das reduzieren von wurzeln bei einem ficus angeht, habe ich bisher noch keine schlechten erfahrungen gemacht. klar, es sollten schon noch ein paar feine wurzeln vorhanden sein :wink: .
ich habe mal einen versuch gemacht und habe einen fast 2 meter hohen ficus klein gemacht (http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... ight=ficus).

es hast optimal funktioniert. ich habe den wurzelballen, ohne groß rücksicht zu nehmen, mit einer handsäge auf die gewünschte größe reduziert. der baum hat keinerlei probleme gemacht. im gegenteil, er hat aus allen löchern ausgetrieben. dieses jahr habe ich ihn als richtig schöen baum mit einer sicherlicht tollen zukunft, verkauft.

also traut euch an die wurzeln..... so lange noch ein paar feine wurzeln vorhanden sind funktioniert das (zumindest hat es bei mir immer geklappt).

gruß
frank

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Holger
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Beitrag von Holger » 18.12.2008, 11:31

... das ist ja das Problem, weswegen ich zu Vorsicht rate: Lt. Stefan sind beim radikalen Zurückschneiden an den Überresten keinerlei Feinwurzeln mehr vorhanden...

Gruß
Holger

Stefan_E
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Beitrag von Stefan_E » 18.12.2008, 19:15

Danke Frank fürs schnelle freischalten :lol:

Da ich ein kleiner Feigling bin werde ich die Wurzeln langsam einkürzen. Wie weit das bereits möglich ist werde ich wohl erst im kommenden Frühjahr feststellen können :lol: .
Ich habe mal 3 alte Bilder vom Wurzelansatz hergenommen und ein paar Stellen markiert die ich in den nächsten Jahren ändern möchte. Falls euch noch weitere Unstimmigkeiten auffallen bitte ich diese zu ergänzen.

Eine Alternative zum Bewurzelungshormon hätte ich auch gefunden:
http://www.bonsaix.com/trees/trident.htm
Aufprofpung von Wurzeln durch Stecklinge. Da ich von einem anderen Ficus Benjamina noch 2 Stecklinge habe die ich nicht als einzelne Bäumchen gestalten will, könnte ich diese dazu verwenden.
Hat jemand von euch schon Erfahrungen gemacht mit dieser Methode?!

Erklärung zu den Bildern:
Die rot markierte Wurzel möchte ich etwas nach links drücken. Eventuell mit einem Holzkeil den ich zwischen den Wurzeln einklemme.
Die gelb markierte Querwurzel möchte ich langsam oder wenn möglich sofort entfernen.
An den Stellen die mit Kreisen markiert sind möchte ich mit Stecklingen Wurzeln anpfropfen. Würde dazu an jeder Seite einen Steckling anbringen und diesen mit Klebeband fixieren. Die Verwendung von Nägeln möchte ich wenn möglich vermeiden.

lg, Stefan
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Stefan_E
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Beitrag von Stefan_E » 18.12.2008, 22:56

Naja ab und an sollte man auch im Urlaub sein Gehirn einschalten :D .
Bei den Stecklingen handelt es sich um Ficus "Starlights" und sind deshalb eher nicht geeignet für eine Wurzelpfropfung bei meinem großen Benjamina.

Wenn ich mir die Preise für Wurzelhormone aber so anschaue werde ich mir stattdessen wohl eher eine kleine 3er Gruppe Ficus Benjamina kaufen falls ich mich an die Pfropfung wirklich heranwage.

Stefan_E
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Beitrag von Stefan_E » 24.01.2009, 17:10

Dem Bäumchen geht es immer noch prächtig. Seit Mitte Jänner habe ich direkt über dem Ficus eine kleine Pflanzenlampe montiert um ihn etwas besser durch die dunklen Wintertage zu bringen.
Bei einem anderen Ficus hätte ich aber eine Frage. Ich wollte deshalb kein eigenes Thema aufmachen (ich hoff das ist in Ordnung)!
Da ich seit letztem Jahr auch einen kleinen Ficus von einer Freundin (Bild 3 - Vielleicht finde ich noch ein Foto bevor ich ihn bekommen habe) pflege habe ich natürlich bei dem ein oder anderen Rückschnitt gleich Stecklinge gezogen.
Einer davon gefällt mir besonders gut da er einen tollen Wurzelansatz entwickelt hat. Leider musste der kleine aufgrund von Schildläusen einige Blätter fallen lassen und schaut jetzt unten herum etwas kahl aus!!
Im kommenden Frühjahr wollte ich ihn stark zurückschneiden damit ich eine annähernd brauchbare Verjüngung erhalte (über Jahre :D ).
Oder sollte ich ihn stattdessen einfach wachsen lassen und in ein oder zwei Jahren komplett zurückschneiden und auf viele schlafende Knospen hoffen?! :D
Bei einem Rückschnitt im kommenden Frühjahr habe ich das Problem, dass die zwei unteren Äste keine Rückknospung besitzen und ich somit keinen der beiden als neue Triebspitze einsetzen kann.
Würde ein kompletter Rück + Blattschnitt dieses Problem lösen oder würde ich damit nur mehr Zeit verlieren?!
Ich zeig jetzt einfach mal die Bilder bevor ich noch mehr Text schreibe :lol: .
lg, Stefan
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Britta
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Beitrag von Britta » 25.01.2009, 17:42

Das ist ja wirklich ein klasse Nebari!

Franks Antwort auf deine Frage würde mich auch sehr interessieren. Vom Gefühl her würde ich sagen: auf jeden Fall noch wachsen lassen, jedenfalls wenn es um die Verjüngung geht. Der Stamm scheint ja noch ziemlich dünn zu sein, wenn du jetzt zurückschneidest, ist der Neuaustrieb bzw. die neue Spitze ja ganz schnell fast genau so dick wie der jetzige Stamm, du hast also nichts oder kaum etwas an Verjüngung gewonnen.

Allerdings förderst du durch einen Rückschnitt die Verzweigung, was ja wiederum von Vorteil ist.

Also: was tun?

Stefan_E
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Beitrag von Stefan_E » 25.01.2009, 21:15

Ich glaub wachsen lassen mit gezieltem Rückschnitt der oberen Etagen wäre wirklich die beste Lösung :D .
Vorallem weil der Steckling ja erst knapp 1 Jahr alt ist!
Aber um eine halbwegs brauchbare Verjüngung zu erhalten sollte ich die 2 unteren Äste wachsen lassen und alle darüber liegenden Äste ständig auf 1 oder 2 Blätter zurückschneiden....und VIEL düngen :D .
Der Nachteil dieser Methode ist aber die große Schnittstelle die ich zwangsläufig erhalte, plus Schnittstellen der Äste, da für einen Neuaufbau vermutlich ein kompletter Rückschnitt notwendig ist.
Um diese große Wunde zu vermeiden dachte ich eben über einen langsamen Aufbau nach, nur befürchte ich, dass man bei einem Ficus einfach zu viel Zeit investieren muss um ein brauchbares Ergebnis zu erhalten.
Bin ebenfalls schon gespannt auf Franks Meinung :roll:

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Wothan
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Beitrag von Wothan » 26.01.2009, 09:10

hallo zusammen,

sorry, dass ich mich erst jetzt melde. hatte ein stressiges wochenende. also, wäre es mein baum, würde ich ihn erst einmal richtig durchtreiben lassen damit er im stammbereich an dicke zunimmt. es gibt aber auch die möglichkeit, dass du mit dem gestalten der etagen beginnst und, um das dickenwachstum des stammes zu fördern, einen "opfer-/leittrieb" stehen lässt. durch diesen ast/trieb, der mal richtig in den himmel wachsen kann, ist der saftfluss gewährleistet und der baum nimmt relativ schnell an dicke zu. paralell dazu kannst du an deinen etagen arbeiten. also, zwei fliegen mit einer klappe. bei den unteren etagen kannst du auf jeden fall gleich auf zwei blätter zurück schneiden, damit du eine schöne verzweigung in stammnähe bekommst. ansonsten gut düngen, grobes substrat und reichlich wasser. und sobald es über 10 C° ist und auch über 10 C° bleibt, raus mit dem kandidaten in die sonne.

gruß
frank

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Beitrag von Stefan_E » 26.01.2009, 11:23

Das mit dem Leittrieb klingt auch recht interessant. Hat man bei einem Ficus aber nicht das Problem, dass sich das Wachstum dann vollkommen auf den oberen Bereich konzentriert wenn man diesen frei wachsen lässt ohne jeglichen Rückschnitt?
Außerdem kann ich bei den unteren zwei Ästen nicht wirklich mit einem Polsteraufbau beginnen, da mir die Knospen in Stammnähe komplett fehlen.
Und erhält man durch diesen Leittrieb wirklich eine ordentliche Verjüngung?!
Ich dachte immer durch gezieltest Wachsen lassen der unteren Äste wird eine Verjüngung erreicht?!
Aber vermutlich mach ich mir zu früh Gedanken über den kleinen. 1 Jahr später wär wohl auch noch früh genug..... :lol: .

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Beitrag von Wothan » 27.01.2009, 09:34

hallo stefan,

ich muss ehrlich eingestehen, dass ich die nummer mit dem leittrieb bei einem ficus selbst noch nicht probiert habe. bei anderen bäumen hat es immer hervorragend funktioniert. was den aufbau der unteren etagen angeht, schneide einfach so weit zurück, dass nur noch ein blatt steht. an dieser stelle wird ein neuer ast enstehen und mit der zeit wirst du eine ordentliche verzweigung bekommen. du musst einfach nur konsequent an den etagen arbeiten. die nächste möglichkeit ist, dass du den baum einfach wachsen lässt. du kannst ihm anständig dünger geben und in durchtreiben lassen. der nachteil bei dieser methode ist, dass du irgend wann größere schnittstellen haben wirst. wenn du glück hast, werden die schnittstellen komplett verheilen, wenn du pech hast, wirst du sie ewig sehen. ein ficus ist, was das verheilen von wunden angeht, sehr sehr eigen.

gruß
frank

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Beitrag von Stefan_E » 27.01.2009, 23:26

Ich glaube ein Mittelweg aus Leittrieb und Polsteraufbau sagt mir mittlerweile am ehesten zu.
Ich werde den Ficus brav nach oben wachsen lassen und kräftig düngen. Die oberen Äste werden dann ab und zu wieder etwas zurückgeschnitten damit das Wachstum sich auf die unteren Äste konzentriert.
Der Unterste Ast wird mit Sicherheit ein Opferast werden und später nicht in die Gestaltung miteinbezogen, daher --> Wachsen und noch mehr wachsen lassen damit der Stamm unten herum etwas mehr zulegt.
Den zweiten Ast werde ich mal auf das letzte Blatt zurückschneiden und versuchen einen kleinen Polster aufzubauen.
Mal schaun wie der Ficus dann Ende 2009 aussieht
:lol: .
Im März gibt es dann neue Fotos vom großen Ficus. Bin schon sehr gespannt wie weit oder ob sich überhaupt Feinwurzeln gebildet haben. Die Umtopfaktion wird es zeigen....

lg, Stefan

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Beitrag von Stefan_E » 31.01.2009, 01:10

Hab mal wieder ein wenig am Virtual herumgebastelt :lol: .
Verändert hat sich nicht großartig viel. Der Baum steht jetzt auf einer flachen Schale und die Polster wurden ein wenig aufgelockert.

lg, Stefan
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Beitrag von Wothan » 01.02.2009, 10:47

hallo stefan,

wenn der baum einmal so aussieht, ziehe ich den hut. ich muss immer wieder einstein zitieren..... alles was denkbar ist muss auch machbar sein..

also, ich denke das wird. ich freue mich schon riesig die entwicklung zu beobachten.

so, ich leg mich jetzt wieder in mein bett. mich hat die gripe erwischt. ich fühl mich wie ein gef.... uhu.

gruß
frank

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Beitrag von Stefan_E » 01.02.2009, 14:11

Uje, Grippe klingt nicht gut! Da ist wohl Bettruhe und Tee trinken angesagt!!!
Gute Besserung auf jeden Fall schon mal!
Zum Ficus: Zur Zeit stehen mein Ficus Retusa und der Benjamina unter einer Pflanzenlampe. Da ich die Heizung die meiste Zeit nicht eingeschaltet habe hat sich das Wachstum ziemlich eingestellt. Beim Ficus Retusa bildeten sich in den letzten 2 Wochen wieder neue Blätter. Der Benjamina dürfte sich noch im Tiefschlaf befinden, lediglich am kleinen Seitenstamm bildeten sich 2 frische Blätter.
Ich hatte schon bedenken, dass er einen Rückfall hat (Spinnmilben etc.), aber vermutlich will er einfach noch ein Weilchen weiterschlafen :roll: .

lg, Stefan

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Re: Ficus Stefan

Beitrag von Stefan_E » 08.03.2009, 15:07

Hallo Frank, hallo Indoorschule :).
Letzten FR war es soweit. Mein Ficus wanderte in einen kleineren Plastiktopf!
Als Substrat verwendete ich wie schon im Jahr zuvor eine Mischung aus Blumenerde, Kies und Seramis. Der Wurzelballen hat super zugelegt seit letztem Spätsommer und musste kaum nachbearbeitet werden. Leider habe ich keine Fotos vom Wurzelballen da meine Freundin ihre Kamera am FR in Verwendung hatte ;-).
Eine sehr dicke (ca Durchmesser der Stammbasis) Speicherwurzel die senkrecht hinuntergewachsen ist habe ich entfernt. Da das Substrat stark wasserdurchlässig ist denke ich nicht, dass der Stamm bzw. die Wurzel anfängt zu faulen .
Den Nebenstamm habe ich auch auf den neuen Leittrieb eingekürzt und anschließend die Wunde sauber verschlossen.
Bei der großen Schnittstelle bin ich aber fast verzweifelt. Der Leittrieb hat in Stammnähe eine großen Knubbel gebildet und eine Übewallung bzw. Kallusbildung an der Schnittstelle suchte ich vergebens (zumindest an der Vorderseite). Ich habe daraufhin die Schnittstelle ein weiteres mal überarbeitet!(siehe rote Linie) Falls diese Bearbeitung keine Verbesserung mit sich bringt werde ich mit diesem Schönheitsfehler wohl leben müssen und vielleicht mit einem passenden Ast kaschieren.
Nach dem Umtopfen habe ich noch ein paar Äste auf zwei oder 3 Blätter zurückgeschnitten um eine feinere Verzweigung zu erhalten. Den Leittrieb habe ich bis jetzt noch nicht beschnitten da dieser noch an Dicke zulegen muss!
Beim untersten Ast des Hauptstammes bin ich mir aber nicht ganz sicher ob ich diesen nicht weiter zurückschneiden sollte.
So nun die dazugehörigen Bilder...

lg, Stefan
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