Fragestunde

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Jarla
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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 12.03.2009, 09:09

Bekomme ich dann "Einzelunterricht", oder wird das Klassenzimmer dann dicht gemacht? Nee, mal im Ernst, gehts hier (in irgendeiner Form) mit den Sämlingen weiter?
Gruß
Jarla

Andreas Ludwig
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Re: Fragestunde

Beitrag von Andreas Ludwig » 12.03.2009, 11:16

Ja, tut es.

Die Sämlinge sind ja jetzt so am zaghaften Aufwachen, wenn überhaupt. Die meisten werden noch gar nicht viel machen.

Darum ist als Nächstes (in spätestens einer Woche eingestellt) einmal die Sache mit dem Schneiden, respektive «Planen» dran. verjüngung, Stammlinien und sowas.

Da werden dann - sobald es «neue Themen» hat - wahrscheinlich wieder ein paar zurückkommen und mitlesen. Sonst bist du halt die, die alles alleine machen muss.
:mrgreen:
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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 12.03.2009, 14:57

Wie schön!
Gruß
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Dagmar M.
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Re: Fragestunde

Beitrag von Dagmar M. » 13.03.2009, 16:12

ich hab auch noch 10 Stück stehen. Noch ist es zu früh um zu sagen, ob alle fit sind, aber ich bin da guter Hoffnung.

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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 13.03.2009, 19:48

Puh, doch nicht allein unter den Augen des Lehrers... (Hier sollte ein zwinkernder Smilie stehen, aber der ist grad nicht zu finden...).
Bin ja mal gespannt, ob sich noch mehr Mitschüler finden.
Gruß
Jarla

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Re: Fragestunde

Beitrag von Vampy82 » 19.03.2009, 19:50

ich bin auch noch dabei ;-)

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Re: Fragestunde

Beitrag von Andreas Ludwig » 19.03.2009, 23:18

Ich habe gerade mal geschaut:

In unserem milden Klima ist mein «Kalthaus», das Treppenhaus, gar nicht mehr so sehr kalt. Die roten Knospen sind jetzt deutlich sichtbar, hie und da auch erste grüne Spitzchen.

Das und nur das ist das Zeichen für mich, jetzt vorwärts zu machen, den Kurs aus dem Winterschlaf zu holen, den er gemeinsam mit den Bäumchen vollzogen hat.

Das war für viele vielleicht etwas langweilig und manche(r) mag sich gedacht haben: Aber man könnte doch dies besprechen oder schon mal jenes theoretisch angehen. Ich neige immer mehr zur Auffassung, das man das zwar kann, aber nicht soll. Bonsai heisst «Baum im Topf», nicht im Kopf...

Bis bald also drüben im Kapitel Gestaltung!
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Re: Fragestunde

Beitrag von BatzeMicha » 27.04.2009, 14:13

Hey,

Ich bin leider raus -.-. Meine Kleinen haben den kalten Winter einfach nicht überstanden. Sie standen im Schuppen zugedeckt mit Tannenzweigen in einer Kiste. Sind leider doch erfrohren, schade -.- .

Ich verfolge das ganze trotzdem gerne weiter. Viel Spaß und Erfolg euch noch = )

MfG Micha

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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 11.05.2009, 20:39

Hallo,
auch auf die Gefahr hin zu nerven, zu schnell zu sein, o.Ä. muss ich jetzt eine Frage loswerden, sonst ärger ich mich wahrscheinlich bald aufgrund der Entwicklung der Sämlinge.
Wir haben ja im letzten Jahr unsere Sämlinge sehr weit zurückgeschnitten. Daraufhin sind sie wieder sehr gut ausgetrieben und haben sich an der Schnittstelle wunderbar verzweigt, sprich ich habe an der Schnittstelle zwei, ich nenns mal "Äste", erhalten. In diesem Jahr haben meine Sämlinge wie verrückt ausgetrieben. Bei einem Großteil der Sämlinge habe ich an der Schnittstellen vom letzten Jahr nun nicht mehr nur zwei "Äste" sondern bis zu fünf. Bis hierhin ist das ja nicht wirklich schlimm. Aaaaber nun verdicken sich die entsprechende Stellen gerade ganz ordentlich. Das Verdicken passiert an der ehem. Schnittstelle undverältnismäßig stärker als am darunterliegenden Teil des "Stammes". Vielleicht ist das normal, aber es stört in meinen Augen doch sehr das "visionäre Gedsamtbild". Ich habe mir nun meine Gedanken über die weitere Vorgehensweise gemacht und bin auf zwei Möglichkeiten gekommen:

a) Ich schnippel alle "Äste" bis auf einen (den kräftigsten) ab. Dabei würde mir aber die Verzweigung flöten gehen. Wobei das vermutlich erstmal kein Problem ist, die könnte man ja wohl relativ problemlos später noch aufbauen.

b) Ich lasse sie einfach weiterwachsen, wodurch sich die Stelle weiter verdicken wird und mache in ein bis zwei Jahren aus dem Sämling ein Steckling oder moose irgendwann an der entsprechenden Stelle ab.

Möglichkeit a) erscheint mir sinnvoller. Bevor ich aber nun irgendetwas eigenmächtig unternehme, würde ich gerne wissen, was wir in diesem Jahr versuchen wollen zu erreichen und vor allem, wie wir das erreichen können. Vermutlich eine weitere Zunahme der Stammdicke durch entsprechende Zuwachs. Irgendwas muss ich aber machen, diese Gnubbel sind echt nicht schön.
Gruß Jarla

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Re: Fragestunde

Beitrag von Andreas Ludwig » 27.05.2009, 14:25

Du nervst nicht, der Fehler liegt bei mir. Aber jetzt gehts weiter.

So und jetzt zum Problem. Eine Nachfrage dazu: welches der Bilder entspricht eher deinen «Knubbelbäumchen»? Ist keines «typähnlich», kannst du ein Bild machen..?
Dateianhänge
mb_g_0901.jpg
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mb_g_0902.jpg
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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 28.05.2009, 13:11

Hallo!
Bild 3 entspricht dem ziemlich gut.
Gruß
Jarla

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Re: Fragestunde

Beitrag von Andreas Ludwig » 28.05.2009, 19:09

na denn, Jarla - Bild 3 ist im Grund die Vorstufe von Bild 2 und daraus kann man wiederum sowas wie auf Bild 1 machen.

Deine Befürchtung ist, dass sich ein Knubbel bildet, wie man ihn vielleicht an Platanen oder Kastanien im Park oder an Kopfweiden sieht, eine unschöne Verdickung. Bloss entstehen die, weil da jahrelang, oft jahrzehntelang auf das gleiche Mass zurückgeschnitten wird und danach ungehindert alles treibt, was gerade will. Das sind oft ganze Büschel, die dann wieder wegkommen. Ein ewiges da capo am Ort.

Auf Bild 3 sieht man einen Wuschel (wird mal eine Gruppe, ein Mehrfachstamm, das hat sich noch nicht so entschieden) ganz junger Punica-Pflanzen. Der «Stamm» ist natürlich noch keiner, er ist kaum kräftiger als der neue (in dieser sehr schnell warmen Saison stark aufgeschossene) Austrieb. Darum entsteht an manchen Stellen der Eindruck, das entwickle sich zum Knubbel wie oben beschrieben. Ist aber nicht so.

Bild 2 zeigt, wie das weitergehen kann an einer Einzelpflanze: Gekappt im Spätsommer, war die Pflanze gezwungen, Knospenanlagen um die Schnittstelle herum zu entwickeln. Das sind immer ein paar mehr als es braucht (darum Punica, das ist nämlich gut so, wegschneiden kann man immer). Jetzt verliert sich der Eindruck einer Knubbelbildung, denn jeder Trieb hat auch ein bisschen zum Stammwachstum beigetragen. Aus Bild 2 wird mal ein eher schlanker, frei aufrechter «Obstbaum», dazu werde ich die Triebe selektieren, ein paar lassen, von jedem bleibt ein Stück. Das ist dann der Kronenansatz. (Ich muss hier bloss darauf achten, nicht zuviele Triebe als «Kranz» zu lassen, wie man das bei der Entwicklung einer Besenform macht. Da besteht tatsächlich das Risiko einer Verdickung.)

Bild 3 zeigt eigentlich noch einmal dasselbe, aber wieder ein Jahr später und genau gleich behandelt: Alle Triebe von Bild 2 wurden wieder weggehauen, und zwar dicht am Stamm. Jetzt entstehen wieder neue und wie man sieht, wieder mehr als es braucht. Davon kommen demnächst ein paar weg, aber ich könnte die auch alle bis im Herbst stehen lassen: Sogar wenn sich Knubbelchen bilden, ist es kein Problem, die später mit der Konkavzange rauszuhauen, das verheilt sehr gut.

Deine Frage ist gut, sie zielt auf den Punkt - man steht vor der Wahl und hat die Qual. Jeder Trieb bringt mir ein bisschen Dickenwachstum. Lasse ich fünf, habe ich fünfmal mehr Zuwachs am Stamm, als wenn ich einen lasse. Stehen aber drei zu dicht beisammen, habe ich dort dreimal mehr Wachstum, als ich eigentlich will.

Jetzt ist klar, wie man vorgeht: Man haut weg, was ganz sicher zuviel ist. Das ist alles, was doppelt und dreifach treibt. Das ist aber NICHT, was nicht unbedingt zur Gestaltung gehört. Ich lasse oft sogar kleine Triebe in Astachseln stehen, welche, die am Stamm erscheinen, welche, die nach unten weggehen, wenn sie nur dort ansetzen, wo etwas Verjüngung ganz hübsch wäre.

Das Zauberwort heisst «Stammlinie». Alles, was die Stammlinie fördert, ist gut und bleibt. Lieber mehr als weniger, denn auch ein kleiner Baum soll einen anständigen Stamm haben. ABER (und das ist eben auch ein Grund, erst mal wachsen zu lassen): Eine «Stammlinie» kann man nur bedingt vorgeben. Besser ist es, aus dem, was da ist, auszuwählen.

So. Jetzt bist du dran. Konkavzange zur Hand nehmen oder scharfe Schere und den Wuschel «fragen, wo der Baum ist». Drehen, wenden, schauen: Zeichnet sich in diesem Gebüsch die Form eines kleinen Baums ab? Der wird jetzt (ja, jetzt darfst du!) rausfrisiert. Grosszügig, radikal. Ende Mai, es wird bald schon die nächste Generation Triebe geben.
Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 29.05.2009, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fragestunde

Beitrag von Jarla » 29.05.2009, 09:46

Hallo Andreas,

vielen Dank für die ausführliche Darstellung. Sobald mein achtmonatiger Bonsai heute Abend schlummert, werde ich mich dranmachen. Dann habe ich genügend Zeit und Ruhe. Ich werds dokumentieren und hoffen, dass ich das mit dem Fotos hochladen gebacken kriege (muss mich erstmal damit beschäftigen).
Bis die Tage und vielen Dank
Jarla

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