Der Granatapfel als Kulturpflanze

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Andreas Ludwig
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Der Granatapfel als Kulturpflanze

Beitrag von Andreas Ludwig » 20.01.2007, 17:34

Hier hab ich mal ein paar Links weiterverfolgt und zusammengezogen, die Google auf die Anfrage «Granatapfel» hergibt. Spannend. Man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat:

"Der Granatapfel, der vor allem für die italienischen Seidengewebe der Renaissance ein Leitmotiv bildete, hat mit dem botanischen Granatapfel oft nur entfernte Gemeinsamkeiten. Auf den Leinenarbeiten kommt er als bekrönte Apfelform und mit sichbarem samenreichen Inneren häufig vor."
(Leinenstickereien des 15. bis 17. Jahrhunderts aus der ehemaligen Sammlung Leopold Iklé
von Anne Wanner-JeanRichard, Herausgeber Textilmuseum des Kaufmännischen Directoriums St. Gallen, Mai 1990
ISBN 3-9520007-1-X)


Der Granatapfel (hebräisch rimon bezeichnet sowohl den Baum als auch die Frucht) wird in 4 Mose 13,23 mit Weintrauben und Feigen als eine der drei Früchte benannt, die die Kundschafter aus Kanaan mitbrachten, um die Fruchtbarkeit des Landes zu illustrieren. Er ist eine der "sieben Arten", mit der der Ewige das Land gesegnet hat. Der Baum ist klein und weitverzweigt. Die Früchte sind sehr erfrischend, Rinde und Borke wurden früher zur Herstellung von Tinte und Medizin verwendet. Die große Anzahl von Samen ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und Weisheit. Der Granatapfel ist häufig als Motiv in der jüdischen Kunst vorzufinden.
Verbreitung: Länder des Mittelmeerraumes

Das Gewand des Hohenpriesters wird von Granatäpfeln aus Karmesin (2 Mose 28,33) in Blaupurpur und Rotpurpur (siehe Indigo) geschmückt.
Von Schaul wird erzählt, daß er unter einem Granatapfelbaum sitzt (1 Schemuel 14,2). In einer Mahnrede vergleicht der Prophet Joel die Situation des Volkes Israel mit verdorrten Früchten, u.a. dem Granatapfel. (Joel 1,12).

Traditionell werden am jüdischen Neujahrsfest Rosch haSchanah Granatapfelkerne gegessen. Der Volksglaube besagt, daß der perfekte Granatapfel 613 Kerne hat, soviel wie die Torah Gebote enthält. Der Ausdruck "voll wie ein Granatapfel" (Berachot 57 a) bezieht sich auf jemand, der viele Mizwot tut.
http://www.israel-information.net/gloss ... anzenA.htm


Er gilt als einer der ältesten Kultur -und Heilfrüchte der Menschheit: der Granatapfel. Er wird vor allem im Mittelmeerraum angebaut und ist dort vom Speiseplan nicht wegzudenken. Doch auch hierzulande erfreut sich der Granatapfel zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder, denn neben seinem angenehmen johannisbeerähnlichen Geschmack hat er auch eine Vielzahl gesunder Inhaltstoffen zu bieten. Neben Kalium, Kalzium und Eisen enthält er besonders viel Ellagsäure.

Der Genuss seines Saftes wird traditionell empfohlen, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern. Die Wirkung beruht wahrscheinlich auf der Fähigkeit, die Fettoxidation zu verhindern und die Zusammenballung von Blutplättchen zu verringern. Durch seinen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen und Radikalfängern wirkt er außerdem im ganzen Körper antientzündlich und soll im Alter sogar die Liebeskraft stärken.

Einsatz gegen Prostatakrebs?
Wissenschaftler erhoffen sich, Granatapfelsaft zukünftig auch als Waffe gegen Prostatakrebs einsetzen zu können. Selber gewinnen kann man den Saft, indem man die Frucht wie eine Zitrone ausgepresst. Um sich einer gleich bleibenden Qualität und Konzentration der gesunden Substanzen zu versichern, sollte jedoch besser auf Säfte aus dem Reformhaus oder der Apotheke zurückgegriffen werden.
http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,31 ... 78,00.html


Die ersten Belege für Empfängnisverhütung führen nach Ägypten. Vor etwa 4000 Jahren schützten sich die Ägypterinnen vor einer ungewollten Schwangerschaft [].
Eine wahrscheinlich wirkungsvollere Methode bestand darin, in Wachs gewickelte Granatapfelkerne zu Scheidenzäpfchen zu rollen. Das Revolutionäre daran: der Granatapfel enthält ein natürliches Östrogen, das wie die heutige Pille den Eisprung verhindern kann.
http://diestandard.at/?url=/?id=944482


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Beitrag von Andreas Ludwig » 30.04.2007, 07:28

Wir sind im Trend oder diesem bereits voraus mit unserer Punica:
Meldung aus dem Schweizer Wellensittichuntersetzer (Gratiszeitung) 20Minuten:

Basler Strassen zu heiss für Linden

Die einheimischen Bäume in Basel kommen mit der Klimaerwärmung nicht mehr zurecht. Die Stadtgärtnerei setzt daher neu auf mediterrane Arten.

In der Region Basel wird es immer wärmer und trockener. «Viele einheimische Bäume haben aber Probleme mit dieser Klimaveränderung», sagt Daniel Oertli, stellvertretender Leiter der Stadtgärtnerei Basel. Betroffen seien der traditionelle Strassenbaum, die Linde, aber auch Ahornarten. Deshalb müsse man bei Neupflanzungen Arten wählen, die mit den neuen Bedingungen besser umgehen könnten.

Als die frisch gesetzten Linden an der Schifflände nicht wachsen wollten, entschied man sich beispielsweise für den mediterranen Zürgelbaum. Die gleiche Baumart gedeiht auch vor der Glasfassade der Messe Basel. Noch in diesem Frühling sollen an der Münchensteinerstrasse zwölf immergrüne Eichen aus dem Mittelmeerraum gepflanzt werden; und im Winter ist eine Pflanzung von 80 mediterranen Zerreichen an der Entenweidstrasse geplant. «Diese Arten hätte man vor fünf Jahren noch nicht gewählt», kommentiert Oertli die rasante Entwicklung.

Auch Hobbygärtner setzen immer mehr auf mediterrane Gewächse: Das Gartencenter Wyss in Oberwil, aber auch die Grossverteiler Migros und Coop verzeichnen eine verstärkte Nachfrage nach Pflanzen wie Palme und Oleander.

Sabine Knosala

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Danke Sabine, zurück zum Thema Bonsai.

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