Säen

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Andreas Ludwig
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Säen

Beitrag von Andreas Ludwig » 28.01.2007, 15:39

Nächster Schritt: Säen. Säemänner brauchen Kalender dazu, machen wir auch. Astronomischer Frühlingsbeginn ist am 21. 3. 2007. Davon ziehen wir grobe drei Wochen Keimdauer ab und säen am 1. März ein bis zwei Dutzend Kerne oder mehr.

Technisch sehr einfach: Näpfchen oder Töpfchen mit Erde füllen / Presserde vorquellen lassen, Kernchen rein, Deckel drauf und an einen warmen Ort, idealerweise konstant 20º Celsius. Nachts kühler und tagsüber wärmer geht auch. Andere Lebewesen haben es auch gerne feucht und warm, vor allem Pilze, die evtl. die Kerne befallen, darum hin und wieder belüften. Auch mal dran riechen – man merkt den Unterschied zwischen Erde und Zerfall sehr früh.

Als letzte Vorbereitung brauchen wir ein Stück Papier. Da drauf kommen Beobachtungen zu den äusseren Umständen Licht und Temperatur. Darum das kleine Thermometer. Notiert werden sollte, wie lange es unter welchen Umständen gedauert hat, bis da was kam.

Irgendwo in den Weiten des Internets ist der «chemiker» daran, eine zweite solche Liste zu erstellen, bitte trotzdem hier beitragen. Ich ernenne dann alle statistischen Helfer mal zu «Rittern des punischen Ordens« oder so.


tuc
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Beitrag von tuc » 29.01.2007, 21:39

hallo erst mal

bin neu in diesem kurz

kann man auch normale anzuchterde benutzen oder muss es presserde sein?
habe mir grad einen sack anzuchterde gekauft weil ich noch ein paar andere samen einplanzen möchte .

gruss patrick

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 29.01.2007, 21:48

Unter «Wie man zum Saatgut kommt» – da haben wir uns allerhand erdig-philosophische Gedanken gemacht...
:wink:

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Beitrag von Andreas Ludwig » 03.02.2007, 12:59

Es ist immer eklig, wenn man auf die Natur warten muss. Das liegt uns Menschen gar nicht. Dass es trotzdem richtig ist, sieht man beispielsweise hier:
http://www.bonsai-fachforum.de/ftopic10893.html

Die armen Kerle tun alles, um ans Licht zu kommen. Und dann ist da einfach zuwenig.

Darum warten wir weiter. In der Zwischenzeit habe ich angefangen, auf Granatapfelsaft zu achten. Ich mag das Zeug je länger, je lieber. Prost.

tuc
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Beitrag von tuc » 03.02.2007, 14:47

habe diesen thread auch shon gesehen hoffe es ist nicht so schlimm das ich ein link zu "wie man zum saat gut kommt" gemacht habe

gruss tuc

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Beitrag von Andreas Ludwig » 03.02.2007, 17:30

Nö du. Für mich ist das in Ordnung.

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Beitrag von pk » 06.02.2007, 22:11

Heute habe ich einen interessanten Bericht über die Keimung der Samen von Mediteranen Pflanzen gelesen. Habe mal den Text hier rein kopiert.

"Dieser Typ von Pflanzen toleriert nicht nur kühle Temperaturen, er benötigt sie sogar. Zu dieser Gruppe gehören viele Pflanzen aus dem Mediteranen Bereich mit heissen Sommern und kühlen, feuchteren Wintern. Als optimaler Zeitpunkt für die Keimung scheint sich diese feuchte Kühle des Winters als vorteilhaft erwiesen zu haben. Solche Pflanzen haben Mechanismen entwickelt, welche eine Keimung bei Temperaturen über 25º verhindern. "
Wer auf Leichtigkeit abzielt, erlerne erst das Schwierige(Chin. Sprichwort)

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Beitrag von Andreas Ludwig » 07.02.2007, 12:41

Hi pk

das ist durchaus richtig. Bloss - wie lange dauert es, bis wir bei uns 25 Grad haben, ganztags? Da wirds gut Mai, evtl. Juni. Also keine Sorge, Hitzeschutz brauchen wir so bald keinen. Der mediterrane kühle Winter entspricht recht gut dem Frühling in unseren Graden. Merke: «Kühl» bedeutet in Marokko ganz was anderes als hier. Da muss man immer aufpassen, wenn man sich an Beschreibungen hält.

Andererseits haben wir aber zwei untere Grenzen. Die eine ist ebenfalls die Temperatur und betrifft die Keimung an sich. Die andere ist das Licht, was für uns Menschen einfach ein Denkproblem zu sein scheint. Wir sehen Licht ganz anders als Pflanzen es aufnehmen. Das beginnt bei den Wellenlängen (warum sind die meisten Bäume grün und was heisst das?) und geht bis zur Toleranzgrenze. Du kannst Zeitung lesen bei Kerzenlicht, eine Pflanze hat da Neumond.

Die Warterei - so unangenehm sie ist - ist also Schutz. Sie bewahrt die Keimlinge davor, einmal auszusehen wie ein brasislianisches Fotomodell und sich auch so zu entwickeln.

Aber machen wir doch folgendes: Ein Grüppchen Sämlinge auf eine kühle Fensterbank, in eine Ecke im Treppenhaus, wo es halt kühl ist. Die andere bleibt auf dem Schreibtisch. Dann sehen wir, was es ausmacht. Ich denke mal, solange keine Feuchtigkeit dabei ist, also nur gelagert wird, spielt der Temperaturunterschied kaum eine Rolle. Aber probieren ist besser als studieren.

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Yannick
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Beitrag von Yannick » 07.02.2007, 21:00

Besteht eigentlich nicht die Gefahr, dass die Samen in der Zwischenzeit vertrocknen? Ich hab in einem Buch gelesen, dass man Samen des Granatapfels nicht zu lange einfach so lagern sollte, da ansonsten die Gefahr der Austrocknung besteht.

Besteht diese Gefahr auch, wenn wir sie jetzt noch bis zum 1.März lagern? *schulter zuck*
Oder ist der Zeitraum bis dahin noch in Ordnung für die Samen?

Yannick

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Beitrag von tuc » 07.02.2007, 22:35

ich würde einfach mal behaupten solang man sie kühl und trocken lagert dürfte da nix dran passieren .
wenn du sie auf der heizung stehen hast sieht das schon ganz anders aus :P

gruss tuc

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Beitrag von Andreas Ludwig » 08.02.2007, 00:16

Hi Yannick

Doch, diese Gefahr besteht. Aber auch hier - zu lernen ist, wie völlig anders Zeit und Gegebenheiten auf einen Baum und auf uns Menschen wirken. Es gibt diesen Spruch «Ob eine Katze niedlich ist, hängt sehr davon ab, ob man eine Maus oder ein Mensch ist». Nun, für uns wird es nach drei Tagen ohne Wasser kritisch und dieses Wissen tragen wir in uns. Ein Samen hat dagegen durchaus Geduld. Und auch etwas Reserve: Im Prinzip ist ja ein Samen ein «stillgelegtes Baby». Es ist alles da, die komplette Anlage zu einer Pflanze. Sieht man bei Erdnüsschen z.B. ja schön, da sind die beiden Keimblätter und die ganze Anlage des Wurzel-/Triebwachstums. Es ist auch etwas Wasser da, ganz wenig. Beweis: Popcorn. Da verdampft das wenige Wasser im Samen und lässt die Hülle platzen. Mindestens soviel Wasser ist auch bei Punica drin. Mit indianischem Farbmais aus den späten 50er Jahren habe ich in den späten 90er Jahren mal anstandslos Pflanzen gekriegt. Das traue ich Punica zwar nicht zu, aber einen Monat wird es reichen. Und tuc hat natürlich recht: Das wasser wird durch eine Wand zurückgehalten. Da liegt also ganz einfach Diffusion vor. Legt man die Kerne in Salz oder Silica Gel, sind die bald kaputt, klar. Bei Standardbedingungen dagegen werden sie auch die durchschnittliche Raumfeuchtigkeit haben. Was schon reicht.

Zufriedenheit oder Geld zurück - aus dem einen oder anderen Grund kann es schon sein, dass bei dem einen oder der anderen einfach nichts keimt. Hab ich bereits bedacht. Das kriegen wir aber hin, keiner wird ohne Keimling bleiben.

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Beitrag von Yannick » 08.02.2007, 15:12

Danke für die Antwort!

Wenn die Samen bis zum 1. März bei mir nicht mehr keimen wollen, kauf ich mir halt einfach einen neuen Granatapfel, die sind ja nicht sonderlich teuer :lol:

Yannick

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Beitrag von Andreas Ludwig » 08.02.2007, 18:51

Ja, Granatapfelbäumchen züchten ist eine günstige Angelegenheit. Man kann eine importierte, vorgestaltete Mädchenkiefer günstig für 250 Euro kaufen oder einen Granatapfel für einen Euro. Das eine hat man, das andere wird. Hat man Bonsai oder macht man Bonsai? – Die Werte sind gegeben, die Wertschätzung kommt von uns.

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Beitrag von pk » 08.02.2007, 21:55

Hallo, habe heute mal meine Nana-Samen angeschaut und festgestellt das die Samen alle schwarz geworden sind. Ich hoffe, dass es normal ist. Waren sie doch vorher sehr hell, fast weiß/transparent. Wäre schade wenn sie nicht mehr gut wären, da ich sie selbst geerntet hatte.
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Beitrag von O-Master » 09.02.2007, 08:20

Also meine (von einem ganz normalen Granatapfel) sind noch alle weiß, teilweise mit leichtem Gelbstich!
Grüsse aus Tirol,


Oli

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