Sämlinge (1 Jahr)

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schmieda
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Sämlinge (1 Jahr)

Beitrag von schmieda » 22.02.2007, 17:53

Hallo,

ich wollt euch mal meine Sämlinge vom letzten Jahr zeigen. Die Blätter wollten sie den ganzen Winter nicht abwerfen. War wohl zu warm für sie (zwischen 15-18°C, mehr 18).
Ich hatte die 5 oder 6 Sämlinge damals alle in einen Topf dicht zusammen gepflanzt, 1. um Platz zu sparen und 2. da ich wollte, dass sie zusammen wachsen. Naja, aber jetzt werden sie wohl den Weg der "Bonsaischule Minibonsai" gehen.

Kann man mit dem Material hier was anfangen oder hab ich's schon verbockt?
Soll ich sie wieder vereinzeln?

Ich will nicht vorweg greifen (den fleißigen Säern gegenüber). Aber was bei mir nicht klappt, braucht ihr nächstes Jahr nicht nachmachen. ;)
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Gruß
Frank :)

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Anja M.
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Beitrag von Anja M. » 22.02.2007, 19:51

Halli Frank,

ich hab einige Granatäpfel, die bereits ein Jahr älter sind als deine. Wenn ich mir allerdings nur eine Pflanze anschaue, wie sie nach dem ersten Sommer im Oktober ausgesehen hat, dann mußt du irgendwie an deiner Kulturführung noch arbeiten.
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Dies ist nur eine Pflanze.
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73 Anja

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 22.02.2007, 20:34

Hi schmieda

vorweg eine Bitte: Da ich kein Datengrab errichten möchte, versuche ich die Anzahl Themen klein und das Ganze damit übersichtlich zu halten. Im Zweifelsfall Anliegen in der Fragestunde einsetzen, wir können sich entwickelnde Dinge später immer noch ausgliedern. Ich werde mich auch bemühen, ein aufgeklärter Despot zu sein. Danke.

Ja deine Granatäpfel - Anja hats schon gesagt, vom Baum her ist mehr möglich. Sie scheinen mir lang und drahtig mit grossen Internodien - da hat vielleicht die volle Sonne gefehlt, der Dünger oder beides.

Macht aber nichts. Ich schreibe jetzt mal frech, dass man bei so kleinen Pflanzen gar nichts verbocken kann. Es ist ein häufiger Irrtum, dass da von Anfang an jedes Wurzelhaar, jedes Blatt am richtigen Platz sein müsse. Die Folge dieses überkorrekten Vorgehens sieht man im Basics recht schön: Da tauchen blutjunge Präbonsai aus dem Baumarkt auf und schon wird über die Form ihrer Kronenspitze verhandelt, als hätte der Baum nicht überhaupt erst in fünf, eher zehn, eventuell auch erst 15 Jahren seine Zeit. (Nie sehe ich dagegen, dass sich jemand mal einfach fragt, wo ER oder SIE in fünf Jahren eigentlich sein wird...)

Du kannst: Wachsen und dick werden lassen, beizeiten schneiden und kurz halten, sehr kurz schneiden, in ein hohes Gefäss mit sandiger Erde pflanzen und eine Wurzeln-über-Stein-Gestaltung anpeilen, aus Neugier einfach so en bloc wachsen lassen und schauen, ob ein Mehrfachstamm was wird... Du kannst sehr viel. Frag nicht mich, ob du sie vereinzeln sollst oder nicht. Ich frage dann einfach zurück, was du dir denn so vorstellst. Dann sagst du, dies oder jenes und ich wiederum frage zurück, ob der Baum das auch weiss...

Sicher würde ich aber empfehlen, dich mehr auf die Entwicklung der Wurzeln zu konzentrieren als auf die des Stamms. Dazu später mehr.
:wink:
Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 22.02.2007, 20:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von schmieda » 22.02.2007, 20:35

Hallo Anja,

da hast du natürlich recht. ;)

ABER zu meiner Verteidigung... Ich weiß nicht mehr genau wann ich ausgesät habe, kann sein das es erst Mai oder Juni war. Desweiteren hatte ich schwer mit Spinnmilben zu kämpfen.
Ich will mich ja nicht rausreden, sicherlich war das Zusammenpflanzen mehr als schlecht für die Pflänzchen. Sie nehmen sich gegenseitig die Ressourcen weg und klauen sich vorallem das Licht und den Platz.
Ich werde sie vereinzeln und schauen, dass ich unten noch Austrieb bekomme. Naja, und Futter bekommen sie halt....

Dann sollten wir Ende Mai alle gleichauf sein. :lol:
Gruß
Frank :)

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Beitrag von Andreas Ludwig » 22.02.2007, 20:38

Oder säe nochmals und vergleiche..?

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Beitrag von schmieda » 22.02.2007, 20:39

Hallo Andreas,

danke auch für deine Antwort.
Wegen dem Datengrab und so... ich wollte nicht die Schule hier vollspammen, ich dachte halt ich fang mal an. Ich kann das bild dann auch löschen. Noch kann es ja ne Weile als Negativbeispeil drin bleiben. ;)
Gruß
Frank :)

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Beitrag von Andreas Ludwig » 22.02.2007, 20:43

Das Bild bleibt, der Text bleibt und du entschuldigst dich nicht. Es geht ja auch darum, mal was falsch zu machen. Wie soll man sonst wissen, was das Richtige ist? - Du hast mir Gelegenheit gegeben, eine Anmerkung zu machen. So entwickelt sich das.
:wink:

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Beitrag von schmieda » 23.02.2007, 04:26

Hier mal noch ein paar Eckdaten:

Aussaat: bin mir nicht sicher, wahrscheinlich später als gewohnt
Substrat: Cocohum, etwas Seramis, etwas Kies
Licht: Sonne von früh an bis ca. 14:00 Uhr (Ost- Süd/Ost-Seite)
Gießen: Sobald anketrocknet reichlich, an heißen Tagen getaucht

wahrscheinlich negative Einflüsse: eventuell zu zeitig (überhaupt) zusammengepflanzt und Getier
Gruß
Frank :)

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Beitrag von Andreas Ludwig » 23.02.2007, 11:53

Oder zuwenig Sonne. Bis 14 Uhr entspricht eher Halbschatten. Dann ist es auch entsprechend kühler an so einem Ort. Granatäpfel mögen Sonne durchaus. Eine Süd- oder Südwestecke wäre darum empfehlenswert.

Anastassia
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Beitrag von Anastassia » 25.02.2007, 10:43

Hallo Schmieda

Ich habe auch bereits zweijährige Sämlinge von der Zwergform (nana). Die haben ihr erstes Jahr ebenfalls auf der Fensterbank verbracht und sahen eher dürftig aus. Letzten Sommer kamen sie auf den Balkon und entwickelten sich wesentlich besser.

Die Blätter haben sie diesen Winter ebenfalls behalten. Schon vor einem Monat fing der Sämling aus der Vorratskammerüberwinterung an auszutreiben. Ich versuchte es zunächst mit ignorieren, in der Hoffnung, dass er damit aufhört. Tat er natürlich nicht. Der Neuaustrieb in bekam ganz lange nicht brauchbare Internodien Als er nun vor zwei Wochen Blüten ansetzte, dachte ich „es reicht“ und setzte die Schere an. Es sollte ein kompleter Neustart werden. Zu diesem Anlas habe ich das Bild gemacht, deswegen ist er so wurzelnackt.

Bild

Damit das altbekannte Problem mit dem Lichtmangel nicht wiederkommt, stellte ich das Bäumchen anschließend zu meinen Orchideen direkt unter das Pflanzenlicht. Mittlerweile grünt die erste Rückknospe. Ich habe noch weitere Bilder von der Wurzelbehandlung und Rückschnitt. Nachwunsch könnte ich sie auch reinstellen. Mein zweiter fängt auch langsam an auszutreiben. Da muss ich ebenfalls bald ran.

Sicherlich hätte man aus meinen auch mehr rausholen können. Für mehr Dickenwachstum würde ich die Sämlinge früher auseinander Pflanzen und auf jedem Fall raus ins Freie damit. Das tut ihnen gut. Die gewunden Stammform habe ich nicht gedrahtet, ehrlich nicht :D . Ich führe sie darauf zurück, dass ich mein Pflänzchen auf der Fensterbank häufiger mal drehen musste, und er sich jedes mal neu ausrichtete. Die Fensterbankhaltung kann also auch interessante Ergebnisse liefern :wink: .

LG Anastassia

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Beitrag von Andreas Ludwig » 09.04.2007, 12:08

Auch hier ein Nachtrag:

Je nachdem, wie der Kern liegt, müssen sich Wurzel und Spross ihren Weg bahnen. Das ist teils Geometrie (Spross muss nach oben, Wurzel nach unten), teils Mechanik (Steinchen liegen im Weg). Darum gabs bei Anastassia diese Kurven, darum sind sie sehr nahe am Wurzelansatz. Es sind sehr früh entstandene Verwindungen. So etwas kann ausnahmsweise schön werden, ist aber oft eher ein Problem, denn weg kriegt man's nicht mehr. Dann muss man abmoosen.

Man kann das forcieren: Gibt man dem Substrat Blähtonkugeln oder Kies bei, wächst alles schön rund um die Kugeln rum. Das gibt dann im Glücksfall so nett chinesisch anmutende Sachen. Aber Achtung: Alles Zufallsware!

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Beitrag von Anastassia » 10.04.2007, 09:17

Also ich mag die Turbokurven :D :wink:

Leider weis ich nicht mehr so genau welches Substrat ich damals verwendet habe. Üblicherweise nehme ich jedoch Kokosfaser. Was für Andys Theorie spricht, ist dass der größte Teil der Kurven unterirdisch lag und erst beim umtopfen von mir ans Tageslicht befördert worden ist. Es sind ach etliche gerade Stämchen aus derselben Aussaat entstanden. Verdreht war nur einer.

Da der Durchmesser der Kurven sehr klein ist, und das Bäumchen noch ordentlich zulegen soll, hoffe ich das sich diese verwachsen und im endeffekt diese für Granatapfel typische verdrehte Struktur ergeben. Hoffe ich jedenfalls, wir werden es sehen.

LG Anastassia

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Beitrag von schmieda » 11.05.2007, 01:18

Hallo

Hier mal ein kleines Update. Ich hatte die Pflanzen vereinzelt, jeweils bei ca. der Hälfte gekürzt und den Rest versucht als Stecklinge zum anwachsen zu bringen. Von den vereinzelten überlebte nur einer (siehe Bild). Von den Stecklingen hab ich jetzt noch 2.

Naja, ich hoffe auf ordentlich Zuwachs in diesem Jahr.
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Gruß
Frank :)

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