Spezielle Behandlung der Sämlinge

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spiritkanu
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Beitrag von spiritkanu » 10.04.2007, 10:44

Andreas Ludwig hat geschrieben: Mich hat erstaunt, dass niemand auf die Frage zurückkommt, was wir denn jetzt mit den Granatapfelkeimlingen machen, nachdem wir wissen, was wir nicht machen.

Da muss ich widersprechen. Meine beiden Anfragen sind wohl ein wenig untergegangen ;-)

http://www.bonsai-fachforum.de/ftopic10 ... c-120.html
Posting vom 29.3.

http://www.bonsai-fachforum.de/ftopic10 ... sc-90.html
Posting vom 2.4.
Servus,
Reinhold

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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 10.04.2007, 12:24

'Tschuljung.

Ich habs auf die Einträge nach den Eichenkeimlingsbildern bezogen. Natürlich waren da vorher schon Fragen!

Gruss
Andy

CamKnight 1
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Beitrag von CamKnight 1 » 10.04.2007, 18:20

Na Gut ... Dann bin ich mal so mutig.
Spontan hätte ich gesagt wir warten einfach aber wenn du so drau drängst ;-)

Also, wenn wir die Pfahlwurzel nicht kappen, was machen wir denn dann?

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BatzeMicha
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Beitrag von BatzeMicha » 10.04.2007, 18:26

Könnten wir nicht einfach ein paar Jahre warten mit dem Hauptwurzel kappen?
Wir sollten sie halt nicht zu groß und dick werden lassen!

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 10.04.2007, 21:13

Nach einem Jahr ist die «Pfahlwurzel» mindestens zu zweit und vielleicht zwei Millimeter im Durchmesser.

Das beantwortet auch die Zwischenfrage wegen der Stecklinge, genauer, ob man Wurzeln überhaupt zumuten dürfe, durch ein Brettchen gezogen zu werden.

Teilantwort 1: Den jetzigen Wurzeln unserer Granatapfelkeimlinge nicht. Ausser man hat ein Faible für Mikrochirurgie.

Teilantwort 2: In einem Jahr durchaus. Dann sind sie belastbar, aber noch absolut biegsam. Wie dünne Paketschnur etwa.

Das Dickenwachstum der Wurzeln ist nicht so ausgeprägt wie etwa bei Liguster oder Forsythie. Langfristig hat man sich darum bloss etwas beschäftigt mit dieser Feinarbeit (das bezieht sich hier nur auf Granatäpfel!).

Damit weiss man aber auch etwas: Je nach Gestaltungsidee und Lebenserwartung muss man sich jetzt schon überlegen, wie man generell vorgehen will. Das Potenzial des Granatapfelbaums besteht darin, dass man dieser Art allerhand zumuten kann. Der macht mit, im Unterschied zu vielen anderen Baumarten.

Er ist ein guter, aber kein extremer Wurzler. Dafür ist es kein Baum, bei dem man sich Sorgen um das Grün machen muss. Rückknospung wie Verzweigung sind reich und zuverlässig.

Jetzt muss jeder die Balance finden: Wer einen gross wirkenden, kräftigen Baum wünscht, vielleicht im frei aufrechten Stil, wird wenig machen. Wachsen lassen, nächstes Jahr den Wurzelballen wenig zurücknehmen, weiter schiessen lassen - ganz stammorientiert. Wer eine «Wurzel über Stein»-Gestaltung ins Auge fasst, kann jetzt schon loslegen, denn das wesentliche Merkmal, die Wurzel, braucht wie gesehen ihre Zeit. Wer einen Mehrfachstamm möchte, wird einige Keinlinge aufschiessen lassen, kann sie aber auch nächstes Jahr noch zusammenpacken.

Was wir tun, hat Konsequenzen, wir stellen Weichen. Darum haben wir mehrere Keimlinge - um uns etwas zu entlasten. Und es sind nur Bäume. Da sind 24 Stunden Bedenkzeit nichts. Ich bin damit beschäftigt, in diesem eigenartigen Frühling die Keimlinge «an die Luft zu bringen». Das geht jetzt mal vor.

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ubik
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Beitrag von ubik » 22.04.2007, 22:38

hallo freunde,

ich wollt mal nachfragen wie's mit dem umtopfen ausschaut. das wasser verdampft mir in der sonne so schnell durch die torfquelltöpfchen, da kannst du regelrecht zukucken. ich musste heute dreimal ran mit der wasserspritze. leider ist ja nicht jeder tag wochenende und ich kann nicht einfach mal am mittag vorbeikucken ob alles feucht ist. da wären plastiktöpfe doch wohl so langsam besser (weil sie das Wasser besser halten).

hat jemand schon umgetopft ? das heisst normalerweise topfe ich die dinger ja gar nicht um... wenn mein salat jetzt demnächst soweit ist, dann gehen die ganzen Töpfchen in den Garten, so wie sie da sind. kann man das auch hier ins Auge fassen ? Oder muss man rausschneiden (die Wurzeln kucken ja auch mittlerweile überall raus).

ralph

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 23.04.2007, 09:19

Schneiden würde ich nicht. Wozu? - Siehe oben: Für die «Nebarientwicklung», auf deutsch die Ausgestaltung des Wurzelansatzes, hast du noch massig Zeit. Der Keimling braucht jetzt die Wurzeln. Aber natürlich ist es sinnlos, wenn sie in die Luft rauswachsen.

Du kannst die Torftöpfchen in Plastiktöpfchen stellen, zusammen in ein Gefäss oder sie in eine Balkonkiste mit Erde einpflanzen. Geht alles.

Meine sind immer noch in ihrer Anzuchtschale und gewöhnen sich im Schatten an das Licht. Interessant, dass die neuen Triebe intensiv rot sind. Passt absolut zum Wetter - seit 4. April kein Niederschlag, Tagestemperaturen bis 26 Grad, auch abends 20 Grad bis zehn Uhr. Die Spinnmilben freuts, sie sind dieses Jahr früh unterwegs...

Wenn die Wurzeln unten raus kommen, werden die Stöpsel in Tontöpfe oder eine grosse Kiste gepackt, je nachdem, was grad frei ist. Ist nicht so wichtig, ich will bloss Wachstum.

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BatzeMicha
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Beitrag von BatzeMicha » 23.04.2007, 13:07

Andreas Ludwig hat geschrieben:Interessant, dass die neuen Triebe intensiv rot sind. Passt absolut zum Wetter - seit 4. April kein Niederschlag, Tagestemperaturen bis 26 Grad, auch abends 20 Grad bis zehn Uhr. Die Spinnmilben freuts, sie sind dieses Jahr früh unterwegs...

Also bei mir sind die neuen Triebe nicht rot!Liegt das daran das ich sie bis jetzt noch nicht rausgestellt habe?Sie stehen bei mir zu diesem Zeitpunkt am angelehnten hellen Fenster!Ist das ok so oder sollte ich sie doch lieber raus in den Halbschatten stellen?

Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig » 23.04.2007, 13:11

Halbschatten. Oder Schatten die ersten Tage. Behälst du sie drin, sind sie zwar schön grün, aber auch anfällig auf dies und jenes, die üblichen Sorgen der Indoors halt.

Die UV-Strahlung ist der wesentliche Punkt, denn die - wie bereits erwähnt - geht nicht durch Glasfenster. Drum haben Pflanzen in Räumen keinen UV-Schutz. Stellt man sie direkt in die Sonne, gibts Sonnenbrand. Das kann bis zum totalen Blattverlust gehen. Die Rötung der Triebe ist eine vorübergehende Schutzmassnahme, die beim Streckungswachstum nachlässt.

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