Korkrinden Ulme no.1

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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Martin_S
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Korkrinden Ulme no.1

Beitrag von Martin_S » 18.05.2008, 23:20

Erster Beitrag im neuen Sub Forum!!
Nochmasl meinen besten Dank dafür.

Erinnern wir uns an das letzte Jahr zurück. Ich zeigte euch eine Korkrinden Ulme (Ulmus serrata). Man empfand sie als zu "spitz"....

Damals schrieb ich:

....Was du allerdings nicht berücksichtigst ist, dass es sich dabei um Erstgestaltungen handelt. Dh. ich will von vorne herein eine möglicht feine Verzeigung. Und die muß erst aus dem Leittrieb erstmal wachsen. Da sind ja jetzt nur Blätter, nächstes Jahr die ersten Triebe, in zwei Jahren wird die Krone anfangen deutlich runder zu werden und in ein paar Jahren ist das dann "perfekt".
Ich lege die geplante Höhe fest in dem ich den Leittrieb von vorne herein auf diese Höhe begrenze. Andere planen die endgültige Höhe für die kommenden Jahre ein. Schau dir mal die Serissa an. Anfangs war die spitz heute schon runder und in ein paar Jährchen ist die dann "kugelrund"

Nicht ganz ein Jahr später sieht der Baum dann so aus wie auf dem letzten Bild. Ich denke man kann erkennen was ich damals sagen wollte. :wink:
M
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Beste Grüße
Martin

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Andre.L
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Beitrag von Andre.L » 18.05.2008, 23:24

Da kann man wirklich von "Vortschritt" sprechen.

Sieht schon besser aus. :D

nemo
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Beitrag von nemo » 19.05.2008, 19:32

DAS ist ein toller Baum,die ulme hat ganz klar die richtung eingeschlagen die du in dem damaligen artikel mit ulf besprochen hast,deine methode klappt einwandfrei,ein tolles ergebnis nach so kurzer zeit.Deine zwerge sind ein hammer,und die ulme würde ich gleich mitnehmen,und die eibe ,und...,nehm sie alle :wink: wenn sie dir mal auf die nerven gehen nur her damit,hab noch platz :wink:

nemo
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Beitrag von nemo » 19.05.2008, 19:36

[quote="nemo"]DAS ist ein toller Baum,die ulme hat ganz klar die richtung eingeschlagen die du in dem damaligen artikel mit ulf besprochen hast,deine methode klappt einwandfrei,ein tolles ergebnis nach so kurzer zeit.Deine zwerge sind ein hammer,und die ulme würde ich gleich mitnehmen,und die eibe ,und...,nehm sie alle :wink: wenn sie dir mal auf die nerven gehen nur her damit,hab noch platz :wink:[/quote]WIE hat sich deine jap.Rotkiefer gemacht,machst du mal ein aktueles Bild rein.

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bonsaimike
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Beitrag von bonsaimike » 19.05.2008, 21:42

...
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S » 19.05.2008, 22:25

bonsaimike hat geschrieben:...Zu sehen, wie der Baum in ein paar Jahren aussehen wird...
So isses! :lol:
M
Danke für eure lobenden Worte!
Beste Grüße
Martin

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Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm » 20.05.2008, 23:03

ein schwerer baum.

ich würde wohl die unteren äste in verschiedenen höhen starten lassen und dir krone etwas mehr in richtung "rund" gehen lassen..
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Beitrag von Martin_S » 21.05.2008, 13:41

Lindwurm hat geschrieben:ein schwerer baum.

ich würde wohl die unteren äste in verschiedenen höhen starten lassen und dir krone etwas mehr in richtung "rund" gehen lassen..
Danke für deinen Vorschlag. Runde Krone????? Ich arbeite daran :wink:
Beste Grüße
Martin

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Beitrag von rad(o)n » 21.05.2008, 21:39

gibts dieses wort überhaupt für dich? :wink:

mich würde mal interessieren, wie "rund" für dich aussieht, martin :D
grüsse

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Beitrag von Lindwurm » 22.05.2008, 22:17

wenn der umriss einer krone schön gerundet ist, sieht das ast und zweig chaos innendrin trotzdem immer irgendwie passend aus, der umriss fängt das wieder auf irgendwie....bei nem 3-eck gibts diesen effekt nicht

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S » 23.05.2008, 10:49

Lindwurm hat geschrieben:wenn der umriss einer krone schön gerundet ist, sieht das ast und zweig chaos innendrin trotzdem immer irgendwie passend aus, der umriss fängt das wieder auf irgendwie....bei nem 3-eck gibts diesen effekt nicht
:roll:
OK. Man hat mir antrainiert, auch wenn man sich an den Kopf fassen will, Ruhe zu bewahren und ggf. noch ein mal zu erklären, wenn das Gegenüber es nicht verstehen kann/will/möchte.

Ich unterstreiche euch daher die Stellen meines über einem Jahr alten Statements noch einmal. Eventuell merkt man dann, dass ich "rund" schon irgendwie im Auge habe (der Kollege Radon hat das scheints auch noch nicht gecheckt, aber was solls...) :wink:


"....Was du allerdings nicht berücksichtigst ist, dass es sich dabei um Erstgestaltungen handelt. Dh. ich will von vorne herein eine möglicht feine Verzeigung. Und die muß erst aus dem Leittrieb erstmal wachsen. Da sind ja jetzt nur Blätter, nächstes Jahr die ersten Triebe, in zwei Jahren wird die Krone anfangen deutlich runder zu werden und in ein paar Jahren ist das dann "perfekt".
Ich lege die geplante Höhe fest in dem ich den Leittrieb von vorne herein auf diese Höhe begrenze. Andere planen die endgültige Höhe für die kommenden Jahre ein. Schau dir mal die Serissa an. Anfangs war die spitz heute schon runder und in ein paar Jährchen ist die dann "kugelrund"[/size]"

Hoffe das jetzt wirklich ein jeder verstanden hat, dass ich nichts gegen runde Kronen habe, lediglich mein(!) Weg dahin ein anderer (aus meiner Sicht im Übrigen auch der bessere) Weg ist.
M
Beste Grüße
Martin

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Tobias
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Beitrag von Tobias » 23.05.2008, 12:00

Als ich Martins Post gelesen habe, fragte ich mich was dir Gründe für seine Aussage, es sei aus seiner Sicht der bessere Weg, sind.
Mich interessiert das und natürlich würde ich mich freuen wenn Martin da mal drauf eingeht ;)
Könnte es an der Kräfteverteilung liegen?
Meine(!) Theorie: Wenn du die Krone in dieser Dreiecksform aufbaust, dann sind ja zu Anfang die unteren Äste dominant und werden besser entwickelt. Dann, wenn sie ausreichend stark sind, fängst du an auch oben die Verzweigung etc aufzubauen. Wenn du von Anfang an einfach alles wachsen lassen würdest und nur in Form bringst, würden sich doch die oberen Äste stärker entwickeln als die unteren und somit die Zeit, bis die untern Äste stark genug sind, deutlich verlängern. Mit deinem Weg würdest du also das Wachstumsverhalten des Baumes für dich nutzen.

Kommt das so ungefähr hin?
Vielleicht kannst du es ja nochmal erläutern. Ich habe da noch nicht so viel Ahnung und will natürlich so viel wie möglich mitnehmen :)

Gruss Tobias
Grüsse aus Wehrheim, dem offiziellen Apfeldorf ;)

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S » 23.05.2008, 17:52

T.M. hat geschrieben:...
Könnte es an der Kräfteverteilung liegen?
....
Ja. Auch das.

Wenn ich eine Grundgestaltung vornehme, suche ich als allererstes die optimale Verjüngung bei gleichzeitig optimaler Basisbreite (Nebari). Dabei versuche ich mich erst gar nicht von irgendwelchen Ästen beeinflussen zu lassen. Die die ich brauche sind entweder schon da oder werden von anderer Seite an die entsprechende Stelle gedrahtet. An diesen Ästen lasse ich auch relativ viel Laub (viel Laub braucht viel Wasser und viel Wasser geht nur über viele Wurzeln was den Baum dazu zwingt viele Wurzeln zu bilden oder einzugehen, was er aber nicht tut, da ich ihn ja gut pflege :wink: Hier mal vergleichen mit den Ausführungen des Kollegen Urikawa! Der macht das ähnlich und hat, wenn ich ihn richtig interpretiere, guten Erfolg damit).
Durch die optimale Verjüngung kann ich mir jetzt erlauben die Spitze so aufzubauen wie ich sie brauche. Dh. ich habe zunächst (unmittelbar nach dem ersten Schnitt) nur Blätter, daraus wachsen Triebe (oft noch im gleichen Jahr, da mehr Licht an diese Stelle kommt. Das ist wichtig!) die kann ich jetzt schneiden und bekomme schon vom ersten Schnitt an eine bessere Feinverzweigung.... und am Ende habe ich dann eine 1A aufgebaute Krone mit einer sehr guten Verjüngung und somit eine optimale Baumform (unten dick und oben dünn). Das Ganze versuche ich OHNE dicke Schnittstellen hinzubekommen. Schnittstellen die sichtbar sind, sind aus meiner Sicht der Tot eines glaubhaften Bonsai. Du kannst keinem Betrachter glaubhaft verkaufen, dass ein Baum auf zwei dritteln seiner Höhe eine Schnittstelle hat, die eventuell genauso dick wie der Stamm an der Basis ist! Was soll den das für ein Ast gewesen sein???? Wenn es "den" gäbe, müsste der Baum eine Kaskade geworden sein, da sein Gewicht alleine gereicht hätte um den Baum in eine Richtung krumm wachsen zu lassen.
Gemeinhin baut der Bonsaifreak seinen Baum von unten nach oben auf. Ich baue ihn eigentlich an allen Stellen gleichzeitig auf und habe so oft(!) einfach schneller ein vorzeigbares Ergebnis.
Betrachtet noch mal das Beispiel. Das Ding war Anfang 2007 eine unförmige Kugel. Im März 2007 ein Baum mit einer Spitze, dann nimmt die Verzweigung oben zu und ich drahte die ersten Äste nach unten (das hält sie im Wachstum zurück. Die Power geht in die oberen Bereiche...). Jetzt, Mai 2008 sieht meine Krone schon passabel aus. Sie ist aber noch nicht rund genug. Am Ende des Sommer, so wage ich mal zu behaupten habe ich genau das erreicht was ich schon in meinem Statement 2007 für das Jahr 2009 prognostiziert habe. Kann "mein" Weg doch gar nicht soooo falsch sein, oder? Kann jetzt jeder der glaubt mitreden zu können den Schilly an den Kopf werfen "Du hast doch keine Ahnung, du kannst nur Spitz, deine Bonsai sind langweilig, das geht anders...". Mach ruhig. Ich lache dann im kommenden Jahr etwas lauter dafür. Denk an die Serissa! Erst hat es geheißen. "zu Spitz" dann "nicht schlecht" dann "Boa!"...
Ein weitere Vorteil meiner Methode ist, dass ich die Krone von Beginn an "steuern" kann. Will meinen, ich kann zu jeder Zeit festlegen, wie breit, rund, spitz, hoch oder flach sie sein soll. Wenige Schnitte reichen dafür. Wenn ich aber erst einmal eine Krone wachsen lassen muss, verliere ich erst einmal wieder Zeit. Und was habe ich am Ende mit dieser Zeit gemacht???? Soll ich es dir sagen? Ich habe versucht eine Krone aufzubauen die eine schöne/optimale Verjüngung und Verzweigung zeigt!
Ja toll!
Die hatte der "alte Schilly" aber schon bei seiner der Erstgestaltung.


Any questions?
In diesem Sinne!
M
PS.: der Blick für die beste/optimale Verjüngung sorgt dafür, dass du die besten Rohmaterialien aus einer Vielzahl von angebotenen Bäumen auswählen kannst.
Diese Ulme war eine von vielleicht zwanzig (die gingen weg wie warme Semmel! Morten Albek hatte auch eine gekauft. VOR MIR! Wir trafen uns am Händlerstand...und hatte die Gestaltung in einer Bonsai Europe (heute Bonsai Focus) gezeigt. Könnt ihr ja mal vergelichen! Mein Benchidori war einer von sieben, meine Korkeiche war die vorletzte(!) die verkauft wurde von vielleicht zehn oder zwölf angebotenen. Das war nicht die teuerste! Ist aber heute mit Sicherheit die beste aus dieser Lieferung. Da hat mir noch vor ein paar Wochen der Händler gesagt "Hätte ich die bloß behalten!"
:shock:
Warum?
Weil scheints keiner die angebotenen Bäume von unten nach oben betrachtet hat und dabei die Verjüngung sehen wollte/sollte/konnte. Meine Korkeiche war ein Busch! Diese Ulme war eine blöde, kleine Kugel. Meine kleine Azalee (siehe "Who is who") war ein Haufen Grün ohne erkennbare(!) Verjüngung (die war da, man konnte sie nur schwer erkennen) Sie blieb beim Händler stehen und wurde kaum beachtet. Heute schauen sich meine Bonsa Freunde die an und sagen "...und ich Depp habe die andere genommen!"...
Ich wage(!) zu behaupten, dass diese Bäume heute alle auf ihrem Weg zum Bonsai sind. Daher rate ich(!) dazu den Blick gezielt zu schulen. Dann klappt das auch mit den Bonsai :wink:
So. Und nu' is gut. :lol:
Beste Grüße
Martin

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Beitrag von Martin_S » 25.07.2008, 10:45

*updated*

ein neues Pöttchen hat sie bekommen. Da es etwas größer ist als das letzte gezeigte war das zu dieser Jahreszeit kein Problem.
Enjoy!
M
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Beste Grüße
Martin

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Beitrag von Tropenfreak » 25.07.2008, 11:17

Hallo Martin

Zum Baum *respekt* der hat sich gut entwickelt. Die Schalenfarbe sticht meines Erachtens zu sehr hervor, da könnte ich mir eine grob strukturierte dunkle Schale besser vorstellen (passend zum knorrigen Stamm). Trotzdem *daumen_new*
Der Spirituelle Intellekt des Agrarökonomen steht in reziproker Relation zur Quantität seiner subterranen Knollengewächse ;-)

Mfg Roland

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