Neue Shohins von Frank

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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abardo
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von abardo » 15.10.2017, 17:45

Hi,

auch der Ginalla geht nach kleiner Bearbeitung in die Winterruhe.

IMG_3520.jpg
Feuerahorn Herbst 2017
IMG_3522.jpg
von oben

Mit dem Zuwachs den untersten Astes links, dem generellen Wuchsausgleich und der Zunahme der Verzweigung bin ich für dieses Jahr doch recht zufrieden.
Grüße, Frank
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von chris-git@rre » 15.10.2017, 18:53

Hallo Frank,
der Stammansatz ist super.
Aber den Ast würde ich gleich abschneiden:

file-3.jpg
lg chris-git@rre

*Bilder sagen mehr als 1000 Worte*

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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von Heike_vG » 15.10.2017, 18:58

Hallo Frank,
auch mir gefällt die Stammform dieses Bäumchens sehr gut. Aber ich würde noch mehr schneiden und drahten, da ist noch so viel sparriges und so viele lange, gerade Stücken, trockene Stümpfe etc. Ich stimme auch Chris zu, dass der lange, gerade, unverzweigte Ast auf der Innenseite der Stammbiegung verzichtbar wäre.

Lg, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von Amadeus » 16.10.2017, 07:53

Heike_vG hat geschrieben:
15.10.2017, 18:58
Ich stimme auch Chris zu, dass der lange, gerade, unverzweigte Ast auf der Innenseite der Stammbiegung verzichtbar wäre.
Lg, Heike
... seh' ich auch so.
Viele Grüße
Holger

Ein kritisches Hinterfragen der eingestellten Bäume ist ausdrücklich erwünscht.

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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von abardo » 16.10.2017, 10:05

Hi,

wenn ich den Ast abschneide, ergibt sich für den Baum eine ganz andere Form, eher frei aufrecht. Dann müsste er aufgerichtet werden und bekäme eine Wuchsrichtung nach links. Dazu müsste man dann aber auch das Nebari völlig umarbeiten.

Daher sehe ich in dem Baum eher diese "Laubdach"-artige Form, die er bereits in den letzten Laubfotos gezeigt hat und dazu ist der Ast notwendig. Innen hat der Ast ja schon eine Verzeigung und eine weitere wird er an dem vom Chris markierten Punkt per Ablaktion bekommen. Bestimmt auch noch mehr Bewegung, die lässt sich mit Einschnitten realisieren.

Zum Winter schneide ich einem Laubbaum nicht mehr oft ins grüne Holz (Pilzgefahr). Ein paar der ganz trockenen Enden habe ich aber noch entfernt.
Grüße, Frank
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von Heike_vG » 18.10.2017, 13:34

Hallo Frank,
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
wenn ich den Ast abschneide, ergibt sich für den Baum eine ganz andere Form, eher frei aufrecht.
Nicht notwendigerweise. Man könnte den oberen rechten Ast, der besser platziert ist, weiter nach rechts unten wachsen lassen und mit schönen Verzweigungen aufbauen. Dann ergäbe sich darunter auch ein schöner Negativraum, der die tolle Stammbewegung hervorhebt.
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
Dann müsste er aufgerichtet werden und bekäme eine Wuchsrichtung nach links. Dazu müsste man dann aber auch das Nebari völlig umarbeiten.
Aus meiner Sicht nicht nötig!
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
Daher sehe ich in dem Baum eher diese "Laubdach"-artige Form, die er bereits in den letzten Laubfotos gezeigt hat und dazu ist der Ast notwendig.
Sehe ich anders, aber vor allem ist der Ast so schlecht platziert und so hässlich, dass ich auf ihm keine Gestaltung basieren lassen würde.
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
Innen hat der Ast ja schon eine Verzeigung und eine weitere wird er an dem vom Chris markierten Punkt per Ablaktion bekommen. Bestimmt auch noch mehr Bewegung, die lässt sich mit Einschnitten realisieren.
Ablaktion und Verzweigung seitlich wird den Ast auch nicht viel schöner machen. Er wird trotzdem lang, unverjüngt und vor allem schlecht platziert bleiben. Beim Feuerahorn, wie bei anderen Ahornen auch, ist durch die gegenständige Knospenanordnung immer eine V-förmige Verzweigung am schönsten. Ein langer Ast, von dem gelegentlich Zweige abgehen, wird nie wirklich gut aussehen, gerade wenn die restliche Verzweigung bereits V-förmig angelegt ist.
Bewegung mit Einschnitten beim spröden Ast eines Feuerahorns halte ich für einen gewagten Plan... das macht sicherlich schneller "Knack" als dass man da etwas gebogen bekommt.
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
Zum Winter schneide ich einem Laubbaum nicht mehr oft ins grüne Holz (Pilzgefahr). Ein paar der ganz trockenen Enden habe ich aber noch entfernt.
Hast Du da mit Pilzbefall an frischen Schnittstellen schon mal Erfahrungen gemacht? Ich nämlich noch nie und ich schneide schon seit Ewigkeiten alles im Herbst bis über den Winter.
Im Frühling habe ich genug mit dem Umtopfen zu tun, da habe ich nicht auch noch Zeit für Schneiden und Drahten. Aber das mag bei jedem anders sein!

Liebe Grüße,
Heike
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von abardo » 18.10.2017, 13:55

Hi Heike,
Heike_vG hat geschrieben:
18.10.2017, 13:34
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
wenn ich den Ast abschneide, ergibt sich für den Baum eine ganz andere Form, eher frei aufrecht.
Nicht notwendigerweise. Man könnte den oberen rechten Ast, der besser platziert ist, weiter nach rechts unten wachsen lassen und mit schönen Verzweigungen aufbauen. Dann ergäbe sich darunter auch ein schöner Negativraum, der die tolle Stammbewegung hervorhebt.
Die Variante hat was, ansonsten wäre mir der Negativraum ohne den langen Ast auch zu gross.
Hm, da werde ich wohl nochmal in mich gehen ... (schonmal "Danke" für den "Stupser").
Heike_vG hat geschrieben:
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
Innen hat der Ast ja schon eine Verzeigung und eine weitere wird er an dem vom Chris markierten Punkt per Ablaktion bekommen. Bestimmt auch noch mehr Bewegung, die lässt sich mit Einschnitten realisieren.
Ablaktion und Verzweigung seitlich wird den Ast auch nicht viel schöner machen. Er wird trotzdem lang, unverjüngt und vor allem schlecht platziert bleiben.
Da sein erster Zweig ja auch schon selbst verzeigt ist, könnte der schon recht bald die fehlende Verjüngung aufheben, wenn ich da alles durchtreiben lasse (du merkst schon, ich suche händeringend jedes noch so blöde Argument, um den Ast zu retten :lol:)
Heike_vG hat geschrieben:
abardo hat geschrieben:
16.10.2017, 10:05
Zum Winter schneide ich einem Laubbaum nicht mehr oft ins grüne Holz (Pilzgefahr). Ein paar der ganz trockenen Enden habe ich aber noch entfernt.
Hast Du da mit Pilzbefall an frischen Schnittstellen schon mal Erfahrungen gemacht?
Leider ja. Im Frühling hab ich ja meine Kringellärche verloren. Mag andere Gründe haben, aber es gab schon einige frische Schnittstellen. Und direkt unter einer grösseren gab es dann diesen Ausfluss (obwohl da Knete drauf war).
Heike_vG hat geschrieben: Im Frühling habe ich genug mit dem Umtopfen zu tun, da habe ich nicht auch noch Zeit für Schneiden und Drahten. Aber das mag bei jedem anders sein!
Geht mir ähnlich, ein paar restliche Stummel abzuschneiden, wenn die Bäume wieder in Fahrt sind, ist aber nicht so viel Arbeit. Drahten mache ich ja auch gerade ...
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von Manfred Jochum » 18.10.2017, 14:13

hab dir mal die Variante gebastelt....

Vielleicht hilft es bei der Entscheidungsfindung.

Ich habe den unteren Ast im ersten Schritt nicht ganz entfernt, sondern für den Rückraum noch einen Teil dran gelassen.
Man muss das jedoch im 3D beurteilen.

Gruß Majo
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von abardo » 18.10.2017, 14:40

Das ist sehr gut, dann hätte der Ast auch eine bessere Verjüngung. Auf die richtige Dicke bekomme ich den schon noch ...

Danke Manfred ! Danke !
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von bock » 18.10.2017, 14:53

Majo der Magier!

Einfach genial, besser geht nicht!
Wäre super, wenn der Baum dorthin käme! Obwohl das mit einem Wacholder vielleicht doch leichter zu erreichen wäre...
Ich bin gespannt!
liebe Grüße Andreas
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von Manfred Jochum » 18.10.2017, 15:11

danke für die "Blumen"

und das mit dem Wacholder stimmt...... wenn man das Virtual für "bare Münze" nimmt.
Will natürlich nur einen Grünbereich andeuten ..... sonst hätt ich ja Blätter gemalt.
Ich hoffe Frank macht jetzt aus dem Ahorn keinen Wacholder ...... ;-)

Gruß Majo
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von abardo » 18.10.2017, 15:55

Hi,

die Grünbereiche so sauber zu trennen, wird natürlich schwieriger, da die Bereiche momentan noch eng beieinander liegen und die Blätter noch recht gross sind. Das sollte mit der Zeit aber beides besser werden.
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von abardo » 24.10.2017, 16:05

Hi,

hiermal Winterbilder von meiner relativ neuen Zelkove.

Auf dem Frühlingsfest bei Enger gekauft, 16cm hoch, Schale von Walter Venne.

Diese Jahr zweimal zurückgeschnitten, jetzt nochmal (und auf den Fotos entdecke ich doch glatt noch ein paar Stellen, die noch geschnitten gehören). Drahten (hier 0,5mm) ist eine echte Herausforderung für meine dicken Finger, hab ich dann teilweise mit zwei Pinzetten gemacht. Muss mir wohl für den Baum noch 0,2mm besorgen. Deshalb (und weil die dieses Jahr ja umgetopft wurde) wurde nur wenig und vorsichtig korrigiert.

IMG_3537.jpg
Zelkove Herbst 2017
IMG_3538.jpg
von oben
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von bock » 24.10.2017, 17:29

Moin Frank,

die hat schöne Proportionen, einzig die Hauptäste machen noch einen etwas "unreifen" Eindruck. Ist der Wurzelansatz brauchbar?
Zum Drahten könnte ich mir auch chirurgisches Besteck (Moskito-Klemme und Nadelhalter) vorstellen.
Bin auf die Weiterentwicklung gespannt!
liebe Grüße Andreas
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Re: Neue Shohins von Frank

Beitrag von mydear » 24.10.2017, 23:43

Hallo Frank,

Schöne Zelkove mit viel Potential, gefällt mir.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Ulme ohne den linken waagrechten Ast mehr Dynamik bekommt. Was hältst du von einer leichteren, helleren Schale?

Grüße
Rainer

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