Planung von Wacholder-Stecklingen

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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Manfred Jochum
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Manfred Jochum » 17.03.2017, 20:13

hallo Sanne,

die Größe der Schale mache ich immer abhängig vom gewünschten Zuwachs und natürlich von der Größe des zurückgeschnitteten und kompakten Ballen. Da die Stecklinge vorher in einem sehr kleinen Gefäß auch gut gewachsen sind habe ich da keine Bedenken. Der alte Ballen wurde nur etwas flacher und aussen die langen Würzelchen ( die sich rundgelegt hatten ) wurden gekürzt.
Da die Dicke der 3 Stämmchen auch nicht unbedingt viel zulegen sollen, habe ich wieder eine kleine Schale gewählt, in der aber trotzdem 1cm rundum Freiraum war. Der Nachteil solch kleiner Schalen ist halt, dass man fast jährlich od. maximal alle 2 Jahre einen Wurzelschnitt machen muss ( ist aber eine Arbeit von maximal 10 - 15min )
Probleme bekommt man nur wenn man lange nicht umgetopft hat , und der Ballen mit sehr starken Wurzeln zugewuchert ist. Dann muss man mit einem starken Rückschnitt aufpassen.

Gruß Majo
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.

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Marco_H
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Marco_H » 17.03.2017, 20:21

Hallo Sanne,
das war auch mein erster Eindruck, dass die Schale sehr klein ist, aber Majo weiß genau, was er tut...eine sehr beeindruckende Entwicklung wieder bei dieser Wacholdergruppe übrigens.

Letztes Jahr habe ich Wacholderstecklinge gemacht und im Herbst aus Platzgründen einfach in den offenen Boden gesteckt. Gestern habe ich nachgeschaut und war erstaunt, dass sie saftiges Grün am treiben waren, obwohl nicht eine einzige Wurzel vorhanden war.
Anscheinend ist der Wacholder in dieser Hinsicht sehr tolerant.
Gruß aus dem Westerwald

Marco

Bonsai ist die Kunst der Zeit!

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Manfred Jochum
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Manfred Jochum » 30.03.2017, 20:47

und hier mal der nächste Schritt des ursprünglichen Stecklings.
Ab jetzt versuche ich hauptsächlich durch schneiden die Polster zu erhalten.
Ein paar Freiräume kommen später erst dazu.
erstmal ist jetzt Wachsen angesagt.....



Gruß Majo
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Zuletzt geändert von Manfred Jochum am 31.03.2017, 07:52, insgesamt 1-mal geändert.
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mydear
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von mydear » 30.03.2017, 23:17

Vision erfüllt

so klein und doch so ausdrucksstark *daumen_new*

Liebe Grüße, Rainer

Sanne
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Sanne » 01.04.2017, 17:03

Manfred Jochum hat geschrieben:...Ab jetzt versuche ich hauptsächlich durch schneiden die Polster zu erhalten.
...erstmal ist jetzt Wachsen angesagt...
Hallo Majo,

darf ich mal nachfragen, schneidest oder zupfst Du den Neuaustrieb?
Bei meinem kleinen Wacholder, wo ich neulich ein wenig die Nadeln gezupft hatte, da er wieder nach dem Umtopfen treibt, wurden die Nadelspitzen nach ca. 1 Woche braun. (Im schlauen Bonsaibuch steht, ob nun mit den Fingern gezupft oder mit der Schere geschnitten, die Enden werden braun). *kopfkratz*
Dein Wacholder sieht jedoch sehr saftig grün aus. Hast Du einen Tipp für mich?

LG, Sanne

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Manfred Jochum
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Manfred Jochum » 02.04.2017, 07:33

hallo Sanne,

"ob nun mit den Fingern gezupft oder mit der Schere geschnitten, die Enden werden braun"
das kann ich bestätigen......
Die Triebspitze wirft immer die Anschluß-Schuppe , am Schnitt- oder Zupfpunkt , ab
In der Aufbauphase ist das aber halb so schlimm, die fallen nach einer gewissen Zeit von selber ab.

Wenn die Polster annähernd aufgebaut sind schneide ich hauptsächlich die Wachstumspunkte ( Langtriebe), die aus der Umrißlinie herauswachsen.
Und zwar am Ansatz... nicht in den Grünbereich.
So kommt immer gut Licht in`s Innere der Polster und der Wacholder treibt gut von Innen aus dem alten Holz heraus.
Zweiter Punkt ist Licht.
Steht der Wacholder zu dunkel, werden die Schuppigen Triebe sehr lang und dünn, das sieht nicht hübsch aus, und man ist immer geneigt zu zupfen.
Steht er aber sehr hell, werden die Schuppentriebe kürzer und kräftiger, dann erfolgt auch ein Trieb aus dem inneren alten Holz viel leichter, so dass die Polster schön dicht werden.
Düngen ist auch sehr wichtig, nur so kann der Wacholder die Polster dicht und kräftig ausbilden.
Bei so jungen Pflänzchen braucht man in der Tat nicht zu zupfen, deshalb sind die auch noch so schön grün.
Bei älteren Pflanzen zupfe ich natürlich auch mal hier und da an der Peripherieline herum.... ein braunwerden der Spitzen ist aber ( wie gesagt )nur temporär...und nach 3-4 Wochen wieder Geschichte.

Gruß Majo
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Sanne » 02.04.2017, 17:03

Danke Majo für Deine ausführliche Antwort. :-D
Gruß, Sanne

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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Bangrider » 14.06.2017, 19:02

Hallo,
die sehen ja echt irre aus. Hat mich motiviert auch mal Stecklinge zu starten. Eine Frage bleibt mir aber noch offen, welches Substrat benutzt du nach dem bewurzeln?
Grüße aus Berlin

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Manfred Jochum
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Manfred Jochum » 15.06.2017, 15:36

hallo Bangrider,

ob du es glaubst oder nicht.... ich bin nicht so der Erden-Freak

Ich verwende seit Jahr und Tag eine ähnliche Mischung für die meisten meiner Bäume.

Besteht aus Bims , Lavagranulat , Akadama oder Kiryu (je nach dem was ich noch habe ) und ein kleiner Teil Kokosfaser.
Funktioniert bei mir gut......

Wichtig ist mir nur, dass die Mischung gut saugfähig und wasserdurchlässig ist.....

Die Stecklinge bekommen nach dem Bewurzeln also die gleiche Mischung...

Gruß Majo
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Arthur Dent
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Arthur Dent » 17.06.2017, 23:40

Absoluter Respekt vor deiner Arbeit!!

Habe heute zwei Wacholder zurückgeschnitten und die "Abfälle" in die Erde gesteckt. Bin gespannt ob die noch anwachsen....

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Max L
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Max L » 18.06.2017, 18:33

Hallo Manfred,
ein toller Beitrag, dem ich mit großem Interesse folge!

Viele Grüße
Max

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Max L
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Max L » 18.06.2017, 18:38

Sanne hat geschrieben:
01.04.2017, 17:03
Manfred Jochum hat geschrieben:...Ab jetzt versuche ich hauptsächlich durch schneiden die Polster zu erhalten.
...erstmal ist jetzt Wachsen angesagt...
Hallo Majo,

darf ich mal nachfragen, schneidest oder zupfst Du den Neuaustrieb?
Bei meinem kleinen Wacholder, wo ich neulich ein wenig die Nadeln gezupft hatte, da er wieder nach dem Umtopfen treibt, wurden die Nadelspitzen nach ca. 1 Woche braun. (Im schlauen Bonsaibuch steht, ob nun mit den Fingern gezupft oder mit der Schere geschnitten, die Enden werden braun). *kopfkratz*
Dein Wacholder sieht jedoch sehr saftig grün aus. Hast Du einen Tipp für mich?

LG, Sanne
Hallo Sanne,

auf der Homepage von Michael Hagedorn gab es mal einen Artikel mit der Überschrift "Don't pinch Junipers!"
Darin beschreibt er, dass es nicht gut wäre Wacholder zu pinzieren. Vielmehr sollte man die stärksten Triebe immer wieder mit der Schere schneiden...

Viele Grüße,
Max

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Manfred Jochum
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Manfred Jochum » 01.09.2017, 23:46

heut mittag gab`s mal wieder was zu lesen ( Bonsai-Art ).

sehr gefallen hat mir der Beitrag zu den Mini Wacholdern und Stecklingen.

Hat mich wieder mal sehr animiert, und so hab ich ein paar meiner aktuellen Stecklinge direkt abgelichtet.
Manchmal kommen mir auch beim Betrachten dieser Bilder schon tolle Ideen ( vor allem mit den Bildern aus dem Heft im Hinterkopf )

Faszinierend finde ich immer, wenn man erst die jungen Stecklinge sieht , und dann nach 3-4 Jahren Weiterkultivierung die gleiche Pflanze wieder vor Augen hat ..... manchmal sind da "Welten" dazwischen....
Solche Spielereien kann man ideal nebenbei mitlaufen lassen, kosten so gut wie nix.... und machen richtig Spaß.

Erst bei den letzten 3 Pflanzen habe ich angefangen mit ersten Gestaltungs-Schritten.
Die ersten 5 Pflanzen sind noch so gut wie unbehandelt....

Vielleicht animiert der Beitrag auch wieder den ein oder anderen......

Gruß Majo
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Sanne » 02.09.2017, 20:42

Manfred Jochum hat geschrieben:heut mittag gab`s mal wieder was zu lesen ( Bonsai-Art ).
sehr gefallen hat mir der Beitrag zu den Mini Wacholdern und Stecklingen.
Hallo Majo,

Dein Wacholder-Steckling als Kaskade gefällt mir sehr gut (Bild 07-5j.jpg). *daumen_new*
Die BA gibt es bei mir immer erst einige Tage später zu bekommen. Werde aber auch gerne rein schauen.

Gruß, Sanne

Sanne
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Re: Planung von Wacholder-Stecklingen

Beitrag von Sanne » 06.09.2017, 20:14

Heute habe ich die neue Ausgabe der BA bekommen. Darin wird unter dem Titel "Junge Hüpfer" geschrieben, dass Herr Mure die Wacholder-Stecklilnge im Winter macht.

Da wollte ich gerne bei Dir nachfragen Majo, zu welcher Jahreszeit Du die Stecklinge machst? Japan hat ja doch ein ganz anderes Klima als hier bei uns.

Ich möchte gerne versuchen, Stecklinge von einem Chamaecyparis pisifera zu ziehen. Mal sehen, ob das klappt.

Gruß, Sanne

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