Mini-Palmatum

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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mydear
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Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 05.04.2017, 17:19

Hallo Shohin-Freunde,

hier die Entwicklung eines Mini-Palmatum mit dem Versuch von Anfang an auf feine Verzweigung und gutes Nebari zu achten.

Juni 2014: Beginn der Abmoosung, geerntet Ende August mit Überwinterung im Kalthaus. Die vorhandenen Äste waren kaum brauchbar, wurden im März 2015 fast alle entfernt.
2014-06-14 -Desh-ab.jpg
Juni 2014
2015-02-15 -Pal.ab.jpg
Feb 2015
2015-03-09 -1.jpg
März 2015 Rückschnitt
April 2016: Umtopfen mit starkem Rückschnitt. Der Wurzelansatz sieht besser aus als er in Natura ist, ein Segment hatte kaum Wurzeln. Künftig wird jährlich umgetopft und in kleinen Schalen weiterentwickelt.
2016-04-16 -1.jpg
April 2016 scheinbar radiales Nebari
2016-04-16 -3.jpg
leider nicht überall
2016-04-16 -4.jpg
2016-04-16 -5.jpg
2016-04-16 -AP sh-1.jpg
Zuletzt geändert von mydear am 14.07.2017, 17:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 05.04.2017, 17:26

*updated*
März 2017: das Nebari ist etwas dichter geworden, doch die Bilder zeigen gegenüber 2016 kaum Fortschritte. Geduld ist gefragt.
Die blaue Schale ist wie für den Zwerg maßgetöpfert.
2017-03-26  --08-AP_ab.jpg
März 2017 ...da soll er rein
2017-03-26  --13.jpg
2017-03-26  --16.jpg
da fehlt's noch: ein Segment ohne Wurzeln. Spagnummoos drauf und hoffen
2017-03-26  --17.jpg
2017-03-26  --20.jpg
2017-03-26  --22.jpg
2017-03-28 19.14.52-Des-ab.jpg
mit viel Sphagnummoos falls das Gießen wieder mal nicht schnell genug klappt
Bild



LG, Rainer
Zuletzt geändert von mydear am 14.07.2017, 17:11, insgesamt 2-mal geändert.

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Manfred Jochum
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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von Manfred Jochum » 06.04.2017, 08:48

hallo Rainer,

schöne Dokumentation zu der Entstehungsgeschichte des kleinen Ahorn.

Man sieht auch gut, wie du das Nebari von Anfang an beinflussen willst, und wie es sich dabei entwickelt.

Etwas gefährlich finde ich blos die Arbeiten am "offenen Herzen" so kommentarlos zu zeigen.
Gerade Neueinsteiger sehen das oft als Freifahrtschein, im Wurzelwerk rumzumachen , was sie wollen..... und das geht dann meistens in die Hose....
Man sollte dazusagen, dass das nur mit einem jungen Wurzelballen mit vielen dünnen Saugwurzeln so problemlos geht. Ein Alter kompakter Wurzelballen wie bei Yamadori oder älteren Baumschulpflanzen verzeiht das nicht so einfach..... da muss man erst auf diesen Stand hinarbeiten..... und das kann auch schnell mal ein paar Jahre dauern.
Nicht ohne Grund arbeite auch ich bei der Shohin und Mame Größe am liebsten mit Stecklingen, Abmoosungen oder jungen Sämlingen ....... da gibt es in der Regel noch wenig Wurzelprobleme.
Bei solchen jungen Pflanzen kommt es in der Tat nicht auf die Anzahl der Wurzeln an ...... wenige, aber gute und dünne Saugwurzeln sind besser als ein kompaktes Wurzelknäul aus dickeren Wurzeln.
Die eigentlichen Saugwürzelchen, die zwingend notwendig sind, kann man übrigens mit dem bloßen Auge kaum erkennen, deshalb sind solche Arbeiten immer mit höchster Vorsicht, sehr schnell und ohne Gefahr vor Austrocknung, auszuführen.

Gruß Majo
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von chris-git@rre » 06.04.2017, 09:37

Hallo Rainer,
gefällt mir was Du machst.
Wir beide haben ja gerade eine ähnliches Projekt am Start.
Meinen Grünen Fächerahorn hast Du ja schon gesehen.

Manchmal ist so eine Lücke im Nebari gar nicht so schlecht.
lg chris-git@rre

*Bilder sagen mehr als 1000 Worte*

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 06.04.2017, 09:57

Hallo Chris,

an deinen Palmatum erinnere ich mich auch, nur deiner ist schon etwas weiter.

Liebe Grüße,
Rainer

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Georg
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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von Georg » 06.04.2017, 10:30

Manfred Jochum hat geschrieben:hallo Rainer,
schöne Dokumentation zu der Entstehungsgeschichte des kleinen Ahorn.
............Die eigentlichen Saugwürzelchen, die zwingend notwendig sind, kann man übrigens mit dem bloßen Auge kaum erkennen, deshalb sind solche Arbeiten immer mit höchster Vorsicht, sehr schnell und ohne Gefahr vor Austrocknung, auszuführen.
Gruß Majo
Deshalb ist es wichtig, immer eine Sprühflasche mit Gießwasser in Griffweite zu haben, um beim Umtopfen die Wurzeln entsprechend zu benetzen.
Nur als weiteren Hinweis.
Eine schöner Dokumentationsbeginn , dessen Fortführung mich sehr interessiert.
Danke!
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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Sebastian O
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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von Sebastian O » 06.04.2017, 10:49

Seruvs Rainer,

gerade für Anfänger sind solche Dokus doch Gold wert. Und der Vorteil an einem Forum ist ja, dass andere sie durch ihr Wissen und ihre Erfahrung ergänzen können. That's the spirit.

LG

Sebastian
LG
Sebastian

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 06.04.2017, 10:58

Hallo Manfred,
hallo Rüdiger,

danke für eure Tipps. Beim Umpflanzen im Freien mit Sonne / Wind kommt der nackte Wurzelballen immer in einen Eimer mit Wasser.
Hier wurde abends im kühlen Keller umgepflanzt (schöne Sauerei). Alle Fotos sind stark aufgehellt, sonst wäre nicht viel zu erkennen.

Liebe Grüße,

Rainer

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 19.08.2017, 23:08

*updated*
Der kleine Deshojo wächst recht langsam, deutlich langsamer als meine grünen Varianten. Macht nichts, denn hier ist ja das primäre Ziel dezente Äste und kleine Blätter zu erhalten. Der Zugast bleibt noch bis er den Stamm sichtbar verdickt hat.

Nach dem Rückschnitt Mitte Juli belohnt er mit erneut rotem Austrieb.
Die Schale steht zum Schutz vor ständig drohender Austrocknung auf einem Tablett mit feuchtem Lavagranulat. Dem Ahorn scheint es zu gefallen.
2017-07-14 .jpg
Juli 2017 nach Rückschnitt
2017-08-13 -1.jpg
August 2017 mit rotem Austrieb
2017-08-13 -2.jpg
Wurzeln wachsen gierig in den Untersetzer
2017-08-13 -3.jpg
bislang kaum Verdickung durch den Zugast
Grüße
Rainer

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 15.11.2017, 22:07

*updated*

Ich habe dieses Jahr mit Lava gefüllte 38cm-Untersetzer zum Schutz der kleinsten Minis verwendet. Danke an Majo und Rainer für den Tipp. Heuer gab es dort keine Trockenschäden. Wohl aber noch Wurzelwachstum am 22. Oktober.
2017-10-22 -1.jpg
was so ein mit Lava gefüllter Untersetzer ausmacht...
2017-10-22 -2.jpg
22. Okt 2017: noch aktive Wurzelspitzen
Der Zwerg ist im Herbst angekommen, die Entwicklung mit dem Opferast wird noch 1-2 Jahre fortgesetzt. Dabei sollen die unteren Äste schön dezent bleiben, klappt bis jetzt ganz gut.
2017-11-15 -3.jpg
15. Nov 2017
2017-11-15 -4.jpg
Grüße
Rainer

SMOOTHEDOWN
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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von SMOOTHEDOWN » 16.11.2017, 00:30

Grüß Dich Rainer,

verfolge immer wieder sehr begeistert Deine Projekte . So gefällt mir auch sehr die stets penible Arbeit an den Wurzeln. Da werde ich in Zukunft um einiges besser drauf acht geben.

Aber warum hast Du den Kleinen bereits in eine so kleine Schale gepflanzt, ich dachte es würde Sinn machen erstmal in großen Schalen, im Freiland oder Tpk`s zu ziehen um so schnellere Fortschritte zu erreichen?... (ich hatte das eigentlich mit einigen Kandidaten nächstes Jahr so geplant)

Wahrscheinlich geht es bei dieser Vorgehensweise vorrangig um feine Verzweigung und ebenso feine Blätter?

Lerne gerne immer wieder dazu :)

Viele Grüße,
Philipp

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 16.11.2017, 01:01

SMOOTHEDOWN hat geschrieben:
16.11.2017, 00:30
So gefällt mir auch sehr die stets penible Arbeit an den Wurzeln. Da werde ich in Zukunft um einiges besser drauf acht geben.

Aber warum hast Du den Kleinen bereits in eine so kleine Schale gepflanzt, ich dachte es würde Sinn machen erstmal in großen Schalen, im Freiland oder Tpk`s zu ziehen um so schnellere Fortschritte zu erreichen?... (ich hatte das eigentlich mit einigen Kandidaten nächstes Jahr so geplant)

Wahrscheinlich geht es bei dieser Vorgehensweise vorrangig um feine Verzweigung und ebenso feine Blätter?
Hallo Philipp,

bei Shohin und Mame fallen Fehler durch Schnittstellen oder dicke Wurzeln viel stärker auf. Bei diesem Mini-Palmatum wollte ich bewußt den langsamen Weg bei Nebari und Aststruktur gehen.
Der einzige Ast der spürbar zugelegt hat ist der Zugast, dazu sind die Schnittwunden praktisch zu. Die anderen 3-4 Triebe unten bleiben schön dünn und dezent. Das war mein Ziel um sie für später brauchbar als Äste integrieren zu können.

Bild

Ich habe heuer einige Jungpflanzen aus Stecklingen und Abmoosungen ins Hochbeet gepflanzt, sie durften frei wachsen. Das Dickenwachstum war enorm. Doch der schöne Wurzelansatz ist praktisch ruiniert: lange, dicke und teils einseitige Wurzeln. Ich kann wieder von vorne anfangen mit dem Nebari.
Nachdem ich derzeit (zu) viele Jungpfanzen habe kann ich etwas experimentieren und verschiedene Wege austesten. Das ist richtig spannend *daumen_new*


Grüße
Rainer
Zuletzt geändert von mydear am 16.11.2017, 14:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von kressevadder » 16.11.2017, 10:24

Es gibt da so ne Technik, die ich auch gerade bei ein paar Kandidaten teste.

Man stellt die kleinen Schalen in ein großes Gefäß mit Substrat (oder in Freiland), und lässt ganz bewusst lange Wurzeln durch die Abzugslöcher wachsen. Natürlich darauf achten, das die Löcher nicht vollkommen zuwachsen. Dünger kommt immer in die kleine Schale. So können die Bäume noch zulegen und wachsen gleichzeitig gut in die kleine Schale hineinwachsen.

War auf dem Blog irgendeines Chinesen, der Penjing kultiviert.

Gruß
Manfred
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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von Petra K. » 16.11.2017, 10:34

Hallo Rainer, tolles Wurzelwachstum und schöne Entwicklung. *daumen_new*
Grüße aus München
Petra

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Re: Mini-Palmatum

Beitrag von mydear » 16.11.2017, 10:47

kressevadder hat geschrieben:
16.11.2017, 10:24
Es gibt da so ne Technik, die ich auch gerade bei ein paar Kandidaten teste.

Man stellt die kleinen Schalen in ein großes Gefäß mit Substrat (oder in Freiland), und lässt ganz bewusst lange Wurzeln durch die Abzugslöcher wachsen. Natürlich darauf achten, das die Löcher nicht vollkommen zuwachsen. Dünger kommt immer in die kleine Schale. So können die Bäume noch zulegen und wachsen gleichzeitig gut in die kleine Schale hineinwachsen.

War auf dem Blog irgendeines Chinesen, der Penjing kultiviert.
Danke für den Tipp Manfred,

bisher habe ich nur anorganisch gedüngt, da ist der Dünger auch in den Untersetzer gelaufen. Ein Grund mehr auf organischen Dünger plus Blattdüngung umzusteigen.
Ich bin schon jetzt neugierig wie die Wurzeln im März 2018 aussehen werden.

Grüße
Rainer

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