Kingsville Buchs

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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Kingsville Buchs

Beitrag von HeikeV » 21.04.2018, 17:24

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich meinen kleinen Kingsville Buchs in diesem Jahr zum ersten Mal in eine Schale getopft habe, bekommt er ab jetzt auch seinen eigenen Thread. Zum einen finde ich es recht hilfreich den Werdegang irgendwo detailliert festhalten zu können und zum anderen freue ich mich immer über jeder Hilfe und Kritik.

Ende August 2016 gab es also wieder Zuwachs im Garten. Zum Bearbeiten war mir das schon zu spät im Jahr, zumal ich vorher noch nie einen Kingsville Buchs bewusst gesehen hatte. Informationen zu diesen kleinen Kerlen als Bonsai gibt es eigentlich auch nur in den USA.

Und so sah er dann von vorne aus:
unbearbeitet hinten kl.jpg

Oder sollte die Rückseite dann doch eher vorn sein? Es nahm sich alles nicht so viel.....
unbearbeitet vorn kl.jpg

Von innen:
innen unbearbeitet kl.jpg
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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von HeikeV » 21.04.2018, 17:46

Im April 2017 ging es dann mit kräftigen Wurzelschnitt in die Trainingsschale und dann wurde auch gleich kräftig frisiert:
geöffnet Trainigstopf kl..jpg


Nach knapp zwei Wochen konnte ich dann feststellen, dass ein Kingsville zwar nicht viel Längen- oder Dickenwachstum macht, aber Rückknospung kann er wie kein anderer.
Am Ende jedes Zweiges muss nur, wie beim Wacholder, ein grüner Puschel stehen bleiben, damit der Saftfluss erhalten bleibt. Überall, wo Licht in den Baum fällt, sprießt es früher oder
später.

Dies ist der einzige Baum in meinem Besitz, dessen Werdegang ich recht genau nachvollziehen kann. 1990 begann er sein Bonsai-Leben als Steckling, gesteckt von William Valavanis mit seinem Lehrer Yuji Yoshimura in Rochester, NY. Zu der Zeit habe ich zwar auch in den Staaten gelebt, aber Bonsai war für mich noch überhaupt kein Thema. Wenn ich das alles damals schon gewusst hätte!!!

1995 wurde das Bäumchen dann von Harry Tomlinson aus den USA mitgenommen und 2004 fand es dann seinen Weg aus einem Folientunnel in Greenwood Gardens, Nottingham, nach Deutschland.
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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von HeikeV » 21.04.2018, 18:00

Letzten Oktober habe ich dann in Hameln eine passende Schale von Roman Husmann gefunden und im April wurde umgetopft.

Vorderseite:
Wie man sieht, kann man noch durch den Baum hindurch schauen. Er muss kompakter und dichter werden. Die Seitenäste im oberen Bereich sehen noch ein wenig nach Tentakeln aus. Je nach erfolgreicher Rückknospung werden sie zurück genommen. Für seine 15 cm Höhe ist der kleine Kerl noch zu breit und eine vernünftige Krone würde ihm auch ganz gut stehen. Das sind die Dinge, die ich auf den ersten Blick sehe. Aber bestimmt habe ich noch etwas übersehen. Für Vorschläge und Kritik wäre ich dankbar.
in Schale vorn kl.jpg
Rückseite:
in Schale hinten kl.jpg
Liebe Grüße
Heike
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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von Ferry » 22.04.2018, 10:53

HeikeV hat geschrieben:
21.04.2018, 17:46
... Dies ist der einzige Baum in meinem Besitz, dessen Werdegang ich recht genau nachvollziehen kann. 1990 begann er sein Bonsai-Leben als Steckling, gesteckt von William Valavanis mit seinem Lehrer Yuji Yoshimura in Rochester, NY.
...
Das ist ein interessanter Werdegang und ein richtig kleiner Shohinzwerg ist er obdendrein.
LG,
F.

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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von HeikeV » 22.04.2018, 11:11

Ferry hat geschrieben:
22.04.2018, 10:53

Das ist ein interessanter Werdegang und ein richtig kleiner Shohinzwerg ist er obdendrein.
Ja, ich hoffe nur ich kann ihm auch gerecht werden
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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von Barbara » 22.04.2018, 19:31

Hallo Heike,

da besitzt Du ja ein richtig geschichtsträchtiges Bäumchen.... :wink:
Gefällt mir sehr gut, der Kleine.
Vielleicht könntest Du vorne noch etwas Grün hinzüchten, v.a. im oberen Bereich, damit man den Stamm nicht auf der ganzen Länge einsehen kann. Wirkt spannender und natürlicher. 8)

Liebe Grüße,
Barbara
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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von HeikeV » 22.04.2018, 19:41

Hallo Barbara,
Barbara hat geschrieben:
22.04.2018, 19:31
Vielleicht könntest Du vorne noch etwas Grün hinzüchten, v.a. im oberen Bereich, damit man den Stamm nicht auf der ganzen Länge einsehen kann. Wirkt spannender und natürlicher. 8)
vielen Dank für's genaue Hinschauen! Ich habe eben auch noch einmal genau geguckt und du hast recht, da geht noch was. Die Fotos sind gestern nach dem Schnitt entstanden und ich habe da für meine Verhältnisse ordentlich rasiert, aber wohl mit dem Hauptaugenmerk auf die Verringerung der Breite des Bäumchens.

Danke für den Tipp! *daumen_new*

Liebe Grüße
Heike
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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von Gary » 23.04.2018, 13:51

Hallo Heike,

den Anfang hast Du gemacht und der Rest wird folgen. Ob geschichtsträchtige Vita oder 20 Jahre alt - es ist ein Rohling.
Das selbe Problem hatte schon Michelangelo mit diesem Marmorblock aus Carrara, alles störende musste weg um das Antlitz der Pietà hervor zu bringen.

Du legst jetzt nur die Grundstrukturen fest. Der Rest kommt dann, denn wie Du schon selbst festgestellt hast ist zwar Längen- oder Dickenwachstum nicht sein Ding doch Rückknospung kann er wie kein anderer. Das Grün wird sich also schnell wieder füllen und somit auch genügend Möglichkeiten bieten etwas zu kaschieren bzw. die ausladende Erscheinung weiter zu komprimieren.

Hier im BFF werden gerade Laubbäume bewundert die 20 und mehr Jahre in Pflege sind. Ihr habt also noch Zeit. *daumen_new*
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von HeikeV » 23.04.2018, 14:20

Hallo Harald,

der Kleine steht jetzt frisch gedüngt auf seinem Platz und wird sicherlich in kaum 2 Wochen schon wieder das erste, frische Grün zeigen.

Ich gebe zu, zuerst habe ich bei der Vita etwas schlucken müssen. Große Namen, die ich nur aus Büchern kenne und dann ich. Huch! Aber als ich den Baum in der Hand hatte, war es eben nur ein Baum auf den ich mich konzentrieren muss. Da macht die Vita wirklich keinen Unterschied. Er bekommt denselben Dünger wie alle anderen auch.

Ich hatte die Zweige übrigens gedrahtet und gestellt. Das kann man aber auch gleich lassen. Sobald der Draht ab ist, hängt alles wieder an seinem Platz. Eigentlich macht es den Kingsville zu einem perfekten Anfängerbaum. Draht muss nicht, nur Schneiden und frisches Grün liefert er quasi auf Zuruf. Das macht Spaß!

Liebe Grüße
Heike
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Re: Kingsville Buchs

Beitrag von Heike_vG » 23.04.2018, 15:15

Sieht gut aus, Heike! In der neuen Schale macht der Kleine schon richtig was her. Sehr faszinierende Buchsbaumsorte!

Liebe Grüße,
Heike
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