Wacholder - irgendwas wird immer draus?

Kleine Bäume ganz groß. Für alle Winzlinge, die schon Baum sind und nicht Sämling, also einen gewissen Entwicklungsgrad haben. Treu dem Motto "der kleinst mögliche Baum".
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grüner_hesse
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Wacholder - irgendwas wird immer draus?

Beitrag von grüner_hesse » 14.07.2019, 14:44

Hallo allerseits,

ich hab mich mal in die Shohin-Abteilung verirrt :)

Vorstellen wollte ich gerne einen kleinen Wacholder, der mich quasi seit dem Start ins Bosai-Hobby begleitet. 2012 ist der Baum auf einem Anfängerworkshop "gestaltet" worden. Es ist quasi der Bruder von diesem Wacholder. Über das Ergebnis brauchen wir nicht groß zu reden, der fortgeschrittene Gestalter wird aber bestimmt schon die Schwachstelle erkennen und vorausschauen können, wie es weitergeht.

2012 Frühjahr..jpg
2012 Frühjahr..jpg (296.89 KiB) 793 mal betrachtet


Ich möchte bewusst keine peinlichen Zwischenschritte auslassen, somit gibt es weiter ordentlich was auf die Augen. 2013 war ich wohl schon soweit zu erkennen, dass das alles ziemlich Murks ist. Also hab ich mir gedacht, ich verbiege einfach möglichst wild alle Äst und lasse ihn wachsen. Machen die Japaner ja auch so 8)
2013 tHerbst.jpg
2013 tHerbst.jpg (208.73 KiB) 793 mal betrachtet


2014 habe ich dann den langen und geraden Stammabschnitt erkannt und den Wacholder auf das untere Grün eingekürzt. Auf dem folgenden Bild seht ihr die rechte Seite der aktuellen Ansicht. Der linke Ast ist noch gefallen, aus dem Rest wurde der Baum dann aufgebaut. Der eigentliche Hauptstamm versteckt sich hinter dem Totholz
2014 Herbst.JPG
2014 Herbst.JPG (167.8 KiB) 793 mal betrachtet


Nochmal die heutige Rückseite, hier erkennt man den Hauptstamm.
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2014 Herbst1.JPG (142.04 KiB) 793 mal betrachtet


Eigentlich müsste man jedes Jahr Fotos von allen Seiten machen damit man die Entwicklung ordentlich dokumentieren kann. Ich habe es die nächsten zwei Jahre noch nicht mal geschafft, auch nur eine Seite zu fotografieren. Wir springen daher ins Jahr 2016. Zwischenzeitlich war ich auf die Idee gekommen, den Baum deutlich zu neigen und eine Halbkaskade zu gestalten. Richtig ernsthaft durchgedrahtet habe ich ihn aber nie. Hier der ungefähre Entwurf zu dieser Idee
2016.12.jpg
2016.12.jpg (254.65 KiB) 793 mal betrachtet


So kam der Wacholder in eine Mondschale und hat mir (von der Idee her) zwei drei Jahre auch ganz gut gefallen. Letztenendes habe ich aber immer nur Laubpflege betrieben, eine richtige Gestaltung bis in die Spitzen hat er nie erhalten. Bilder habe ich wiederum keine. Irgendwie war ich ihm unterbewusst wohl nicht so wohlgesonnen, habe ihn teils stiefmütterlich behandelt. Lustig, heut ist er fast mein Geheimfavorit, ich erwische mich immer wieder dabei, ihn öfter zu betrachten als andere Bäume.

Eine entscheidene Wendung kommt noch. Die Mondschale ist letztes Jahr während eines Sturms runter gefallen, der sich über den Baum lehnende Teil ist abgebrochen. So kam es, dass ich den Wacholder mit dem Rest der Schale immer mal wieder etwas aufgerichtet habe. Einen Winter hat es gedauert, dieses Frühjahr habe ich den Baum wieder aufrecht in eine normale Schale gepflanzt. Und immer noch nicht gestaltet :-D Höhe ab Substrat genau 20cm..

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2019.07.jpg (316.05 KiB) 793 mal betrachtet


Irgendwie so stell ich mir einen Wacholder im Freistand vor, der nicht gerade auf 2000 Meter widrigsten Bedingen trotzen muss...

Was sagt ihr, ist das jetzt ne Basis, mit der man es wagen kann, endlich mal richtig zu gestalten? Freue mich auf eure Kommentare.

viele Grüße
Benny

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Manfred Jochum
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Re: Wacholder - irgendwas wird immer draus?

Beitrag von Manfred Jochum » 17.07.2019, 18:21

hallo Benny,

zwischendurch mal ein paar mutige Schritte vollzogen..... und der Erfolg gibt dir jetzt Recht....
Ist ne schöne Basis, auf der man aufbauen kann.
Wird interessant...... zeig uns bitte wie es weiter geht....

also mir gefällt deine bisherige Arbeit.

Gruß Manfred
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.

Vic2302
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Re: Wacholder - irgendwas wird immer draus?

Beitrag von Vic2302 » 17.07.2019, 23:55

Also ich finde ihn so wie er jetzt ist schon wirklich schön. Das Totholz gefällt mir auch....passt zu Größe.

Gehst du dieses Jahr noch ans Drahten? Kann mir schon sehr gut vorstellen wie er mal aussehen könnte.

Viel Spass damit...ich bleibe dran.


Grüße
Vic

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Re: Wacholder - irgendwas wird immer draus?

Beitrag von Vic2302 » 18.07.2019, 00:04

Da ich mich neulich selbst so darüber gefreut habe, dass mein Procumbens digital bearbeitet wurde, habe ich mal schnell die Sprüdose in Paint angesetzt.

Sicher nur eine von vielen Möglichkeiten und wahrscheinlich eine der einfacheren Varianten:
2019.07.jpg
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grüner_hesse
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Re: Wacholder - irgendwas wird immer draus?

Beitrag von grüner_hesse » 18.07.2019, 12:50

Hallo Manfred,

vielen Dank für deine bestätigenden Worte. Du sprichtst von mutigen Schritten, es wäre für dich also auch eine Lösung ohne den Rückschnitt denkbar gewesen? Wenn dem so ist, würdest du für mich und den thread kurz eine Alternative umreißen? Auch wenn sie nur Theorie bleibt... Ich möchte keinesfalls den Eindruck erwecken, man solle sein Material erstmal kurz und klein schneiden.

Hallo Vic,

auch dir vielen Dank für deinen Beitrag und das virtual, gefällt mir schon sehr gut. Im Detail wird er vielleicht noch etwas schlanker und weniger spitz in der Krone, die Richtung ist aber relativ klar. Ich denke, im Herbst wird der Wacholder endlich mal ordentlich gestaltet. Ich werde gerne wieder berichten.

Viele Grüße
Benny

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