Exkurs: System, Energie und Leben

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holgerb
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Exkurs: System, Energie und Leben

Beitrag von holgerb » 08.11.2008, 20:02

Bevor ich aber auf "Wie lebt ein Baum" eingehe, ist dieser kleine Exkurs notwendig.

Ich möchte gerne die Begriffe "System", "Energie" und den schwierigen Begriff "Leben" angehen.

Wie immer lasse ich euch auch hierbei den Vortritt, keine wissenschaftlichen Arbeiten, kein Abschrift aus Wikipedia, mit eigenen, kurzen Worten ist am Besten....

Es muss nicht Jeder jeden Begriff erklären, vielleicht fühlt sich der Eine oder Andere von einem Begriff stärker angezogen...
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MarcusT
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Beitrag von MarcusT » 08.11.2008, 21:18

Ok, dann fange ich mal an.
"System": Ich halte den Baum für ein Teil des Öko-System Erde. Jeder Teil dieses System hat seinen Zweck und ist dadurch gut für sich selbst und andere. (Deshalb passt der Mensch da auch nicht rein)
"Energie": Der Baum ist in der Lage aus Licht, Wasser und Boden die Energie zu erzeugen die er zum Leben benötigt.
"Leben" Ab wann beginnt "Leben"? Oder was ist "Leben"? Sehr philosophisches Thema an dem schon die Großen gescheitert sind. Ich halte den Baum aus oben geschriebenen Gründen für ein Lebewesen.

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Mac Best
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Beitrag von Mac Best » 08.11.2008, 21:57

Nur bei gegebener "ENERGIE" - Versorgung, sprich Wasser, Nährstoffen (aus dem Boben und der Photosynthese) und Sonnenlicht - um mal bei den wichtigsten zu bleiben - kann das "SYSTEM" Baum funktionieren, eben "LEBEN".

Ist eine Energiequelle übere einen längeren Zeitraum nicht vorhanden, ist das unter Umständen schon das Aus für den Baum.

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Yannick
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Beitrag von Yannick » 08.11.2008, 22:17

Leben ist Stoffwechsel
Energie resultiert aus Stoffwechsel
für den Stoffwechsel ist das System Baum verantwortlich (z.B, Wurzelhaare, also Teile des Systems, die die Chloroplasten, also andere Teile des Systems, mit Wasser versorgen, damit Photosynthese abläuft, die Energie bringt und ein Stoffwechselvorgang ist).

So stelle ich mir das vor.

Gruß,

Yannick

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MarionS
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Beitrag von MarionS » 08.11.2008, 22:23

Leben - das ist das aufnehmen und weiterverarbeiten von Nährstoffen aus der Umgebung zu Bausteinen des eigenen Bedarfs - mit einer gewissen Abhängigkeit von ebendieser Tätigkeit, denn es dürfte wohl kaum oder kein Lebewesen geben, das allzulange Zeit darauf verzichten kann, zu "arbeiten", ohne das Leben zu verlieren.

Die meisten Pflanzen haben es dabei wohl geschafft, Samen zu erschaffen, die weit länger "schlafen" können, als irgendeine Mutterpflanze. Ist der Schlaf beendet und das Leben begonnen, muss auch fürdahin gelebt werden.
Gruß,
MarionS

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Marco Manig
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Beitrag von Marco Manig » 08.11.2008, 23:33

Leben ist die Geburt, das Wachstum, die Vermehrung und der Tod.

Leben funktioniert nur mir Energie. Energie ist der Antrieb des Lebens.

System ist die Wechselwirkung zwischen Leben und Energie.

Das System Baum wird von seiner Umwelt bestimmt, dem Angebot von Licht, Wasser und Nährstoffen und von den Jahreszeiten.

Fehlt die Energie, funktioniert das System nicht mehr und Leben kann nicht stattfinden.

Gruß, Marco
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holgerb
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Beitrag von holgerb » 08.11.2008, 23:46

Lasst mal den Baum erstmal weg, viel allgemeiner ist die Frage gemeint...


Marions Definition von Leben gefällt mir schon sehr gut...

@Marco Manig: "Energie ist der Antrieb des Lebens"

auch sehr gut
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MarionS
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Beitrag von MarionS » 09.11.2008, 10:52

Wenn man den Baum weglässt, und die Pflanzen ganz allgemein, kommen noch weitere, viel spezialisiertere Lebensformen hinzu.

Ein besonderes Merkmal von Pflanzen ist dabei, daß sie in mehr oder weniger großem Umfang dazu in der Lage sind, aus abgetrennten Pflanzenteilen neue Pflanzen zu schaffen, indem auf beiden Seiten jeweils der abgetrennte Teil ersetzt wird.
Und, was noch dazukommt: nach heutigem Kenntnisstand sind diese Pflanzen in der Hinsicht unsterblich, wenn man aus dem gewonnenen Steckling eine adulte Pflanze zieht und davon wiederum einen Steckling nimmt, den man großzieht usw.

Trennt man dagegen einem Tier ein Teil ab, stirbt das Teil, und nur wenige Tiere können das abgetrennte Teil ersetzen. Das gilt im Übrigen auch für den Regenwurm, dem man nachsagt, daß beide Teile weiterleben, wenn man ihn durchtrennt. Nur der Teil mit dem Herzen überlebt.
Beim Klonen hat man feststellen müssen, daß bei der Entnahme des Erbguts aus einer Körperzelle der Klon nur das biologische Alter des Originals bekommt und keine eigene, neue Lebensspanne.

Eine dritte Gruppe wären die Pilze. Bei denen ist in noch weit höherem Maße als bei Pflanzen jeder Teil für sich allein lebensfähig - meines Wissens nach gibt es da auch keine klar zu unterscheidenden Teile, auch wenn sie so aussehen (Myzel/Fruchtkörper).
Die Schleimpilze gibts auch noch, von denen ich nicht weiß, ob sie wirklich zu den Pilzen zu zählen wären oder wieder eine eigene Art sind. Wie Tiere sind sie nicht standorttreu und wandern mit ihrem ganzen Körper.

Das ist alles Leben.
Ich habe noch irgendwas aus Bio im Sinn, daß etwas auch in gewissen Maße eine Reaktionsfähigkeit zeigen muss, aber ich weiß nicht mehr, ob das für die Definition von "Leben" galt oder für was anderes.
Reaktionsfähigkeit = Anpassung im weitesten Sinn.
Vielleicht ist das auch nur juristischer Kram, wo man einen definitiven Zeitpunkt für den Beginn von "Leben" definieren will.
Gruß,
MarionS

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MUGO
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Beitrag von MUGO » 09.11.2008, 11:31

Der Baum ist ein System aus vielen Etagen. Jede hat ihre Aufgabe.
eine Etage hat die aufgabe alles mit energie zu versorgen.
und ohne ein harmonisches zusammenspiel der etagen kann der baum nicht leben(Saftfluss, fotosynthese etc.)

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Beitrag von ph1l » 09.11.2008, 15:31

Ein System kennzeichnet sich durch Strukturen und Abläufe. Ein funktionierendes System muss in sich stimmig sein. Ein für sich allein funktionierendes System kann wiederrum Teil eines größeren übergeordneten Systems sein.

Zu Energie fällt mir wenig ein. Energie kann man durch Prozesse, die Energie freisetzen, gewinnen. Andererseits gibt es auch Prozesse denen man zum funktionieren Energie zuführen muss.

Leben ist für mich die Summe aller Dinge. Da fällt mir keine wissenschaftliche Definition zu ein.

@Marion: die juristische Definition, bzw die Frage wann Leben beginnt, ist eine andere. Innerhalb des Rechts driften die "Lebens-Definitionen" sogar auseinander. Art 1 GG (Menschenwürde) etwa legt einen anderen Zeitpunkt zu Grunde als das Strafgesetzbuch.
Gruß Philipp

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Beitrag von BonsaiFanHitdorf » 09.11.2008, 17:37

Ein System ist etwas, dass aus mehreren Teilen bestehjt, die zusammen arbeiten, hierbei hat meist alles seine eigene aufgabe.
energie wird im einen teil des systems gewonnen und im anderen verbraucht
leben ist nur durch die oberen beiden sachen möglich, da énergie gebraucht wuird und energie nur durch das system gewonnen wird
lG Marcel ;)

Der zentralste Fehler von Verschwörungstheorien jeder Couleur ist, dass man am Ende der einzigste ist, der sich nicht verschwört.

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Beitrag von sloe » 09.11.2008, 19:32

Ich kann mich noch dunkel an den Bio-Unterricht in der Schule erinnern: Bewegung ist u.a. ein Merkmal des Lebens. Nicht unbedingt Fort-Bewegung, sondern auch die Bewegung der Mimosen-Blätter bei Berührung oder das Öffnen und Schliessen von Blüten als Reaktion auf die Lichtmenge.

Und Energie? Energie hat ja die unterschidlichsten Erscheinungsformen: Licht, Wärme, kinetische (= Bewegungs-) Energie, elektrische Energie, chemische Energie fallen mir spontan ein. Energie kann nicht erzeugt werden, sondern nur von einer Form in eine andere wechseln.

Gruss

Wilma

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Beitrag von MarionS » 09.11.2008, 19:45

Ich überlegte gerade: was ist Energie? Die kommt doch immer von außen. Ein funktionierendes System ohne äußere Energiezufuhr wäre doch ein Perpetuum Mobile.

Klar: Energie wird in einem Teil des Systems gewonnen, indem der vorhandene Rohstoff (bei Pflanzen z.B. Licht) so umgearbeitet wird, daß der andere Teil des Systems ihn verbrauchen kann.
Energie ist in der Hinsicht die jeweils "essbare" für das betreffende System (nicht das, was wir im Allgemeinen als solche bezeichnen, und was ich am Anfang des Posting so benannt habe).

Wenn man das so sieht, ist "Energie" immer etwas anderes. Immer der jeweilige "Treibstoff" des Angetriebenen, im wörtlichen Sinne. Da fragt man sich, wenn man weiterphilosophiert: was ist keine Energie?

Also: der eine Teil des Systems macht aus "ungenießbarer" Energie eine "genießbare" Energie für den anderen Teil des Systems. Der andere Teil des Systems "wartet" den einen Teil des Systems und baut ihn aus. Das Funktionieren dieser Symbiose in sich selbst würde ich als "Leben" bezeichnen.

@Wilma,
das Beispiel der Mimose hatte ich auch im Sinn, als ich oben von Anpassung geschrieben habe. Ich vermute, wir erinnern uns an die gleiche Lektion.
Gruß,
MarionS

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Beitrag von RALLE 10 » 09.11.2008, 20:16

Das LEBEN ist ein SYSTEM in dem ENERGIE erzeugt wird (werden muß)um LEBEN zu können (um LEBEN stattfinden zu lassen)also irgendwie doch ein Perpetuum Mobile :wink:

Uwe_Kl
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Beitrag von Uwe_Kl » 09.11.2008, 20:31

Leben ist ein System, dass Energie wandelt.


ps: ich lass den Satz mal so stehen. Hab lange daran rumgemacht, "verbessert", was hinzugefügt und weg gelassen.... . Schluss! So sehe ich den Ein bis Dreiklang "Leben System und Energie".


MfG Uwe

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