Was braucht ein Baum zum Leben?

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holgerb
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Was braucht ein Baum zum Leben?

Beitrag von holgerb » 18.11.2008, 19:37

Auf dem Weg zur Frage "Wie lebt ein Baum?", wie Andreas schon zu Beginn gefragt hat, ist die Frage nach den Faktoren, die für einen Baum lebenswichtig sind, ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Einige dieser Faktoren haben wir schon teilweise genannt.

Da diese Faktoren im Bezug auf die Vorbereitung eines Baumes auf eine Gestaltung immens wichtig sind, möchte ich sie hier nochmal zusammentragen:

Zuerst seit natürlich wieder ihr dran.

Was braucht also ein Baum notwendigerweise zum Leben?
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -

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daniel-son
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Beitrag von daniel-son » 18.11.2008, 19:52

wasser, co2+o2, mineralien ( zb chloride, nitrite, nitrate, sulfate, sulfide,sulfite)

eine starke rinde, um sich gegen umwelteinflüsse zu schützen
Auf Morgen, bis Wiedersehen.
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der1
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Beitrag von der1 » 18.11.2008, 20:00

Dazu noch viel Licht!
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)

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MarionS
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Beitrag von MarionS » 18.11.2008, 21:16

Ein Boden, in dem er fest stehen kann und der die Wasser und Nährstoffe aufnehmen/speichern kann, sodass er sie mit den Wurzeln herauszutzeln kann.

Luft wäre auch ne Sorte Substrat, sie enthält entsprechende "Nährstoffe", transportiert die je nach Tageszeit produzierten ab und lässt dabei freundlicherweise das Licht durch.

Was ist "brauchen"?
Ein Baum kann überleben, leben oder vor Kraft strotzen.
Mykorrhiza sind z.B. nicht unbedingt lebenswichtig (Ausnahmen bestätigen die Regel?) aber sie machen das Leben besser.
Gruß,
MarionS

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Beitrag von Mac Best » 18.11.2008, 22:18

Unabdingbar ist auf jedenfall ein intaktes "System" seiner selbst.

Einen gesunden, kräftigen Wurzelballen, ohne den geht wohl gar nichts.

saphira
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Beitrag von saphira » 18.11.2008, 22:20

Viele Bäume brauchen eine Ruhephase.
Sprich der Baum braucht eine Regenerierungsphase (brauchen alle diese Ruhephase?).

Meist ist die Ruhephase die Winterzeit (=kalt), in welcher Bäume häufig ihr altes Laub abwerfen. Im Frühjahr, wenn es wieder wärmer wird, beginnen diese dann mit dem neuaustrieb. Der Neuaustrieb benötigt dann wiederum viel Licht und die bereits zuvor genannten Nährstoffe usw., um die lebenswichtigen Prozesse zu versorgen.

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Beitrag von Holger » 19.11.2008, 07:50

Irgendwie ist der Bonsai so wie jeder von uns, es gibt gewisse Faktoren, ohne die kann man so gar nicht existieren, es gibt Sachen, die garantieren ein gutes Leben, und es gibt Sachen, die sind auf Dauer ungesund...

Wasser und Erde braucht der Baum auf jeden Fall, die Winterruhe ist für die meisten unabdingbar.

Eine ausgewogene Gabe von Dünger und Stärkung garantiert eine gute Entwicklung, ein mehr oder wenig regelmäßig "Friseurbesuch" unterstützt die Entwicklung.

Schädlich auf Dauer ist halt ein zuviel an Wasser und Dünger.

Weiterhin nicht zu vergessen sind die Standortfaktoren, die sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht gravierende Auswirkungen haben, als da wären Sonneneinstrahlung, Witterungseinflüsse (Regen, Wind, Kälte, Wärme), die zum Teil auch mit dem oben Genannten die Anfälligkeit für Erkrankungen und Schädlinge beeinflusst.

@saphira: Ich glaube, eigentlich braucht jeder Baum in einem gewissen Rahmen diese Ruhephase, sie wird nur nicht bei jedem Baum so augenfällig wie bei den einheimischen Winterschlafkandidaten...

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MarionS
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Beitrag von MarionS » 19.11.2008, 08:39

Ein Baum braucht seine Welt.

Bei den "einheimischen Winterschlafkandidaten" kam ich grad drauf: Bäume sind einer bestimmten Umweltsituation angepasst bzw können eine gewisse Bandbreite an Umweltsituationen ab. Das bedeutet anders herum aber auch, daß sie genau das brauchen.

Ich gehe die Frage nach dem "Brauchen" mal so an, daß ich z.B. eine Eichel nehme und mich frage: was braucht die?
In der Reihenfolge:
1. eine Kälteperiode zum Aufwachen (ihre Umwelt)
2. Feuchtigkeit. Ginge sogar ohne Substrat, aber meistens hält dieses sie vor.
3. Die Schwerkraft, um zu wissen, wo in der Regel der Boden und wo das Licht zu finden sei (wieder: ihre Umwelt)
4. Substrat zum reinkrallen. Aus dem entnehme man weiteres Wasser + Nährstoffe.
5. Schlimmstenfalls per Geiltrieb wird nach Licht gesucht.
Der Rest ist eigentlich nur ein Ausbau/eine Verfeinerung dieses Beginns, wenn es eine kontinuierliche Versorgung mit den Grundgütern gibt.
Starker Wurzelballen und starke Rinde bildet der Baum von selber aus, sobald er es sich "leisten" kann.
Gruß,
MarionS

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Beitrag von Marco Manig » 19.11.2008, 09:20

"Pink Floyd und Whiskey"! :D

Ich meine ein Baum braucht auch Wind. Begründen will ich das so:
Der Körper von Säugetieren und im Speziellen der Skelettapparat benötigt Bewegung, um Muskulatur aufzubauen. Mikrofrakturen führen z.Bsp. beim Kampfsporttraining zur Verdichtung der Knochensubstanz und somit zur Stärkung des Skeletts. Ich denke ähnlich wird es sich bei den Bäumen verhalten, nur dass diese keine aktive Bewegung ausführen können und somit auf passive Bewegung angewiesen ist :arrow: Wind. Der Wind als bedeutetnder Faktor der Formgebung ist zum Bsp. bei Küstenbäumen bzw. Hochgebirgsbäumen zu betrachten, da durch die Windexposition die Wuchsrichtung beeinflußt wird. Wind animiert den Baum auch dazu, sich an verschiedenen Stellen des Wurzelapparates zu verstärken, da durch Wind verursachte Bewegungen des Baumes bis hin zur Basis ein natürlicher Wurzelschnitt entsteht, der Wurzelapparat somit zur Feinverzweigung angeregt wird. Wind ist also ein entscheidender Faktor, der die Wuchsform und die Wuchsrichtung eines Baumes bestimmt.

Gruß, Marco
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Beitrag von sloe » 19.11.2008, 09:23

Wir haben ja bereits gelernt, dass Vermehrung und Arterhaltung zum Leben dazu gehören.
Also braucht ein Baum auch noch die Bienchen oder den Wind, ggf. auch noch einen Artgenossen in näherer Umgebung.

Zur Ruhephase: Dazu zält wohl nicht nur der "Winterschlaf", sondern auch der Wechsel von Tag und Nacht.
Gruss - Wilma

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Beitrag von Marco Manig » 19.11.2008, 09:28

Neben den ganzen äußeren Faktoren die bis jetzt genannt wurden, benötigt ein Baum auch eigene Faktoren um Leben zu können. Der Baum muss die Möglichkeit haben, Energie und Nährstoffe in Wachstum umwandeln zu können. Belaubung und die freien Transportwege für Wasser, Assimilate und gelöste Nährstoffe sind wichtig zum Überleben des Baumes.
Gruß, Marco

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Beitrag von inge » 19.11.2008, 10:46

Wenn möglich optimale Bedingungen, soll heißen:
Umfeld= günstiger Standort- Nährstoffe- intaktes Mikro- und Makroklima
intakte Leitungsbahnen- Transport von Wasser und darin gelösten Nährstoffen

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Beitrag von MarionS » 19.11.2008, 12:45

Wind stärkt Pflanzen dadurch, daß er sie strapaziert. Anders herum: die Pflanzen passen sich an diese Umweltbedingung an, damit es ihnen nicht schaden kann.
Im Fernsehen habe ich von "Pflanzenbewegeapparaten" gehört, die in Gewächshäusern die Pflanzen "strapazieren", damit sie stärker werden. Ob es da um die anschließende Freisetzung an die frische Luft ging oder darum, daß sie mehr Masse (für den Verkauf) ansetzen, weiß ich nicht mehr.
Gruß,
MarionS

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Beitrag von futzi1102 » 19.11.2008, 16:21

Viele Bäume brauchen einen sybmbiotischen Pilz (Mykorrhiza).

Weiter fällt mir jetzt nichts ein, da ja schon viel genannt wurde.
Liebe Grüße
Stefan

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Beitrag von BonsaiFanHitdorf » 19.11.2008, 16:47

Bakterien sind auch wichtig, um Nährstoffe zu verarbeiten
lG Marcel ;)

Der zentralste Fehler von Verschwörungstheorien jeder Couleur ist, dass man am Ende der einzigste ist, der sich nicht verschwört.

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