Faktoren des Überlebens: Die Zeit

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holgerb
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Faktoren des Überlebens: Die Zeit

Beitrag von holgerb » 10.01.2009, 06:59

Hallo zusammen, ein frohes neues Jahr all Jenen, denen ich das noch nicht gewünscht habe und ich nehme Marcos Langeweile auf und schmeiße den nächsten Faktor in die Waagschale.

Zeit, ja das ist auch so eine Sache, über die man nächtelang mit Harald Lesch über Zeit diskutieren möchte...

Aber, warum ist Zeit so wichtig für einen Baum und vor allem auch in der Bonsaigestaltung?

Harald Lesch über Zeit Teil2
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daniel-son
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Beitrag von daniel-son » 10.01.2009, 10:15

der baum braucht zeit bei der gestaltung, da er durch das viele biegen, fräsen u.ä. oftmals sehr geschwächt wird. würde man dies in zu kurzen zeitintervallen vollziehen, könnte ein baum großen schaden nehmen, vlt sogar absterben.
Auf Morgen, bis Wiedersehen.
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Marco Manig
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Beitrag von Marco Manig » 10.01.2009, 11:33

Harald Lesch: "Zustand der zunehmenden Unordnung"
oder auch: "Entwicklung von einem Zustand zu einen anderen Zustand"

Der ist schon ein Guter der Harald Lesch, bin oft beim Zappen bei ihm hängengelieben.

Für mich bedeutet Zeit in ungefär das: "Was war, was ist, was sein wird" (ist glaub aus dem "Herrn der Ringe"). Es ist auch für Bonsai in meinen Augen sehr wichtig, diese drei "Zeitfaktoren" zu beachten.

So jetzt schau ich mal Teil 2 vom Harald

Gruß Marco
Gruß, Marco

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Marco Manig
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Beitrag von Marco Manig » 10.01.2009, 11:46

Teil 2 :arrow: *lach*

Man kann Zeit nicht vorwärts- oder zurückdrehen, weil wir gar nicht wissen würden, dass wir es getan haben.
Gruß, Marco

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Marco Manig
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Beitrag von Marco Manig » 10.01.2009, 12:03

Marco Manig hat geschrieben:Für mich bedeutet Zeit in ungefär das: "Was war, was ist, was sein wird" (ist glaub aus dem "Herrn der Ringe"). Es ist auch für Bonsai in meinen Augen sehr wichtig, diese drei "Zeitfaktoren" zu beachten.
Um nochmal darauf zurückzukommen, ich meine damit ungefär folgendes:

Was war?: Woher stammt der Baum, also Yamadori, Sämling, Baumschulrohling, Biberyamadori. Daraus resultirend die vorangegangene Entwicklung, Pflege, Grad der Vorgestaltung und vieles mehr.
Was ist?: Wie alt ist der Baum jetzt, in welchem Pflegezustand befindet er sich, wie lange befindet er sich schon in diesem Zustand, welchen Grad der Vorgestaltung habe ich zur Verfügung?????
Was sein wird?: Welche Gestaltungsform wähle ich, wie kann sich der Baum entwickeln, welche Möglichkeiten sind dafür vorhanden, wie komme ich dorthin????

Es gibt zu jedem Zeitpunkt bestimmt unendlich viele Faktoren, die man damit in Zusammenhang bringen kann, vieles wird sich auch überschneiden in den Zeitfenstern.

Zeit wird unterteilt in Zeitabschnitte, z. Bsp. Jahreszeiten, oder auch Jahre, Monate, Tage, Stunden usw.

Beim Bonsai ganz wichtig ist die Darstellung von Zeit.

So nu genug von mir, mir würde sicher noch mehr einfallen aber die anderen wollen auch noch. *z*
Gruß, Marco

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MUGO
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Beitrag von MUGO » 10.01.2009, 14:30

ohne zeit gibt es keien reife am baum um zeit bedeutet oft weise klug überlebenswillig. also sagt das alter und das aussehen was über das leben der pflanze aus

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sloe
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Beitrag von sloe » 10.01.2009, 14:53

Das Wachstum des Baumes (=Entwicklung von einem Zustand in einen anderen) braucht Zeit.
Und auch die Reife des Baumes kommt nur mit der Zeit. Eine ordentliche Feinverzweigung erreicht man nur, wenn man die richtigen Pflegemassnahmen über einen längeren Zeitraum konsequent umsetzt. Wenn der Baum Zeit braucht, brauchen wir Geduld.
Gewisse Entwicklungsschritte lassen sich vielleicht beschleunigen, das setzt dann aber ein paar Kenntnisse voraus, die ich noch nicht habe...

Auch die Jahres-Zeiten spielen bei uns eine grosse Rolle und das Wissen darüber, zu welcher Zeit Pflegemassnahmen und Eingriffe sinnvoll sind und wann man sie besser unterlassen sollte.
Gruss - Wilma

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sloe
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Beitrag von sloe » 10.01.2009, 19:17

...und dann ist da noch die Frage, wie wir mit der Zeit umgehen. Es gibt nämlich einen Unteerschied zwischen "keine Zeit haben" und "sich keine Zeit nehmen". Alles eine Frage der Prioritäten!
Gruss - Wilma

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holgerb
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Beitrag von holgerb » 10.01.2009, 19:27

sloe hat geschrieben:...und dann ist da noch die Frage, wie wir mit der Zeit umgehen. Es gibt nämlich einen Unteerschied zwischen "keine Zeit haben" und "sich keine Zeit nehmen". Alles eine Frage der Prioritäten!
aber nicht wieder ins philosophische abdriften... :roll:

Dennoch, das was Du da schreibst hat ganz viel mit der Qualität zu tun, die wir am Baum hinterlassen (sowohl gestalterisch, als auch pflegerisch)
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MarionS
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Beitrag von MarionS » 10.01.2009, 23:35

Wir müssen uns die Zeit nehmen, den Baum zu pflegen und ihm die Zeit geben, es zu vertragen.
Wir müssen uns seiner Geschwindigkeit, seiner "Zeit" anpassen, denn umgekehrt gehts nicht.
Ein paar Pflegeschritte in einem ganzen Jahr, mehr ist nicht. Gleichzeitig immer hinterher sein, daß auch seine Lebensbedingungen gut sind, hauptsächlich gießen.

Einer der wichtigsten Ratschläge für mich als Anfänger war: nimm dir viele Bäumchen, dann pflegst du keins tot.
Gruß,
MarionS

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holgerb
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Beitrag von holgerb » 11.01.2009, 13:28

Wenn man das jetzt nochmal herunterbricht:

Zeit ist für einen Baum überlebenswichtig, denn seine Wundversorgung erfolgt als Reaktion auf eine Verletzung. Ein Baum kann ja nicht wegrennen.
Deswegen braucht es Zeit, wie Daniel es richtig gesehen hat, weil unsere eingreifenden Maßnahmen den Baum immer schwächen (nicht jedesmal - am besten nie - in dramatischem Maße). Es ist also wichtig, nach einer Gestaltung dem Baum eine Pause zu gönnen, abzuwarten und den Baum wieder zu kräftigen. Das hat Wilma so schön mit Geduld beschrieben (eine wahre Kunst in der Kunst, Geduld zu beweisen) und je weniger Bäume man besitzt, um so mehr muss man sich in Geduld üben...
Ganz entscheidend sind auch Marcos Zeitfaktoren, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Welche Vegangenheit hat der Baum, wie ist sein Zustand gewesen und wie ist er jetzt? Und vor allem: warum? Welche Schritte sind für die Zukunft wichtig und in welcher Reihenfolge müssen sie ausgeführt werden?
Auch eine treffende Formulierung von Marion: die Gestaltungsgeschwindigkeit muss der des Baumes angepasst werden... einige Arten können wesentlich schneller entwickelt werden als andere...
Es bestimmt also die Zeit, die ich aufbringe (aufbringen kann) die Qualität des Baumes.

Nicht zu vergessen ist aber auch, daß es Zeit braucht, bis ein Baum überhaupt die nötige Reife zu einer Gestaltung hat. Gemeint ist in diesem Falle, daß der Baum als Rohpflanze eine gewisse Austrahlung mitbringen muss, um ein gewisses Alter "vorzugaukeln".
Ich werde einen zweijähigen Sämling nicht innerhalb von 2 Jahren wie einen 500 Jahre alten Baum aussehen lassen können...
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